Klang Telefonie bei Modem-Routern

bernd_b

Ensign
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Im Test der Stiftung Warentest vom 03/2020 lese ich:

"Bei den beiden TP-Link-Routern klingt Sprache beim Telefonieren vergleichsweise dumpf"
Es geht dabei um die Modelle "Archer VR2800v" und "Archer VR900v V2".

Einen besseren Klang haben offenbar die beiden getesteten Fritz-Boxen 7590 und 7530.

Hat jemand von Euch Erfahrungen hierzu? Gilt das nur beim Anschluss des Telefons an die analoge Buchse oder auch, wenn man sein Telefon direkt via DECT mit dem Router verbindet?

Eigentlich wären die TP-Link-Dinger meine Favoriten, da sie zwei analoge Telefonanschlüsse haben. Aber das wäre für mich tatsächlich noch ein Grund umzuschwenken. Dann muss halt einer der beiden Anschlüsse direkt via DECT mit dem Router verbunden werden wie ich es jetzt mit meiner 1&1-Box 7412 auch mache.
Oder ich finde noch 'ne gebrauchte 7390, die hat wohl noch zwei analoge Buchsen.
 
Ich hatte bis vor kurzem den TP-Link vr2800v und habe jetzt eine FritzBox 7530.
Zur Gesprächsqualität kann ich nicht viel sagen, da ich mein Festnetz kaum nutze.

Der Hauptgrund, für den wechsel zur FritzBox, war der bessere Support und das bessere Modem.
TP-Link hat eine grausame Firmware-Update-Politik. Es hat fast 2 Jahre für ein neues Update (Juni 2020) gedauert.

Die FritzBox hat vor kurzem die Firmware 7.20 mit WPA-3 bekommen.

Die FritzBox 7530 verbindet meine 250Mbit Leitung mit mehr Bandbreite:
TP-Link - 245Mbit (Download 27-29 MB/s)
FritzBox 7530 - 285Mbit (Download 30-32 MB/s)

Ich empfehle Dir die FritzBox.

P.S.: die 7590 hat 2 analoge und einen ISDN Anschluss
 
So kann man natürlich auch 1700 Beiträge voll bekommen, indem man einfach nicht auf die Frage antwortet :)
 
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micha` schrieb:
So kann man natürlich auch 1700 Beiträge voll bekommen, indem man einfach nicht auf die Frage antwortet :)
Das war eigentlich nicht meine Absicht :)

Zur Sprachqualität:
Auch wenn ich nicht viel über Festnetz telefoniere, habe ich bis jetzt keinen auffälligen Unterschied in der Gesprächsqualität feststellen können. (Telefon über DECT)
 
Ein Router hat faktisch keine Auswirkung auf die Sprachqualität. Bei VoIP werden Standardcodecs genutzt. Die und deren Bitrate gibt die Qualität vor. Nicht der Router.
 
BlubbsDE schrieb:
Ein Router hat faktisch keine Auswirkung auf die Sprachqualität. Bei VoIP werden Standardcodecs genutzt. Die und deren Bitrate gibt die Qualität vor. Nicht der Router.

Natürlich hat ein Router Einfluss auf den „Klang“.
Die „Standardform“ der Transformationskurve ist, aus Sprachverständlichkeitsgründen, bei keinem Hersteller linear umgesetzt.
Bei der Fritzbox ist sie vom User zudem (grob) beeinflussbar.
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@FarmerG interessant.

Ich hätte eher den Verdacht, daß unterschiedliche Codecs ausgehandelt und unterstützt werden.

Eine Zeit lang hatte ich ein Problem mit Telefonaten zu Leuten mit Telekom SIP Anschluß, das Gespräch klang da recht "dünn". Nun habe ich ein anderes Telefon und alles ist gut.
 
Erstmal ist der ausgehandelte Codec relevant. So ein Equalizer macht genau das, was er bei Hifi Geräte macht. Er verändert das Ausgangssignal. Macht es aber nicht besser oder schlechter.
 
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@FarmerG: Wo finde ich diese Einstellungen?
@bernd_b: Stiftung Warentest ist kompetent bei Dingen die man biegen, rütteln, fallen lassen, unter Strom setzen...mithin auf Materialqualität prüfen kann. Bei Computern ist Stiftung Warentest ein waschechter Wünstler.
Wünstler? Ja Wünstler. Kunst kommt von Können. Käme es von Wollen hieße es Wunst.
Ein Router "klingt" überhaupt nicht. Ein Telefonieprovider (um den es hier geht) nimmt im Fall DECT das Signal digital entgegen und kodiert es entsprechend dem jeweiligen Codec um. Im Fall eines analogen Telefons wird das Signal vorher noch D/A und D/A gewandelt. Was bei Frequenzen bis 4 Khz (Standard) bzw. 8 Khz (HD-Voice) für einen Telefonieprovider ungefähr so anspruchsvoll ist wie für Dich und mich das ein- und ausatmen.
Fazit: Ohne Aussage über den verwendeten Übertragungsweg, den verwendeten Signalweg, den ausgehandelten Codec, ist die Aussage "klingt etwas dumpfer" schlicht wertloses blabla.
 
BlubbsDE schrieb:
Erstmal ist der ausgehandelte Codec relevant. So ein Equalizer macht genau das, was er bei Hifi Geräte macht. Er verändert das Ausgangssignal. Macht es aber nicht besser oder schlechter.

Was verstehst Du unter „nicht besser oder schlechter“?
Die Sprachverständlichkeit wird verbessert, indem oftmals der Pegel im Bereich zwischen ~1kHz und 3kHz angehoben wird.
Das kann, je nach Gerätehersteller, im Ergebnis etwas heller oder auch etwas weniger hell klingen bzw. ist durch den Benutzer beeinflussbar (Equalizereinstellung Fritzbox, für jedes Mobilteil einzeln und unterschiedlich einstellbar).
Die hörbare Beeinflussungsmöglichkeit hier ist enorm.

Der verwendete Codec an sich beeinflusst akustisch erst mal hauptsächlich, ob SD- oder HD-Telefonie stattfindet (Grenz- bzw. Eckfrequenzen), ob komprimiert wird und wenn ja wie stark/effektiv die Komprimierung ist und wie deutlich die daraus resultierenden Quantisierungseffekte zu hören sind.
Diese akustische Beeinflussung ist logischerweise vorhanden und wird auch codecspezifisch klassifiziert (MOS-Wert, Sprachverständlichkeit)

Aber die weitaus größere akustische Beeinflussung hat der Gerätehersteller mit der Gestaltung der Hüllkurve (Übertragungsfunktion) in der Hand bzw. gibt diese Möglichkeit (eingeschränkt) sogar an den Benutzer weiter (wie es AVM mit den mobilteilselektiven „3kanaligen Equalizereinstellungen“ macht).

Hat die Stiftung Warentest in ihrem Testbericht evtl. irgendwo im Kleingedruckten die verwendete Testumgebung inkl. Codec beschrieben?
Wenn nicht ist die Aussagekraft wirklich nur recht begrenzt.

Ach so, @Hayda Ministral
Zu finden ist es unter “Telefonie –> Telefoniegeräte (hier ein auszuwählendes Mobilteil bearbeiten) –> Merkmale des Telefoniegerätes“.

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FarmerG schrieb:
Hat die Stiftung Warentest in ihrem Testbericht evtl. irgendwo im Kleingedruckten die verwendete Testumgebung inkl. Codec beschrieben?
Ich habe leider nix Genaueres gefunden und nochmal in der Kommentarfunktion nachgefragt. Die Antwort:
"Sprachqualität beim Telefonieren
@bernd_b: Wir haben die Telefonie über die verfügbaren analogen Anschlüsse, DECT und ggfs. ISDN getestet und zusammengefasst. Grundsätzlich gilt die Aussage für alle getesteten Übertragungswege. Ob ein Übertragungsweg „voll-digital“ ist, ist dabei nicht allein ausschlaggebend. Es gibt in jeder Variante eine relativ große Anzahl von Einflussfaktoren, die die Sprachqualität beeinflussen können, bis letztlich das VOIP-Signal übertragen wird. Insgesamt haben wir bei den Routern von TP-Link dabei eine etwas schlechtere Qualität festgestellt. (Bu)


Genauer als "nicht so gut" wird es fürchte ich nicht.
 
0-8-15 User schrieb:
HD-Telefonie ist nicht möglich, wenn das Telefon an einem "analogen Anschluss" hängt. Das gilt für jeden Router.

Falls Du damit meinst dass Du jeden am Markt erhältlichen Router kennst und weißt dass er am Telefonanschluß keine HD-Telefonie erlaubt ....ok, lassen wir mal so stehen.

Falls Du allerdings auszudrücken versuchst dass Du jedes am Markt erhältliche analoge Telefon kennst und weißt, dass es aufgrund seiner Bauart und verbauten Bestandteile auf das Frequenzband der Plain Old Telefonie Services (PSTN) 300-3400 Hz beschränkt ist - da müsste ich dann doch mal ernsthaft an Deiner Verankerung am Boden der Realität zweifeln.

Sofern Du, dritte Möglichkeit die mir einfällt, damit ausdrücken wolltest dass ein analoges Telefon UND ein Router an seinem analog-Port prinzipbedingt schlicht keine Frequenzen bis 8Khz sinnvoll liefern und verarbeiten können so müsste ich das als kompletten Unsinn bezeichnen.
 
Wurde beantwortet: Ist vergleichend sowohl bei SD als auch bei HD, als auch unter Verwendung verschiedener Codecs für SD und HD beeinflusst durch die vom Hersteller gewählte Hüllkurve der analogen Übertragungsfunktion (bzw. vom Anwender gewählte Equalization, wo es vom Hersteller zugelassen ist) beeinflusst.

Auch wenn der TP-Link-Router und der AVM-Router keine HD-Telefonie per TAE-Anschluss zulassen, bleiben die genannten akustischen Unterschiede bestehen.
(P.S.: Alleine aus Komfortgründen würde ich einen Anschluss von 2 zusätzlichen DECT-Basisstationen an einen DECT-fähigen Router überhaupt nicht mehr in Betracht ziehen)
 
FarmerG schrieb:
Wurde beantwortet
Wurde eben nicht vollumfänglich beantwortet, weil bisher nicht erwähnt wurde, dass die zu erwartende Klangqualität bei Verwendung der analogen Buchsen schlechter ist als bei Verwendung der digitalen Buchsen. Natürlich hängt der Klang am Ende von vielen Faktoren ab, aber warum sollte man sich bewusst von vorneherein auf SD-Telefonie beschränken, wenn man Wert auf die Klangqualität legt?
FarmerG schrieb:
Auch wenn der TP-Link-Router und der AVM-Router keine HD-Telefonie per TAE-Anschluss zulassen, bleiben die genannten akustischen Unterschiede bestehen.
Das bestreitet auch niemand, aber wenn man sich dazu entscheidet die Telefone nicht analog anzuschließen, dann schränkt einen die Anzahl der analogen Anschlüsse nicht mehr in der Wahl des Routers ein ...
 
Zuletzt bearbeitet: (Tippfehler korrigiert)
bernd_b schrieb:
Es gibt in jeder Variante eine relativ große Anzahl von Einflussfaktoren, die die Sprachqualität beeinflussen können, bis letztlich das VOIP-Signal übertragen wird. Insgesamt haben wir bei den Routern von TP-Link dabei eine etwas schlechtere Qualität festgestellt. (Bu)

Hätten sie halt mal jemanden gefragt der sich mit sowas auskennt, der hätte ihnen gesagt dass man zur Beurteilung der Sprachqualität (natürlich nur falls man das wirklich vorhat und nicht nur die Vorgaben erfüllen will wer für sein Geld das beste Testergebnis bekommt) mindestens mal Frequenzband, Klirrfaktor und Latenz vermisst. Das ist wirklich nur das Minimum, nach oben gibt es dann immer reichlich Luft mit allerlei Tests die sich schlaue und kompetente Leute ausgemacht haben um vergleichbare Tests von "Sprachqualität" zu erreichen.
 
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FarmerG schrieb:
(P.S.: Alleine aus Komfortgründen würde ich einen Anschluss von 2 zusätzlichen DECT-Basisstationen an einen DECT-fähigen Router überhaupt nicht mehr in Betracht ziehen)
Darauf läuft es wohl hinaus. Man muss sich aber daran gewöhnen, dass man nicht mehr live mithören kann, wenn einer einem auf den Anrufbeantworter spricht (oder im Falle einer Fritzbox neue Telefone kaufen, nämlich die vom gleichen Hersteller...).

190,- Euro für einen Router wie die Fritzbox 7590 ist mir doch erst einmal zu viel des Guten. Da ist es preiswerter, wenn ich die kommenden zwei Jahre einfach alles so lasse wie es ist und nicht über den Telefonklang nachdenke ...
 
Nochmal einen kleinen Test gemacht:
0-8-15 User schrieb:
Klappt leider. Mit Bekannten in HD-Telefonie geführt, Siemens-Telefon über DECT direkt an Fritzbox. Gleiche Anschlüsse, Siemens-Telefon (baugleich) über Analog-Buchse an Fritzbox, führt zu dem Telefondsound, den wir aus dem vergangenen Jahrhundert kennen.

Tatsächlich für mich ein starkes Argument, mich voll und ganz auf die Fritzbox als Basisstation zu konzentrieren und auf Features des eigentlichen Telefons gänzlich zu verzichten.
 
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