Information über ein unbekanntes Mainboard.

Aliciel

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Hey Leute,

ich habe dieses alte Mainboard von einem Freund geschenkt bekommen.
Soviel ich weiß, wurde es im Jahre 1994 gebaut.
(Bzw. das Mainboard ist älter als ich...)

Nun ist mein Problem, dass ich überhaupt keine Information darüber habe oder herausfinden konnte.
Es steht einfach sonst nichts anderes drauf, womit man was anfangen könnte.

Falls jemand irgendwas über dieses außerirdische Mainboard weiß oder in Erfahrung bringen kann,
wäre das für mich schon eine große Hilfe.

Ich bedanke mich schon einmal im voraus!
 

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sieht für mich nach nem Serverboard aus...

Mach mal vernünftige Bilder vom Chipsatz und der CPU...
 
normales 486er board mit vlb steckplatz(der braune)
Tippe mal auf 486 sx25 weil er noch 30 pin sim ram hat (wohl 6mb wie man erkennen kann)
es sind wohl 4x 256kb module und 4 x 1mb drauf und eine controlerkarte für drucker, floppy und festplatte)
Habe davon noch paar im keller liegen, frage nur was willst du damit machen?
 
Das ist vermutlich ein Vesa Local Bus Board mit einem 486er Overdrive drauf.

Links oben hast du die VL-Bus Slots und rechts daneben die ISA Steckplätze. Links unten sind die Cache Speicher zu sehen.
Die Steckkarte ist eine Multi IO Karte.

Das Board selbst ist von PC Chips gefertig (http://www.pcchips.com.tw/PCCWebSite/pcc_index.aspx?MenuID=0&LanID=0). Das waren geile Boards. Die hälfte davon waren schon defekt bei Lieferung, der Rest Garantiert in den damaligen 6 Monaten kaputt :)
 
Schau mal auf dem Board, wahrscheinlich zwischen den ISA Slots, steht irgendwo eine FCC ID. Mit der kannst Du hier: http://transition.fcc.gov/oet/ea/fccid/ das Mainboard eindeutig identifizieren lassen.
 
Da ist wohl jemand "günstig" seinen Sondermüll los geworden... ;)
Was gab's denn noch zum Mainboard dazu? Gehäuse, Netzteil, VL- oder ISA-Grafikkarte? LOL
 
Zuletzt bearbeitet:
LadykillerTHG schrieb:
Tippe mal auf 486 sx25 weil er noch 30 pin sim ram hat (wohl 6mb wie man erkennen kann)

Ein 25MHz-486SX hätte aber den CPU-Lüfter nicht gebraucht. Ich weiß noch, dass der CPU-Lüfter auf meinem 486DX50 damals noch etwas ziemlich außergewöhnliches war.
Auch 1994 spricht eher für einen späteren, hoch getakteten 486er, wahrscheinlich einen DX2 oder DX4. Gut möglich, dass es ein AMD-486er war. Die waren (ich glaube wegen ihrer etwas höheren Basis-Taktfrequenz) besonders bei Vesa-Local-Bus-Systemen damals ziemlich populär.
Man müsste mal einen Blick auf die CPU werfen.
 
Also mein 486DX4 120 MHz von AMD hatte schon PS/2-Simms. Und der Kühler war größer...
Meines Wissens wurde aber ab 40MHz ein Lüfter eingesetzt. Aber das ist ja schon sooo lange her...
Btw. jedes halbwegs aktuelles Handy hat mehr Leistung. ;)
 
LadykillerTHG schrieb:
Tippe mal auf 486 sx25 weil er noch 30 pin sim ram hat

Es ist auf jeden Fall ein 486 DX, weil ich es auf dem AMIBIOS gelesen habe. Für mehr Infos müsste man wirklich die CPU sehen können.
 
Shaka schrieb:
Also mein 486DX4 120 MHz von AMD hatte schon PS/2-Simms. Und der Kühler war größer...
Meines Wissens wurde aber ab 40MHz ein Lüfter eingesetzt. Aber das ist ja schon sooo lange her...
Btw. jedes halbwegs aktuelles Handy hat mehr Leistung. ;)

Bei weitem mehr Leistung würde ich wohl meinen.
@ TE: Wenn du dich für die Materie interessierst, kannst du es ja behalten, als Trophäe o.ä. Sonst würde mir kein Verwendungszweck dafür einfallen.

mfG
 
Ja. Das Mainboard taugt höchstwahrscheinlich leider nur noch als Wandschmuck.

Es wäre eine echte Mission, das Ding wieder in Betrieb zu nehmen, selbst wenn das Mainboard noch intakt ist. (Z.B. neigen die BIOS Batterie/Buffer-Kondensatoren dazu, nach so langer Zeit hinüber zu sein.)

Du brauchst ein passendes altes Netzteil, eine AT-Tastatur, eine alte IDE-Festplatte, eine VLB-Grafikkarte (oder notfalls eine ISA), optimalerweise ein für (Baby-)AT-Format passendes Gehäuse, Diskettenlaufwerk (+ MS-DOS bis 6), evtl. CD-Laufwerk, eine ISA-Soundkarte, eine serielle Maus, dazu die ganze Kabelei und die Treiber usw.
Ein Monitor mit VGA-Anschluss wäre noch ein kleines Problem, wobei man bei den heute üblichen Auflösungen/Bildformaten schon zaubern (an den Treibern manipulieren) müsste, damit es z.B. wenigstens unter Windows ein vernünftiges Bild gibt.

Kurz gesagt ist so ziemlich alle aktuelle PC-Hardware zu einem 20 Jahre alten 486er inkompatibel.

Und auch wenn man alles zusammen bekommen würde, wäre nichts sicher, denn z.B. lief längst nicht jede VLB-Karte auf jedem Mainboard (z.B. abhängig von den Bus-Frequenzen).

Es wäre sicher viel einfacher, sich einen alten Komplettrechner anzuschaffen, bei dem man vorher ausprobieren kann, ob er (eventuell nach kleineren Wartungsarbeiten wie z.B. neue Kondensatoren einlöten) noch läuft. Da hat man zumindest schon mal alle nötigen Komponenten zusammen.

Man braucht außerdem auch einiges an Fachwissen über Interupts, DMA-Adressen usw., um die nicht-"Plug&Play"-Hardeware dieser Zeit miteinander zum laufen zu bringen. Und natürlich muss man wissen, wie man eine brauchbare autoexec.bat und config.sys hinbekommt, die z.B. genug "niedrigen Speicher" für die Spiele frei lässt.
Ohje, war damals alles noch kompliziert. :D

Oder natürlich einfach auf einem modernen PC DOSBox installieren und sich an den genialen alten DOS-Spielen erfreuen. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich möchte es nirgendwo einbauen. Wollte ich nie.
So eins hatte ich davor noch überhaupt nicht gesehen,
daher wollte ich unbedingt mehr darüber in Erfahrung bringen.
Ich fand' es einfach nur interessant.

Aber vielen Dank für die ganzen Antworten! : )
 
Zuletzt bearbeitet:
Schraube halt mal den CPU Kühler runter und lese was auf der CPU steht. Dann weißt Du sicher mehr.
 
Nitewing schrieb:
sieht für mich nach nem Serverboard aus...
Schlechter Witz. Schon damals war das Board des TE nur Billigschrott.
486er Serverboards haben i.d.R. EISA oder, in sehr seltenen Fällen, MCA Steckplätze.
 
Der Eindruck des Server-Boards kommt wohl daher, dass das Board für heutige Verhältnisse sehr viele Steckplätze (ISA, VLB und Speicher) hat. Aber früher waren PCs halt noch wirklich modulare Systeme. Schon Festplattencontroller und serielle und parallele Schnittstellen usw. waren oft auf Zusatzkarten untergebracht. Soundkarten, Netzwerkkarten und dergleichen sowieso. Wobei zu 486er-Zeiten so langsam die Integration der elementaren Funktionen in Chipsätze begann.

Weil der Chipsatz damals nicht allzu viele Aufgaben hatte, hat man sich auch nicht so viele Gedanken darüber gemacht. Zumindest ich nicht. Ich wüsste jedenfalls nicht, was für Chipsätze mein 286er und mein 486er damals hatten.

Deshalb kann ich auch nicht nachvollziehen, ob es sich hier um Billigschrott handelt. Vesa-Local-Bus war vor PCI das Non-Plus-Ultra im Consumer-Bereich. MCA war ein Flopp (und kennzeichnete das Ende von IBM als "Marktführer" bei den PCs) und EISA war teuer und brachte kaum praxisrelevante Vorteile.
 
Herdware schrieb:
Deshalb kann ich auch nicht nachvollziehen, ob es sich hier um Billigschrott handelt.
Stichwort: pcCHIPS. Triton hat ja schon geschrieben, was von diesen Teilen zu halten ist. ;)

Herdware schrieb:
Vesa-Local-Bus war vor PCI das Non-Plus-Ultra im Consumer-Bereich.
MCA kam 1987, EISA ein Jahr später und VLB erst 1993. Mehr als 3 Slots gingen nicht und oft war schon bei 2 Schluss, weil das System bei dreien instabil wurde
(manchmal kam es sogar bei nur 2 Karten zu Konflikten; siehe: http://en.wikipedia.org/wiki/VESA_Local_Bus).

Herdware schrieb:
MCA war ein Flopp (und kennzeichnete das Ende von IBM als "Marktführer" bei den PCs) und EISA war teuer und brachte kaum praxisrelevante Vorteile.
Im Gegensatz zu ISA oder VLB waren MCA & EISA selbstkonfigurierend, d.h. man musste nix Jumpern, nur die Configdateien einspielen und den Rest erledigte das System selbst.
Zudem beherrschten beide Busmastering und Burstmode Transfers, was sich positiv auf SCSI Controller und Netzwerkkarten auswirkte.

Daneben war ISA reinste Steinzeittechnik und VLB war da auch nicht komfortabler, da die IRQ Leitungen über den ISA Teil des Steckplatz liefen.
 
CHAOSMAYHEMSOAP schrieb:
Im Gegensatz zu ISA oder VLB waren MCA & EISA selbstkonfigurierend, d.h. man musste nix Jumpern, nur die Configdateien einspielen und den Rest erledigte das System selbst.

Aber es gab damals keine für Consumer interessante/erschwingliche MCA- und EISA-Karten, mit denen man davon etwas gehabt hätte. Nicht immer ist das technisch fortschrittlichere die bessere Wahl. Als Consumer wäre man schön bescheuert gewesen, sich z.B. einen EISA-486er anzuschaffen. Man hätte entweder ein Vermögen für exotische EISA-Karten ausgeben müssen, was in keinem Verhältnis zur Mehrleistung und sonstigen Vorteilen gestanden hätte, oder doch nur ISA-Karten darin betreiben. So oder so hätte man nur viel Geld verbrannt.

Mehr als einen oder zwei VL-Bus-Steckplätze brauchte außerdem so gut wie niemand. Außer der Grafikkarte und allerhöchstens noch eine (teure und deshalb seltene) Fesplattencontroller-Karte mit Cache war selbst das uralte 16Bit-ISA für die meisten anderen Anwendungen noch ausreichend. In der Praxis war VLB ein Vorläufer im Geiste von AGP. Eine reine Grafikkarten-Schnittstelle.

VESA-Local-Bus war deshalb jedenfalls keineswegs ein Hinweis auf einen minderwertigen PC.

Es mag sein, dass der in diesem speziellen Board eingesetzte Chipsatz ein Billigprodukt war, aber wie gesagt habe zumindest ich damals noch nicht auf sowas geschaut und ich wüsste auch nicht, dass sich Fachmagazine (z.B. die c't) mit den Vorzügen und Nachteilen verschiedener Chipsätze für 486er und älter beschäftigt hätten. Das wurde eigentlich erst mit den Pentiums ein Thema.

Mein eigener 486DX50 hatte damals (1992) übrigens noch ausschließlich ISA, weil die 50MHz "echter Takt" für VLB zu viel gewesen wären. Die damals auch schon erhältlichen DX2-66 hatten das Problem dank nur 33MHz auf dem Board nicht. Aber irgendwie waren mir diese "falschen" 66MHz damals suspekt. :D
So richtig weh tat das Fehlen von VLB aber erst, als die ersten 3D-Spiele mit "Super-VGA"-Auflösung auf den Markt kamen (z.B. Wing Commander III). Aber da stand sowieso auch so langsam ein Upgrade auf einen Pentium an.
 
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