Hartz4 besserstellung

Black Sun schrieb:
1. Es gibt für ALGII Empfänger schon eine Pflicht jede zumutbare Arbeit anzunehmen.

Das ist richtig, oft genug werden die Leute aber als "nicht vermittelbar" eingestuft. Habe ich selber bei mir im Verein erlebt. Da sollte ein ALGII-Empfänger (schon einige Jahre lang arbeitslos) als 1Euro-Job einfachste Tätigkeiten ausführen. Der hat sich dann halt dumm gestellt, ist absichtlich zu spät gekommen und früher nach Hause gegangen und wurde vom Amt eben als "nicht mehr vermittelbar" eingestuft, da er wohl bei anderen 1Euro-Jobs das gleiche abgezogen hat. Er bekommt sein ALGII jetzt ohne auch nur irgendeine Gegenleistung erbringen zu müssen. Ich kann keine Zahlen nennen, aber ich meine mal gelesen zu haben, dass das einige Hunderttausende sind, die so eingestuft wurden.

Black Sun schrieb:
2. Nenn doch mal Zahlen...

Was für Zahlen? Ich komme aus einem Berliner Problembezirk und sehe Tag für Tag wie Leute sich bei mir gegenüber am Kiosk morgens um 8Uhr das erste Pilsator reinziehen und abends um 20Uhr nach dem zehnten nach Hause torkeln. Ich will damit keinesfalls pauschalisieren und alle Hartz IV-Empfänger auf ein Stufe stellen. Im Gegenteil, solche Leute sind eine Minderheit. Dennoch ist ihre Anzahl meiner Meinung nach durchaus nennenswert und würde eine teilweise Verschärfung der Gesetze rechtfertigen.

Black Sun schrieb:

Ich finde das ALGII in der Höhe angemessen. Ich finde nur das beim Thema "zumutbare Arbeit" härter durchgegriffen werden müsste (siehe oben). Weiterhin fand ich den Vorschlag der SPD nicht schlecht (meiner Meinung nach ihr bester Vorschlag seit Jahren), Hartz IV-Empfängern mit Kindern weniger Geld zu geben und dafür diesen Familien kostenlos Schulbücher und -materialien und Essen in der Schule usw. zur Verfügung zu stellen, um Missbrauch der Gelder zu verhindern.
 
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Grüß Gott,

ich muss mich hier eindeutig für die Pläne der neuen Regierung einsetzen. Ich beziehe selbst Hartz 4 und würde mich freuen, noch 400 Euro dazu verdienen zu dürfen. Natürlich muss man aber auch sagen, dass es einem dann noch mehr an Motivation fehlen würde, sich wieder fulltime den Arsch abzurackern, bei diesem Steuersystem :o
 
@|MELVIN| (und andere)

Wach auf, bitte.

Ein Mensch ist bis zu einer Grenze belastbar, darüber hinaus schaltet er nur noch ab.
Man kann Menschen mit echten Zielen motivieren, zb. mit der Aussicht auf ein lohnendes Einkommen, oder auf Arbeit, für die er von anderen geschätzt wird.

Wenn zu minderwertigen 1€ Jobs Verlierer geschickt werden, die schon vor geraumer Zeit abgeschaltet haben, ... die kannst du prügeln (per wirtschaftlichen Druck), aber bewegen tut sich so ein Mensch nicht (mehr), denn er sieht sich als Opfer.

Diese Mentalität, "was ist besser als Druck? .. Noch mehr Druck!!" oder auch "nach Unten treten, nach Oben schleimen" ist jahrzente alt und tief im Deutschen verankert, aber geändert hat diese Sicht doch garnichts.

Im Gegenteil, sie hat uns dazu gebracht wo wir heute sind.

Banker verzocken Milliarden, und die Gesellschaft steht dafür grade, und es kümmtert keine Sau, das die Bankmanager sich nochmal höhere Boni auszahlen, denn "Kompentenz" bekommt man nicht für umsonst. *blub*

Aber wenn es darum geht, Menschen zu motivieren, und sei es mit 100€ mehr im Monat, dann wird ein Fass aufgemacht, dann kommt der Ruf nach "Gerechtigkeit" auf, dann fühlt sich der deutsche Michel betrogen.

Als ob die 1-2 Milliarden Euro, die wir durch maximalen Druck nach "Unten" einsparen könnten, die 500 Milliarden Verlust, durch das "Schleimen nach Oben" ausgleichen würden.

Mir kommt es so vor, als ob sich 99% unserer deutschen Mitbürger nie mit dem großen Ganzen beschäftitig haben, sondern sich lieber mit ihrem überschaubarem "Klein, Klein" auseinanderersetzen und sich bewußt verarschen und bewußt gegeneinander aufhetzten lassen.

Statt den Blick auf das zulenken, was unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und die Zukunft unserer Nachkommen, unausweichlich zerstört.

Edit:
@Hansemann1324
Die Info des Themastarters ist nicht ganz korrekt, es geht aktuell darum den Zuverdienst für 400 Jober um bis zu 60€ zu erhöhen. Die ersten 400€ würden nur zu 40% statt akteull 20% gut geschrieben.
 
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Black Sun schrieb:
Ein Mensch ist bis zu einer Grenze belastbar, darüber hinaus schaltet er nur noch ab.

Willst du damit sagen, dass man Hartz IV-Empfänger, die man dazu verpflichtet einen 1Euro-Job anzunehmen, bis an ihre Grenze belastet? Das ist doch wohl nicht dein Ernst. Wenn jemand schon vom Staat lebt dann ist es doch nicht zu viel verlangt, dafür auch eine Gegenleistung zu zu bekommen.
 
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Eins ist klar Hartz 4 ist nicht schön, aber genau das sollte es auch nie werden.

Das Problem sind die Sozialschmarotzer (die gar nicht arbeiten wollen), denen sollte man gar kein Geld mehr geben, nur noch Gutscheine fürs Essen und alles andere muß bei der ARGE beantragt werden.

Andere arbeiten schwarz neben Hartz4 und denen geht es bestens. Haben mehr als andere die Vollzeit arbeiten gehen und arbeiten nur ein Bruchteil.

Ich habe schon unter Hartz4 Satz gelebt und richtig schlecht ging es mir auch nicht (Student mit 520 € (mußte davon aber Wohnung zahlen und Material fürs Studium).

@Blacksun

Wenn zu minderwertigen 1€ Jobs Verlierer geschickt werden, die schon vor geraumer Zeit abgeschaltet haben, ... die kannst du prügeln (per wirtschaftlichen Druck), aber bewegen tut sich so ein Mensch nicht (mehr), denn er sieht sich als Opfer.

Er sieht sich als Opfer von was?

Man kann natürlich auch Hartz4 abschaffen und jeder wird verpflichtet so einen Job anzunehmen und er verdient dann, bei 80 Std. im Monat fast 8 € / Std.
20 Std. / Woche * 4 = 80 Std. * 8 = 640 € ca. aktueller Hartz4 satz.

Desweiteren gibt es fast 5 Mio. Arbeitslose in Deutschland, jeder verursacht kosten von mind. 500 €, damit enstehen kosten von 2,5 Mrd. € monatlich und das ist noch günstig gerechnet.
Im Jahr sind dies dann 17,5 Mrd. €, die durch Steuern wieder reingeholt werden müssen. Warum sind die Steuern wohl so hoch!

Man kann natürlich auch als Hartz4ler sich mit den reichen vergleichen, aber
 
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Metzlor schrieb:
Ich habe schon unter Hartz4 Satz gelebt und richtig schlecht ging es mir auch nicht (Student mit 520 € (mußte davon aber Wohnung zahlen und Material fürs Studium).

Ich ebenso. Ich hatte als Student 530Euro Bafög im Monat und bekam noch 150Euro von meinen Eltern. Von diesen 680Euro habe ich Miete inklusive Nebenkosten, Handy, Internet, Telefon, Strom, Hausrats- und Berufsunfähigkeitsversicherung, Essen + Trinken, Klamotten, 500Euro Semestergebühren jährlich, Studienzeug und auch sonst alles bezahlt. Mir ging es keineswegs schlecht, im Gegenteil: Ich konnte mir jedes Jahr einen kleineren Urlaub leisten (eine Woche Ostsee oder so) und hab auch sonst nicht schlecht gelebt (Kino, Kneipe, Feiern...). Sogar meinen jetzigen PC hab ich mir nebenbei erspart. Meiner Meinung nach ist die Höhe der Hartz IV-Sätze völlig ausreichend.
 
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Ja klar, von 680 Euro im Monat hast du in Saus und Braus gelebt, Miete/Studiengebühren/Essen/Trinken/Bücher/Kneipe/usw. bezahlt, und bist auch noch in Urlaub gefahren. Das glaubst du doch wohl selber nicht...
 
|MELVIN| schrieb:
Willst du damit sagen, dass man Hartz IV-Empfänger, die man dazu verpflichtet einen 1Euro-Job anzunehmen, bis an ihre Grenze belastet?

Damit sag ich, dass es Menschen gibt, die jahrelang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, und nach einem Jahr Arbeitlosigkeit als Assi abgestempelt werden.

"Hartz IV-Empfänger" ... ist ein seelisches Stigmata für Viele.
Und "1 Eurojobs" sind dann der letzte Schritt in die Sklaverei.

Dem HSH Nordbank oder Hypo Real Estate Manager, bei dem jammert niemand, wenn er für 6 Monate Misswirtschaft 6 Millionen Euro verlangt.

Aber dem Hartz4 Sklaven will man nur soviel zugestehen, was er zum überleben braucht, denn er könnte ja uns ruinieren. *rofl*
 
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Exar_Kun schrieb:
Ja klar, von 680 Euro im Monat hast du in Saus und Braus gelebt, Miete/Studiengebühren/Essen/Trinken/Bücher/Kneipe/usw. bezahlt, und bist auch noch in Urlaub gefahren. Das glaubst du doch wohl selber nicht...

Glaub was du willst, ich hab die letzten 5 Jahre so gelebt.

Black Sun schrieb:
Damit sag ich, dass es Menschen gibt, die jahrelang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, und nach einem Jahr Arbeitlosigkeit als Assi abgestempelt werden.

Von solchen Menschen hab ich nicht gesprochen. Ich spreche von Menschen, die seit Jahren arbeitslos sind, sich nicht aktiv um einen Job bemühen, sich bei 1Euro-Jobs absichtlich dumm stellen, als "nicht mehr vermittelbar" eingestuft werden und ihr ALGII ohne irgendeine Gegenleistung erhalten. Ich weiß dass diese Menschen eine Minderheit darstellen, aber ihre Anzahl ist definitiv nicht zu verachten und rechtfertigt meiner Meinung nach die Verschärfung einiger Richtlinien. Und ich finde es hat auch nichts damit zu tun, als "Assi" abgestempelt zu werden wenn der Staat als Gegenleistung für das ALGII die Annahme eines 1Euro-Jobs verlangt. Und bei diesem Thema von "Sklaverei" zu sprechen finde ich ehrlich gesagt auch sehr polemisch und nicht unbedingt diskussionstauglich.
 
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Hallo,

der 1-Euro-Job ist von der Sache her eigendlich eine Gelegenheit, dem Harz4-Empfänger die Möglichkeit zu geben zu arbeiten, somit sollte auch das Bewusstsein gestärkt werden, dass das Geld das "er" bekommen nicht umsonst ist, sondern zumindest einen kleinen Beitrag dazu leistet. Die andere Sache ist, würde so ein 6-Stunden-Tag auf einen 8-Stunden-Tag ohne weiteres erweitert b.z.w. die Arbeitsgelegenheit zu einer Vollzeit umgewandelt weden, gäbe es (von den Verdienstmöglichkeiten erst einmal abgesehen) vlt. weniger Leute die von den "Leistungen (in voller Höhe)" abhängig wären.

MfG
Secula
 
Ja klar, von 680 Euro im Monat hast du in Saus und Braus gelebt, Miete/Studiengebühren/Essen/Trinken/Bücher/Kneipe/usw. bezahlt, und bist auch noch in Urlaub gefahren. Das glaubst du doch wohl selber nicht...

Naja, es gibt durchaus Studenten, die sich ernährungstechnisch überall durchschlauchen. Ein Freund von meinem Mann war so ein Exemplar. Jeden zweiten Tag schlug er bei uns zum Essen auf....bis ich mal nach Haushaltsgeld fragte. :D
 
150-200€ Essen & Haushalt (viel Wasser trinken soll helfen und nicht jeden Tag bei Fastfoodladen für 7€ ein Menü bestellen, dass nicht satt macht).
200-300€ Miete, warm (stark schwankend, abhängig von Ort, Größe, WG oder nicht und eigenem Anspruch)
50€ Versicherungen, Internet, Handy
100€ Uni (Studienmittel, Gebühren, Fahrkarten)
Bleiben noch 80-280€ im Monat zum Weggehen*, Klamotten oder sonstiges.

Überleben kann man als Student auf jeden Fall recht gut.

* Als Weiblein gibts oft freien Eintritt, Freigetränke und man kann sich leicht einladen lassen. Als Männlein sollte man eben nicht 9€ Cocktails in der Edeldisko bestellen oder sich eben mit etwas weniger Weggehen begnügen.
 
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Als Student kann man damit sicherlich recht gut auskommen, generell als sehr junger Mensch.
Dumm nur, dass der Gros an H4-Empfängern eben keine Studenten mehr sind.
Folglich eine Existenz mit kostenintensiveren und deutlich bindenderen Abhängigkeiten über etliche Jahre aufgebaut haben.
Wie schnell man heute in H4 kommen kann und wie schnell dann vieles plötzlich zur Debatte stehen kann, wissen wir ja hoffentlich alle.
Klar überleben kann irgendwie auch die "ältere" Generation, die Probleme und Sorgen sind halt größer.

Jedenfalls halte ich die vielgepriesenen Verbesserungen größtenteils für Augenwischerei. Nett, Brot und Spiele...
Die Erhöhung der Vermögensfreigrenze auf 750.- EUs pro Lebensjahr dürfte wohl nur einen gewissen Teil treffen. Und dann ist da auch noch nicht das letzte Woert drüber gesprochen, bzgl. Einschränkungen.
Nicht dass ich da jetzt was gegen hätte, ganz im Gegenteil.

Auch die Erhöhung des anrechnungsfreien Betrages bei 400,- EUR Jobs hilft sicher vielen ein Stück weiter. Mehr Anreiz diesen anzunehmen sehe ich dadurch allerdings kaum. Für diejenigen, welche ihn bereits ausüben, lohnt sich Arbeit wieder etwas mehr, ja.
Andere bleiben bei anderen lohnenswerten (An)Reizen.

Ich höre jetzt schon in meinem Bekanntenkreis (auch Arbeitgebern und Selbstständigen) ständig wie toll doch die vielen neuen Verbesserungen für H4 wären.
Hakt man etwas nach, können einem die wenigsten was zu sagen. Na hauptsache ein guter Ruf einer "gerechter werdenden Politk" verweilt im Volksgedanken, dann sind alle Seiten befriedigt.
Warten wir mal nächstes Jahr ab, ob es so positiv weitergeht. Ich hoffe es ja wirklich, ehrlich. ;)


sich bei 1Euro-Jobs absichtlich dumm stellen
Wundert mich eigentlich nicht. Ich würde mich ehrlich gesagt auch dumm stellen, umnicht in so nen oft wild zusammen gewürfelten Haufen gesteckt zu werden. Das zöge einen ja mit weiter runter.
Man braucht sich dazu nichtmal aktiv umzuhören und umzuschauen, man bekommts rundum zugetragen, ob man will oder nicht. ^^
Wer machen will ok, wer im echten Sinne der Arbeitsgelegenheiten seinen Alltag (vorm discounter/Kiosk) nachweislich wieder optimieren muß auch ok. Für alle anderen nicht.
Arbeit soll sich doch schließlich lohnen. :p
 
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Klar kann man immer den 50 Jährigen vorbildlichen Familienvater als typischen Hartz4 Empfänger darstellen, der sein ganzes Leben gearbeitet hat und dann seinen Job verloren hat. Aber das ist nicht der typische Hartz4ler.

Das Problem bei Hartz4 ist das alle gleich behandelt werden.

junge Leute bekommen das gleiche wie ältere, egal wie lange bzw. ob sie überhaupt etwas eingezahlt haben.
ein 50 Jähriger Sozialschmarotzer der noch nie gearbeitet hat, bekommt das gleiche wie einer der mit 49 arbeitslos geworden ist und vorher 30 Jahre lang eingezahlt hat.

Genauso bekommt ein 25 Jähriger eine Wohnungseinrichtung geschenkt, die Miete bezahlt und kann besser leben als seine altersgenossen die eine Ausbildung machen bzw. Studieren. Ob die anderen aber die Ausbildung bzw. das Studium schaffen, bzw. danach einen Job in dem Bereich kriegen ..., die können danach genauso bei Hartz4 landen.

Ist dort die Gerechtigkeit gegeben für die Azubis bzw. Studenten?
Genauso wie Hartz4 schon zu hoch ist für Leute die im Niedriglohnsektor Vollzeit arbeiten und dann noch beim Amt eine Aufstockung des Lohnes brauchen, weil sie nicht genügend verdienen?

Sieht so Gerechtigkeit aus?

Man sollte Hartz4 noch viel weiter kürzen und dafür dann den Lohn von den 1 € Jobs erhöhen! Rechnet doch mal nach
hartz4 = 300 € Miete + 350 € zum leben = 650 €, wenn diese dann im Monat 80 Std. arbeiten + 80 € = 730 € sind dies über 9 € / Std. ! Wer sich darüber noch beklagt ...
 
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Zitat Metzlor: "Sieht so Gerechtigkeit aus?"

Angeblich ja. ;) Ich würde aber sagen: Die Frage ist falsch. Warum? Weil in unsere Gesellschaft die Gerechtigkeit selbst sich über das Geld einstellt. Wer Geld hat, hat etwas für sich und für die anderen getan, wer keins hat, hat für sich und für die anderen gar nichts getan, auch wenn er so viel durch die Gegend wirbelt. Und weil die meisten das Geld als Lohn bekommen, haben sie mit einem Widerspruch zu tun: Die Arbeit, die sie dafür leisten, muss sich lohnen; nicht für sie selbst, sondern zuerst für ihre Arbeitgeber, sonst gibt es keine Arbeit. Daher haben sie es selbst nicht in der Hand. Noch mal anders gesagt: Jeder hat in unserer Gesellschaft eine Aufgabe, für deren Erledigung er sein Lohn bekommt. Die Arbeitgeber sollen mit ihrem Geld (gewinnbringend) Arbeitsplätze schaffen, die Arbeitnehmer sollen da (gewinnbringende) Arbeit verrichten. Das geht nicht immer gut, aber egal ob man gewinnt oder verliert, ist es fürchtbar gerecht. Kein Läufer sagt nach dem verlorenen Rennen, dass es nicht gerecht war: Verlieren war auch unterstellt als er sich angemeldet hat.

Jetzt wird der Widerspruch nochmal schärfer, wenn die Grenzen der lohnender Arbeit so eng werden, dass eine Menge Abhängige keine mehr bekommen: Was ist ungerechter, dass Arbeit so schlecht bezahlt werden muss, oder dass Leute keine haben und von der Arbeit anderer leben müssen? Wieder die falsche Frage. Das haben jetzt nicht mal die Arbeitgeber in der Hand, wenn der Preis der lohnenden Arbeit in China oder Rumänien festgelegt wird.

Wer das Geld gut und nützlich findet, muss sich damit abfinden: Geld ist nicht nur dafür da, Brot und Milch kaufen zu können, sondern "Geld regiert die Welt" (Schaby) und "Arbeit soll sich doch schließlich lohnen. :p" (Relict)
 
@ Bela und Metzler, selten so ein Unfug gehört!

Kleines Beispiel von meinem Nachbarn!

56 Jahre alt, geschieden und alleinlebend. Er hat eine 1 Zimmer Bude, welche vom Amt gezahlt wird! Dann bekommt er Monatlich vom Amt 354€, von diesen 354€ muss er 38€ Strom im Monat Zahlen, sowie 18€ Kabelfernsehr und dann noch Telefonkosten im Schnitt von 25€ macht wenn ich es Rechne ein Restbetrag von 273€

Da er schon Älter ist und Gesundheitlich nicht mehr ganz auf der Höhe, kommen auch noch Arztkosten (Praxisgebühr,Medikamente) in Höhe von 20€ Monatlich dazu!

Und jetzt sag mir bitteschön, was man mit 253€ im Monat machen Soll? Zum Leben zu wenig zum Sterben zuviel! Zumal man laut Arge von diesem Geld sich natürlich ein Polster schaffen muss um etwaige defekte Elektrogeräte im Haushalt zu ersetzen (Waschmaschine,Herd,ect) ganz zu schweigen von neuer Kleidung und Schuwerk ;)

Zeig mir mal wie du das machst ohne 400€ Job!

Und wieso soll der 1 Euro Job mist sein? Ich habe ihn gerne gemacht, da es mal ne Abwechslung war wieder unter Leute zu kommen! Und ich sehe es wenige als 1 € Job sonder ich bekomme ja noch mehr vom Amt (Wohnung,Geld ect)
 
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Letztendlich soll doch H-IV nur eine Übergangslösung sein, Menschen, die darauf angewiesen sind, (wieder) ins Erwerbsleben zu integrieren. Aber das ist natürlich im Detail komplizierter: a) viele Menschen, gerade ältere, sind einfach nicht in der Lage, Vollzeit oder auch Teilzeit zu arbeiten, um sich den Lebensunterhalt finanzieren zu können. b) Menschen, die über keine ausreichende Qualifikation verfügen. Oder c) Personen, die gar nicht arbeiten wollen.

Hinzu kommt das Phänomen, dass durch eine Steigerung der Produktivität (z.B. in der Landwirtschaft) und einer Veränderung der Landschaft auf dem Arbeitsmarkt (Komplexitätsteigerung usw.) insgesamt weniger Arbeitskräfte und auch andere Arten von Arbeitskräften benötigt werden.

Hier hilft nur Umlernen und Weiterbilden.

Weil: eben das Modell, arbeiten zu gehen, um sich seinen Lebensunterhalt und auch für seine Familie zu sichern, der Standard ist bzw. sein sollte.


Daher sollte H-IV kein Dauerzustand oder gar Perspektive für Jugendliche sein / bleiben.


Allerdings ist es wohl nicht so einfach in der Realität.



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noch ein paar Punkte: Niemand muss in den Urlaub fahren - von der Klimabilanz sollte man das eh vermeiden - vor allem mit dem Flugzeug zu verreisen. Niemand muss dem Konsumherdentrieb folgen und Luxusgüter kaufen, die man eigentlich gar nicht benötigt. Es geht auch beim Discounter. Irgendwie muss man hier einen Kompromiss finden.

Ich kann mir z.B. auch keinen Urlaub leisten, würde gern verreisen - geht halt nicht. Also bleibe ich zu Hause. ;-)
 
Man kann die Probleme dieser Welt natürlich auf den Kapitalismus - das Geld - abwälzen.
Fragt sich nur, ob dies nicht zu kurz greift.

In jeder Gesellschaft, werden Menschen Bedürfnisse haben, sie werden versuchen diese Bedürfnisse zu befriedigen - jeder auf seine Art und Weise, mit unterschiedlichem Einsatz und unterschiedlichem Erfolg.
Davon ausgehend ist es naheliegend, dass Ressourcen und Güter ungleich verteilt sein werden, der eine hat mehr Glück, hat bessere Voraussetzungen oder strengt sich einfach mehr an.
Ich sehe nicht wo das Geld daran schuld sein soll. Eine Begründung wird hier ja auch nicht geliefert, wenn es heißt: Geld regiert die Welt....Bedürfnisse regieren die Welt.

Der Hartz 4 Empfänger handelt absolut nachvollziehbar, wenn er mehr Hartz 4 will. So aber auch der Millionenschwere Manager, der sich noch den letzten Boni auszahlen lässt, bevor alles zusammenbricht.
 
Zitat DugDanger: "Ich sehe nicht wo das Geld daran schuld sein soll. Eine Begründung wird hier ja auch nicht geliefert, wenn es heißt: Geld regiert die Welt....Bedürfnisse regieren die Welt."

Du verstehst verkürzt und daher notwendig falsch. Meine Aussage war: "Wer das Geld gut und nützlich findet, muss sich damit abfinden: Geld ist nicht nur dafür da, Brot und Milch kaufen zu können, sondern..." (barista)

Also nicht das Geld ist schuld an etwas, sondern die Menschen, die das Geld über sich stellen. Geld regiert die Welt soll nur heissen: Dadurch, dass ihre Bedürfnisse über Geld und Geldverdienen befriedigen, machen sie das Geld zu Übermacht über sich selbst. Bedürfnisse regieren nicht die Welt, sie sind bloß Mittel fürs Geldverdienen. Wenn die Bedürfnisse die Welt regieren würden, wäre eine schlechte Lösung das Geld als Vermittler zu machen. Das siehst du daran, dass wo kein Geld da ist, die Bedürfnisse gar nichts zählen. Dass es in 'Kapitalismus' nicht anders geht, muss du mir nicht erzählen...
 
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Bedürfnisse regieren nicht die Welt, sie sind bloß Mittel fürs Geldverdienen

Sehe ich genau anders herum.

Das siehst du daran, dass wo kein Geld da ist, die Bedürfnisse gar nichts zählen

Bedürfnisse zu haben heißt nicht, dass diese auomatisch befriedigt werden und daran ist nicht das Geld Schuld. Zitat:...sie werden versuchen diese Bedürfnisse zu befriedigen - jeder auf seine Art und Weise, mit unterschiedlichem Einsatz und unterschiedlichem Erfolg....
Würde es kein Geld geben, dann würden trotzdem nicht alle Bedürfnisse befriedigt werden.
 
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