Leserartikel ITX Home Server / NAS auf AM4 Basis - (k)eine gute Idee

Vorwort

Ich betreibe schon viele Jahre eine Variante lokalen Speichers in meinem Heimnetzwerk.
Der dafür genutzte Rechner bestand grundsätzlich aus Consumer-Hardware-Resten.
Angefangen hat alles mit einem Pentium II 350MHz und #fli4l Router Software mit SMB Plugin und einer ~15GB IDE Festplatte.

Heute möchte ich meinen aktuellen Rechner bzw. das aktuellste Upgrade für diesen Einsatzbereich vorstellen, für den ich u.a. auch den Gebrauchtmarkt und teilweise auch Neuware genutzt habe, um das Projekt abzurunden. Der Fokus soll hier auf Hardware liegen.
Alles in allem bin ich mit dem Endergebnis zufrieden genug, dass mich der Rechner sicherlich ein paar Jahre begleiten wird, wie er jetzt geworden ist.

Der Artikel dient aber vor allem dazu, dass ihr ein paar bessere Entscheidungen trefft, als ich 😉


Ausgangslage und Ziele

Ausgangsbasis war ein:
  • Core i3 4130T
  • 16GB DDR3 RAM
  • ITX ASRock H81M-ITX
  • Eolize SVD-NC11-4 Gehäuse (4x Wechselrahmen 3,5")
  • 3x 8TB HDD (1x Raid1 als SMB Share im Netzwerk, 1x lokales rsync Backup, HDDs geschlachtet aus externen USB 3.0 Datenträgern, damals 30% günstiger als einzeln neu kaufen, leider SMR)
  • 1x 3TB HDD (Überbleibsel von einem alten PC, CMR)
  • Boot von externer M-SATA SSD mit Ubuntu Server
  • USV mit USB zur Kommunikation
  • Ubuntu Server
  • encrypted 8TB HDD als externes Off-Site Backup
Ziele:
  • mehr Platz für HDDs/SSDs
  • weiterhin kompakt
  • schnellerer Netzwerkport
  • mehr Rechenleistung (Video encoding mit "melt", siehe Shotcut)
  • M.2 NVMe ready
  • genug Ressourcen für vllt. noch kommende Projekte
Was hatte ich übrig für ein Upgrade?
  • Ryzen 7 3700X
  • 16GB DDR4 3200MHz RAM
  • Radeon HD6450 passive
  • 240GB Kingston NV1 M.2 SSD
Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch den 5950X sowie 2x 16GB RAM Riegel in meinem Hauptsystem und das war auch für ein kommendes Server-Upgrade eine gute Aussicht.
Damit war für mich die Entscheidung getroffen das System auf AM4 Basis aufzubauen.



Problemstellungen, Kompromisse und Umsetzung

Das Gehäuse meiner Wahl war ein günstiger Kleinanzeigen Griff zu einem Silverstone DS380, das mit 8x 3,5" Wechselrahmen und weiteren 4 internen 2,5" auf dem Zettel gut ausgestattet schien. Ein BeQuiet! 400W SFX Netzteil war auf Kleinanzeigen ebenfalls einfach zu finden. Komplizierter würde es werden die Anschlussmöglichkeiten für alle potentielle SATA Anschlüsse möglich zu machen.

Der Kompromiss war also mit Adaptern, die relativ günstig bei Aliexpress zu haben waren, den x16 Slot mittels Bifurcation auf einem B550 Board möglichst vielseitig zu verwenden.
Das Kompromiss-Monster ist also eine x4x4x4x4 PCIe Karte mit 4 M.2 Slots geworden auf einem Gigabyte B550i Pro AX, welches selbst auch noch mal zwei native M.2 Ports und einen 2.5Gbit LAN Anschluss besitzt.

Mit dazu gibt es einen M.2 zu 8x SATA Adapter (4 native Ports + 4 durch einen Port Extender) an zwei MiniSAS Anschlüssen und einen M.2 zu PCIe x4 Adapter, um an einem dieser M.2 Anschlüsse wiederum eine dGPU anschließen zu können. Das Gehäuse bietet mit der Unterstützung des eITX Standards (kannte ich vorher gar nicht) nämlich Platz für einen PCIe Slot mehr, so dass für die dGPU eine weitere Gehäuseblende vorhanden war. Die zwei freien M.2 Anschlüsse auf der Adapterkarte könnten in Zukunft auch noch mit M.2 SSDs befüllt werden, so dass inkl. der beiden M.2 Anschlüsse auf dem Board auch ganze 4x M.2 SSDs (davon 3x PCIe 4.0 Support) Platz im System finden.

x16_to_m2.jpgx16_to_m2_2.jpg


Das Silverstone DS380 habe ich über die Zeit und Bastelei lieben und hassen gelernt. Ich werde mir nie wieder ein Gehäuse zulegen, das so umständlich beim Verbau von Hardware ist. Die Wechselrahmen sind alle in einem internen Blechtower geparkt, den man erst komplett aus dem Gehäuse bauen muss, um an die Hardware dahinter zu kommen. Ebenfalls fällt der 3. Wechselrahmen weg, wenn man eine zu lange PCIe Karte verwendet, da das Gehäuse auch potentiell Platz für eine etwas größere GPU bietet, indem man den Platz eines Wechselrahmens dafür opfert. Mit einem eigenen Mod am Schlitten würden man dort immerhin eine 2,5" HDD / SSD rein geschoben kriegen (rechts im Bild der Slot mit Aussparung und weicher Ablage für die PCIe Karte).
ds_380_01.jpg


Hier war der M.2 zu 8x SATA Adapter noch nicht installiert, der natürlich auch noch mal für viele extra Kabel sorgt. Kabelmanagement auf dem engen Raum ist die Hölle. Wenn dann auch noch im Minikäfig oben rechts im Bild weitere SATA Laufwerke hängen und die Kabel sich in der Mitte treffen ist die Not groß das alles knotenfrei oder ohne zu starkes Abknicken zu verkabeln. Kabelbinder lohnen sich nicht, denn bei Wartung muss man ja auch wieder alles komplett abstecken, um den Käfig ausbauen zu können 🙈. Die Kabel des BeQuiet! Netzteils hätte ich teilweise auch gerne abgeschnitten und isoliert, aber wer weiß wofür man das in Zukunft vielleicht doch noch mal brauchen kann.
ds_380_02.jpg


Ebenfalls haben viele User mit dem Gehäuse die Erfahrung gemacht, dass die HDDs im Dauerbetrieb und vor allem unter Last zu warm werden. Dem kann man ein wenig Abhilfe per 3D Print Blockaden schaffen, die den Luftstrom der seitlichen Gehäuselüfter etwas mehr durch die HDDs im Käfig forcieren, indem sie recht bündig zu dem HDD Käfig abschließen. Angedeutet rechts im Bild sieht man nun auch den M.2 zu SATA Adapter und die verbaute Radeon GPU. Es wurde eng.
ds_380_03.jpg


Zwischen-Ergebnis

Nachdem alles verbaut war lief die Kiste dann auch wie erwartet gut. Das Gehäuse ist kompakt und von außen wirklich schlicht gehalten, passt perfekt ins Regal und verrichtet leise seinen Dienst. Beim Video Encoding ist der kleine 3700X Hitzkopf direkt bei ~90°C unterwegs, aber das ist ja mit einem Low Profile Kühler bei dieser CPU zu erwarten gewesen.


Mehr Komfort und Leistung

Nachdem ich mein Hauptsystem dann doch wegen drohender Speicherkrise auf AM5 aufgerüstet habe (der RAM ist jetzt schon 100€ teurer geworden als ich ihn eingekauft habe) hat es der 5950X jetzt in den Home Server geschafft. Da ich diesen schon vorher pro Core mit dem Curve Optimizer optimiert hatte wusste ich direkt welche Werte ich auch hier einstellen kann. Zudem habe ich den Eco Mode 65W aktiviert und den RAM gegen 2x 16GB Riegel ausgetauscht, die ebenfalls frei wurden.

Da sich die Energie auf mehr Fläche verteilt (zwei Chiplets) und Zen3 auch ein paar Fortschritte gemacht hat, erreicht die CPU jetzt beim All-Core Video Export ~68°C, ohne dass der Kühler auf Fullspeed laufen muss.

Zudem habe ich 2x 4TB SATA SSDs nachgerüstet, die als RAID0 Verbund das 8TB RAID1 HDD Laufwerk als Netzwerkspeicher abgelöst haben. Die Reaktionsfähigkeit für kleine Dateioperationen, die bei uns auch öfter vorkommen, ist damit drastisch gestiegen und das HDD RAID1 hat jetzt Backup-Funktionalität für den SSD Netzwerkspeicher. Nun können auch alle HDDs im System schlafen gehen, da im Alltag nur die SSDs aktiv genutzt werden.
all_components.jpg

2x 1TB 2.5" HDDs haben ebenfalls als RAID0 Netzwerkspeicher für temporäre Dateien ins System gefunden wie z.B. Video Encoding, ohne dass man die SSDs dafür verschleißen muss. RAID0 wurde hier gewählt, um das 2.5Gbit Netzwerk nicht so stark auszubremsen beim Filetransfer der Video Quelldateien.


Probleme am Ende

Beim letzten Umbau mit dem 5950X inkl. BIOS Update ist mir der Port-Multiplikator-Chip auf dem M.2 to SATA Adapter wohl kaputt gegangen. Zumindest wird er in Ubuntu nicht mehr erkannt und damit auch kein dort angeschlossenes Laufwerk. Da ich 8 SATA Laufwerke betreibe bleiben mir inkl. Mainboard genau 8 funktionierende Ports über, was also für den weiteren Betrieb reicht. Ob der Adapter wirklich defekt ist oder die BIOS Version oder ein BIOS Setting dafür verantwortlich ist, konnte ich noch nicht final testen 🤷‍♂️

Die gängigen Tipps bin ich durch gegangen (CSM enable, Link ASPM off/on, CPU SVM on/off), davon hat aber nichts geholfen. Die Platine blinkt mit ihren LEDs allerdings normal freudig sobald ich SATA an den vermeintlich defekten Ports anschließe, dem System wird aber nichts gemeldet.

Meine Lösung hierfür ist noch mal einen (damals noch nicht erhältlichen) M.2 zu 9x SATA Adapter zu holen, der deutlich weniger komplex aufgebaut ist, da es nur einen einzigen Controller-Chip gibt, der die Anschlüsse direkt bereit stellt, anstatt dass ein 5x SATA Chip mit einem SATA Multiplikator Chip zusammen genutzt wird.
m2_sata_9x.jpg

Die M.2 Lösung hat natürlich generell Bandbreiten-Mängel, da sie nur x2 PCIe 3.0 nutzt. In meinem Use-Case ist das allerdings völlig ausreichend, da die angeschlossenen Laufwerke das in keinem Szenario ausreizen und nicht gleichzeitig genutzt werden.


Mein Fazit

Hat es sich gelohnt? Jain. Ich spüre den Pain bei jedem Umbau durch meine Plattform- und Gehäusewahl.

AM4 ist keine optimale Wahl für einen kompakten Home Server / NAS weshalb ich hier lieber doch entweder zu Intel oder einer AM5 Plattform hätte greifen sollen, trotz finanziellem Mehraufwand:
  • AM4 CPUs
    • verfügen nicht über ein iGPU und machen Wartung umständlich im ITX Bereich, wenn man nur einen Port für andere Erweiterungskarten nutzen kann (vllt. bei einem Server-Board mit Wartungs-Port)
    • verbrauchen durch ihr Chiplet-Design recht viel Strom im Leerlauf
  • AM4 APUs
    • haben zwar eine iGPU, sind aber bzgl. der PCIe Lanes im primären x16 Slot auf x8 bei den first gen APUs oder x8x4x4 beschränkt, was 1-2 M.2 SSD Anschlussmöglichkeiten kostet
    • man kommt nicht auf über 8 Kerne
    • sind monolithisch aufgebaut und sind dadurch deutlich sparsamer im Leerlauf als die AM4 CPU
    • PCIe 4.0 wird nicht unterstützt
  • die perfekte Kombi gibt es hier also nicht, sondern nur Kompromisslösungen

Ich mag allerdings auch Preis/Leistung total gerne und mit einem 5950X + 32GB RAM als Basis habe ich die Rechenpower für meine Remote Video Encodes. Ähnlich viel Rechenleistung neu einzukaufen wäre sicherlich teurer gewesen als nur ein ITX Board dafür zu brauchen + 2-3 AliExpress Adapter für die SATA und GPU Problematik.

Das Gehäuse war wirklich günstig und sobald die Klappe zu ist und alles läuft und erkannt wird, bin ich happy, dass es klein im Regal neben dem Schrank seinen Dienst unauffällig verrichtet. Die Staubfilter für die seitlichen Lüfter sowie on top für das Netzteil sind magnetisch und superleicht zu entfernen und zu reinigen. Alles in allem bietet der aktuelle Build auf kleinem Raum nutzbaren Platz für 8x 3,5" SATA, 4x 3,5" SATA und 4x M.2 SSDs.

So umständlich manches ist würde ich den AM4 Kompromiss noch mal eingehen, für das Gehäuse würde ich aber auf keinen Fall noch mal entscheiden. Der Wartungsaufwand bei einem Umbau, oder wenn in Zukunft mal was kaputt ist, ist so immens doch, da man ständig alle Kabel und den Festplattenkäfig komplett aus dem Gehäuse holen muss. Damit ist man immer eine ganze Weile unnötig lange beschäftigt, das will man also nicht gegen den eigenen Stundenlohn und die Nerven rechnen.

Ich trage noch mal ein finales Bild von dem Kabelsalat nach, sobald der neue M.2 Adapter da ist, für einen authentischen Gesamteindruck.
EDIT: Da ist es... deutlich schöner mit dem 9x SATA M.2 Controller. Keine Verzögerung mehr beim Boot durch den Port Multiplier (als er noch gefunzt hat). Zudem hab ich noch ein Stück von der Plastikschiene abgesägt (die äußerste Schraubenhalterung vom Plattenkäfig, siehe grob Bild 3), damit auch wirklich nichts seitlich gegen die SATA Controller Platine/Stecker drückt. :)
final_itx_nas.jpg

Bis dahin an euch: Trefft bessere Entscheidungen für euren Build 😁


P.S. Nice to know / Tipps

  • Gigabyte AM4 Boards booten auch ohne GPU, wenn man "Full Screen LOGO Show" im BIOS auf disabled setzt, ansonsten verhindert "missing gpu" den Bootvorgang
  • bei Gigabyte AM4 Boards ohne Display Ausgänge aber mit USB-C kann man ggf. über USB-C einen iGPU Display Output kriegen, wenn eine APU verbaut ist
  • beim Grafikoutput auf Bifurcation angewiesen zu sein ist nach einem BIOS Update sehr ungünstig, denn der Default "Auto" entscheidet selten richtig, was da wie angeschlossen ist (und wieder umbauen 🙈 )
  • Gigabyte hat irgendwann auch für alte AM4 Boards nachgeflashed, was bei AM5 im BIOS immer dokumentiert ist: Mit F3 und F4 lassen sich in der Smart FAN BIOS Übersicht die FAN Profile einzeln speichern entweder auf USB Speicher oder reserved Speicher im BIOS, welcher einen BIOS Flash überlebt und nach dem Update wieder geladen werden kann (echt praktisch für komplexere Lüfterkurven bei vielen Lüftern)
  • diese blauen dünnen Server-SATA-Kabel sind ein Segen für schmale Gehäuse und im Bunch auch sehr günstig zu besorgen

Software

Um Software sollte der Artikel sich gar nicht groß drehen, daher nur in kurz, ich bin recht oldschool unterwegs:
  • Ubuntu Server, Terminal only, ich hatte vor Jahren mal Webmin getestet, war gut, aber zuviel Overhead
  • vor allem Samba wird am häufigsten genutzt, da es die Dateiablage in unserem Heimnetzwerk ist
  • alle Mounts (single drives, raid) sind luks-encrypted und werden über ein Script gemounted
  • RAIDs sind classic mdadm, die meisten Partitionen ext4, LVM Spielereien haben mir nicht so zugesagt
  • mumble Server for friends 😁
  • ich editiere Videos mit Shotcut, denn der große Vorteil ist, dass man den export nachher ans Terminal übergeben kann (meistens 4k60fps GoPro Content nach h.265) und dass mein Hauptrechner dann bei mehreren Videos nicht alleine alles rechnet sondern sich zwei Knechte den Bulk teilen ist schon schön bzw. ein paar Sachen über Nacht laufen können auf dem 24/7 HomeServer ohne dass ich meinen Hauptrechner an lassen muss
Was noch kommen kann in Zukunft:
  • Nextcloud
  • Plex Server
  • paperless
  • local LLMs (dafür muss dann ne bessere GPU her und dann wohl auch ein Gehäuse mit Platz)
  • ...
 
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Schöner Einblick ins Selbstbau-NAS-Abenteuer. 👍

Zumindest was die Hardware anbelangt. Ich fände noch Einblicke in die Software-Umsetzung durchaus interessant. Nutzt du Ubuntu-Server mit Desktop und klickst dir da alles zurecht oder setzt du auf headless und nutzt für die Freigaben und Administration eine Softwarelösung, die dann beispielsweise per Browser von einem Client aus bedienbar ist? Oder gar alles nur in der Cli in den Config-Dateien.
 
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Der Lord schrieb:
Ich fände noch Einblicke in die Software-Umsetzung durchaus interessant.
Ich hab dazu mal einen Punkt ergänzt unten im Artikel. Ich wollte mich aber, wie du schon bemerkt hast, hauptsächlich auf die Hardware konzentrieren, da ich bzgl. Software auch sehr oldschool unterwegs bin, aber auch immer mal Krams teste, was jetzt aber nicht vorstellungswürdig ist. Danke für's Feedback! :)
 
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SFFox schrieb:
AM4 APUs
  • haben zwar eine iGPU, sind aber bzgl. der PCIe Lanes im primären x16 Slot auf x8 beschränkt, was zusätzliche M.2 SSD Anschlussmöglichkeiten kostet
gilt nur für die 2000er, darüber hat man 8+4+4.

den 3700x kann man noch im eco-mode betreiben, dann kommt der auch nicht auf 90°C.
 
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SFFox schrieb:
die perfekte Kombi gibt es hier also nicht, sondern nur Kompromisslösungen
Ich hatte damals den Kompromiss des ASRock Rack X570D4U gewählt.

Hauptsächlich war danach mein Geldbeutel kompromittiert... und ein Stromsparer wird das System nie werden. Achja und Treiber finden war eine Qual. Asrock hat da ganz miese Leistung geliefert.
Der Server zieht im Leerlauf exakt 40W aus dem Netz*, über den Tag verteilt liegt er im Durchschnitt bei 970Wh. Beim aktuellen Stromtarif kostet mich das Teil als ~100€/Jahr an Stromkosten...

Dafür halt mit Management-Interface, keine Bedenken bezüglich headless Boot und ECC UDIMM wird unterstützt.


*Ich habe ein Logging laufen. Das Netzteil von einem Seasonic X-660 (zweite Generation Gold) auf ein Seasonic Titanium Fanless 600W tauschen hatte nochmal ~4W gebracht zu meinem Erstaunen.
Wobei ich dafür natürlich kein teures Netzteil für die paar Watt gekauft hatte, sondern das 600W war für meinen Gaming-PC zu klein und durfte dann nach Wachablösung im Heimserver weiter werkeln.
 
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0x8100 schrieb:
gilt nur für die 2000er, darüber hat man 8+4+4.
True, ist jetzt auch schon ü1 Jahr her, ich erinnere mich, dass ich das nachgeschlagen hatte und +- auf die selbe Anzahl extra M.2 Anschlüsse gekommen bin, weil die Bifurcation das ja auch verhindert, wenn auch anders.
Das Hauptargument ist hier wohl eher, dass bei 8 Kernen Schluss ist. Das spielt bei mir eigentlich sogar die größere Rolle.

0x8100 schrieb:
den 3700x kann man noch im eco-mode betreiben, dann kommt der auch nicht auf 90°C.
Das stimmt, hier wären 45 Watt möglich gewesen, aber das kostet ja auch n bisschen Performance. Wenn der Videos rechnen durfte, durfte der auch dafür brennen 😝

@Rickmer
Der X570 Chipsatz beim Board deiner Wahl war aber auch generell durstiger als der B550. Wundert mich fast, dass da passive Kühlung ausreichend war, hoffe du hattest genug Airflow.

Ja, Micro-ATX wäre auch bei mir die bessere Wahl gewesen. Ist ja egal wie lahm der PCIe Port ist, für eine GPU zur Bildausgabe hätte es gereicht ohne den großen x16 Slot anzapfen zu müssen.
Nächstes Mal wird es einfach direkt ATX. Mit den ganzen Slots hat man einfach viel mehr Möglichkeiten trotz Consumer Hardware die Ziele sauber umzusetzen ;)
 
Bei mir läuft aufm AM4 ein AMD Ryzen 5 PRO 5650G (mit iGPU) und dann auch mit ECC Speicher.
 
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SFFox schrieb:
Der X570 Chipsatz beim Board deiner Wahl war aber auch generell durstiger als der B550. Wundert mich fast, dass da passive Kühlung ausreichend war, hoffe du hattest genug Airflow.
Ohne Airflow (das Mainboard liegt einfach im Ikea Regal) wurde das wenn ich mich richtig erinnere ~70°C warm.

Ich hatte dann einen auf ~1700rpm (oder so) runter geregelten Noctua NF-A4x20 drauf gesetzt, der hält das selbst für meine pingeligen Ohren unhörbar gut auf Temperatur. Zumindest nachdem ich den Lüffi mit etwas Schaumstoff akustisch entkoppelt hatte.
 
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Geheimtip wenns um viele Sata Anschlüsse für ein NAS geht: Alte A88X Boards und ne FM2+ APU dazu, genauer gesagt den A8-7600, weil man den mit 45W TDP Profil betreiben kann.
Die Mikro-ATX Boards haben bis zu 8 Sata Anschlüsse und die ITX Boards immerhin noch bis zu 6.
ATX Boards haben auch maximal 8, also kann man auch genausogut zu mikro-ATX greifen und kleineres Gehäuse nehmen.
Dazu kann man den PCIe Slot nutzen um noch ne Karte einzubauen für noch mehr Sata Anschlüsse.
Und da es recht alte Hardware ist, ist die auch ziemlich günstig.

Als Gehäuse sowas z.b.
https://geizhals.de/fractal-design-node-804-fd-ca-node-804-bl-w-a1087232.html
https://geizhals.de/jonsbo-n4-black-n4-black-a3234306.html

Auf ebay oder kleinanzeigen kommt man echt günstig an nen A88X Board und nen A8-7600.
 
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also wenn ich mir den Stromverbrauch meines AM4 mit 5900X anschaue, käme ich niemals auf die Idee, daraus ein NAS zu bauen. Für Surfen/Email/Youtube nutze ich jetzt nur noch einen MacMiniM4, weil mir der Stromhunger des AM4 einfach zu hoch war.
 
Bits&Bytes schrieb:
Für Surfen/Email/Youtube nutze ich jetzt nur noch einen MacMiniM4, weil mir der Stromhunger des AM4 einfach zu hoch war.
Die Investition in den Mac Mini wird sich durch die gesparten Stromkosten sicherlich in 20 Jahren zurückzahlen :)
 
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@Rickmer In 6 Jahren :D

Es fühlt sich nicht gut an, wenn man nur Musik hören will bei ein wenig surfen, der Rechner dann knapp 100 Watt rausbläst. Passt in der heutigen Zeit nicht mehr! Und so ein Mac macht auch Spaß! Hat sich also für mich durchaus gelohnt.
 
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Bits&Bytes schrieb:
Und so ein Mac macht auch Spaß!
Dafür kostet ein Mac aber auch. Das über Stromkosten reinzuholen, ist dann gar nicht so einfach.
Mal abgesehen davon: Für surfen, Mail und Youtube reicht auch ein sowas wie ein Raspberry Pi. Da hast Du adäquat niedrige Leistungsaufnahme, die Hardware ist kostengünstig.
 
@andy_m4 Mac mini M4 in der Grundausstattung (welche für meinen Zweck ausreichend ist) : 582 €,
Leistungsstark, auch gegenüber anderen Mini-PCs, Energieeffizienz 4-7 Watt im Leerlauf.
Ich hab auch nicht vor, die Anschaffungskosten über die Stromkosten wieder reinzuholen. Aber es macht bei mir ca. 10-15 Euro im Monat aus. Das ist schon relevant.
 
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@Bits&Bytes Jetzt sind wir hier natürlich vom Thema NAS wieder weg, denn beim Thema Stromverbrauch von AM4 bist du jetzt rüber gewechselt auf das Thema Desktop-Betrieb und da gebe ich dir auch Recht bzgl. Effizienz. Für diesen Aufgaben-Bereich ist der MacMini wirklich super.

Im NAS schlägt der Idle Verbrauch jetzt auch zu Buche, aber den Luxus der Rechenleistung im NAS wollte ich mir gönnen und bestehende Hardware zu nutzen ist dann am Ende wohl doch der bessere Weg, als wieder neu zu kaufen.
Mit dem Mac Mini kann man mit einem großen externen USB-C JBOD Käfig bestimmt auch etwas ähnliches bauen, aber da ich mich nach und nach von den großen proprietären lösen möchte, brauche ich jetzt nicht auch noch in den Apple Kosmos einsteigen. Gerade bei der Lagerung privater Daten bin ich sehr happy ohne Jailbreak oder andere Methoden einfach ein freies Linux nutzen zu können, sonst hätte ich auch die Cloud nehmen können.

Bzgl. Desktop wäre wohl ein Mini PC mit einem Mobile Ryzen die Linux-freundliche Alternative zum MacMini. Ich sehe natürlich ein, dass es das technisch unterlegene Produkt ist, aber das ist mir dann meine Freiheit wert ;)
 
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@SFFox Sorry, das wir etwas vom Thema abgekommen sind. Bei einem NAS ist der Stromverbrauch doch sehr wichtig, läuft ja 24/7. Aber du hast vollkommen recht, das man vorhandene Hardware eher dafür einsetzt. Hat ja schließlich auch den Vorteil, das man sie erstens kennt, und zweitens auch weiß, das sie stabil genug läuft. Ist auch eine gute Möglichkeit, nachhaltig eigentlich ausrangierte Technik weiter zu verwenden. Hab ich hier auch gemacht, allerdings ist es eine etwas ältere Intel-Möhre (i5 10400F). Da komme ich out of the Box auf so 35 Watt. Damit kann ich noch leben. Klar könnte man da sicherlich noch optimieren bzgl. Effizienz, aber wenn man, wie ich auch, die volle Rechenleistung des NAS braucht, muss man auch in die Tasche greifen.
 
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Hier läuft auch eine AM4 Plattform. Mit wenig Kompromissen.
Niedriger Stromverbrauch ist mir wichtig.
Server Board ist Gigabyte MC12-LE0 mit Web Management, ~60€ gebraucht absoluter Schnapper
Ryzen Pro 4650G (Zen 2) ~120€ gebraucht
48GiB ECC Ram 3200 unregistered

Leerlauf 35Watt mit 6 kleinen Lüftern, 1x 2,5" HDD, 5x M.2 SSD, 2x SATA SSD

Einziger Kompromiss: Es gehen nur maximal 5x M.2 SSD mit PCIe Riser Karte
, weil ein Slot mit 10Gig Ethernet Karte belegt ist 😉
Ich bin Happy
 
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@nazgul77 Ich vermute du meinst das MC12, ansonsten hast du den 4650G wirklich feste rein drücken müssen 😅 auch schöne Lösung 👍 Allerdings kommst auch du nicht um x8x4x4 herum und kannst für x8 Lanes nur eine M.2 SSD nutzen. Mit Web Management hättest du das mit einer CPU umgehen können (im Tausch für mehr Leerlaufverbauch natürlich), denn die iGPU brauchst du ja nicht, oder ist die auch für das Web Management nötig? 🤔
 
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Der 9x SATA M.2 Controller hat sich gelohnt, läuft alles problemlos auf Anhieb, keine Hänger wie beim Second Row Port Multiplier. Foto ist gegen Ende des Artikels nachgetragen.

D0m1n4t0r schrieb:
Geheimtip wenns um viele Sata Anschlüsse für ein NAS geht: Alte A88X Boards und ne FM2+ APU dazu, genauer gesagt den A8-7600, weil man den mit 45W TDP Profil betreiben kann.
Die Mikro-ATX Boards haben bis zu 8 Sata Anschlüsse und die ITX Boards immerhin noch bis zu 6.
ATX Boards haben auch maximal 8, also kann man auch genausogut zu mikro-ATX greifen und kleineres Gehäuse nehmen.
Da hat der Schwiegervater seinen alten Windows 10 Patienten zur Aufrüstung vorbei gebracht und siehe da, ein Asus A88X-Plus mit APU und 8GB RAM 😂 Jetzt ist er happy mit einem 3700X, B550 Board und 16GB RAM, sowie einer GTX950. Das A88X wird sicherlich auch noch einen neuen Besitzer finden, der ein NAS bauen möchte ;)
 
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