Raummodelle
Der Gegenstand mit seinen vier Dimensionen ist das Wahre, das es zu erkennen gilt.
Das ist eben aristotelisch nicht so. Die materielle Realität ist dreidimensional. Es gibt einen klaren Unterschied zwischen Raum und Zeit. Ein Körper kann zu verschiedenen Zeiten am gleichen Ort sein, aber er kann nicht zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten sein.
(Neben bei:
Für Aristoteles existieren nur die Körper. Die Oberflächen sind zwar real, sie EXISTIEREN jedoch NICHT. Die Oberflächen sind Grenzen der Körper, die erst der Verstand findet. Die Linien sind Grenzen der Flächen, die erst der Verstand findet. Die Punkte sind Grenzen der Linien, die erst der Verstand findet.)
Wie ich sagte wird die Realität durch die kausale Interaktion (Ursache-Wirkung) bestimmt. Die Verursachung ist eine Bewegung und das bedeutet in der materiellen Welt einen ZEITLICHEN Verlauf. In einem vierdimensionalen RAUM-ZEIT-Kontinuum gibt es keine zeitliche Veränderung, da die Zeit selbst schon im System ist. Deshalb gibt es in einem Raum-Zeit-Kontinuum keine philosophische Kausalitätsinteraktion. Das Raum-Zeit-Kontinuum ist also nicht die reale Ebene unserer Existenz, sondern der dreidimensionale Raum.
Durch die kausale Analyse der Wirklichkeit haben wir also tatsächlich ein Instrumentarium mit dem wir entscheiden können, von welcher Dimension die Wirklichkeit ist.
NUR eistierende Ursachen können etwas bewirken und alle Wirkungen existieren. So können wir Ursachen von Scheinursachen unterscheiden. Wir müssen nur überprüfen ob das Kausalitätsgefüge stimmig ist. Das kann NUR auf der Wirklichkeitsebene der Fall sein.
So können wir durch Kausalitätsanalyse die Wirklichkeit von Dingen bestimmen, wenn wir die Wirklichkeit anderer Dinge kennen.
Beim Raumbegriff müssen wir allerdings aufpassen.
Durch Kausalitätsanalyse gewinnen wir ein "reales" Raumzeitgefüge, das posteriori im Nachhinein, von den Gegenständen gewonnen wird.
Bei der Beschreibung von physikalischen Modellen können wir aber auch A Priori im Voraus Raummodelle verwenden (2D, 3D, 4D). Diese Modelle liefern dann KEINERLEI Information über die betrachteten Objekte und sind nur die Grammatik, der Rahmen, in dem wir Objekte beschreiben. Die Benutzung eines solchen Raummodells will dann nicht sagen, dass der Gegenstand wirklich nach diesem Raummodell beschaffen ist. Man untersucht nur, wie sich der Körper hinsichtlich dieses Raummodells verhält. Das Raummodell ist dann selbst KEINE Information, sondern nur die Beziehungen INNERHALB dieses Raummodells.
(Kant machte keinen Unterschied zwischen Denkmodellen und Informationen. Deshalb war für ihn irrtümlich der reale Raum auch von dieser Art.)
Auf jeden Fall muss man immer sehr genau überlegen, was bei einer Erkenntnis Erkenntnismittel und was der Inhalt ist. Sogar ganze Raummodelle können nur Erkenntnismittel sein.
Die Logik des Menschen ist sehr individuell ausgeprägt. Jemand mit einem IQ von 70 (IQ prüft ja das logische Denken, die sprachlichen Fähigkeiten und das räumliche Vorstellungsvermögen (er ist somit in meinen Augen als Intelligenztest nicht wirklich aussagekräftig, da zur Intelligenz noch einige andere Faktoren dazukommen, die nicht überprüft werden. Aber das ist jetzt ein anderes Thema)) kann der Logik eines Menschen mit 160 vielleicht nicht unbedingt folgen. Für denjenigen mit IQ 70 ist vielleicht diese Logik sogar unlogisch. Von daher gibt es für denjenigen mit dem niedrigen IQ dafür keinen Wirkungszusammenhang und somit sollte es ja für diesen auch nicht existieren (da ja die Kausalität für die Existenz zwingend erforderlich ist).
Nur was ist, wenn es noch deutlich intelligentere Wesen in diesem Universum gibt, für die selbst der intelligenteste Mensch (im Verhältnis) einen IQ von 1 zu 200 hat? Könnte könnte es dann nicht genauso sein, dass der Mensch dieser Logik nicht mehr folgen kann, weil er schlicht und ergreifend zu "dumm" ist?
Natürlich ist die Logik jedes Menschen sehr individuell ausgeprägt. Aber das betrifft die Denkmodelle, mit denen jemand denkt, nicht den Denkgegenstand (die Information). Die Denkmodelle bestimmen vor allem die Kapazität des Denkens. Genau das soll (allerdings sehr mangelhaft, wie du richtig sagst) durch den IQ quantifiziert werden.
Natürlich sehen die Gedankengebilde eines Menschen mit IQ 160 anders aus, als die eines Menschen mit 60. Der Denkgegenstand, die Information, ist aber derselbe (nur die Kapazität oder Quantität unterscheidet sich).
Ich würde sagen, meine Erkenntnisse sind nicht Schatten der Realität, sondern "meine Realität" oder Teil der wirklichen Realität.
Wie du das gesagt hast, bringt es meines Erachtens auf deine Weise auf den Punkt.
Das gefällt mir.