"ALG II ist geplant, um kurzfristige Hilfen, um Not und Lebenskrisen zu meistern. Der Staat ist jedoch nicht verantwortlich für den Erhalt des Lebensstandards."
1. so ca. 1987-1989 als die westdeutschen Sozialkassen noch genug Geld hatten (weil es genug Arbeitsstellen gab), waren Frühpensionierungen mit 59 oder 61 zu Lasten der (gut gefüllten) Sozialkassen üblich und oft genommen. (
und der Wirtschafts, und der Sozialminster hatten da nichts dagegen!) 3-6 Jahre ALG, ALHi - und weg. 67% vom letzten Netto bis zur Rente - Klasse für nicht mehr arbeiten!
2. und die Konditionen dafür wurden schrittweise immer schlechter -weil der "Umbau" des Erwerbsstaates für die Sozialkassen immer teurer wurde:
3. was heute gemacht wird, "ist vergleichsweise das Letzte dagegen" - und verstösst so gesehen gegen Treu und Glauben und den Grundsatz der Gleichbehandlung, oder?
4.wer heute 19 ist
und nix hat, der kann
4.a. nicht wie ein heute 50-jähriger als Erwachsener und eigenem Miterleben auf die letzten 20 Jahre zurückblicken: z.b. die, die 1988 mit 59 "via ALG/ALHI in den Vorruhestand gingen" (und zwar als gesellschaftlicher Konsens das damals!), laufen ja noch heute noch hier herum - und zwar seit 16 Jahren und gut und prima versorgt. (Warum soll also jemand, der nur wenige Jahre jünger ist dagegen so vollkommen "die A...karte gezogen haben?). Und
4.b. hat, auch aus einem gewissen Sozialneid-Gefühl heraus evtl. Schwierigkeiten, mit solchen die als "Wessie-Biographierer" mit 50 ein schuldenfreies Haus haben und einbezahlte Lebensversicherungen und die beides nicht ohne Not opfern wollen, denn
(jetzt kommts)
5. jeder Staat, also auch Deutschland, ist, war und wird darauf angewiesen sein, dass ein nicht unerheblicher Teil der bürgerlichen Mittelschichten eigene Vorsorge betreiben, für den Teil der Lebensrisiken, den bürgerliche Mittelschichten tragen können ( - anders als Ungelernte oder solche mit stark unterdurchschnittlichem IQ (die gibt es auch)), deswegen
6.
hängt der Zusammenhalt jedes Staatswesen von Verläßlichkeit und anerkennendem Verhalten in diesem Punkte ab:
denn sonst könnten und würden die Mittelschichten ja mit gleichem Recht jeden Monat jeden Cent ihres Einkommens vollkommen ausgeben, kein Geld in Eigenheim oder private Lebensversicherung investieren (speichern), sondern jeden Monat soviel konsumieren, d.h. Essen gehen, Kino, Spielhalle, Autos kaputt fahren, usw. - bis alles jeden Monat weg ist/wäre:
und dann würden "bei jeder Kleinigkeit von konjunktureller Schwäche" halt wirklich fast alle direkt bei Vater Staat anklopfen (müssen) -um Stütze nachsuchen:
wären auch Bedürftige.
Nein: wer Menschen gerecht behandeln will, der darf die unterschiedlichen Menschen, die sich zu Recht auch unterschiedlich Verhalten, eben
nicht gleich behanndeln:
die Ersparnisse des kleinen Mannes heute sind sein Verzicht und sein Fleiß von gestern. Wenn man solches Verhalten nicht belohnt sondern bestraft, dann .... macht man die grundllagen jedes Zusammenlebens normal lebenstüchtiger erwachsener Menschen kaputt, denn
wie leicht einsichtig ist,
ist der beste Sozialarbeiter fürs Volk der, den man nicht braucht. Weil die Leute selber vernünftig sind, was arbeiten (können), und sich selbst ein paar Groschen beiseite legen (dürfen)
ohne Angst haben zu müssen, für den Vorsorgeverzicht am Ende auch noch massiv benachteiligt zu sein.
7. Es gibt haufenweise Leute "die haben keinen Cent auf der Naht". Warum nicht? Weil sie blöde sind. Ihnen alles unter den Fingern zerrinnt.
Wenn man aber alles denen gleich stellt, na dann Prost Mahlzeit! Der Staat hat und braucht Leistungsträger, (und zwar auch gerade und zu allererst unter den sogenannt "kleinen Leuten"!). Diese aber nicht nur doppelt, sondern sogar dreifach zu belasten -
endet (zu Recht) in der Totalverweigerung. Und davon steht schon garnix auf - erst recht nicht für die sozial Schwachen.
8. deswegen: sag mir, wie Du zum Eigentum stehst - und ich sage Dir, was Du für ein Typ bist.
9.
ich kenne Fresssüchtige (in echt) die sind stolz auf ihre 130-140 Kilo
"und hochstolz darauf, dass sie im Leben ein Eigenheim verfressen haben". ("Edelfressüchtige" natürlich, meinen die von sich selbst - "alles immer nur von unserem Haus-Italiener - und nur vom Feinsten - nur Chianti, Parma und Prosecco").
Und die sind auch noch stolz darauf, dass von ihnen nix bleibt außer den Rechnungen an die Allgemeinheit für Bluthochdruck, Kuren und Krankfeiern - und Frührente - wie das heisst, was die kriegen, ist denen angesichts ihres chronisch überzogenen Kontos eh egal. Wie sie auch frech sagen. Hauptsache sie kriegen. Und: die kriegen! Alles wie vorher. Exakt genau so. "Denn die sind ja auch bedürftig. Die ham ja auch nix. Mit Absicht."
Aber: sollen wir jetzt in der Logik deswegen alle so werden? (Und wir wären ja alle blöde, wenn nicht...!)
10. Deswegen: Staatszerstörenden Schwachsinn ist das, was Berlin da zur Zeit treibt.
11. na gut zugestanden: viele Ossis brauchen ja auch keinen deutschen Staat. Die laufen nachher an die Französische Grenze und rufen da "Nous sommes le peuple" - und hoffen auf Einlaß - und Teilhabe an deren in Geld zurückgelegter Lebenleistung.
12. nein so ist es nicht.
13. der Staat ist nämlich verantwortlich.
p.
(Es spielt ürbigens keine Rolle ob es die PDS/SED ist, die zu den Montags -Demos aufruft oder nicht. Das Dings ist anders, größer. Gerade so wie Ende der 70ger Jahre: da wollte die DKP auch die grüne Bewegung in der BRD okupieren, gedachte "die Revolution in der BRD" draus zu machen. Wurde auch nischt von. Wichtig ist, dass viele hingehen. Denn sonst kann ja niemand im Alter von heute 19 ruhigen Gewisses jetzt für sich auch nur noch eine Lebensversicherung mehr abschließen - was hätte er/sie am Ende davon?)
Vielleicht sehen wir uns ja am 16.8. 18:00 in Berlin:
"Für den Vorsitzenden des Berliner Landesverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Ulrich Thöne, ist »Hartz IV« keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, sondern der größte Schlag gegen den Sozialstaat seit 1945. Thöne weiter: »Die Wut der Menschen ist groß, und sie muß jetzt auf die Straße getragen werden.« Ziel des Protestes sei es, die Politiker dazu zu zwingen, »Hartz IV« zurückzunehmen. Auch der Vertreter von ATTAC Deutschland, Pedram Shahyar, griff das neue Gesetz scharf an: »Hartz IV ist der übelste Auswuchs der Agenda 2010. Dieses Gesetz treibt Hunderttausende in die Armut, raubt Kindern ihre Zukunftschancen und Älteren Menschen ihre Ersparnisse.« ATTAC habe alle seine Regionalverbände dazu aufgerufen, gegen die Regierungspolitik des sozialen Kahlschlags einen heißen Herbst zu organisieren. »Wir werden«, so Shahyar »uns nicht auf Demonstrationen und Protest beschränken, sondern auch zum zivilen Ungehorsam aufrufen.«
Die Demonstration beginnt am Montag, den 16. August um 18 Uhr auf dem Alexanderplatz und wird von dort zur SPD-Parteizentrale im Willy-Brandt-Haus führen. ...
Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer hofft dagegen auf den Erfolg der Montagsdemonstrationen gegen »die falsche Richtung« der »Hartz-Gesetze«. »Leider hat man nicht auf uns gehört. Jetzt muß sich die Politik den Protesten stellen«, sagte Engelen-Kefer der Leipziger Volkszeitung (Mittwochausgabe). Es gehe nicht um ein Vermittlungs-, sondern um ein Gestaltungsproblem. »Hartz IV« ziele fast nur in Richtung Sozialabbau, Leistungskürzungen und Belastung der kleinen Leute. Statt den Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit zu thematisieren, sei »die Verschlechterung der Leistungen für heutige Arbeitslosenhilfe-Empfänger in den Vordergrund getreten«. "