Manegarm schrieb:
Immer mehr verstehen den Steuerbeschiss in Deutschland weil auch bei Youtube viel professionelle Aufklärung betrieben wird.
VIEL Aufklärung? Es gibt gute Inhalte, klar. Im Mittel aber: Absolut nein.
Gerade YouTube und Co. werden vom Engagement/Algorithmus beherrscht. Das merkte man spätestens ca. Corona. Als plötzlich diverse Finanzkanäle auf Politik, Clickbait und "Ich hau jetzt einen raus" machten. Weil sie gemerkt hatten, dass sie damit ein Vielfaches der Aufrufe und Abos bekamen. Der Markt regelte das.
Immerhin war es hier noch am logischsten: Denn es passt zu Finanzkanälen, dass dahinter Menschen stehen, die ihre Einnahmen optimieren. Einige dieser Menschen lebten schon seit Jahren nicht mehr in Deutschland. Und konnten sich das wortwörtlich "leisten", mal richtig zu empören.
RealMax123 schrieb:
Oder anders betrachtet für alle vier grossen Sozialversicherungen insgesamt 1.218€ nebst 270,04€ Steuern und 1.912,56€ für den Arbeitnehmer selbst.
POV: Wenn du trotz aller Warnungen seit Jahrzehnten den menschengemachten Demografiewandel verschläfst, bis die Babyboomer-Kipppunkte erreicht sind. Und die Abgaben, Zuschüsse sowie Wartezeiten beim Arzt schneller steigen als die Meeresspiegel. Mit Blick auf manch andere schleichenden Wandel und Transformationen, die noch anstehen: Wer lernt daraus -- und wenn ja, wie viele?
RealMax123 schrieb:
Gäbe es keine Sozialversicherungen, sondern würde nur seine 270,04€ Steuern zahlen könnte man von den dann 3.130,56€ Netto wirklich gut leben und selbst passabel vorsorgen. Und wenn alle Stricke reissen würde man eben auf Grundsicherungsniveau fallen, was aber auch nicht weniger wäre als jetzt.
Wenn es gar keine Versicherungen gibt, muss man natürlich beten, dass man nicht doch mal krank wird. Und das vielleicht sogar früh. Das nennt sich Solidarprinzip: Wenns dicke kommt, fangen andere dich auf. Wenn nicht, hast du vielleicht einfach nur Glück gehabt... Und Grundsicherung gibts erst, wenn das eigene Vermögen aufgebraucht ist -- die private Vorsorge bis auf Schonbeträge also bereits verkonsumiert ist. Grundsicherung ist also keine freie "Garantieleistung" -- sondern ein letztes Mittel, mit dem der Staat einspringt.
Kann man alles machen. Aber der Systemfehler liegt m.E. woanders -- siehe oben. Und da kann sich, finde ich, niemand rausreden mit dem German Classic: "Davon hatten wir nichts gewusst." Das war alles ein Thema, selbst im Schulunterricht. Und bei uns witzelte schon die Oma vor Jahrzehnten: "Ob die Buben noch mal Rente bekommen?"

Aber: Statt sich gegenseitig zu zerfleischen und Sündenböcke zu suchen, wäre Aufarbeitung konstruktiver. Denn wie gesagt: Der demografische Wandel ist nicht die einzige Transformation, die noch ansteht... und sich bequem relativieren, verwalten oder verschlafen lässt -- bis eines Tages die Rechnung dafür vorliegt.
Vorsorge ist immer teuer, klar. Sie verlangt im Hier und Heute Mühe und Gelder, die mitunter erst in Jahren bis Jahrzehnten Früchte tragen. Was auch für die Politik schwer vermittelbar ist. Aber Nachsorge tut halt richtig weh.