Kaufberatung Mikrofon

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Xenonlight

Gast
Hallo liebes Forum,

bin auf der Suche nach einem Mikrofon für Streaming usw. Preislich wäre mir bis 270€ ok hauptsache Qualität.
Als Soundkarte ist die ASUS Essence STX II, ohne die Zusatzkarte (7.1) (Klinke 6,35mm Anschluss) eingebaut. Als Kopfhörer kommt der Beyerdynamic DT 990 Pro 250 Ohm zum Einsatz.
Wichtig wäre mir , dass solche Störgeräusche wie mechanische Tastertur, offenes Fenster 1.Stock gut rausgefiltert werden und eine klare Stimme erzeugt wird.
Standort des Mikrofones auf dem Tisch wo auch die Tastertur wäre mit Abstand zur Person ca 25cm Halshöhe. Woanders wäre sicherlich auch möglich, falls der Standort nicht die beste Wahl wäre.

Hoffe dass ihr mir da weiterhelfen könntet.

MFG
 
Hallo Xenonlight,

im professionellen und semi-professionellen Bereich verwendet man eigentlich keine herkömmlichen Soundkarten. Deren Eingänge sind nämlich primär für den Einsatz von Headset-Mikrofonen ausgelegt. Das Potenzial eines Studiomikrofons können sie nicht ausreizen!

Mikrofone mit XLR-Anschluss verwendet man normalerweise in Verbindung mit einem USB-Audiointerface oder -Mixer:
https://www.thomann.de/de/focusrite_scarlett_2i2_2nd_gen.htm
https://www.thomann.de/de/steinberg_ur22_mk2.htm
https://www.thomann.de/de/audient_id4.htm
https://www.thomann.de/de/audient_id14.htm
https://www.thomann.de/de/yamaha_ag03.htm
https://www.thomann.de/de/yamaha_ag06.htm

Diese verfügen dann auch über den Branchenstandard der symmetrischen Signalübertragung sowie die Speisespannung in Höhe von 48V (sog. "Phantomspeisung").

An Mikrofonen würde ich dir empfehlen:

Audio Technica AT2035
So zu sagen die eierlegende Wollmilchsau unter 300 Euro. Transparenter und linearer Sound. Kling im ersten moment etwas unaufgeregt, lässt sich dafür allerdings sehr gut per Equalizer formen. Aktuelle Referenz in den Fachforen.

Rode NT1-A
Eins der beliebtesten Einsteigermikrofone. In den Höhen manchmal etwas zu scharf, ansonsten aber recht gefällige Abstimmung. Würde ich mir persönlich bei Kleinanzeigen besorgen, weil der Gebrauchtmarkt stark gesättigt ist (80-90 Euro neuwertig sollten kein Problem sein).

Rode NT1
Der ausgeglichene Bruder des NT1-A. Etwas linearer, weniger schneidende Höhen. Dazu gibt es eine sehr gute Spinne von Rycote. Hab ich die Tage noch für 120 Euro neuwertig gesehen (wenn ich nicht schon eins besäße, hätte ich direkt zugeschlagen ^^).

Bei den dynamischen Mikros bin ich persönlich eher zurückhaltend.
Zwar sagt man dieser Bauweise eine geringere Empfindlichkeit gegenüber Umgebungsgeräuschen nach. Dies hängt in erster Linie jedoch von der Richtcharakteristik und dem Arbeitsabstand ab. Auch Großmembran-Mikrofone mit Kondensatorprinzip lassen sich in akustisch nicht rundum optimalen Umgebungen kontrollieren - es kommt immer auf die richtige Verwendung an!
Anzumerken wäre, dass dynamische Mikros weniger Ausgangspegel liefern und man daher einen potenten, möglichst rauscharmen Vorverstärker benötigt. Je näher man an der Membran hängt, desto besser.

Charakterlich sind dynamische Mikros meist etwas nasaler, aber auch druckvoller abgestimmt. Der Dynamikumfang ist merklich geringer, weshalb vor allem die Höhen nicht so klar und präsent durchkommen. Kann je nach Geschmack und akustischer Umgebung ein Vor- oder Nachteil sein. Muss man probieren.

Das Rode Podcaster (USB) klingt in meinen Ohren(!) für den Preis einfach nur schrecklich. Dünn, kratzig und komprimiert. Dem kann ich irgendwie gar nichts abgewinnen. Das Procaster hingegen ist voll in Ordnung. Das klingt deutlich ausgereifter, nicht so bemüht und übersteuert. Alternativ würde ich mir den Klassiker dieser Kategorie, und zwar das Shure SM57 (baugleich SM58, lediglich anderer Korb), mal näher ansehen.

Zu dem Mikro - welches auch immer es nun werden möge - empfiehlt sich ein Schwenkarm:
https://www.thomann.de/de/millenium_ma2050_tischmikrofonarm.htm
https://www.thomann.de/de/rode_psa1.htm
https://www.thomann.de/de/blue_compass.htm

Achja, eins noch:
Offenes Fenster ist für isolierte Sprachaufnahmen eigentlich ein No-Go. Wenn du die akustische Umgebung nicht einigermaßen kontrollieren kannst, dann hilft nur noch ein Mikro, welches du auf nähstem Abstand besprichst. Da käme dann tatsächlich ein dynamisches infrage, da diese auf die Nahbesprechung ausgelegt sind.
 
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Hey erstmal Danke für eure Antworten.

Habe nun die oben genannten Mirkofone mal durchgeguckt, Hörprobe bei YT gemacht usw.
Muss sagen gefallen würde mir, dass NT1a oder das Procaster ganz gut. Entschieden hab ich mich aber für das NT1a, weil es das als Set mit Popschutz und Spinne gibt. Als Audiointerface würde ich zum Steinberg Ur22 mk2 neigen, anstatt zum Mischpult von Yamaha ag03. Der Mikrofonarm wohl ganz klar von Rode PSA1 kostet zwar am meisten, hat aber ein echt hochwertigen Eindruck gemacht, allerdings weiß ich nicht ob ich noch ein Adapterstück für das Mikrofone auf 3/8 Gewinde brauche, konnte da beim Mikrofon keine Angabe zum finden.
 
Bedenke, dass man Mikrofone "aus der Ferne" nur schlecht vergleichen kann.
Wenn man Gewissheit haben möchte, dann sollte man sich die Kandidaten nach Hause holen und selbst probieren, welches am besten zur eigenen Stimme und zur eigenen Arbeitsumgebung (Raumakustik) passt. Ist ähnlich wie beim Vergleichen von Lautsprechern.

Eine Spinne ist übrigens bei allen drei vorgeschlagenen Kondensatormikros dabei. Den Popschutz brauchst du oft nur, wenn du das Mikro frontal besprichst. Bei Streaming rate ich eher dazu, es eher seitlich zu platzieren und dabei leicht anzuwinkeln. Dadurch gehen die kritischen Luftstöße (Poplaute) an der Membran vorbei. Und man hat ein besseres Sichtfeld ;)

Wenn es das NT1-A werden sollte, dann würde ich dir wie gesagt zum Gebrauchtkauf raten. Das Rode ist gerade unter Streamern extrem populär. Dementsprechend gibt es auch sehr viele Nutzer, die ihres aus den üblichen Gründen wieder loswerden wollen.
XLR-Mikros namenhafter Hersteller kann man problemlos auch gebraucht kaufen. So viel kann da zum Glück nämlich nicht kaputt gehen.
Das Gesparte würde ich dann in ein besseres Interface stecken. Zum Beispiel in ein Audient iD14. Die Kombi käme dem Anspruch "hauptsache Qualität" im gegebenen Preisrahmen am ehesten entgegen.

Gewindeadapter brauchst du in der Regel keine.
 
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