Kirchhof schlägt neue GEZ-Regelung vor - und dem Faß den Boden aus!

was stärkung der Privaten betrifft: Meckern die nicht rum, da ja schliesslich die ÖR nun wohl noch mehr Geld verpulvern können?
Ist das nicht ein FastMonoPol was die GEZ da finanziert?

Kann an diesen Mist eigentlich noch irgendwas gekippt werden, oder ist es schon Gesetz? Aber bis 2013 hab ich noch Hoffnung.
 
@Herrmann: klar meckern die Privaten. Zudem machen sie gerne Stimmung gegen die ÖR und ihren Gebührenbedarf oder klagen sogar vor Gericht. Hat aber bisher noch nichts gebracht. Lediglich die Ausbreitung der ÖR im Internet wurde jetzt etwas eingedämmt.
 
War ja klar das die Privaten den ÖR unterliegen. Wenns Geld fürs Gericht nicht gereicht hätte: Gebührenerhöhung
Was haben die Privaten monatlich und was die GEZ Sender? Das steht auch nicht im verhältnis zueinander.

Und warum schreitet die KEF nicht ein? (weil sie alle unter einer Decke stecken!)

Aber wenigstens macht das Hoffnung : http://computer.t-online.de/gez-gebuehr-soll-runter-auf-15-euro/id_41940574/index

Dann kann das da mal eingedämmt werden: http://www.tvtoday.de/entertainment...r-verplempert,3769346,ApplicationArticle.html

Ach und was meine Korruptionsvorwürfe betrifft:
http://www.rp-online.de/hps/client/..._gesellschaft/deutschland/personen_-_parteien
 
Bitte auch meinen ersten Beitrag beachten. (Nachtraeglich editiert)


Deliberation schrieb:
Deine politikwissenschaftliche Erklärung ist im Prinzip richtig. Die freie Meinungsbildung zur Teilhabe am politischen Prozess ist allerdings ein Recht und Rechte implizieren, dass man sie wahrnehmen kann aber nicht muss. Wenn wir hier also von Rechten eines Bürgers ausgehen, dann muss es m.E. auch eine Möglichkeit geben, sich dagegen zu entscheiden. Insofern müsste eine Befreiung von der Gebührenpflicht durch Abschaffung der Rundfunkgeräte weiterhin möglich sein. Ansonsten ist es kein Recht, sondern eine Pflicht.

Die Teilnahme am politischen Prozess ist ein Recht. Die Grundversorgung mit den o. g. Informationsquellen ist eine durch das Grundgesetz festgelegte Bringschuld des Staates an den Buerger um eben die Meinungsbildung zur politischen Teilhabe ueberhaupt erst zu ermoeglichen. So lautet der Grundgedanken als es noch keine Privaten gab.

Durch die Bereitstellung unabhaengiger Medien entsteht ein Aufwand, den sich der Staat durch eine, das Gemeinwohl foerdernde, Abgabe zweckgebunden bezahlen laesst. Natuerlich ist es nicht der Staat, sondern es sind die Rundfunkanstalten, welche die Gelder erhalten.
Wie gesagt, die Oeffentlich Rechtlichen sind vom Prozess der politischen Teilhabe in sofern abgekoppelt, als dass du nicht verpflichtet bist, aktiv an der politischen Entwicklung Deutschlands teilzunehmen, sondern das du jederzeit die Moeglichkeit hast, dich umfassend daruber zu informieren.

Odium schrieb:
Noxiel: Wie kannst du angesichts der Zusammensetzung des Aufsichtsrats im ZDF von unabhängigen Medien sprechen? Und Sender wie NDR und MDR sind auch auf die Zahlungen der GEZ angewiesen, die wiederum nicht von freien Managern, sondern Politikern kontrolliert werden.
Die Mediengestaltung uebernimmt immernoch der Intendant und sein Chefradakteur. Und wie im editierten Beitrag erwaehnt, ist die politische Einflussnahmen bei ZDF ungleich staerker ausgepraegt als bei anderen Sendeanstalten. Leider, muss man sagen. Von dem ZDF jetzt aber eine verklausulierte Generalanklage gegen die uebrigen Rundfunkanstalten abzuleiten halte ich fuer unpassend.

Odium schrieb:
Solche Zustände erwarte ich eigentlich in einem Land wie Libyen oder Nordkorea, aber nicht hier.
Solche Zustaende? Du vergleichst nicht wirklich die derzeitige Situation in Deutschland mit Regimen wie in Libyen und Nordkorea? Muss jetzt schon billiger Populismus herhalten?

Odium schrieb:
Wenn der Staat tatsächlich ein Interesse daran hat, dass wir uns unabhängig informieren, dann muss er die Privatsender stärken, indem er die ÖR abschafft und damit die Vielfalt stärkt.
Das ist natuerlich eine Gretchenfrage. Wem traue ich eher eine objektive und unabhaengige Berichterstattung zu. Intransparenten Konzernen, die auf Wirtschaftlichkeit und Quote achten oder auf finanziell unabhaengige Medien?
Wie man die Vielfalt durch eine Abschaffung der Oeffentlich Rechtlichen steigern will ist mit ein Raetsel.

Airbag schrieb:
@Noxiel
Nach Definition ja(obwohl, dass ja uach wieder eine Sache ist 17Mitglieder des Rundfunkrates auf den Länderparlamenten ). Umsetzung mangelhaft.
Zudem besteht im Moment eine Übermacht an CDU/CSU im RUndfunkrat.

Wie schon gesagt. Die politische Verflechtung im ZDF ist nicht mehr schoen und hat zurecht ein dunkles Licht auf die Sendeanstalt geworfen.
edit:


Airbag schrieb:
Es erklärt aber immer noch nicht, wie ich davon profitieren soll, wenn ich es nicht nutze.

Indirekt. Durch eine politisch aufgeklaerte und an der aktiven Mitgestaltung interessierten Bevoelkerung. Was zu einer Mehrung des privaten und sozialen Wohlstandes fuehrt, so wuerde ich argumentieren.
Es ist eine Frage des Gemeinwohles.
 
Augen auf, es ist nicht nur das ZDF an sich wohin unsere Politiker und Abgeordnete ihre Finger strecken oder sich bereits festgekrallt haben.

Der Regierungssprecher unserer Frau Merkel, der Herr Wilhelm wurde kürzlich Intendant von der BR Sendeanstalt.
Ganz traurig. Berichtet wurde davon in unseren etablierten Medien gar nicht oder nur kaum.
 
Shader schrieb:
Der Regierungssprecher unserer Frau Merkel, der Herr Wilhelm wurde kürzlich Intendant von der BR Sendeanstalt.

Und hat damit seinen Posten als Regierungssprecher aufgegeben (bzw. wird aufgeben, wenn die Nachfolge geklärt ist, was Frau Bundeskanzler momentan wohl etwas schwer zu fallen scheint.). Wir sollten also inhaltlich korrekt bleiben.
 
Ehemaliger Verfassungsrichter Kirchhof schlägt vor (und erhält dafür von Politik und Medien Zustimmung), daß in Zukunft einfach jeder Haushalt pauschal eine GEZ-Abgabe entrichtet, egal ob Empfangsgeräte vorhanden sind.

Na wenn das so ist, dann beantrage ich morgen Kindergeld.
Ich habe zwar keine, aber dafür ist das Gäret zum Kinder machen bei mir vorhanden.
 
Noxiel schrieb:
Die Teilnahme am politischen Prozess ist ein Recht. Die Grundversorgung mit den o. g. Informationsquellen ist eine durch das Grundgesetz festgelegte Bringschuld des Staates an den Buerger um eben die Meinungsbildung zur politischen Teilhabe ueberhaupt erst zu ermoeglichen.

Aus welchem Verfassungsartikel ergibt sich denn die Notwendigkeit für einen öffentlichen Rundfunk? Ich dachte, die Notwendigkeit habe sich der Staat mit dem Rundfunkstaatsvertrag selbst gegeben!?
 
@Falkner
Man braucht auch keine Kinder zu haben, wenn man Kindergeld will. ;)
 
@Deliberation
Artikel 5:
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
Die Berechtigung des ÖR ergibt sich dann aus der Geschichte der BRD, da in den Anfangstagen ein privater Rundfunk schlicht nicht umzusetzen war. Das hat sich mittlerweile zwar geändert, dennoch sind es gerade beim Fernsehen immer noch zu wenig (Voll-)Sender, um der Allgemeinheit eine ausgeglichenes Meinungsspektrum anzubieten. Deswegen die ÖR, die dazu verpflichtet sind, ausgeglichen zu berichten (es gibt zwar eher konservative und eher progressive Sendungen, aber in der Summe wird ein senderinterner Ausgleich angestrebt).
 
Zuletzt bearbeitet:
Deliberation schrieb:
Aus welchem Verfassungsartikel ergibt sich denn die Notwendigkeit für einen öffentlichen Rundfunk? Ich dachte, die Notwendigkeit habe sich der Staat mit dem Rundfunkstaatsvertrag selbst gegeben!?

Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG
[...] Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. [...]


Das ganze Brimborium anschliessend ist dann natuerlich durch die Rundfunkstaatsvertraege in Blei gegossen worden.

Edit:
F*ck, Andy war schneller. *hmpf*
 
Besagt aber nach wie vor nicht, dass ÖRs notwendig sind.
 
Und wieso tut es das nicht?
 
Garantie der Pressefreiheit ist auch mit den Privaten realisierbar. Man schafft Rahmenbedingungen, sodass eine große Vielfalt bestehen bleibt und greift bei Verstößen ein. Mehr sagt der Artikel meiner Ansicht nach nicht.
 
Vielen dank Airbag. Auch ich halte die Schlußfolgerung, die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film müsse durch einen staatlich organsierten Rundfunk erfolgen, für nicht haltbar. In Art. 5 GG steht lediglich, dass die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film gewährleistet sein muss und das kann man auch, indem man Privatsendern die ungehinderte Pressefreiheit und Freiheit der Berichterstattung sichert.
 
So ist es ja auch. Und Rahmenbedingen schafft der Staat schliesslich, in dem er Eckpunkte in der Gesetzgebung setzt, die es den Privaten erlaubt respektive verbietet gewisse Programminhalte zu produzieren und zu senden.
Allerdings befinden wir uns in einer Marktwirtschaft die auf den Pfeilern von Angebot & Nachfrage ruht. Ein zu starkes Reglementieren und Eingreifen in die wirtschaftlichen Prozesse der privaten Sendenanstalten ist fuer mich im Grundsatz schwierig.

Dazu ein Auszug auf dem Gutachten von Herrn Kirchof:

Der Gesetzgeber setzt für den privaten Rundfunk grundsätzlich auf Marktprozesse, die eine Vielfalt des Rundfunkangebots und eine angemessene Finanzierung der Veranstalter sichern. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk unterliegt demgegenüber in seiner Organisationsstruktur, seiner Unabhängigkeit und seinem Programmangebot besonderen normativen Erwartungen. Öffentlich-rechtliche Veranstalter werden besonderen organisatorischen Anforderungen zur Sicherung der Vielfalt und Unabhängigkeit unterworfen. Anlass dieser gesetzlichen Ausgestaltung der Rundfunkordnung ist die herausgehobene Bedeutung, die dem Rundfunk unter den Medien wegen ihrer Breitenwirkung – ihrer Reichweite und der Möglichkeit der Beeinflussung großer Bevölkerungsteile –, wegen ihrer Aktualität – der schnellen, oft zeitgleichen Übermittlung von Inhalten – und wegen ihrer Suggestivkraft – der Kombination von Text und Ton, der Kraft der bewegten Bilder, dem Anschein hoher Authentizität – zukommt.

Die Wirkungskraft und Konzentration des Rundfunks begründet Risiken einer einseitigen Einflussnahme auf die öffentliche Meinungsbildung. Deswegen sind Vorkehrungen zum Schutz der publizistischen Vielfalt geboten. Die verfassungsrechtliche und gesetzliche Gewährleistung stellt sicher, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in seinen Informationen, Kommentaren, Unterhaltungssendungen eine Verantwortung für die individuelle und öffentliche Meinungs- und Willensbildung trägt, er auch als kultureller Verantwortungsträger wirkt.
 
Zuletzt bearbeitet:
In anderen Worten: man möchte Berlusconische Zustände verhindern? Kann man sowas nicht durch Monopolgesetze verhindern?
 
Ich bin kein Jurist, daher kann ich diese Frage nicht beantworten. Aber wir haben ja schon eine Bundeskartellbehoerde und wie oft kommt es vor, dass erst nach Jahren eine Monopolstellung aufgedeckt bzw. verbotene Preisabsprachen bewiesen wurden?

Die Konsequenzen im medialen Bereich, bei einem so wichtigem Gut wie der oeffentlichen Meinung, halte ich fuer gravierend. Meiner Meinung nach, fahren wir im dualen System mit den Privaten und Oeffentlich-Rechtlichen sehr gut. Die noetige Reform des Gebuehrenmodells ist da noch ein Schritt in die richtige Richtung. Zeitgemaess war es schon lange nicht mehr.
 
Das stimmt. Aber ist nicht gerade dann die Verflechtung von Politik und ÖR ein Umstand, den es unbedingt zu verhindern gilt? Und dennoch entscheiden Politiker über Ausgestaltung, Finanzbedarf und sitzen in den Gremien der Sender, die unabhängig über Politik berichten sollen.
 
Deliberation schrieb:
Das stimmt. Aber ist nicht gerade dann die Verflechtung von Politik und ÖR ein Umstand, den es unbedingt zu verhindern gilt?

Sehe ich auch so, und genau da sollte auch der Schwerpunkt der Diskussion liegen. Nicht die Oeffentlich-Rechtlichen abzuschaffen, sondern wirklich dafuer zu sorgen, dass sie diesen Namen und die Idee dahinter auch verdienen.

Ein echtesWerbeverbot, kritische Berichterstattung, die Programmgestaltung wirklich in den Haenden von Intendant und Chefredakteur usw.
Gerade das ZDF hat im Bereich politische Einflussnahme ja schon traurige Beruehmtheit erlangt.
 
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