Ist Studentsein überhaupt (noch) Menschenwürdig?

Stimmt, das ist echt nicht okay. Besonders dann nicht, wenn man zwar Schulden aber keinen Job hat. Da tröstet das DinA4-Blatt mit dem Abschluss auch nicht sonderlich. Bei Schulden durch Konsumartikel hat man wenigstens den Flachbildschirm, die Expresso-Maschine, das Motorrad, ...
 
Blutschlumpf schrieb:
Zu den Konditionen würde ich gerne einen Kredit aufnehmen ;)

Und den Rückzahlungszeitpunkt sollte man dabei auch nicht außer acht lassen, bei mir hat es ziemlich genau 10 Jahre gedauert, bevor sie mich angeschrieben haben. Dachte schon, die hätten mich vergessen! ;)
 
was definierst du als menschenunwürdig?
40-60 Stundenwoche?
~20-30 Tage Urlaub in 2,5 Jahren?
Tja, so siehts halt aus wenn man nicht auf Kosten der Eltern oder des Staates studiert ;)

Oh man! Ihr studiert, habe also en bissel Plan von diversen Themen! Wenn man dann an der Tanke arbeitet dann hat man den falschen Job! Ok, ich hab viel gearbeitet. Aber damit kann ich mir Wohnung, Auto, Computermist, Hobbies... bezahlen. Und wenn ich mitte April endlich fertig bin lege ich mich mit ein paar € für die mir fürs Ausgeben die Zeit gefehlt hat mal ein zwei Monate faul in die Ecke und nerv euch mit sinnlosen Beiträgen :D

Was hier fehlt ist der Wille sich durchzubeißen! Keine Sau schenkt dir was. Du musst es dir erkämpfen. Bei CS schafft ihr das doch auch!?! Nur das man hier nur ein Leben hast :evillol:
 
Ich hab zwar nicht studiert, aber meine, dass die Kosten fürs Studieren die Eltern übernehmen sollten. (In weiser Voraussicht sollten die Eltern schon rechtzeitig Geld gespart bzw angelegt haben, falls sie keine Grossverdiener sind)

Wenn sie das aber aus irgendwelchen Gründen nicht konnten muss sich der angehende Student sein Studium halt mit Nebenjobs finanzieren oder es bleiben lassen und ne Ausbildung machen. Das ist hart, ja, ich weiss.
 
Ich kenn da die Regularien aus meiner Familie zum Glück nicht, aber bekommt man wenn man selber wie auch die Familie gar nichts hat nicht auch als Student Sozialhilfe ?

btw @ Tankred:
Ich würd den aufnehmen, Geld irgendwo anlegen und ein paar Prozent Zinsen bekommen und nachher nur nen Teil zurückzahlen. Befög ist doch fast wie ein Geldgeschenk.
 
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An diesen Thread sieht man mal wieder sehr schön die blumigen Vorstellungen, die viele vom Studieren haben. Aus meinen Beobachtungen kann ich nur sagen, das der normale Student der Ingeniuers-Studiengänge während der vorlesungsfreien Zeit i.d.R. nicht die Zeit hat, um richtig arbeiten zu gehen, wie es anscheinend bei den Geistis und co. üblich ist. Die Prüfungsvorbereitungen sind durchaus, wenn man mehr als 2-3 Klausuren mit annehmbaren Noten schreiben will, mehrere Wochen intensiv-lernen, da den Studenten ihr Abschluss eben nicht geschenkt wird.

An meinem Lehrstuhl werden die Hiwis sogar von ihrer Tätigkeit beurlaubt, damit sie die Möglichkeit haben sich ausreichend vorzubereiten, was dann durch Vorarbeiten oder Nachholen wieder ausgeglichen werden muss. Während des Semester gibt es regelmäßig Testate zu erledigen, für Labore die Auswertung und Berichterstattung oder Projektarbeiten zu bearbeiten usw.

Insofern kommen die Studenten durchaus auf 60h die Woche.
 
naja, ich hab mir einfach die Zeit genommen zum Arbeiten (als schlechtbezahlter (3 Stunden pro Woche - aber die tatsächliche Arbeitszeit liegt deutlich darüber - Sysadmin (Linux, Xen und Windoofworkstations), Softwareentwickler (Java, C++, Python), Elektriker usw. an einer öffentlichen Bildungseinrichtung - aber es macht Spaß und darauf kommt es an.) . Dafür dauert auch mein Studium knapp 2 bis 3 Semester länger. Na und, irgendwie muss man die Zeit als Student doch auch noch genießen können, denn "später", wenn man mal tief im Alltag steckt mit 40h/Woche Jobs, wird man nie wieder solche Freiheiten genießen können.
 
Blutschlumpf schrieb:
Ich kenn da die Regularien aus meiner Familie zum Glück nicht, aber bekommt man wenn man selber wie auch die Familie gar nichts hat nicht auch als Student Sozialhilfe ?

Nein als Student hat man kein Anspruch auf die Mittel von der ARGE, Arbeitsamt noch auf Sozialhilfe.
Es gibt ja dafuer Befoeg.

Ich freu mich schon drauf wenn ich die Weiterbildung zum IT-Techniker mach, wo ich dann wieder auf Bafoeg angewiesen bin und ich nach den 2 Jahren auf eine gute Summe sitzen werde die ich dann wieder zurueckberappen muss. Gluecklicherweise fang ich schon jetzt an immer wieder mal etwas zurueckzulegen.
Außerdem werde ich in den Ferien ohnehin arbeiten.
 
5000 Euro brutto im Monat als studierter Berufsanfänger? Ich lach mich schlapp! Wo ist der Job, ich fang sofort an, egal was es ist.

In der Schweiz? ;)

Ich meine gehört zu haben, dass der Durchschnittslohn von Studienabgängern an meiner Uni irgendwo bei über 80'000 SFr. liegt. Wäre pi mal Daumen so um die 4'500€, schau einfach, dass du über dem Durchschnitt und in einer Branche tätig bist, in der Boni oder ähnliches zur Regel gehören :)
 
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wie gut das in der schweiz die lebenserhaltungskosten quasi die selben sind , ich kann auch nach norwegen gehn dahabi aufm papier auch viele juros
 
Schlechter Vergleich, das BIP/Kopf ist in der Schweiz > 1,5 mal so hoch wie in DE, da verdient dann auch der Frisör mehr als der hierzulande.
 
Deine Rechnung trifft ja nur auf wenige Fächer wie Wirtschaft und Ingenieure zu.
Das sind mit den Informatikern zusammen die Topverdiener was die Einstiegsgehälter angeht. Für Diplomer kann man ungefähr 45.000€ brutto Einstiegsgehalt zum rechnen benutzen.

Der ganze Rest.. und das sind eben nicht nur die paar "Geisteswissenschaftler" verdient weit weniger.
Allerdings wird die Zahl bei denen durch höhere Arbeitslosenquoten und damit einhergehend eben auch viel mehr Jobs, für die die Absolventen eigentlich überqualifiziert sind, runtergezogen.
Nur so als Info.


Rumgeheule über Bafög werde ich nie verstehen. Das Bafög hat noch niemandem den Hals gebrochen, da man eh auf höchstens 10.000€ kommt. Also ist es im Prinzip nen dickes Geschenk.. der Sozialstaat funktioniert in dieserlei Hinsicht eigentlich recht gut.. auch wenn es manchmal ein Krampf ist, das Bafög zu beantragen.
 
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@Blutschlumpf

Selbstverständlich ist das ein "schlechter" Vergleich, aber immerhin ist es einer. Ich wollte damit eigentlich lediglich zeigen, dass 5'000€ Einstiegsgehalt nicht unmöglich sind. Genau dies wurde aber behauptet. Natürlich verdient kein Geisteswissenschaftler soviel, aber derjenige hat seine Prioritäten ja schon bei der Wahl seines Studiengangs gesetzt und sollte die obige Tatsache keineswegs überraschen. Zudem hat das BIP/Kopf nur sekundär etwas damit zu tun. Wie o5i schon gesagt hat, ist vor allem die Tatsache, dass in der Schweiz die Lebensunterhaltskosten evident höher sind als in Deutschland, der primäre Faktor, weshalb der "Vergleich" hinkt.

Das BIP/Kopf ist in der Schweiz zudem unter anderem von den Branchen "Banken", "Versicherungen" sowie "Pharma" mitbestimmt, wo überdurchschnittlich hohe Löhne gezahlt werden. Angeblich sind auch in der Schweiz rund ein Siebtel der Bevölkerung (1 Mio. Menschen) Working-Poors, bei denen das Monatsgehalt nicht für die entsprechenden Ausgaben reicht.
 
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Menschenwürdig, weiß ich net....

Ich kann allerdings für mich pers. sagen, dass das studieren grundlegend reformiert werden muss.

Es kann nicht sein, dass von behinderten Studenten, vor allem Hörbehinderten!, die exakt gleiche Leistung abverlangt wird im exakt gleichem Zeitraum, wie normalen. Da mag es Gesetze geben, da mag es Regulierungen geben damit nicht diskriminiert wird, und damit wir es leichter haben, aber wenn's hart auf hart ankommt, wenn's auf Geld ankommt, gibt's da gar keine Differenzierung zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten Studenten.

Ich, als Hörbehinderter, muss exakt die gleiche Leistung liefern wie meine normale Kommilitonen. Natürlich tue ich alles, soweit es meine Behinderung zulässt, aber irgendwo ist nunmal Ende Gelände, da mich meine Behinderung nunmal behindert. Ist ja nicht so, dass ich darum gebeten habe!
 
Mir ist bislang nicht aufgefallen, dass ich überhaupt Ohren brauche. Es sind doch fast nur schriftliche Prüfungen, sämtliche Unterlagen hab ich entweder als Skript oder in Powerpoint-Form. Und selbst die Rechenübungen sind nicht mündlich, sondern schriftlich von der Tafel oder Diaprojektor.
Wo ist bei dir Ende im Gelände?
 
a) das hat nicht wirklich mit dem Thema (Geld, nicht Benotung/Studieninhalte) zu tun.
b) Ein Diplom/Master/Bachelor soll ein Maßstab sein was man kann bzw. gelernt hat. Wenn du etwas nicht kannst, dann solltest du keinen Nachweis bekommen der was anderes sagt. Ob du etwas nicht kannst weil du behindert bist oder aus anderen Gründen spielt imo da keine Rolle. Ich lass nen Blinden auch nicht Busfahrer werden damit er keine Nachteile gegenüber dem Sehenden hat. Sagt mir zumindest meine Logik.
 
@Odium: es sind schon viele Studienteile vorhanden, für die man ein gutes Gehör benötigt. Bei der Aufnahme des Wissens sind das zum Beispiel Vorlesungen, bei denen es manchmal sogar für normal hörende Studenten schwierig ist, durch den Grundlärmpegel zu hören. Oder Proseminare, in denen Referate gehalten werden, über die im Anschluss diskutiert wird. Und auf der Prüfungsseite gibt es neben schriftlichen Prüfungen auch immer mündliche, bei denen das Wissen des Prüflings durch Fragen geprüft wird.

Aber ich gebe Blutschlumpf recht, das korrekte Hören gehört in einem Bereich, in dem die Diskussion von Wissen zum täglichen Brot gehört, einfach zu den Grundvoraussetzungen. Ich wüsste nicht, wie das Studium für Taube oder Blinde konzipiert werden müsste, ohne das "Produkt" ins Beliebige andriften zu lassen. Damit meine ich den fertig studierten Akademiker, mit dem von Seiten des Arbeitgebers gewisse Erwartungen verknüpft werden. Zum Beispiel müssen Akademiker vielfach Projekte in Meetings vorstellen und Fragen beantworten. D.h. selbst wenn man körperlich behinderte Menschen durch das Studium bringen könnte, es wäre immer die Frage, was sie danach für eine Qualifikation haben und ob diese für den Behinderten und den potenziellen Arbeitgeber von Nutzen wäre.
 
@Tankred zu #61:

Wie schon hier öfters gesagt wurde, auch von mir, Studieren ist eine Investition. Jeder kann frei über sein
Geld verfügen und sich für oder gegen ein Studium entscheiden. Das Studium soll dir nicht einen Job
verschaffen, sondern dir die Möglichkeit geben, dich in einem größeren Rahmen für bestimmte Berufe
zu bewerben. Was man aus dieser gegebenen Möglichkeit macht, ist jedem selbst überlassen.

Ich mag zwar keine Vergleiche, doch ich hab hier mal n passendes:
Investier ich mein Geld in eine Führerscheinprüfung, so muss ich in der Zeit kürzer treten oder
ich habe in weiser Vorraussicht entsprechende Rücklagen geschaffen. Sollte ich diese Prüfung
bestehen, so steh ich am Ende immernoch ohne Auto dar. Soll ich mich bei der Fahrschule beschweren,
dass es zur bestanden Führerescheinprüfung nur eine öde Plastikkarte, allerdings keinen fahrbahren
Untersatz gibt?

In beiden Fällen(Studium/Führerschein) wird Geld investiert, um sich mehr Möglichkeiten
(Studium:Berufwahl/ Führerschein: Mobilität) zu schaffen.
Wie man diese nutzt ist jedem selbst überlassen und hat absolut nichts mit dem Staat zu tun.
 
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