Die Furcht vor Freitag, dem 13., entspringt der Sehnsucht nach einer dunklen Seite unserer überrationalen Welt.
Das ist zumindest ein Teil der Erklärung, die der Münchner Psychologe Rainer Wallerius für den anhaltenden mythologischen Glauben an den vermeintlichen Unglückstag findet.
«In dem Maße wie es keine Geheimnisse mehr gibt, vermisst der Mensch die Geheimnisse», sagte der Präsident des Europäischen Netzwerks für Beratung, Psychologie und Therapie in München der dpa.
«Es gibt so etwas, wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung», erklärte Wallerius. Verhalte sich jemand aus abergläubischer Angst vor Freitag, dem 13., an diesem Tag übervorsichtig, sei die Wahrscheinlichkeit, dass ihm tatsächlich etwas zustoße, gleich größer.
Dem Wechselspiel zwischen Angst und Neugierde ist es dem Psychologen zu Folge zuzuschreiben, dass die Konstellation Freitag und 13 von fast allen Menschen zumindest registriert, wenn nicht gar gefürchtet wird.
Dieser Mechanismus reiche zurück bis in die Anfänge der Kulturen und sei eng verbunden mit der Religionsgeschichte, sagte Wallerius.
So werde der Freitag von den Menschen auch deswegen gefürchtet, weil es sich dabei um den Todestag Jesu handele.
Die Zahl 13 dagegen stehe einfach dem menschlichen Harmonie-Empfinden entgegen. (dpa)