Diese Aussage schockiert mich zugegebener Maßen gerade etwas. Interessant finde ich allerdings die Tatsache, dass du aus diesem Weltbild darauf schließt, dass die übliche Kriminalisierung falsch sei.
Was meinst du genauer mit "diese Aussage schockiert mich"?
Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass jemand der unschuldig ist, auch nicht bestraft werden darf.
Ich mein, um das mal in dem Zusammenhang mit Heroinsucht etwas zu erläutern und auszuführen. Wenn ein Heroinsüchtiger nicht schuld ist an seiner Heroinsucht ist, dann ist es ein riesen Unding, ihn dafür zu bestrafen.
Klar, die meisten, die im Zusammenhang mit Drogen verurteilt werden, werden wg. Beschaffungsdelikten wie Ladendiebstahl etc. verurteilt.
Nur, was hat ein Junkie auch für eine Wahl, wenn Heroin nur auf dem Schwarzmarkt zu horrenden Preisen erhältlich ist?
Meinen Erkenntnissen zufolge kommt die gesamte Drogenpolitik einer Massendiskriminierung gleich.
Nichts anderes ist das.
Man könnte es auch so formulieren: Die Drogenpolitik ist eines der letzten Überbleibsel aus Zeiten der Nazi-Dikatatur.
Und um das ganze mal wieder auf unsere Thema hier "Kann eine Regierung Armut bekämpfen?" zurück zu führen.
Durch diese Drogenpolitik sorgt die Regierung geradezu dafür, dass einige Menschen in die Armut geraten und da nur sehr sehr schwer wieder raus kommen.
Und an der Stelle ist es demzufolge quasi ein leichtes für die Regierung, Armut zu verhindern und dafür Sorge zu tragen, dass es für viele Betroffene leichter (oder gar erst möglich) wird, sich wieder Boden unter den Füßen zu verschaffen.
Ich frag mich da, wie es möglich ist, dass eine solche Politk überhaupt erst zustande kommt.
Und da komme ich, wie ein paar andere hier auch, zu der Vermutung, dass viele Politiker die menschen in unserem Lande oft unterschätzen.
Denn ich halte es nicht für notwendig, ein Heroinverbot auszusprechen.
Denn ich denke, die allermeisten (potentiellen) Eltern wissen genug über dieses Thema (und wenn nicht, kann sich jeder die notwendigen Kenntnisse sehr leicht besorgen), um daraus vernünftige Schlüsse ziehen zu können.
Dieses Verbot sorgt in meinen Augen zum allergrößten Teil nur dafür, dass es den Betroffenen noch viel schwerer gemacht wird, als es ohnehin schon ist.
Ich glaube, auch in vielen anderen Bereichen nimmt "der Staat" viel zuviel Einfluss und sorgt dadurch für viel Unmut und für viele unschöne Entwicklungen.
Wie ich an anderer Stelle schon angedeutet habe, halte ich das deutsche Schulsystem für einen weiteren solchen Fall.
Hier wird durch viel zuviel Themenvorgabe dafür gesorgt, dass ein Schüler in unserem Land sich in der schönsten Zeit des Lebens mit vielen vielen unnützen Dingen auseinandersetzen muss.