Blutschlumpf schrieb:
Nein, wir töten z.B. den Gegner der eine Gefahr für uns darstellt (generell, nicht zwangsläufig akut), dabei entstehen evtl. Kollateralschäden. Die 1000 die man evtl. dadurch rettet waren lediglich ein Denkansatz für dich.
den denkansatz habe ich schon verstanden, trotzdem weißt du nie was für auswirkungen der tod eines menschen hat, selbst wenn er generell eine Gefahr darstellt. Evtl. ja evtl. nein. Das ist ne ziemlich schwammige sache, die du da anbringst. Vllt kann der tote taliban keine menschen mehr töten, aber seine erzürnte familie, die dann mit Morden oder mit selbstmordanschlägen antworten werden. Wo sind dann bitte die geretteten, die du mit dem Tod des Taliban ja retten wolltest?
Evtl. sollte man einfach mal über seine Schatten springen, das ganze als Krieg deklarieren und die Bundeswehr mit dem Auftrag da hin schicken die Taliban zu vernichten. Oder es ganz sein lassen und aufgeben.
da unten herrscht sehr wohl krieg, ich denke da sind wir uns einig, aber ob es etwas bringt gut ausgerüstetes Militär dort runterzuschicken und gegen eine Guerilla-Armee antreten zu lassen, halte ich für fragwürdig. Vietnam zeigt sehr gut, dass so etwas schwer möglich ist. Davon abgesehen, haben es die Amis, Engländer und Kanadier es auch nicht geschafft, dort für ordnung zu sorgen und ich behaupte diese armeen haben weitaus mehr freiheiten, als die deutschen es je haben werden.
Es gibt da keine Sicheheit die man aufrecht erhalten kann, man kann lediglich versuchen eine zu schaffen was evtl. auch aktives Vorgehen verlangt und nicht nur die Verteidigung wenn man beschossen wird.
das stimmt, eine sicherheit wie hier, gibt es nicht. trotzdem kann man mit Militär eine gewisse sicherheit aufrecht halten. Z.B. ist das Militär vorrangig da, um Wiederaufbau-organisationen zu schützen. Auch die letzten wahlen, haben die deutschen mit abgesichert. Ob man durch aktivs Vorgehen sicherheit schafft, halte ich für fragwürdig. die amis tun das seit jahren in Afghanistan. bis jetzt hab ich keine änderung gesehen. Eher eine verschlechterung des zustandes.
Und wenn er wusste, dass da Zivilisten sind und er trotzdem den Angriff befohlen hat, ändert das was ? Deshalb kann die Entscheidung ja trotzdem in seiner Auffassung korrekt gewesen sein. Wie gesagt, ich weiß nicht genau was da vorgeht oder inwiefern da eine Bedrohung bestand, du weißt es vermutlich auch nicht.
Wenn ich die Leute dahin schicke deren Beruf es ist eine Armee zu führen und die am ehesten abschätzen können ob ein Angriff da Sinn macht oder nicht, dann muss ich drauf vertrauen dass die die beste Entscheidung treffen. Nachher meckern kann jeder Idiot.
ja meckern kann jeder idiot

. Das problem ist, dass der oberst die verantwortung hat(te). Ihm muss die tragweite seiner entscheidnung bewusst sein, ihm muss auch bewusst gewesen sein, dass sich dort zivilisten befinden. Er hat die Warnung, bzw. Ratschläge seiner Berater und die der Piloten nicht beachtet. Er bekleidet nicht das recht hohe Amt, weil er es sein Beruf ist eine Armee zu führen, sondern weil er das Vertrauen genießt die richtigen entscheidungen zu treffen. sollte er die falsche entscheidung getroffen haben, hallte ich das nicht unbedingt für schlimm, denn irren ist menschlich. aus diewersen Berichten (NATO-Bericht, der Bericht des Bundestages, etc.) geht aber hevor, dass er hier nicht korrekt gehandelt hat und man zivili opfer hätte vermeiden können. Klar ich kann nicht irgendwo Soldaten hinschicken und hoffen, dass es keine Zivilien-Opfer gibt, den die Soldaten sind dafür nicht augebilden. Um sowas zu verhindern, hätte man vllt Politzisten hinschicken sollen, die hätten dann wahrscheinlich weniger gebracht. Hier hat der Oberst leider die falsche entscheidnung getroffen und muss deshalb leider seinen Kopf hinhalten. er hätte sich ja mit seinen vorgesetzten beraten können, den auf den Videos der Kampfjets kann man wohl sehen, dass sich der Tanklaster nicht mehr bewegt und auch nicht so schnell weg gewesen wäre. Ob es nun 1 uhr am morgen war, geht mir am arsch vorbei, da kann man, bei solch wichtigen einsätzen auch mal den vorgesetzten aus dem bett klingeln.
Hier maßt du dir schon wieder was an und zwar zu wissen dass es besser gewesen wäre die Leute zu warnen. Evtl. war es einfach notwendig die Leute zu überraschen um nicht die falschen zu warnen.
jo das maße ich mir an. ich meine mal sollte aus der geschichte des westens auch gewisse dinge lernen können. Man kann nicht auf gewalt mit gewalt antworten, ansonsten gäbe es heute vllt kein geeintes deutschland oder man hätte die beiden Weltkrieg vllt vermeiden können.
Wenn ich dem Interview im Spigel glaube, dann wussten die Leute dass da Flieger über Ihnen waren. Ansonsten: siehe ein paar Zeilen höher.
natürlich hört man die Flieger, aber wenn man diese wahr nimmt ist es meistens zu spät, denn zum zeitpunkt, zu dem du die Flieger hörst, sind die Raketen/Bomben bereits ausgeklinkt. Darüber hinaus läufst du ja nicht sofort weg, sobald du einen Kampfjet hörst, suchst erstmal verwirrt ein paar sekunden nach dem Ursprung des geräusches, bevor du realisierst, dass du einen Jet über dir hast.
Ja, Armut rechtfertigt natürlich pauschal Straftaten. Und auf den Äckern im ganzen Land wächst nichts was man essen könnte, nur Sachen die man zu Drogen verarbeiten kann. Ein großer Teil der Bevölkerung unterstützt offenbar die Taliban, solange das so bleibt wird das Land weiter bluten, sei es durch die NATO oder durch die Taliban, wobei die NATO für die meisten das kleinere Übel darstellen dürfte.
nein armut rechtfertig nicht straftaten, dass habe ich auch nicht gesagt. dies war ein Denkansatz von mir an dich, um auch mal die andere seite zu verstehen. Bei solch einem Problem, bzw. diskussion ist es nicht gerade förderlich nur die eine seite zu betrachten, sondern auch die andere. Alles andere ist ein wenig schwarz-weiß denken und das problem was wir in der deutschen politik zur zeit haben
Steht dir ja frei, ich denke durch das Ignorieren (nicht nur in Afg.) sterben und leiden eine Vielzahl mehr Menschen als durch Nebenwirkungen von Interventionen.
Ich halte Leute wie dich deshalb für scheinheilig, Leben bei eigenen Angriffen zu riskieren ist tabu, aber wegschauen und dabei noch viel mehr Opfern zu haben ist ok ?
Damit meine ich nicht nur den kompletten Abzug sondern auch so UN-Einsätze bei denen die Soldaten zugucken wie sich die Leute gegenseitig abschlachten, aber nicht eingreifen weil sie nicht dürfen.
Aber das dürfte zu weit off-topic gehen.
du weißt es nicht und ich weiß es auch nicht, was passieren würde wenn man dort nicht eingegriffen hätte, bzw. was passieren würde, wenn wir da einfach abziehen. und deine aussage, dass du mich für scheinheillig hälst, kannst du ja gerne haben, allerdings disqualifizierst du die damit ein wenig, da solche anschuldigungen bei diskussionen nicht gerade angebracht sind. ich weiß nicht ob du das recht hast, mich zu beurteilen, gleiches tue ich ja auch nicht, bzw. einen Kommentar dazu erspare ich mir!
Darüber hinaus habe ich großen respekt für soldaten, die sich freiwillig für einen auslandseinsatz melden, der nicht gerade ungefählich ist. Aber man sollte als Befehlshaber sich nicht das recht rausnehmen, mutwillig soldatenleben zu riskieren, nur um etwas großeres zu erreichen. Wie ich oben schon gesagt hab: man kann menschenleben nicht mit menschenleben aufwiegen.