AW: Wie gut schätzt ihr den Beruf ein?
Als IT-Kaufmann (oder andere gelernte IT Berufe) bekommt man meist nur durchführende Tätigkeiten (Arbeitsameisen). Rechner aufbauen, Software installieren, Server betreuen, zum Kunden latschen und den Rechner vor Ort supporten, Seriennummern aufschreiben, Drucker tauschen oder Toner wechseln. Eben alles was anfällt.
Programmieren könnte auch dran kommen, das wird aber schon öfters von studierten Informatikern übernommen.
Evtl darfst du auch kaufmännisches machen, das beschränkt sich dann auf das prüfen von Rechnungen und Angeboten.
Ich habe IT-Kaufmann gelernt, bei mir hieß das Informatikkaufmann.
Im Kaufmännischen Bereich tat ich lange Zeit nichts, dafür saß ich einige Jahre in einem Helpdesk am Telefon. Zum Glück für bestimmt Firmen und nicht für allgemeine Anwender in freier Wildbahn.
Der Hauptteil meines Jobs bestand darin, sich direkt um die Hardware oder Software zu kümmern, im Sinne von Wartung und Installation.
An Planungen von Projekten, Vorhaben oder größeren Aufgaben war ich nie beteiligt, das haben die Leute in Anzug und Krawatte gemacht.
Diese Leute waren auch Informatiker, aber zu 99% mit Diplom, sei es BWL, Informatik oder einem Ingeneurstitel.
Die haben dann Kundenkontakte geknüpft, die IT-Infrastruktur geplant und gerechnet, haben das Personal geplant und eingesetzt (nämlich kleine IT-Arbeitsameisen wie IT-Kaufleute wie mich und dich

).
Aber: der Job ist relativ sicher (IMO), wenn man auf dem laufenden bleibt und einen pfiffigen Eindruck macht. Man darf nicht faul sein und sich auch nicht zu schade sein sich die Finger schmutzig zu machen.
Ich habe dann irgendwann genau das erkannt. Ich klein und dumm, andere mit Anzug und Krawatte und groß und geil. Das wollte ich auch

. Also das Internet angeschmissen und die
www.fern-fh.de gefunden und angefangen im Fernstudium BWL zu studieren. Das geht auch ohne Abi, musst einen Test/Prüfung machen.
Jetzt bin ich im 6. Semester, habe mein Vordiplom und trage einen Anzug und Krawatte, bin bei meinen Chefs gut angesehen (sie behandeln einen echt wie einen der ihren), kann aber auch gut mit meinen alten IT-Arbeitsameisenkollegen. Ich stehe zur Zeit zwischen den Fronten, aber ohne beider Seiten Feind zu sein.
Jetzt bin ich involviert in die Planung und darf Einsätze planen (ist ein komisches und teilweise gemeines Gefühl, andere herumzuschicken).
Als IT-Kaufmann wirst du immer untere Garnitur sein, aber du hast mit dieser Ausbildung einen Fuß in der Tür, bist in der Firma und vom Fach. Wenn du nach der Lehre übernommen wirst mache das beste aus dem Job, verdiene das Geld, aber bilde dich weiter aus.
IMO reicht aber leider auch der MCSE oder diverse Cisco Zertifikate nicht, um dich nach oben zu bringen. Diese Titel machen nur eine bessere Ameise aus dir, aber keinen Planer und Chef mit Anzug und Krawatte.
-NachtschatteN- schrieb:
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Es kommt weniger auf die Berufsbezeichnung als auf Deine Kenntnisse und Fähigkeiten an. Und ganz besonders auf Dein Engagement. Dann kannst Du auch etwas erreichen.
...
Die Hoffnung des kleinen Mannes

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Ich habe in 12 Arbeitsjahren die Erfahrung gemacht, das nur studierte Leute mit Diplom die mittleren und oberen Ränge erreichen. Facharbeiter bleiben zu 99% unten und führen die anfallenden Tätigkeiten aus, die durch die Planung der oberen Ebenen angesetzt sind.
In handwerklichen Berufen kann noch der Meister eine Möglichkeit sein, auch in (menschen-)führende Positionen zu gelangen.