Inglourious Basterds - Tarantinos neuer Film

Wieso man einen Film nur nicht gucken möchte, weil es um Nazis geht verstehe ich nicht.
Schlimme Zeit et cetera...ist mir schon klar. Aber wir alle haben damit NICHTS zu tun und irgendwann ist sowas einfach verjährt. Jetzt kommen wieder welche an und erzählen mir was davon, dass ich sowas doch nicht sagen könne, welch unmoralischer Mensch ich sei, blabla.
Es sit aber einfach so. Irgendwann reicht es mal mit dem geheuchelten Mitleid.
Ich für meinen Teil finde es gut, wenn sich endlich mal jemand traut das Thema auf den Arm zu nehmen.
 
Das dritte Reich "verjährt" nicht und wenn Du meinst, dass Tarantino der erste wäre, der das Thema mit Humor angeht, ist viel an dir vorbei gegangen. Ich empfehle entweder die Bücher von Walter Kempowski oder, etwas kompatibler, Mel Brooks. Den gibt's auch auf DVD.
 
Worauf ich gespannt bin, ist die Filmmusik, da hat Tarantino oft was gutes frisches :)
 
Mir hat Jackie Brown am besten gefallen. Sein einziger Film, in dem nicht nur holzschnittartige Figuren auftauchen, sondern eine echte Geschichte erzählt wird.

Die goldene Palme für Christoph Waltz als besten Schauspieler in Basterds lässt natürlich hoffen, mir missfiel aber schon der Trailer, in dem ein grimassierender Brad Pitt den coolen Offizier mimte. Das wirkt zu aufgesetzt. Einerseits zieht es den Film wieder in Richtung Trash und Exploitation, was auch beabsichtigt ist. Andererseits muss sich Tarantino dann die Frage stellen lassen, warum er es nicht beim Original belassen hat, das Trash nicht nur sein will, sondern auch ist.

Tarantino kommt mir wie ein Reisender durch die Filmhistorie vor, der sich davor scheut, etwas Neues zu schaffen. Er zitiert und kopiert, wagt aber keinen gänzlich neuen Stil. Seine Filme sind hochwertig und glanzvoll, irgendwie Trash für Leute, die keinen Trash mögen.

Regisseure wie die Coens sind mir da deutlich näher. Deren Filme sind oberflächlich gesehen ebenfalls cool und durchgestylt, aber darunter brodelt es düster und sarkastisch. Tarantinos Filme haben oft nur Oberfläche. Schade.
 
Zuletzt bearbeitet:
Herrlich, all die entrüsteten Heile-Welt-Fans :D
Man sollte seine Moralvorstellungen einfach mal an der Kinokasse abgeben und nüchtern zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Man muss sich nicht wegen jeder Gewaltorgie das Maul zerreissen, sondern es einfach als das nehmen, was es ist: Ein Film. Kein Grund, daraus eine riesen Geschichte zu machen.
 
nun ja, die tarantino-filme haben schon etwas seltsames und bei vielen ist der anfang nicht der anfang der geschichte und das ende nicht das ende der geschichte. ausserdem sind die gewaltdarstellungen interessant inszeniert. obwohl das alles sehr dramatisch und schlimm ist, ist es auf eine art inszeniert, wo es einfach komisch ist. ich meine, dass man einen tarantino-film entweder mag, oder nicht und eine gratwanderung nicht möglich ist. dass sind mal meine allgemeinen eindrücke zu tarantino und ich mag seine filme, würde sie aber nicht tattäglich anschauen.
der trailer scheint ganz interessant zu sein, ich werde mir den mal merken, aber ich habe auch schon gehört, dass der film nicht mehr an die grossen erfolge von früher anknüpft. naja, einmal anschauen ist sicher kein fluch.^^
 
Tarantino Filme haben mich bisher immer gut unterhalten.
Also ihren Zweck erfüllt.

Tarantino und auch Rodriguez sehe ich immer wieder gerne.
Zuviel Anspruch haben die Filme sicher nicht.
Aber sie sind eben unterhaltsam.
 
Bueller schrieb:
Das dritte Reich "verjährt" nicht und wenn Du meinst, dass Tarantino der erste wäre, der das Thema mit Humor angeht, ist viel an dir vorbei gegangen. Ich empfehle entweder die Bücher von Walter Kempowski oder, etwas kompatibler, Mel Brooks. Den gibt's auch auf DVD.

Habe ich geschrieben, dass Tarantino der Erste war/ist?
Nein, habe ich nicht.
Natürlich verjährt das. Nur bei uns Deutschen nicht, weil wir immer noch denken schuldig zu sein. Blödsinn.
Naja, wie gesagt, die meisten haben da eine andere Meinung.
 
Also ich weis auch nicht was ihr alle habt. Es ist ein Tarantino Film und somit ist Gewalt vorprogrammiert. Nazis hin oder her. Anhand dieses Films das Thema "Was kann und darf man in Filmen zeigen" ist lächerlich. Es ist halt ein krasses Thema und wie die Amis damit umgehen sollte eigentlich allen klar sein, sie haben ja schließlich gewonnen. Einige Posts vorher hatte sich jemand aufgeregt, weil Brad Pitt 100 Nazi-Skalps verlangt. Da frage ich mich doch wo ist dein Problem. Demnach wäre es auch besser sämtliche Filme wie SAW und wie dieser ganze Schund heißt zu verbannen. Ich werde ihn mir ansehen auch wenn ich die letzten Filme von Tarantino, Kill Bill eingeschlossen eher mäßig fand, weil ein kleiner Teil in meiner Geburtsstadt Görlitz gedreht wurde.
 
@franky

Du widersprichst dir. Wenn sich "endlich mal jemand traut", hat es anscheinend vorher keinen gegeben, der das getan hat. Ergo wäre Tarantino der erste.

So wie Du schreibst, dass Du "NICHTS" damit zu tun hast, liegt dir an einer Diskussion darüber in der Tat nichts. Mord und noch weniger der Holocaust verjähren nicht. Das weiß sogar die deutsche Justiz und klagt aktuell immer noch an. Es geht auch gar nicht darum, wer aktuell Schuld trägt. Es geht um das nicht vergessen. Nur darum.

Tarantino kratzt das wahrscheinlich gar nicht. Das Naziszenario bot sich ihm nur als cool an. Historisch ist es ihm egal. Ob nun 100 oder 1000 Naziskalps in diesem Film auftauchen, das macht den Film weder besser noch schlechter. Und verwerflich oder obszön schon gar nicht. Da überschätzen manche Tarantino gewaltig.
 
gestern gesehen und für sehr gut befunden... hans landa ist mit abstand die beste figur im ganzen film (schauspielerisch), shosanna dafür die niedlichste ;)

freu mich schon auf die dvd, wirdn pflichtkauf!
 
Soooo... gestern im Kino gewesen, davor so gut, wie gar nicht spoilern lassen und es mal auf mich zu kommen lassen.

Allein schon in der Anfangsszene erkennt man, in welche Richtung der Film gehen wird. Tarantino setzt mal wieder auf erstklassige Dialoge (hier ein dickes Lob an Christopher Waltz!) und eine langsam aufbauende Story. Zwischendrin wird klar gemacht, wer gut und wer böse ist. Meiner Meinung nach ist dieser Kontrast wichtig und hat nichts mit Schuldzuweisung zu tun. Erstens ist es Teil des Trashs, zweitens zeigt Tarantino, dass auch die vermeintlich "Guten" skrupellos töten.

Zum Soundtrack: Wie schon in vielen anderen Tarantino's kommen wieder einige Meisterwerke von Ennio Morricone vor. Und - wie immer - sie passen perfekt! Herrlich. Der Soundtrack ist Ambrosia für die Ohren :) (Ich lege immer sehr viel Wert auf Soundtracks! Machen viel bei einem Film aus!). Zu den Schauspielern: Eigentlich ein top-besetzter Film, bis auf Brad Pitt, der nicht so wirklich reinpassen will. Warum nimmt man hier nicht Hugh Jackman? Hätte meiner Meinung nach besser reingepasst... aber naja. Ein Film braucht eben auch Namen...

Das einzige Manko waren die Gewalt-Szenen. Ich liebe die Art, wie Tarantino mit dem Thema Gewalt umzugehen pflegt (Beispiel "Reservoir Dogs" - Folter-Szene). Aber hier finde ich es doch ein wenig heftig - und vor allem unerwartet. "Inglourious Basterds" ist mit Abstand - seeeeeehr großem Abstand - sein brutalstes Werk. Aber, und damit komme ich zum Fazit, erreicht er genau, was er damit beabsichtigt: Aufsehen ;) Darauf bauen die Filme auf: Umstrittene Filme, sprengen eigentliche Grenzen, welche eigentlich tabu sind.

An alle Tarantino-Fans, schaut ihn euch an! An alle Historiker, drückt ein Auge zu! Ein "neuer" Tarantino, mit dem Charme seiner alten Filme, hervorragenden Schauspielern und viel spritzendem Ketchup!
 
Ich werd mir den Film morgen Abend anschauen und bin richtig gespannt.
Bis jetzt habe ich nur gutes über Film gehört - Aber ich liebe Tarantino Filme auch einfach.
 
War auch am Samstag drin und finde auch, dass Christopher Waltz seine Rolle echt gut gespielt hat.

Ueberhaupt waren die Dialoge gut gemacht.

Die Gewaltszenen haben mich auch etwas ueberrascht.
 
War gestern drinne. Auf jeden Fall sehenswert. Die Filmmusik war typisch Tarantino und hat immer sehr gut gepasst. Nur die FSK 16 Einstufung ist mir schleierhaft.
 
Werde mir den Film heute Abend im Kino anschauen (ja, Kino, seit langem mal wieder).
Bin auch bekennender Tarantino Fan.
Ich finde seine Filme absolut genial.
Das fängt bei Pulp Fiction an und hört bei Jackie Brown auf.
Seine Filme haben etwas besonderes und ziehen mich irgendwie in seinen Bann- ich denke mir immer: "Hoffentlich ist der Film jetzt noch nicht zu Ende ..."- was bei mir relativ selten ist.
 
Als Regisseur? Selbst wenn man seine Arbeit auf das reduziert, so hat er zwischen den beiden erwähnten Filmen schon was gemacht. Wenigstens "Four Rooms" ist da erwähnenswert.
 
Mir hat der Film auch sehr gut gefallen, gnadenlos bis zum Schluss. Fast alle Charaktere gehen drauf.:evillol: Dialoge einfach Genial, fand auch das alle Deutschen Schauspieler kamen gut zu Geltung.
Christopher Waltz Teuflisch & Oscar Reif!

mfg...
 
@Deliberation
Darum ging es ja auch gar nicht. mosquito87 hat einfach sein Lob auf Tarantino etwas ungünstig formuliert.
 
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