Griechen wehren sich gegen Einsparungen

Als ob es in Deutschland rosiger aussehen würde. In diesem Jahr haben wir Rekordschulden aufgenommen!

Nein, die aktuellen Probleme haben gezeigt das es ein Fehler war die Finanzhocheit nicht nach Brüssel zu übergeben. Die Eurostaaten haben mit dem Euro noch mehr Schulden gemacht, als zuvor und auf die Stabilitätskriterien wurde geschi**en.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich kann damit Leben wenn ein EU Staat einem anderen Eu Staat unter die arme greift um ihm zu Helfen.

Was mich stört ist das man, darüber spricht das Deutschland Geld gibt ,aber was passiert danach ist doch viel Interessanter.


Was wird gemacht das es nicht in ein Paar Jahren wieder so ist



Ich habe das Gefühl das alle in Europa Schulden machen, auch wir, das kann doch auf lange Sicht nicht gut gehen.

Was sind die Strategien um das zu bekämpfen

Arbeitsplätze schaffen
Sozialleistungen kürzen
anderes Wirtschaftssystem

keine Ahnung :confused_alt:


Ist unsere Soziale Marktwirtschaft in einer Globalen-Welt noch Konkurrenzfähig ? Will die Wirtschaft sich an den allgemeinen Kosten auch Beteiligen.
Ich finde das sie sich dieser Verantwortung immer mehr entziehen wollen, und diese Kosten unter dem Deckmantel der Globalen Konkurrenz, wieder dem Staat und der Gesellschaft aufdrücken wollen.

aber in Krisenzeiten kommen sie dann wieder an-gekrochen und wollen Staatshilfen. Und eine starke Rechtssicherheit.

Und diese Personen die so Handel wo leben die den ???

Die meisten Leben hier mit ihren Familien, und genießen die Vorteile und Infrastruktur dieser Industrieländer.

Hab noch nicht gehört das so ein SAP Manager in Indien lebt mit seiner Familie

Hmm und warum nicht

Weil das ein Leben im Hochsicherheitstrakt ist, Wohnen hinter Mauern, bewegen nur in Gepanzerten Fahrzeugen, schlechte Infrastruktur usw
 
Andy schrieb:
Zumal da nix erwirtschaftet wird, sondern Deutschland nimmt im Endeffekt einen Kredit auf und gibt den an Griechenland weiter. Sofern die Griechen den Haushalt in den Griff bekommen und die Kredite zurückgezahlt werden, verdienen wir sogar noch recht ordentlich.

Ja, genau! Wir machen bestimmt mit Griechenland irgendwann nen total dollen Zinsgewinn, ne!

Wenn eine Familie 30k Schulden hat, pack ich nicht noch 2k rauf, in der Hoffnung, sie können es irgendwann zurückzahlen. Offensichtlich scheint die Familie auch nicht bereit zu sein, den Lebensstandard etwas anzupassen. Eigentlich ein Fall für Peter Zwegat aber der kann garnicht soviel rauchen, wie er müsste.

@stefan_sch
Die Logik musst Du mir erklären.
Ich schiesse 20Mrd. hinterher aus Angst, meine Forderungen die ich sowieso nicht wiederbekomme, platzen. Der einzige Vorteil liegt also darin, den Verlust "jetzt" noch nicht realisieren zu müssen, sondern später...irgendwann mal, nur dass es dann keine 300Mrd. sondern XYZ Mrd. sind.

Der Euro würde eine griechische Pleite schon verkraften, da mache ich mir keine Sorgen.

MFG
 
e-ding schrieb:
@stefan_sch
Die Logik musst Du mir erklären.

Dafür bin ich da, Baby!

e-ding schrieb:
Ich schiesse 20Mrd. hinterher aus Angst, meine Forderungen die ich sowieso nicht wiederbekomme, platzen.

Falsch, ich schieße 20 Mrd. hinterher, um die Zinsspekulationen gegen Griechenland zu unterbinden und den griechen Zeit zu verschaffen. Griechenland muss mittlerweile Wucherzinsen zahlen und das belastet das fragile Land zusätzlich.

Griechenland ist nicht pleite und arbeitslos. Griechenland erwirtschaftet ein BIP. Es geht darum Griechenland Luft zu verschaffen damit die Zinsen sinken, die Regierung notwendige Einsparungen vornehmen kann damit das Defizit zurückgeführt wird.

e-ding schrieb:
Der einzige Vorteil liegt also darin, den Verlust "jetzt" noch nicht realisieren zu müssen, sondern später...irgendwann mal, nur dass es dann keine 300Mrd. sondern XYZ Mrd. sind.

Wie kommst du darauf das man einen Verlust früher oder später realisieren wird? Bisher konnte Griechenland seine Schulden bezahlen, wie die Bundesrepublik auch. Griechenland ist nicht plötzlich insolvent, sie haben bisher nur mehr ausgegeben, als sie eingenommen haben.

Wenn dir dein Nachbar Geld schuldet, dann versuchst du das Geld in Raten zurückzubekommen und nicht deinen Nachbarn in den finanziellen Ruin zu treiben, indem du ihm seine Wohnung kündigst und ihm sein Auto für die Arbeit wegnimmst. Dann siehst du dein Geld nämlich garantiert nicht wieder.

Die Hilfen für Griechenland sind gering. Ein Risiko ist vorhanden, aber angesichts der Folgen sind alle Regierungen in der EU bereit die Bürgschaften diesmal zu gewähren. Und das ist ein logischer und richtiger Schritt, weshalb unsere Politiker, die von Experten beraten werden, ihn auch gehen.
 
Stefan_Sch schrieb:
Wie kommst du darauf das man einen Verlust früher oder später realisieren wird? Bisher konnte Griechenland seine Schulden bezahlen, wie die Bundesrepublik auch.
Das ist falsch.

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Ich hab jetzt schon von mehreren Leuten gehört, dass man darüber nachdenkt, in Anleihe für Griechenland zu investieren, weil das ja verdammt gute Zinsen wären und die EU in jedem Fall einspringen würde. Ich kann nur jedem davon abraten! Auch wenn Griechenland jetzt unter dem Banner der Währungsunion scheinbar ständig gerettet wird, ist eine Staatspleite sehr realistisch. Es gibt zwei Optionen, wenn die Linksregierung ihre Schulden nicht in den Griff kriegt:

1. Ausschluss aus der Währungsunion, denn mit einem Beitrag von 3% zum gesamten EU-Bruttoinlandsprodukt ist das kein Kandidat, denn wir jetzt unbedingt brauchen - anders als Spanien oder Italien z.B. Vorteil: Klares Signal an alle Regierungschefs, die meinen, die EU sei jetzt die große Chance auf verschuldeten Wohlstand.
2. Vornehmlich Deutschland wird Griechenland weiterhin abseits der Finanzmärkte Devisen zahlen und höhere Schulden erlauben. Vorteil: Die EU hält zusammen und verhindert eine Gefährdung des Euros.

Schäuble selbst hat immer gesagt, dass im schlimmsten Fall ein Ausschluss aus der WU infrage käme, aber ich bin mir nicht sicher, ob das jetzt bloß Polemik war oder ernst gemeint. Bei den Banken wäre es ja auch langfristig besser, wenn wir nicht eingegriffen hätten und der Markt sich auf diese Weise bereinigt hätte + und die Branche sich zumindest für 10 Jahre etwas defensiver verhalten hätte.
 
die banken nicht zu retten. also ich weiss ja nicht, aber die banken mussten gerettet werden, weil es auch andere bereiche noch viel härter getroffen hätte und die folgen genauso gravierend gewesen wären wie zur zeit der 1920er Jahre. die schweiz war unter anderem gezwungen, die ubs zu retten, weil ansonsten die bank aufgrund ihrer grösse die gesamte volkswirtschaft in den keller gezogen hätte und dies weit gravierendere folgen gehabt hätte, als die rettung. ich bin da eher der ansicht, dass mit den rettungen auch arbeitsplätze gerettet wurden und die wirtschaft nicht so stark getroffen wurde wie vor 80 jahren. und bei dem schuldendefizit, das deutschland hat, liegt es wohl kaum drin, dass noch mehr leute auf der strasse landen.

ooh, so nebenbei, der ubs und credit suisse werden auflagen gestellt um die wahrscheinlichkeit eines konkurses zu vermindern, da sie halt "too big too fail" sind. also so ganz ohne lehren sind wir aus der zeit nicht gegangen, auch wenn die forscher sein dürften. z.b., dass die banken sich für die rettung revanchieren, wie es bereits in frankreich und grossbritannien diskutiert wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun, vielleicht hast du ja die Grafik übersehen, die meinen halben Post ausfüllt. Staatspleite ist nichts anderes, als das man seine Schulden nicht zurückzahlen kann oder nicht zurückzahlen will. Und das passiert häufiger als man glaubt.
 
Stefan_Sch schrieb:
Dafür bin ich da, Baby!

Na dann ist ja alles gut Schnuggi. :D


Stefan_Sch schrieb:
Falsch, ich schieße 20 Mrd. hinterher, um die Zinsspekulationen gegen Griechenland zu unterbinden und den griechen Zeit zu verschaffen.
Das ist mir schon klar. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass die Zinsen, zumindest auf ein erträgliches Niveau, fallen werden. Es ist ebenso denkbar, dass die Spekulationen den Zinssatz weiter nach oben treiben, da ja die Papiere durch die EU nun "gesichert"sind. Die Spekulanten wissen zwei Dinge: 1. Griechenland braucht Geld und das macht es teuer. 2. Die EU hat Griechenland nicht fallen lassen und das macht es "relativ sicher".

Stefan_Sch schrieb:
Wie kommst du darauf das man einen Verlust früher oder später realisieren wird? Bisher konnte Griechenland seine Schulden bezahlen, wie die Bundesrepublik auch. Griechenland ist nicht plötzlich insolvent, sie haben bisher nur mehr ausgegeben, als sie eingenommen haben.

Schulden wurden nicht mehr getilgt sondern lediglich die Zinsen. Solange das BIP das gesamte Verhältnis deckt, ist das ja relativ entspannt. Das war in Griechenland offensichtlich nicht mehr der Fall. Ein MIßverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben geht nunmal, abhängig vom BIP, nur eine bestimmte Zeit gut. Entweder senke ich Ausgaben oder ich erhöhe die Einnahmen. Der Verlust ist genau dann zu realisieren, wenn es keine Möglichkeiten der Refinanzierung gibt. Eine Zwischenfinanzierung bzw. Bürgschaft, wie jetzt geschehen, verschiebt das Problem lediglich, da die Griechen offensichtlich nur halbherzig bereit sind, Ausgaben zu senken.

Stefan_Sch schrieb:
Wenn dir dein Nachbar Geld schuldet, dann versuchst du das Geld in Raten zurückzubekommen und nicht deinen Nachbarn in den finanziellen Ruin zu treiben, indem du ihm seine Wohnung kündigst und ihm sein Auto für die Arbeit wegnimmst. Dann siehst du dein Geld nämlich garantiert nicht wieder.

Richtig aber ich schieße nicht noch Geld hinterher, wenn er nicht bereit ist, auf den Zweitwagen zu verzichten.

Stefan_Sch schrieb:
Die Hilfen für Griechenland sind gering. Ein Risiko ist vorhanden, aber angesichts der Folgen sind alle Regierungen in der EU bereit die Bürgschaften diesmal zu gewähren. Und das ist ein logischer und richtiger Schritt, weshalb unsere Politiker, die von Experten beraten werden, ihn auch gehen.

Was genau wäre die Folge, Griechenland in eine kontrollierte Insolvenz gehen zu lassen bzw. aus der Währungsgemeinschaft auszuschließen? Ein Signal an andere Kandidaten, wie Odium schon schrieb. Sicherlich leidet der Euro etwas, aber nicht elementar. Die Geldgeber müssten Verluste jetzt realisieren (ich glaube hier liegt die Ursache für die Hilfszusage).
Ich frage mich welchen Anreiz jetzt andere Wackelstaaten haben, aktiv zu agieren. Deutschl...äähh...die "Währungsgemeinschaft" hilft ja.

MFG
 
Stefan_Sch schrieb:
Als ob es in Deutschland rosiger aussehen würde.

Ja. Denn Deutschland hat eine extrem wertvolle Infrastruktur und eine große industrielle Leistungsfähigkeit.

Da kommen nicht mal Frankreich und Großbritannien in Reichweite, von Staaten wie Italien und Spanien ganz zu schweigen. Und Griechenland etc. ist nicht mal erwähnenswert.

Das ist übrigens auch der Grund, weswegen die USA (und auch Japan) nicht pleite sind, obwohl sie deutlich mehr Schulden haben - da steht einfach eine ganz andere Wirtschaftsleistung dahinter.


In diesem Jahr haben wir Rekordschulden aufgenommen!

Kein Staat stand dieses Jahr besser da als vorher. Im Gegensatz zu vielen vielen vielen anderen Staaten ist Deutschland aber noch halbwegs gut durch das Jahr gekommen. Natürlich darf es nicht unser Ziel sein, uns mit Ländern wie Italien oder noch tiefer zu vergleichen, aber es wird wieder typisch alles schlecht geredet. Natürlich hauptsächlich von den Leuten, die keine tiefergehende Ahnung vom entsprechenden Thema haben.
Ergänzung ()

e-ding schrieb:
Was genau wäre die Folge, Griechenland in eine kontrollierte Insolvenz gehen zu lassen bzw. aus der Währungsgemeinschaft auszuschließen?


Unter anderem
- finanzielle Verluste für deutsche Firmen und Personen, welche aus Griechenland noch Geld zu bekommen haben
- Anarchie in Griechenland. Man sieht ja derzeit schon, wie die Leute dort ticken. Zu faul um ihr 3. Weltland auf Kurs zu bringen, aber Steinewerfen und so ist problemlos machbar.
- Ansehensverlust für Europa, die EU, den Euro, die NATO und alles, was Griechenland sonst noch so mitmacht



Allerdings denke ich, dass es ohne Staatsbankrott nicht gehen kann. Die Systeme in Griechenland sind zu festgefahren, da ist alles verloren. Draufhauen und neumachen wäre der schnellere, einfachere und - für den Rest der Welt - günstigere Weg.
 
Odium schrieb:
Nun, vielleicht hast du ja die Grafik übersehen, die meinen halben Post ausfüllt. Staatspleite ist nichts anderes, als das man seine Schulden nicht zurückzahlen kann oder nicht zurückzahlen will. Und das passiert häufiger als man glaubt.

Ich habe die von dir verlinkte Grafik sehr wohl zur Kenntnis genommen. Tatsache ist aber, sie gibt keine Informationen preis, die mir nicht schon längst bekannt wären.

Natürlich hat es Staatspleiten immer schon gegeben, selbst Deutschland hat mehrere hinter sich. Ich erinnere auch an Argentinien in unserer Zeit.

Eine Staatspleite klingt spektakulär, tatsächlich ist sie halb so wild. Das Land zahlt auch nach einer Staatspleite seine Schulden ab, siehe Argentinien. Der Staatsbankrott ist lediglich die förmliche Erklärung einer Regierung, fällige Forderungen nicht mehr oder nur noch teilweise erfüllen zu können, oder die faktische Einstellung fälliger Zahlungen.

Das sagt noch nichts darüber aus, ob die eigentlichen Schulden beglichen werden können und in Bezug auf Griechenland ist es auch ohne Aussagekraft.

e-ding schrieb:
Das ist mir schon klar. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass die Zinsen, zumindest auf ein erträgliches Niveau, fallen werden. Es ist ebenso denkbar, dass die Spekulationen den Zinssatz weiter nach oben treiben, da ja die Papiere durch die EU nun "gesichert"sind. Die Spekulanten wissen zwei Dinge: 1. Griechenland braucht Geld und das macht es teuer. 2. Die EU hat Griechenland nicht fallen lassen und das macht es "relativ sicher".

Richtig, aber die Verzinsung läuft nun direkt über die EU. Die Spekulanten haben auf diese Bürgschaften keinen direkten Einfluss. Gefährlich ist natürlich das Signal, dass Griechenland geholfen wird. Die Banken könnten das ausnutzen, um die Kreditwürdigkeit von Staaten herauf zu setzen, die eigentlich keine weiteren Kredite aufnehmen dürften.

e-ding schrieb:
Schulden wurden nicht mehr getilgt sondern lediglich die Zinsen. Solange das BIP das gesamte Verhältnis deckt, ist das ja relativ entspannt. Das war in Griechenland offensichtlich nicht mehr der Fall.

Ob Schulden oder nur Zinsen getilgt werden, hängt davon ab was ein Staat macht. Wir tilgen Schulden schon lange nicht mehr, wir tilgen noch nicht einmal die Zinsen. Wir machen sogar noch mehr Schulden.

e-ding schrieb:
Eine Zwischenfinanzierung bzw. Bürgschaft, wie jetzt geschehen, verschiebt das Problem lediglich, da die Griechen offensichtlich nur halbherzig bereit sind, Ausgaben zu senken.

Falls Griechenland nicht die notwendigen Sparmaßnahmen umsetzt, wurde das Problem tatsächlich nur verschoben. Wir werden sehen ob das der Fall sein wird.

e-ding schrieb:
Richtig aber ich schieße nicht noch Geld hinterher, wenn er nicht bereit ist, auf den Zweitwagen zu verzichten.

Das ist nun eine böse Unterstellung. Die griechische Regierung hat einen strikten Sparplan vorgelegt und bereits Kürzungen vorgenommen. Die meisten Griechen haben das auch akzeptiert, einige streiken natürlich.

e-ding schrieb:
Was genau wäre die Folge, Griechenland in eine kontrollierte Insolvenz gehen zu lassen bzw. aus der Währungsgemeinschaft auszuschließen? Ein Signal an andere Kandidaten, wie Odium schon schrieb. Sicherlich leidet der Euro etwas, aber nicht elementar. Die Geldgeber müssten Verluste jetzt realisieren (ich glaube hier liegt die Ursache für die Hilfszusage).
Ich frage mich welchen Anreiz jetzt andere Wackelstaaten haben, aktiv zu agieren. Deutschl...äähh...die "Währungsgemeinschaft" hilft ja.

Man kann Griechenland nicht einfach aus der Währungsunion ausschließen. Dem müssten alle Mitglieder zustimmen. Ausgeschlossen werden kann ein Land aus der Eurozone nur, wenn es "freiwillig" geht. Das Signal für den Euro wäre aber sehr negativ, der Euro wäre plötzlich eine Weichwährung. Langfristig bestünde die Möglichkeit, dass die Eurozone auseinanderbrechen würde. Wegen des wachsenden Vertrauenverlusts wäre es für die PIGS Staaten zunehmend schwierig und teuer, Geld auszuleihen, was ihre Budgetkrise noch verschärfen würde. Und das würde vermutlich zum baldigen Austritt der anderen ehemaligen "Weichwährungsländer" neben Griechenland führen.

Sollte Griechenland die Drachme wieder einführen, käme es vermutlich sofort zu einer starken Abwertung der neuen Währung. Die Auslandsschulden, die ja weiterhin in Euro notiert sind, würden dramatisch steigen. Zu erwarten wären zudem hohe Zinsen für die neuen Staatsanleihen, um verunsicherte Investoren zu locken. Kurz: Der Staatsbankrott wäre kaum zu vermeiden. Das wäre dann ein Totalverlust für alle Gläubiger.

Ganz zu schweigen von der Tatsache das unser Export einbrechen würde. Wir exportieren über 2/3 aller Waren in die Eurozone, es sind sehr wichtige Absatzmärkte für unsere Produkte.

Nein, wir müssen einen anderen Weg finden. Leider hat man viel zu spät reagiert, weil man die Finanzhochheit den Mitgliedsstaaten überlassen hat. Die haben das schamlos ausgenutzt und in den letzten 10 Jahren Schulden bis zum Umfallen gemacht. Die Stabilitätskriterien sind gescheitert, jetzt heißt es neue Regeln zu verabschieden. Die EU muss die Macht erhalten außer Kontrolle geratene Haushalte zu übernehmen und auf die harte Tour zu sanieren.

Sonst haben wir ein Problem!
 
Stefan_Sch schrieb:
Die EU muss die Macht erhalten außer Kontrolle geratene Haushalte zu übernehmen und auf die harte Tour zu sanieren.

Wird spannend zu beobachten sein wie sie das machen wollen, jetzt wo immer mehr Menschen in Griechenland erkennen das die "Sparmaßnahmen" direkt ihre finanziellen Existenzen bedrohen.
Und wer von oben herab den Griechen Verzicht auf den eigenen "Lebensstandard" , der ja lt. Propaganda ach so hoch ist, predigt sollte sich fragen wie er/sie auf massive Lohnkürzungen, Rentenkürzungen und dergleichen reagieren würde.
In Griechenland wird getestet wie viel sich ein Volk gefallen lässt - von daher auf die Barrikaden mit den Griechen!
 
smacked2 schrieb:
Wird spannend zu beobachten sein wie sie das machen wollen, jetzt wo immer mehr Menschen in Griechenland erkennen das die "Sparmaßnahmen" direkt ihre finanziellen Existenzen bedrohen.

Ja und was wäre die Alternative? Warum hat Griechenland denn so riesen Finanzprobleme?

Liegt es vielleicht daran, dass die Steuerhinterziehung in absoluten Zahlen genau so hoch ist wie in Deutschland (ca. 35Mrd)? Die Deutschen dafür aber zusätzlich auch noch 700 Mrd Euro an Steuern abführen?

Oder liegt es daran, dass in Griechenland diese typische südländische Mentalität herrscht? Nach dem Motto "heute nicht, heut scheint die Sonne, vielleicht übermorgen"? Ich muss zugeben, ich war bisher immer nur geschäftlich in Griechenland. Aber die Einblicke haben mir dann doch gereicht, vor allem wenn man sich auch mal die Zahlungsmoral der Griechen anschaut - egal ob gegenüber anderen Staaten oder Firmen.

Es könnte aber auch an dem unglaublich großen Beamtenapprat liegen. Oder dem niedrigen (Früh)-Rentenalter. Oder den hohen Rentensummen.


Und wer von oben herab den Griechen Verzicht auf den eigenen "Lebensstandard" , der ja lt. Propaganda ach so hoch ist

Propaganda? Was stimmt denn am Lebensstandard in Griechenland nicht?

Hat in Griechenland nicht auch fast jeder ein eigenes Auto? Ein Häuschen? Genug Nahrung und davon auch eine große Auswahl? Fließend Wasser und Strom? Zugang zu sauberem Trinkwasser? Eine funktionierende Staatsgewalt, ohne Bürgerkriege und Kriminalitätsraten jenseits von gut und böse? Gibt es in Griechenland etwa Krankheiten en masse? Eine AIDS-Rate von 25% oder vielleicht nur einen Arzt pro 250.000 Menschen? Besteht für Griechen etwa der einzige Urlaub in ihrem Leben darin, in ein Flüchtlingslager in einem anderen Staat abgeschoben zu werden?

Denk mal über deinen, den Lebensstandard der Griechen und den Lebensstandard der meisten anderen Menschen auf diesem Planeten nach. Und dann auch noch von Propaganda sprechen. Also ich sehe hier nur einen, der verblendet ist, und der hat als Avatar einen Vermummten.


predigt sollte sich fragen wie er/sie auf massive Lohnkürzungen, Rentenkürzungen und dergleichen reagieren würde.

Kein Problem. Wenn sie nicht wollen, gibt es halt einen Staatsbankrott. Danach geht es ihnen sicher viel besser.

Gleichzeitig muss man auch bedenken, dass der griechische Staat und seine Bewohner lange Zeit stark über ihren Verhältnissen gelebt haben. Jetzt muss man das eben zurückschrauben, unter'm Strich gleicht es sich dann auf ein realistisches Maß aus.


In Griechenland wird getestet wie viel sich ein Volk gefallen lässt - von daher auf die Barrikaden mit den Griechen!

Aber ganz genau das ist doch das Problem. Dieses dumme und unsinnige andauernde herumdemonstrieren ist doch einer der Gründe für die aktuellen Probleme. Und was soll dieses "auf die Barrikaden" denn nun bringen?

Leute wie du, und ja, da reduziere ich dich mal auf deine Aussagen und deinen Avatar, reden immer ganz schnell von auf die Barrikaden gehen und so weiter. Aber konstruktive Vorschläge gibt's nicht. Wie auch, die ganzen Zusammenhänge sind doch viel zu komplex für Steinewerfer.
 
Ich ignoriere mal die persönlichen Angriffe (informier dich doch erstmal wer auf meinem Avatar zu sehen ist bevor du mich deswegen angreifst) aber entgegen der veröffentlichten Meinung gibt es durchaus Alternativen zu dem Kurs sich ständig dem Diktat des Großkapitals auf Kosten der kleinen Menschen zu beugen.
Es wäre schlimm wenn alles so alternativlos wäre wie es von den Neoliberalen dargestellt wird ...

Alternativen liegen in einer stärkeren Besteuerung der Krisenverursacher im In- und Ausland sowie langfristig in einem alternativen Wirtschaftssystem was sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert....
 
smacked2 schrieb:
(informier dich doch erstmal wer auf meinem Avatar zu sehen ist bevor du mich deswegen angreifst)

Ich bin leider nicht in der Lage, alle Menschen, welche jemals existiert haben, an ihren Augen zu erkennen. Aber das ist sicher nicht der freundliche Mechaniker neben an, der sich maskiert hat, weil er bei kalten Temperaturen eine Fahrradtour machen wollte.

Alternativen liegen in einer stärkeren Besteuerung der Krisenverursacher im In- und Ausland

Griechenland hat nicht die Finanzkrise umgeworfen, sondern das allgemeine Wirtschaften dort. In meinem vorigen Post habe ich das kurz angesprochen.

sowie langfristig in einem alternativen Wirtschaftssystem was sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert....

Oh ja, wie sähe das denn im Detail aus?
 
Vor der EURO einführung hat jedes Land selbst sein Geld ausgegeben, wenn ein Staat übermässig hohe Schulden angehäuft hat, konnte man etwas mehr Geld im Umlauf bringen, das führt zwar zur höheren Inflation, allerdings ist dies zur jetztigen Debatte um die Pleite eines Staates, sehr harmlos. Die DM war früher deswegen auch so Stark und stabil, weil wir dies nicht brauchten.
Die Griechen werden durch diese öffentliche Debatte in der ganzen Welt natürlich an Ansehen verlieren. Die USA hat sogar 2009 noch etwas mehr $ im Umlauf gebracht um den Krieg und die Krise zu finanzieren.

Investoren werden natürlich 2 x prüfen ob sie dort jetzt eine langfristige Investition tätigen, wie z. B. eine Fabrik zu eröffnen etc. , denn die jetztige Hilfe ist ja nur eine Umschuldung und keine Tilgung. Die Umschuldung wird dazu noch teuer erkauft, indem jetzt natürlich die EU alle Finanzplanungen von Griechenland überwacht und bei Bedarf diplomatisch anpasst ^^.

Die Griechen Streiken, weil sie Lohnkürzungen in Kauf nehmen sollen, damit die Politik mehr Geld hat. Das wäre in Deutschland nicht anders oder würdet ihr Lohnkürzungen in Kauf nehmen? Während die Inflation steigt. Der Lebensstandard sinkt daraufhin natürlich doppelt, einerseits wird die Inflation in keinerweise aufgefangen und andererseits sollen sie noch mit weniger Geld auskommen.
 
C3rone schrieb:
Griechenland hat nicht die Finanzkrise umgeworfen, sondern das allgemeine Wirtschaften dort. In meinem vorigen Post habe ich das kurz angesprochen.

Vor der Finanzkrise galt Griechenland noch als einer der EU-Reform-Musterschüler, die Staatsquote war niedriger als die von Deutschland. Die Finanzkrise ist nicht allein verantwortlich für das aktuelle Desaster, aber trägt gewiss einen ganz gewaltigen Anteil.
 
Andy schrieb:
Vor der Finanzkrise galt Griechenland noch als einer der EU-Reform-Musterschüler, die Staatsquote war niedriger als die von Deutschland. Die Finanzkrise ist nicht allein verantwortlich für das aktuelle Desaster, aber trägt gewiss einen ganz gewaltigen Anteil.

Das ist mir neu. Sowohl im Studium als auch danach privat und im Beruf war Griechenland bei solchen Sachen immer noch ein Stückchen schlechter dargestellt als Süditalien oder Spanien.

Ob die Allgemeinheit da ein anderes Bild hatte, weiß ich jetzt gar nicht mehr, ist aber auch irrelevant. Die Bilanzfälschungen wurden ja schon kurz nach der Euroeinführung Griechenlands das erste Mal öffentlich, die schlechte Zahlungsmoral und die eher lasche Einstellung gegenüber Arbeit ("Ihr müsst das SOFORT erledigen!" - "Jaaa...also... ähm... jaaaa..... *wochen vergehen*") dürften auch jeder Firma und jeder Privatperson bekannt sein, die mit Griechenland zu tun hat/hatte. Öffentlich wurde das ja vor allem im Energie- und Rüstungssektor.

Die Ausgaben Griechenlands sind ja auch nicht erst durch die Finanzkrise (also ab 2008) stark angestiegen. Die Hauptpunkte - viel zu viele Beamte, viel zu frühes Rentenalter und zu hohe Renten und die niedrige Bereitschaft, Steuern zu zahlen, sind von der Finanzkrise unabhängig.

Diese hat höchstens dazu geführt, dass dieses System nicht länger zu vertuschen war.
 
C3rone schrieb:
Oh ja, wie sähe das denn im Detail aus?

Wie man es etwas besser gestalten kann für die Bevölkerung zeigt das Beispiel Portugal.
Portugals Sparplan ließt sich nicht nur sinnvoller und durchdachter sondern die Einschätzungen sind auch realistischer. Trotzdem zeigt sich EU und die Ratingagenturen ziemlich "unbeeindruckt" davon.

Zum Fall von Griechenland muss man folgendes sehen, bekommt Griechenland Geld und steht es wieder da, werden neue Staatsanleihen mit hohen Zinsen auf dem Markt geworfen. Was man nicht sieht, allein für die neuen Staatsanleihen werden Schulden aufgenommen, die den Effekt des Sparens vollständig auffressen.

Wenn es um starkes Sparen geht und den Gürtel enger schnallen sollte man sich durchaus auch mal Osteuropa anschauen, Lettland ist ein hervorragendes Beispiel. Mit dem total "Sparen" wurde die Wirtschaft erst richtig heruntergerissen.
Während einer Krise, und die Finanz- sowie Wirtschaftskrise ist noch nicht vorbei, auch wenn manch Medien uns dies weiß machen wollen, das große Sparen zu verlangen ist ein falsches Zeichen.
Sicher ist das die Hauhaltsführung verbessert werden muss, dies darf aber nicht auf schnellen Forderungen und üblichen "die Masse muss den Gürtel enger schnallen" Kategorien erfolgen.
Der Ansatz Portugals finde ich löblicher.
 
auch unser Wirtschaftssystem bietet den Individuen Möglichkeiten sich "besser" oder "schlechter" zu verhalten.
Der Staat Griechenland hat sich mit sicherheit sehr fragwürdig verhalten.
 
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