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IPv4 fast alle - großes Drama?

lordg2009

Lt. Commander
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Apr. 2009
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1.559
Hi,

bitte nicht lustig machen, ich habe es einfach nicht verstanden. Ständig ließt man in dramatischen Artikeln, dass die IPv4 Blöcke fast alle sind. Die Artikel sind stets hochdramatisch. Sogar Sterbeurkunden werden gefälscht. Wieso ist das so schlimm? IPv6 gibt es doch schon seit Jahren. Alle meine Softwareprodukte, die ich auf meinem Heimserver installiere unterstützen mittlerweile IPv6. Warum kann man alle neuen Dienste nicht einfach ausschließlich über IPv6 laufen lassen? Jedes gängige Smartphone, Browser und Provider wird das doch mittlerweile unterstützen.

Beispiel Artikel:
https://heise.de/-4027380

Vielen Dank für die Antworten auf die sicherlich dumme Frage.
 
lordg2009 schrieb:
Hi,

...Jedes gängige Smartphone, Browser und Provider wird das doch mittlerweile unterstützen.

Vielen Dank für die Antworten auf die sicherlich dumme Frage.

Und genau da liegst Du leider falsch. Vodafone kann z.B. in seinem Mobilnetz aktuell immer noch kein IPv6 und so lange es immer noch Probleme gibt von v4 auf v6 zu kommen, wird man als Privatmann mit v4 besser fahren. Bei meinem Kabelanschluss hatte ich das Glück, dass ich auf ipv4 noch wechseln konnte von dem unsäglichen DSlite. Hätte sonst nicht von überall auf mein Wiki zugreifen können...
 
Ist doch keine dumme Frage.
Eine dumme Fragen ist, wenn einer eine HDD aufschraubt von Hand den Lesekopf hin und her schiebt, wieder zuschraubt und sich dann fragt warum die nicht mehr geht. :D (Neue Smileys wären auch mal gut)

Weil noch nicht alle Geräte v6 unterstützen.
Ich hatte bei einem Internetmodem mal ein witziges Problem, dass nur noch IPv6 Adressen funktionierten. Viele Seiten im Internet haben aber nicht funktioniert. So Grosse wie Google waren kein Problem, aber das meiste war nicht verfügbar.
 
Ich habe schon gar keine IPV4 Adresse mehr von Vodafone über Kabel.
Das ehemalige Dual-Stack hat man irgendwann nur noch auf IPV6-DS-Lite laufen weil denen wohl auch die Adressen ausgegangen sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
VPN über IPv6 ist z.B. nach wie vor nicht ganz einfach, viele Produkte sind zudem auf NAT und andere Strukturen ausgelegt, die mit IPv6 so entweder nicht mehr funktionieren oder keinen Sinn machen.
Und obwohl es IPv6 schon lange gibt haben viele halt einfach ihre Hausaufgaben nicht gemacht, einfach weil sie bisher nie mussten. NAT hat das Problem dann wiederum etwas entschärft.

Im Mobilfunk haben wir meines Wissens in Deutschland noch nirgends IPv6. Bei Online-Games ist IPv6 auch nicht gerade weit verbreitet, aktuell fallen mir da nur WoW und Elite Dangerous ein, die es unterstützen, wenn man es extra aktiviert.

Ich selbst habe mein Heimnetz schon auf IPv6 umgestellt, einfach um mich daran zu gewöhnen. Windows 10 arbeitet im Hintergrund auch schon nahezu vollständig mit IPv6. Ich merke aber dabei selbst, daß das Handling nicht gerade unkompliziert ist. Ich habe auch zwei Internet-Anschlüsse, einer mit DSlite und einer mit Dual Stack. Die DSlite Verbindung ist viel problematischer, externe Zugriffe vom Smartphone aus kann ich damit vergessen.

IPv4 wird uns noch länger begleiten als viele denken.
 
Ahh, vielen Dank für eure Antworten. Ich meine mich zu erinnern, dass bereits vor mehreren Jahren apokalyptische IPv4-bald-alle Artikel erschienen sind. Ich hätte gedacht, dass inzwischen einfach mehr umgestellt ist. Mir fällt jedoch gerade auf, dass für mich dieses Thema aktuell relevant werden könnte. Ich betreibe eine Owncloud Instanz bei mir zu Hause über eine dyndns. Ich bin aktuell bei dem, was früher mal Telecolumbus war. Nächsten Monat ziehe ich um, ich sollte wohl darauf achten, dass mein Provider dann auch wieder IPv4 Adressen anbietet, oder?

PS:
Ich habe meine Frage entschuldigend formuliert, weil ich es vom Heise-Forum gewohnt bin 50% beleidigende Posts zu lesen. Besonders als nicht ITler ist es dort leider gefährlich, selbst zu schreiben. Aber ich muss zugeben, dass mir das hier noch nie passiert ist und ich bin schon seit 2009 dabei. Vielen Dank für eure Infos.
 
Wie heißt es doch so schön "Totgesagte leben länger" oder so ähnlich. Gerade im privaten Sektor (Heimnetz, PC zu Router, PC zu PC etc.) wird IPv4 wohl noch recht lange leben. Die meisten Provider, Hosting Anbieter, Domain Reseller etc. fahren aktuell sogar primär noch mit IPv4.

Ich sehe es ja bei mir, wenn ich für einen Kunden eine Domain beim Reseller registriere, werden zuerst nur IPv4 Adressen hinterlegt. IPv6 muss man dann nach Registrierung hinterlegen, damit diese erreichbar sind. Andere Beispiele sind dann Games oder andere Onlinedienste die das noch gar nicht so effektiv nutzen / verwenden.

Von daher, alles locker betrachten. Die Umstellung von IPv4 zu IPv6 wird noch recht langwierig sein... wobei es auch schneller gehen kann als gedacht. Aber ich selbst gehe nicht davon aus, dass in den nächsten 2 Jahren etwas passiert. Allerdings, so genau voraus sagen kann man es ja auch nicht in unserem "Neuland" :D

Gruß, Domi

Nachtrag: Was die Entschuldigung angeht, niemand ist perfekt zur Welt gekommen und Fragen ist erlaubt. Es gibt immer irgendwo einen der meint er müsste jemanden doof anmachen weil man etwas nicht weiß. Ich bin seit vielen vielen Jahren in Foren aktiv und komme beruflich aus dem IT Sektor. Der nette Umgangston im Vergleich zu Damals hat sich geändert. Damals fragte man etwas und die Leute haben hilfsbereit geholfen, heute heißt es "bla bla, schon mal Google benutzt bla bla?" oder "Registrier dich im Forum XY, die helfen", und da könnte ich noch diverse Beispiele nennen. Solche gibt es hier auch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin!

Nur weil zu Hause alles (wichtige) mit IPv6 läuft, heißt es definitiv nicht, dass in Firmen auch alles mit IPv6 laufen könnte. Gerade die selbstgestrickten Lösungen sind da ein Hindernis. Und dann gibt es auch noch Hersteller, die IPv6 bestenfalls rudimentär unterstützen (an der Stelle sei mal Meraki genannt).

IPv4 läuft aktuell noch "gut genug", um keine hektische Aktivtäten auszulösen: Wer es braucht, der nutzt es - egal ob IPv4 oder IPv6.

Wenn Du allerdings neue öffentliche Adressblöcke brauchst, dann ist Sparsamkeit angesagt: /30, /29 oder /28 sind noch verhältnismäßig einfach zu bekommen. Bei mehr wird es schon schwieriger (bzw. teurer).


Grüße,
Christian
 
In meinem Bekanntenkreis haben einige durch die Kabel-Internet-Technologie IPv6 mit dem getunnelten IPv4 und massive Probleme, wenn die mal ein Spiel hosten sollen.

Einer wechselte von Kabel zurück zu normalem DSL und schwups, keine Probleme mehr.
 
Chillaholic schrieb:
Das ehemalige Dual-Stack hat man irgendwann nur noch auf IPV6-DS-Lite laufen weil denen wohl auch die Adressen ausgegangen sind.
Der Provider macht einfach NAT und schon hat er nahezu beliebig viele IPv4-Adressen. Nur weil der globale Adresspool langsam ausgeschöpft ist wird kein Provider für Endkunden die IPv4-Versorgung einstellen.
 
Ltcrusher schrieb:
In meinem Bekanntenkreis haben einige durch die Kabel-Internet-Technologie IPv6 mit dem getunnelten IPv4 und massive Probleme, wenn die mal ein Spiel hosten sollen.
Das liegt aber nicht an IPv6 sondern an der Krankheit Carrier-Grade NAT, das genau wegen der IPv4-Knappheit zum Einsatz kommt.
Mit einem durchgängigen und flächendeckenden IPv6-Netz ist das Hosten im eigenen Heimnetz genauso einfach (wenn nicht noch einfacher) wie mit IPv4.
 
MADman_One schrieb:
Im Mobilfunk haben wir meines Wissens in Deutschland noch nirgends IPv6.
Bei der Telekom (uns Resellern) seit Jahren.
Bei Android muss man es in den APN Einstellungen aktivieren.
 
mein zweiter Versuch auf IPv6 umzustellen ist vor kurzem gescheitert - habe IPv6 komplett deaktiviert ...

Ich hab allerdings auch kein Standardszenario zuhause und da ist wohl das Problem. Die Geräte können alle IPv6. Mein Provider (Telekom) kann IPv6. Das Problem bin wohl ich und meine denke die versucht IPv4 auf IPv6 umzusetzen. Das Problem fängt schon damit an das jeder Client min. 3 IPv6-Adressen hat und zieht sich dann durch den eigenen DNS/DHCP-Server wo ich nicht weiß welche IPv6 Lokal genutzt werden kann - muss ja fest sein usw.

Für Standardszenarien ist IPv6 problemlos zu hause nutzbar. Einfach auf allen Clients IPv6 aktivieren, der Provider kann es auch und dann go.
 
Ich würde es toll finden, wenn im Internet alles mit IPv6 läuft bis zum eignen Router und ab da normal v4 wie bis anhin.

In der Schweiz haben zum Teil Anbieter bereits auf v6 umgestellt. Nun haben wir aber genau Problem mit den VPNs.
Und beim Swisscom Handynetz hat man gar keine externe IP mehr, das läuft dann über eine 10.x.x.x. Somit setzen auch Provider auf NAT um der Knappheit entgegenzusetzen.
 
brainDotExe schrieb:
Bei der Telekom (uns Resellern) seit Jahren.
Bei Android muss man es in den APN Einstellungen aktivieren.

Das muss mir irgendwie entgangen sein. Habe es gerade an meinem Smartphone umgestellt und es funktioniert. Vielen Dank, Du hast gerade ein Problem gelöst was mich schon lange geärgert hat :)
 
till69 schrieb:
Läuft nicht der weltweite eMail-Verkehr fast nur über IPv4? ;)
Ja und nein, es ist eine Einstellungssache... Postfix oder andere SMTP Dienste arbeiten (korrigiert mich, wenn ich falsch liege) bevorzugt mit IPv4 (default Settings)... wenn das nicht geht, versuchen sie IPv6. Mann kann aber auch "force ipv4" machen und dann laufen sie generell nur noch über IPv4 :D Den einen oder anderen Server von mir habe ich schon auf "nur IPv4" umgestellt, da diverse Anbieter / Hoster den AAAA Eintrag nicht gesetzt haben und dann gibt es die Rückmeldung das die Domain nicht erreichbar ist.
 
Wulfman_SG schrieb:
Das Problem bin wohl ich und meine denke die versucht IPv4 auf IPv6 umzusetzen. Das Problem fängt schon damit an das jeder Client min. 3 IPv6-Adressen hat und zieht sich dann durch den eigenen DNS/DHCP-Server wo ich nicht weiß welche IPv6 Lokal genutzt werden kann - muss ja fest sein usw.
Verabschiede dich von dem Gedanken, dass du bzw an deinem Router eine öffentliche IP hast und in deinem Heimnetz IPs aus den privaten Bereichen und stell dir vor, alle deine Geräte haben 3 NEtzwerkkarten mit je einer IP (ist einfach greifbarer als mehrere IPs pro NIC)
- erste NIC ist immer direkt mit dem Internet verbunden hat die öffentliche IPv6 bzw gleich mehrere einfach weil es so viele davon gibt. Die beginnt idR mit 2003:
- zweite NIC hat eine nur im lokalen Netz erreichbare Adresse, die idR mit fe80: beginnt, nennt man link local

Alle weiteren wie unicast, multicast etc sind optional, daher hat erst einmal jedes Gerät eigentlich nur 2 IPv6-Adressen.
Als Ergebnis ist man eben nicht mehr auf diese Krücke namens NAT angewiesen und hat wieder ein Internet wie "früher" als noch jedes Gerät direkt verbunden war und das Internet wirklich aus Ende-zu-Ende-Kommunikation. Erfordert dann auf der anderen Seite natürlich rudimentäre IPv6-fähige Firewalls aber selbst Fritzboxen können das schon seit ein paar Jahren :)

Ich gehe aber davon aus, dass wir noch viele viele viele Jahre lang einen Dualbetrieb haben werden und IPv4 nicht so schnell aussterben wird.
 
snaxilian schrieb:
Ich gehe aber davon aus, dass wir noch viele viele viele Jahre lang einen Dualbetrieb haben werden und IPv4 nicht so schnell aussterben wird.
Man kann eben den Kunden die IPv4-Erreichbarkeit nicht einfach nehmen. Und in internen Netzen spielt es eigentlich überhaupt keine Rolle, solange der Router die Unsetzung von extern 6 auf intern 4 beherrscht. Ich sehe auch noch eine viele Jahre dauernde, parallele Nutzung von IPv4 vor uns, was prinzipiell auch kein Problem ist, da beide Protokolle koexistieren können.
 
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