HDD Lagerung und SMART-Specherung?

Naddel_81

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Hi @ all,

habe gerade mit einem Automatisierungstechniker gesprochen, der mir versicherte, dass HDDs keine flüssigkeitsgeschmierten Lager besitzen, sondern eine Art Teflon-Lager haben. Des weiteren würden die SMART-Daten nicht auf der Platte selber, sondern auf einem (magnetunempfindlichen) ROM gespeichert.


Stimmt das?


Viele Grüße
 
Jein und Ja

Jein - Es gibt tatsächlich auch ölgelagerte Festplatten, die sind jedoch nicht die Regel
Ja - ansonsten wären die Daten im Fehlerfall auch gar nicht auslesbar
 
also SMART daten kriege ich nicht ohne weiteres gelöscht? wieso sind die dann bei einem headcrash etc. nicht auslesbar? mit CDI habe ich hier eine platte, die nicht mehr erkannt wird, nicht auslesen können.

d.h. dass unsere enduserplatten alle unvergängliche lager haben, die ewig lange halten?
 
SMART Daten kann man nicht löschen.

Na ja wenn dir klar ist das es ein Headcrash ist muss man keine Werte mehr auslesen...

SMART Werte sind eher dafür da zu sagen "Ey hör mal, hier läuft aktuell was schief bitte kümmere dich daraum"
 
In modernen Platten werden, falls überhaupt noch vorhanden (einige Platten weisen nur noch Cache im Prozessor auf), im Flashrom nur die wichtigsten Parameter zum Plattenstart gespeichert.

Im Übrigen:
 

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Nicht durcheinander werfen bitte...

Der Zugriff auf den Datenträger hat in aller Regel erst einmal wenig mit der Speicherung der Daten zu tun. Eine defekte Festplatte kann sehr wohl mit Crystal Disk Info ausgelesen werden, wie es auch in der Praxis sehr oft gemacht wird. Wichtig ist hierbei, dass die Platte noch erkannt wird und überhaupt ansprechbar ist, also die Platine reagiert. Es ist nicht notwendig, dass das Schreiben oder lesen der eigentlichen Datenträger möglich ist.
Wenn die Platte nicht mehr erkannt wird, liegt ein Fehler oder eine Abschaltung der Platine vor, letzteres kann übrigens am BIOS liegen, wenn dieses bei einem kapitalen Fehler die Festplatte nicht einliest. Im Regelfall kann man die SMART-Daten unter Linux übrigens "länger" einsehen, als unter Windows.

Kein Lager ist unvergänglich und flüssiggelagerte Festplatten sind bei weitem nicht die Regel. Genau genommen ist mir kein aktuelles Produkt mit einem solchen Lager bekannt, was aber auch daran liegen kann, dass es schlicht nicht beworben wird.
Die letzte Platte dieser Art, die ich besessen habe, war eine 500GB Maxtor und diese war durchaus sehr langlebig, bzw. habe ich immernoch im Einsatz und das nun schon seit etlichen Jahren.
 
ist eine alte ausrangierte test-hdd, die an einem großen neodym-magneten getestet wurde. die mechanik dürfte einen weg haben, aber die elektronik wird man mit magnetismus wohl nicht verwirren können, oder?
die HDD hat sonst keinerlei ausfallerscheinungen gezeigt (außer ihrer enormen lautstärke, die sie seit anbeginn hatte) und der tatsache, dass eine so alte IDE platte heute wohl keiner mehr nutzen will (daher auch der test).

nach dem test wurde sie nicht mehr erkannt und auch CDI konnte sie nicht mehr auslesen.
 
Der Speicher für das Smart ist nicht magnetisch anfällig (im Grunde eine winzige SSD), die Platine als solche aber sehr wohl. Es kann durchaus sein, dass diese durch den Magneten Schaden genommen hat.
 
Naddel_81 schrieb:
wäre eine datenrettung theoretisch möglich?

Kommt auf den Magnet an wie stark er war und wie lange er dran war.

Also in der Theorie "ja" in der Praxis eher "nein"
 
also sollte man starke magneten auch von SSDs fern halten, richtig?

diese gelten ja wie USB sticks als eigentlich magnetsicher.
Ergänzung ()

p.s.: gerade noch auf wiki entdeckt: "Die Achsen der Scheiben früherer Festplatten (bis 2000) waren kugelgelagert; in neuerer Zeit werden überwiegend hydrodynamische Gleitlager (engl. „fluid dynamic bearing“ – FDB) verwendet. Diese zeichnen sich durch eine höhere Lebensdauer, geringere Geräuschentwicklung und geringere Herstellungskosten aus."

Also doch ein Flüssigkeitslager in jeder HDD (Ölfilm, der altert)?
 
Magnetisch zerstörte Platten sind in der Regel nicht mehr als ein Lager für Datenmüll... in dem Moment wo die Ausrichtung der Partikel verändert wird, sind die Daten mindestens beschädigt in der Regel aber zerstört.

Mit "magnetsicher" oder vergleichbaren Ausdrücken ist es wie mit "wasserfest" und "wasserdicht"... während man bei "wasserdicht" auch tauchen kann, ist bei "wasserfest" nur eine Dusche drin... So ist es auch mit SSDs: Geringe magnetische Störungen, die einen Magnetdatenträger bereits belasten würden, stecken die noch bequem weg, wenn die magnetische Strahlung aber stark genug ist, werden auch sie zerstört.

Zu FDB: Es ist kein Öl, auch wenn es so genannt wird. Es ist ein synthetisches Gleitmittel, welches in einem geschlossenen System (wie zB einer Festplatte) nicht oder nur extrem langsam altert.
 
Naddel_81 schrieb:
habe gerade mit einem Automatisierungstechniker gesprochen, der mir versicherte, dass HDDs keine flüssigkeitsgeschmierten Lager besitzen
Wie Du schon weißt, ist das falsch!

Naddel_81 schrieb:
Des weiteren würden die SMART-Daten nicht auf der Platte selber, sondern auf einem (magnetunempfindlichen) ROM gespeichert.
ROM steht für Read Only Memory, da kann man auch keine sich ändernden Daten speichern und die S.M.A.R.T. Werte ändern sich nun einmal. Mit ganz wenig Wissen hätte man also schon die Qualität dieser Information prüfen können und dann hätte auch die andere Information in Zweifel gezogen werden müssen.


Rome1981 schrieb:
Jein und JaJein - Es gibt tatsächlich auch ölgelagerte Festplatten, die sind jedoch nicht die Regel
Was für Lager sind dann die Regel? Das Öl der Lage ist sogar einer der Hauptgründe für High-Fly Writes, denn wenn sich davon zu viel auf einer Stelle des Plattern sammelt, stimmt die Flughöhe der Köpfe nicht mehr.


Rome1981 schrieb:
Ja - ansonsten wären die Daten im Fehlerfall auch gar nicht auslesbar
Sind sie ja auch meist nicht, aber eben erst, wenn die Platte praktisch schon klinisch tot ist. Die S.M.A.R.T. Werte sollte man aber regelmäßig bis permanent kontrollieren eben um die Platte vorher auswechseln zu können. Es gibt natürlich auch Ausfälle die sind nicht vorher ankündigen.

Naddel_81 schrieb:
also kann man beispielsweise aus dem ROM noch die grunddaten (anzahl starts, betriebsstunden, schockdaten) auslesen?
Im ROM (eigentlich ein Flashbaustein) steht nur das Bootprogramm für die FW, ähnlich dem BIOS eines PC und die Kalibierdaten für die Platte, damit die eigentliche FW dann von dieser gelesen werden kann. Bei so viele GB bzw. TB Kapazität, genehmigt kein Erbsenzähler bei den HDD Herstellern den Entwicklern noch einen extra (großen) Flash Baustein um die FW und S.M.A.R.T. Daten dort abzulegen, zumal das Flash dann mehr als einmal beschreibbar sein muss.

Naddel_81 schrieb:
wieso schafft CDI das dann nicht, wenn "nur" die mechanik defekt ist?
Eben weil die Information falsch ist und die S.M.A.R.T: Werte auf der Platte selbst liegen.

Naddel_81 schrieb:
also sollte man starke magneten auch von SSDs fern halten, richtig?
Bei normal starken Magneten sehe ich keine Grund dafür. Bei extremen Magneten könnte es Probleme geben, wenn Metallteile vorhanden sind, auf die zu große Kräfte einwirken.

Naddel_81 schrieb:
Also doch ein Flüssigkeitslager in jeder HDD (Ölfilm, der altert)?
Ja und der bzgl. der Temperatur Einschränkungen mitbringt, da die Viskosität von Öl immer temperaturabhängig ist.
Ergänzung ()

Rome1981 schrieb:
Magnetisch zerstörte Platten sind in der Regel nicht mehr als ein Lager für Datenmüll... in dem Moment wo die Ausrichtung der Partikel verändert wird, sind die Daten mindestens beschädigt in der Regel aber zerstört.
Meist sind die Daten noch intakt, nur die Mechanik erlaubt es nicht mehr sie auszulesen. Erst bei massiven Oberflächenschäden sieht das anders aus.

Rome1981 schrieb:
wenn die magnetische Strahlung aber stark genug ist, werden auch sie zerstört.
Wobei man da auch zwischen einem statischen Magnetfeld, wie ein Dauermagnet es erzeugt und eine wechselnden Magnetfeld unterscheiden muss, weil letzteres Spannungen induziert.

Rome1981 schrieb:
Es ist kein Öl, auch wenn es so genannt wird. Es ist ein synthetisches Gleitmittel
Das trifft ja auch die allermeisten technischen Öle zu, richtiges Öl verwendet man normalerweise allenfalls in der Küche!
 
Das Verharzen des Öls im Lager war früher doch ein größeres Problem. Ich kann mich an meinen ersten HDD-Defekt erinnern, als ich eine 800MB große Festplatte ein dreiviertel Jahr im Schrank liegen hatte. Dann wollte ich sie wieder verwenden, aber sie war tot. Damals wurde mir gesagt, das sei durchaus normal...

Ist natürlich schon eine ganze Weile her - das Problem tritt heute so weit ich weiß nicht mehr auf, bzw. nur nach sehr viel längerer Lagerzeit.
Ergänzung ()

Rome1981 schrieb:
Zu FDB: Es ist kein Öl, auch wenn es so genannt wird. Es ist ein synthetisches Gleitmittel, welches in einem geschlossenen System (wie zB einer Festplatte) nicht oder nur extrem langsam altert.

Also laut Wikipedia ist "Öl" lediglich "eine Sammelbezeichnung für Flüssigkeiten, die sich nicht mit Wasser mischen lassen"
Nach der Definition kann man fast alle synthetischen Schmiermittel als Öl bezeichnen. Tut man ja auch. Im Auto und sonstwo werden ja auch nur noch synthetische Öle verwendet.
 

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