Erfahrungen mit meinem TA-210
Guten Tag,
ich hab jetzt seit gestern das ASUS TA-210 (das schicke schwarze) und wollte mal hier meine bisherigen Erfahrungen posten, da sich ja ein paar Leute dafür ebenfalls zu interessieren scheinen.
Nun gut,
zunächst einmal vermisste ich eine Anleitung oder Handbuch dazu. Ich weiß zwar nicht, ob es üblich ist bei Gehäusen, sowas dazu zu geben, aber ich bin es von anderen PC-Komponenten her gewohnt.
Als allererstes hab ich das mitgelieferte Netzteil durch eins von Zalman ersetzt. Von der Qualität des mitgelieferten kann ich daher nicht viel berichten. Ich hab das in einen anderen PC verbaut, dort kams mir beim kurzen Probebetrieb lauter vor wie das Zalman. Egal, hat mich auch nicht weiter interessiert.
Man muss sagen, dass es recht eng drinnen zugeht, vor allem weil man den Festplattenkäfig nicht ausbauen kann. Das Mainboard so reinzusetzen ohne dass es einem aus der Hand gleitet, ist somit recht schwierig.
Als ich das geschafft hatte, hab ich noch schnell die anderen Komponenten eingebaut - wie man das halt so macht *gg* - und fand dabei sehr positiv dass man bis zu 5 Festplatten verbauen konnte. Endlich liegen meine beiden Platten nicht mehr unmittelbar aneinander, sondern sie haben nun Platz zum atmen. Für viele hier mag das sicher selbstverständlich sein, nicht aber für mich, der 4 Jahre lang ein Fujitsu-Siemens-Komplett-Angebot-bei-Karstadt-Gehäuse hatte. Insofern finde ich diesen Punkt sehr positiv, wobei das wohl heute zum Standard gehört.
Nun, bei dem Gehäuse sind die oberen beiden 5,25"-Blenden zum runterklappen, dass heißt es gibt da 2 Knöpfe am rechten Rand mit denen man über eine Hebelwirkung die Knöpfe der CD-Laufwerke betätigt. Nunja, bei einem meiner 2 Laufwerke klappt das auch ganz gut, nicht aber bei dem anderen, wo die Knöpfe nicht so schön rechteckig sind, sondern kleiner, ellipsenförmig und ein wenig versenkt. Also kann ich nur noch das eine Laufwerk mit der sich öffnenden Blende betreiben (es sei denn, ich öffne das andere Laufwerk immer über Windows). Das Funktionsprinzip dieser Blenden ist ebenso einfach wie unschön: Eine Rückstellfeder bewirkt einen ständigen Zug auf die Blende, um sie auf diese Weise geschlossen zu halten. Öffnet sich das CD-Laufwerk, so drückt dieses die Blende auf. Hierzu muss dann die Kraft der Zugefeder überwunden werden. Für meinen Geschmack ist die Feder zu straff und das Laufwerk öffnet sich zu schwergängig. Meiner Meinung hätte man das wesentlich eleganter lösen müssen bei ASUS. Vielleicht werd ich mal versuchen die Feder ein bisschen zu überdehnen, damit der Zug nicht mehr so groß ist.
Was auch sehr sehr unschön ist, ist die Blende, die die beiden 3,5"-Schächte verdeckt. Man drückt auf den unteren Rand, dadurch klappt das Teil ein wenig auf, und dann muss man es runterziehen, wobei sich das gute Stück dabei jedesmal in seiner Führung verkantet. Ich glaube dass bei häufigem Auf- und Zumachen die Blende schnell aus seiner Verankerung rausbrechen wird. Hier hätte ich mir einen Schlitten aus Metall gewünscht, auf dem die Blende leichtgängig und sicher hinuntergleiten kann.
Die unterste Blende, die 4 USB-Anschlüsse, 1 Fire-Wire-Port und Ein- und Ausgang für die Soundkarte enthält, gefällt mir dagegen wesentlich besser. Hier hat man einfach eine Blende genommen die nach unten runterklappt. Dieses Prinzip ist zwar noch viel simpler, aber dafür auch sehr zuverlässig.
Drinnen sind noch zwei Lüfter an der Rückseite verbaut, was für mich persönlich eine Premiere darstellt, da ich vorher nie Gehäuselüfter hatte.
Beim ersten Einschalten sind es auch diese beiden Lüfter, die mich am meisten Nerven gekostet haben. Diese sind nämlich sowas von laut, dass man spätestens nach einer halben Stunde Kopfschmerzen kriegt und nach ner Stunde den Raum verlässt oder die Kiste wieder ausschaltet.
Nachdem ich diese Unterbrechung dazu genutzt habe um zur Post zu gehen, setzte ich mich wieder an den Störenfried um eine Lösung für das Problem zu finden. ASUS Pc-Probe las eine Drehzahl von 2900 U/min pro Lüfter heraus. Mit Speedfan lasse ich die beiden jetzt auf 20 bis 70% laufen, je nachdem wie warm es wird. Bei 70% hört man die Lüfter dann zwar immer noch, allerdings dann ohrenverträglich.
Den beiden Lüftern muss ich allerdings zugute halten, dass sie meine Temperaturen wirklich deutlich senken, mein Mainboard hatte früher im Leerlauf immer etwa 42°C, jetzt sind es etwa 35°C. Meine CPU profitiert davon auch ein wenig, etwa 2-3°C Differenz zu früher.
Insgesamt bin ich dennoch zufrieden mit meinem Kauf, vor allem weil mir das schlichte und elegante Aussehen sehr gut gefällt (war ja auch der eigentliche Kaufgrund). Gegen einen Kauf sprechen natürlich die miserable Blende der 3,5"-Laufwerke und die zu straffen Rückstellfedern der beiden 5,25"-Blenden. Auch die Tatsache, dass Slotblenden herausgebrochen werden müssen (so wie bei meinem alten Gehäuse) wird viele skeptisch stimmen.
Mein Fazit: Legt man auf durchdachte Konstruktionen wert, ist man bei diesem Gehäuse sicher falsch. Wer sich aber in das Design verliebt hat und auf technische Raffinessen nicht so viel wert legt, der kann einen Kauf wagen.
Gruß,
Dominique