Kann ein defekter Kabelstrang so viele Haushalte lahm legen?

Timer7734

Lieutenant
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Hey,
Ich bin in Augsburg leider einer der Betroffenen, die vom Internet abgeschnitten sind. Vodafone behauptet dabei, dass ein Bagger die Glasfaserkabel kaputt gemacht hat, sodass in mehreren Kilometern Entfernung immer noch kein Internet mehr funktioniert.
Ich habe jedoch in der Schule und in der FOS gelernt, dass das Internet so aufgebaut ist, dass ein Ausfall eines Kabels maximal ein paar Haushalte lahmlegen kann. Denn das Internet besteht (so habe ich das gelernt) aus keinem Hauptkabel, über das alles läuft, sondern aus ganz vielen Kabeln, die in verschiedene Richtungen laufen, sodass ein solcher Kabeldefekt kaum etwas machen kann...
Habe ich da was falsches gelernt/mitbekommen oder erzählt Vodafone da nicht die ganze Wahrheit?
 
Naja ... die "letzte Meile" vom Verteiler zu dir und hunderten anderen ... wenn die keine Verbindung zum Rest hat isses blöd. Du gehörst scheinbar zu den "paar Haushalten".
 
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Ich bin jetzt kein Techniker, aber hier hat vor einigen Monaten ein Bagger nen Haufen Rohre mit diversen Kabeln (vor allem Strom) zerlegt, da ging auch gut 3h nix mehr im Viertel.

Wenn da an einer ungünstigen Stelle die Kabel durchtrennt wurden, denke ich schon, das das möglich ist, insbesondere das letzte Stück wird nicht von mehreren Stellen gespeist werden, je weniger Anschlüsse an so nem Strang hängen, desto weniger Zuleitungen wird es da geben, alles andere wäre auch sehr aufwendig und unwirtschaftlich.
 
Du verwechselst das Internet mit der Verteilung des Internets bis hin zum Endkunden. Da kann eine Glasfaserleitung natürlich ganz Stadtteile vom Internet trennen. Von Dir aus geht es zusammen mit den Kupferleitungen Deiner Nachbarn zum DSL Verteiler. Der wiederum ist mit einem Kabel Hauptübergabepunkt verbunden. Und von da aus nimmt das Signal über viele Wege seinen Weg zum Empfänger. Das gilt für DSL. Bei Kabel ist es ein wenig anderes aber im Grunde auch so. Auch da kann eine Leitung ein großes Gebiet vom Netz trennen.
 
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Kommt schonmal häufiger vor, war vor 2 Jahren das letzte mal betroffen. Hat 2 Tage gedauert, bis das Problem behoben war. Etwa 30% der Kabelkunden der Stadt waren offline.(Unitymedia)
 
Um das Ganze zu ergänzen ... wenn du Verbindungen nach z.B. USA meinst, dein Provider hat natülich mehrere Leitungen dahin. Aber wenn deine lokale gestört ist, hilft das nichts.
 
hm was macht nur das arme Dorf was nur einen Kabelstrang hat und der durch ABC kaputt gegangen ist ... na nix ausser in die Röhre gucken ...

Lokal wird das Internet nicht über mehrere Knotenpunkte mehrfach verteilt ... nur ab gewissen Stufen des Netzes.

Ich würde mal nicht sagen das du was falsche gelernt hast ... du hast es nur nicht richtig verstanden bis in welcher Ebene man das auch anwenden kann.

Ist genauso wie mit dem Strom der macht auch kreuz und quer durch das Land ... doch wenn genau bei dir das Umspannwerk an dem du hängst flöten geht dann hast auch keinen Strom.
 
Die großen Vermittlungsstellen sind redundant angebunden. Die vielen kleinen endstellen. ( klein=auch mal nen par 1000 anschlüsse inkl funkmasten) quch mal nicht. Dann halt pech.
 
Ja, das ist auch richtig, was du in der Schule gelernt hast.
Wenn man das ganze Bild betrachtet: Das Internet läuft ja weiter. Obwohl der eine Kabelstrang durchtrennt wurde, haben wir alle noch Internet :)

Wenn man es auf die Einzelpersonen bezieht, stimmt das aber nicht. Überlege dir Mal, wie viel Aufwand es wäre zu dir ins Haus zwei Kabel aus zwei verschiedenen Richtungen und zwei verschiedene Leerrohre zu legen. Das wäre immens viel Aufwand. Zusätzlich sind die Kabel zu den Verteilerkästen meistens auch nur über einen Kanal gelegt, da diese unter der Erde normalerweise sehr, sehr lange halten.

Erst die größeren Vermittlungsstellen sind redundant angebunden.

Je nachdem, wie viele Haushalte an dem Verteilerkästen hängen bzw. wo genau das Kabel durchtrennt wurde, kann das also durchaus stimmen.

Lg
 
Also ich kann auch aus erster Hand sagen, wie das Netz aufgebaut ist und kann den Aussagen meiner Vorposter nur zustimmen.

Vom HVt (Amt) laufen mehrere Hauptkabel weg, die verschiedene Verzweigerkästen versorgen, von dort aus gehen dann die Verzweigerkabel als so genannte Längskabel weg und versorgen dann über diese die einzelnen Haushalte. Manachmal wird ein Verzweiger nur über ein Hauptkabel versorgt, es gibt aber viele Verzweiger, die im Regelfall über zwei HK oder noch mehr versorgt werden (so kann im Schadensfall bspw. Ersatzgeschaltet werden).
Wenn jetzt ein Bagger deine Zuführungsleitung abreist, bist logischerweise nur du betroffen. Wird ein Verzweigerkabel abgerissen, haben alle Haushalte, die an diesem VzK dranhängen, kein Internet mehr, das können einige wenige bis ein paar mehrere sein, je nachdem wie viele Haushalte das VzK nach dieser Schadensstelle noch versorgt.
Wird aber ein HK beschädigt, kann es durchaus sein, dass mehrere Hundert bis tausend Haushalte kein Internet mehr haben.
Bei Glasfaser kann das Ganze nochmal extremer sein, da die Verzweigerkästen als so genannte MFGs nur über Glas versorgt werden, und von dort dann idR über Kupfer die Haushalte vesorgt werden.
Wird ein solches Glas-Kabel beschädigt, können nochmal mehr Haushalte betroffen sein.

Manchmal wird ein Ort oder Ortsteil (wenn es eine Stadt ist, die Ortsteile hat, die zu klein sind, um dort ein eigenes HVt zu besitzen) auch über ein Ortverbindungskabel (OvK) versorgt, ist dann eine Verbindung von Amt zu Amt. Wenn da das Kabel defekt ist, dann kann es ganz schnell passieren, dass der komplette Ortteil kein Internet mehr hat.

Der Netzaufbau ist jetzt rein auf das Kupfer-Netz beschrieben, aber bei Vodafones Koaxial sollte das ähnlich sein.
 
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In Zeiten von IP-Telefonie vielleicht nicht mehr 100%-ig korrekt, aber der Aufbau passt sonst schon. Die Wolke beginnt aber eben erst hinter dem DSLAM.
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Ich würde Augsburg nun nicht als Dorf bezeichnen. Und mir kommt das etwas sehr komisch vor, dass durch das Durchtrennen eines Kabels Mitten in der Stadt 2000 Haushalte (mit bis zu 4km Entfernung) kein Internet und Telefon haben. Dazu kommt auch noch, dass die Hälfte der Fernsehsender funktioniert, die andere Hälfte jedoch nicht. Das wäre doch bei einem kaputtem Kabel alles oder nichts oder?
Und sind die Verteiler teilweise so groß gefasst, dass sie 2000 Anschlüsse packen?
 
Ja, sind sie. Und ja, dazu reicht es, ein Kabel durch zu trennen. Und, TV unter Internet bei einem Kabelanschluß nutzt das gleiche Kabel aber total unterschiedliche Techniken. Da kann es schon sein, TV läuft komplett, Internet gar nicht.

Steht doch sogar in dem Artikel Deiner lokalen Zeitung. Mit Bildern zusammen.
 
@BlubbsDE
Das komische finde ich halt, dass nur die Hälfte der Sender net gehen
 
Was soll daran komisch sein? Du weißt doch nicht, wie und wo die Sender ins Kabelnetz eingespeist werden. Du weißt nicht, wie die Netzinfrakstruktur von Vodafone / Kabel D da vor Ort aussieht. Du weißt, eine Glasfaserstrang wurde durchtrennt und dadurch haben tausende Haushalte kein Internet und davon abhängig, kein Telefon. Da ist nichts ungewöhnliches dran. Man will Dich nicht hinhalten oder verarschen.
 
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Timer7734 schrieb:
Ich habe jedoch in der Schule und in der FOS gelernt, dass das Internet so aufgebaut ist, dass ein Ausfall eines Kabels maximal ein paar Haushalte lahmlegen kann. Denn das Internet besteht (so habe ich das gelernt) aus keinem Hauptkabel, über das alles läuft, sondern aus ganz vielen Kabeln, die in verschiedene Richtungen laufen, sodass ein solcher Kabeldefekt kaum etwas machen kann...

Das sollte so ein, trifft aber in der Wirklichkeit gerade bei privaten Zugängen nicht zu. Erst ab einen bestimmten Punkt in der Konzentrationsebene (oft auf Regionsebene erst) sind alternative Kabelwege für Dienste vorhanden, so das ein Kabelschaden schon einmal eine ganze Stadt + Umkreis lahmlegen kann.

Timer7734 schrieb:
Und sind die Verteiler teilweise so groß gefasst, dass sie 2000 Anschlüsse packen?

Teils noch mehr, wobei bei Kabelanbieterbereich das Kabel noch in Segmente unterteilt ist, um Überlastungen zu reduzieren, da jedes Segment einzeln angebunden für Dienste, die außerhalb des reinen Empfangens laufen.
 
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Vermutlich weil die hälfte der Sender eben über das gekillte Glasfaser zugeführt werden. Die andere Hälfte z.B. per Richtfunk, DVB-S...
 
Smurfy1982 schrieb:
Die andere Hälfte z.B. per Richtfunk, DVB-S...

Eher per Direkteinspeisung auf das gesammte Kabel, und diese war dann wohl nicht betroffen. Die Sender die ausgefallen sind waren warscheinlich die PayTV HD Sender mit CI+, die ja unbedingt ne Rückkanal etc brauchen wegen den CRM und der ganzen Kastration wie verbieten von Timeshift oder Aufnahmenverbot / Aufnahmenverschlüsselung / Aufnahmenablaufdatum

Schönes Vid btw dazu:


 
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^^So oder so ähnlich wird es sein, bei vielen kommen zumindest noch einige nicht HD Programme an.
Aber denk dir nix ich wohne fast 50km weiter in Donauwörth und bin auch betroffen. Schaue gerade über die GigaTV App über meine Android Box ;)
Internet und Telefon funktionieren noch.
 
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