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Gewalt und Games - Pro und Contra

  • Ersteller Ersteller Bunkerhorst
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B

Bunkerhorst

Gast
Tach alle zusammen.

Ich muss für die Uni ein Essay schreiben. Thema ist uns überlassen. Ich dachte da an die Frage, ob Computerspiele gewalttätig machen oder nicht. Nun sollen wir unsere Meinung mit halbwegs belegbaren Argumenten quasi beweisen. Nun wollte ich euch fragen, was eurer Meinung nach für oder gegen die These spricht. Im Netz liest man ja vieles über ach so tolles Studien, die andauernd "beweisen", dass Games dies oder jenes anrichten.
Also lasst die Agrumente purzeln.

Grüße,

Bunkerhorst
 
Ich weiß ja nicht wie lang das Paper werden soll, aber wenn du das fundiert machen willst, kommt da so einiges bei raus. Und wenn du dich auf Studien berufen willst, solltest du einige Grundlagen in der Statistik von Erhebungen und Umfragen haben, weil sosnt fällst du auf viele Studien rein.
Also ich würd mir nochmal das Thema überlegen, weil das kann man nicht mal eben wissenschaftlich aufarbeiten.
 
Ich weiß. Aber das ganze hat doch eher Schulniveau. Von daher muss es nicht überwissenschaftlich sein.
 
Suche dir für den Anfang mal ein paar Beispiele von Ländern heraus, die den Jugendschutz bei Computerspielen nicht so eng sehen. Als Beispiel nenne ich mal Österreich: seit einigen Jahren gibt es dank PEDI zwar Altersempfehlungen auf den Verpackungen von Spielen, kaufen kann ein Produkt aber dennoch jeder Jugendliche, weil es sich um freiwillige Empfehlungen, vornehmlich für die Eltern, handelt.

Meine Frage ist nun, ob durch freier zugängliche Gewaltspiele die Gewalt an Schulen hier in Österreich höher ist als bei euch in Deutschland? Abhängig davon, wie das Schulsystem des jeweiligen Landes ist, kannst du dich bei den diversen Behörden über solche Statistiken erkunden und dir daraus eine eigene Meinung bilden.

Ich möchte das mal einfach so unbewertet stehen lassen.



Meine persönliche Meinung ist, dass es gar nicht mal gewalttätige Computerspiele sind, die an dem Problem überhaupt Schuld tragen. Vielmehr sehe ich das als generelles Problem der Gesellschaft sowie der Politik, denn die Summe der Fernseh- und Computerstunden hat im letzten Jahrzehnt stark zugenommen. Wir erleben meiner Meinung nach gerade die erste Generation von Erwachsenen, die in ihrer Kindheit zuviele neue Technologien (fast jeder Haushalt hat Kabel oder Sat, Spielekonsolen, PC, Internet, Mobiltelefon, SMS) aber zu wenig Aufsicht hatten. Ein Kind erzieht sich eben nicht von sich selbst in vielen Stunden vor irgendeinem Monitor. All das führt letztlich dazu, dass die soziale Entwicklung nicht mehr so gut voranschreitet, wie dies in den Jahren/Jahrzehnten davor war. Gewalt, wie sie seit einigen Jahren immer wieder auf Computerspiele zurückgeführt wird, ist dabei nur eine Folge des ganzen Systems.

Zwar kann man gewaltverherrlichende Computerspiele in diesen Prozess einbeziehen, aber in Wirklichkeit sind diese nur ein kleines Zahnrad in einem großen System.
 
Belegbare Argumente gibt es nicht und die meisten Studien belegen das, was die Aftraggeber sehen wollen ! ( sehe manche suggestive Fragestellung )

Ich Spiele zur Entspannung - was soll mich da gewalttätig machen ?
Bin allerdings durchaus für die Altersfreigaben, da mit sicherheit nicht alles für Kinder geeignet ist - das betrifft aber auch einige Bücher, Filme usw...

Gewalttätig bzw. Aggressiv machen ganz andere Sachen - und diese spielen sich im RL ab.
 
Hallo zusammen,

also das ist schlicht und einfach total Easy! Denn es gibt keine Studien noch sonstige Wissenschaftliche Belege, die dafür Sprechen, daß das Zocken sich negativ auf Spieler auswirkt. Jedenfalls nicht hinsichtlich von Amokläufen etc..

Vielmehr gibt es Studien, die eben genau belegen, daß ein solcher Zusammenhang nicht hergestellt werden kann.
Einfach mal ne Suchmaschine nutzen.

So long.....
 
ich bin selber passionierter spieler und längst volljährig... ich habe auch nichts dagegen wenn es mal derber zugeht... gta ohne gewalt wäre kein gta...
studien interessieren mich auch nicht sonderlich, denn wie robo schon sagte ist der auftraggeber zumeist der nutznießer solcher...
nichtsdestotrotz habe ich von einer einschätzung/studie* bezüglich realistischer kriegsspiele gehört die nachdenklich macht. solche spiele werden bekanntlich vom militär genutzt um soldaten zu 'trainieren'... nun dürfte eigentlich jedem klar sein, dass ein videospiel nicht außeordentlich geeignet ist um wirklich zu trainieren, zumindest im vergleich mit feldübungen. was aber durchaus ein vorteil von spielen ist, ist die möglichkeit zu (realitätsnah) zu töten; das nur vorweg. in der untersuchung wurden einer guppe von soldaten mitschnitte von kiegshandlung vorgespielt, die andere durfte selbst hand anlegen... ob der vergleich sinnvoll gewählt ist sei mal dahingestellt, aber die probanden beider gruppen wurden auf hirnaktivitäten in dem bereich untersucht der für mitleid zuständig ist. der unterschied war dabei wohl nicht gravierend aber vorhanden und messbar.
wenn man sich versucht in einen soldaten hineinzuversetzen der in einer (ernsten) kampfhandlung steckt, kann ich mir schon eine parallele zu (shooter-)spielen vorstellen, bezüglich adrenalinausstoß und aufregung... natürlich ist es nicht das gleiche, aber ich glaube, dass menschen die virtuell trainieren in solchen stresssituationen geübter und vor allem automatischer handeln... folglich aber auch weniger nachdenken.
letztendlich glaube ich schon, dass "gewaltspiele" seitens der comunity nicht kritisch genug betrachtet werden, vor allem in hinblick auf labile persönlichkeiten und (vor allem) kinder.


*nagelt mich nicht darauf fest, ein freund (dessen einschätzungsfähigkeit ich vertraue) hat den artikel gelesen (ich glaube in der 'taz').
 
Danke euch erstmal! Nun ich bin ja grundsätzlich auch der Meinung, dass Games nicht grundsätzlich zu einer höheren Gewaltbereitschaft führen. Allerdings gibt es natürlich Menschen, die von Haus aus psychisch labil sind und Realität mit Fiktion verwechseln. Jedoch ist es viel zu leicht, bei jedem Attentat gleich davon zu reden, dass allein die Games dran schuld sind. Die Sache mit den Militärsimulationen finde ich sehr interessant. Aber auf die Allgemeinheit lassen sich solche "Experimente" sicherlich nicht übertragen.
 
ich denke schon, dass sich das auf die allgemeinheit übertragen lässt... unser gehirn ist auch programierbar... dauerhafter einfluß eines bestimmten sachverhaltes verändert die strukturen. klar können wir bewusst zwischen fiktion und wirklichkeit unterscheiden... dennoch glaube ich, messen wir uns an zu viel einfluß über unser bewusstsein zu haben.
ein soldat, um nochmal dieses beispiel aufzugreifen, der einer virtuellen dauerballerberieselung ausgesetzt war zögert vielleicht weniger, den abzug zu drücken... auch in einer falschen situation. soldaten sind überdies auch nur menschen ;)
 
Ich glaube auch zum Teil, dass wir aufgrund der noch eingeschränkten Handlungsspielräume der Genres und der Story-Stagnation in diese Schlachtspirale gezogen werden. Ich habe gelesen, in 15 Jahren sollen wir eine 1:1 Fotorealistik in Spielen haben. Wenn die Anbieter dann mit frischen Story-Ideen aufwarten, entscheiden wir sicherlich anders...
Aber zum Dampf rauslassen werden sie sicherlich auch in Zukunft Beat 'em ups und Ballergames konsumiert. Schließlich, und deswegen fordert die Politik ein Verbot, verändern diese Spiele (man glaubt es kaum) unsere Einstellung gegenüber der Realität. Sicher nicht in dem Maße, wo alle Amok laufen. Aber dennoch ist eine nachhaltige Veränderung der Wahrnehmung durch Gewaltspiele (auch wenn es nur auf der hintersten aller Bewusstseinsebenen unseres Gehirns geschieht) existent. Beschäftigt man sich mit schönen Dingen in Spielen, z.B. erschafft eine schöne Kreation in Anno 1404 oder Flower, werden diese Dinge in der realen Welt intensiver wahrgenommen (z.B. Architektur und Flora). Aber unsere Kultur ist eben auch durch Filme wie Scarface geprägt. Diese suggerieren, dass es im Leben nichts schöneres als Autos, leichte Frauen und Waffen gibt. Diese Objekte strahlen auf uns immer eine Begehrlichkeit aus. Wie weit sie ausgelebt wird, tragen Film- und Spielindustrie sowie Politik und zuletzt unsere eigenen Prämissen Rechnung.

das Thema "Zukunft des Gaming" hängt meiner Meinung nach untrennbar mit der Gewaltfrage zusammen!

Nun sind wir an einem Punkt in der Entwicklung von Videospielen angelagt, wo man bereits von Kunst spricht. Entwicklerteams hocken nicht mehr zu dritt in Garagen basteln Baller-Allerlei in Leveleditoren zusammen. Gewalt ist bekanntlich Bestandteil des FPS-Shooter Genres, aber nicht nur. Dort beschleicht mich (FPS-Fan der ersten Stunde) mittlerweile auch ein Gefühl der Sättigung. Das Bildschirmzentrum auf die Gegnergestalt zu richten, diesen schließlich mit einer variablen Anzahl von Vernichtungswaffen mehr oder minder blutig zu Fall zu bringen, das Thema ist einfach irgendwann ausgelutscht wie alter Kaugummi. Kreativität kommt dabei auch an seine Grenzen ... Waffentypen, was soll da noch kommen, was noch nicht dagewesen ist. Nein, ich glaube dass die Videogame-Branche eine zunehmende Bewegung in Richtung (nennen wir es) Virtual Movie machen wird. Die Grenzen zwischen aufwendig produziertem Blockbuster und "Spiel" werden dahingehend verschwimmen, dass schließlich eine Verdrängung der reinen Spielfilm-Kultur erfolgen wird. Der Mangel an Interaktivität wird dabei K.O.-Kriterium! Werfen wir einen Blick auf die aktuellen MediaControl Charts im DVD-Vertrieb/Verleih, sucht man vergebens nach B-Movies aus der Splatterecke. Diese rein auf Gewalt basierenden Streifen können niemals ein ähnlich großes Publikum erreichen wie z.B. aktuelle Topseller ("Twilight", "Benjamin Button", "Australia" etc.).

Die Portation von Emotionen wird schließlich die Wende bei den Videogames mit sich bringen, das ganze wird super spannend und den Gamern ungeahnte Möglichkeiten bieten. Und das Beste: der grundlegende Wandel steht bereits in den Startlöchern. Die E3 hat gezeigt, dass in den nächsten Jahren ein Wandel (vor allem im Erwachsenen-Entertainment) zu erwarten ist, der mit einem einzigen Wort beschreibbar ist: Atemberraubend!

Ein aktuelles Beispiel ist die PS3-Entwicklung "The Last Guardian" von Team Ico. Dieses Spiel erntete den mit Abstand größten Applaus aller ausgestellter Titel der Weltmesse. Die anwesenden Journalisten beschrieben das Erlebnis mit "großer emotionaler Berührtheit" und "Gänseheit-Erfahrung". Grund dafür war eine digital erschaffene Kreatur, die man "sofort ins Herz schließt". Aber schaut selbst:

http://www.youtube.com/watch?v=T4E0e-ZCn14&feature=fvst

Diese Titel werden zunehmend Erfolge ähnlich GTA IV feiern. Und GTA wurde vorrangig wegen der authentisch wirkenden Human-Interaktionen und seiner täuschend echten Umgebung mit großer spielerischer Freiheit gefeiert, nicht wegen seiner (sicherlich vorhandenen) Gewaltdarstellungen. Das ist auch voll OK - Gewalt als Option und Element gescheiterter (Videospiel-)Charaktere. Aber als Dreh- und Angelpunkt wie wir es in aktuell in Prototype erleben? Diese Games werden eine Randgestalt darstellen, die sicher auch Ihre Berechtigung haben wird, das ist klar. Erfolgreiche Titel werden das Thema auch aufgreifen aber eleganter verpacken. Wie im Noir-Thriller "Heavy Rain" von Quantic Dream. Dieses Spiel wird sicherlich seine Freunde dunkler Handlungen finden, auch ein echter Vorreiter der "Virtual Movie"-Gattung.

Die Darstellung von Kriminalität - nervenaufreibend, spannend! Aber Schrotsalven-durchsiebte-Leichen gepflasterte "Schlauchlevels"? Neein, das glaube ich ganz und gar nicht, dass das laufen wird... von daher zeigt die bevorstehende Gaming-Zukunft ein ganz klares Contra Gewalt auf. Die Menschen werden dies auch wollen.
 
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