Kurze Verständnisfrage VoiP und Modem ?

Gerber_

Lieutenant
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Hallo Community,

ich habe eine kurze Verständnisfrage zum Thema VOIp und Modem.

Bisher war es ja gängig, dass man bei größeren Kunden ein Modem zum aufbauen der WAN Verbindung genutzt hat und hinter dem Modem z.B. ein Draytek VPN Router oder Mikrotik Router angeschlossen hat.
Das Telefon wurde dann am Splitter angezapft.

Es wurde dann in etwa so aufgebaut:

Splitter ---> Modem ---> Router ---> LAN
|
------------> Telefon / Anlage

Nun habe ich mich bereits mehrfach gefragt wie wird es nun mit den aktuellen VoIP Anschlüssen angeschlossen ??
Bei den VoIP Anschlüssen wird ja kein Splitter mehr benötigt.

Ich möchte aber gerne doch noch oft ein Modem vor ein VPN Router schalten ??

Wo wird dann das Telefon angeschlossen ??


------

Was muss eingerichtet werden, wenn ich z.B. anstelle eines Modem eine Fritzbox nutze, dort die WAN Verbindung und das Telekom korrekt konfiguriere und hinter der Fritzbox einen VPN Router der die VPNs annehmen soll.


Muss dann in der Fritzbox was bestimmtes konfiguriert sein, damit der VPN Router weis was zu tun ist ??

Ich stehe irgendwie auf dem Schlauch :D

Danke euch im voraus

Grüße Philipp
 
Die Fritzbox ist ein VPN-Router und hat ein Modem eingebaut ...
Das Telefon wird an die Fritzbox angeschlossen und die VOIP-Daten in der Fritzbox eingetragen ...
 
Hi danke für die Antwort.

Das ist mir klar, dass die Fritzbox ein Modem verbaut hat.

Wie ist es aber eben, wenn ich hinter die Fritzbox (die bereits ein Router ist) ein weiteren Router hänge (dass meinte ich damit...)
 
Mit VoIP:
Geh mal von deiner Grafik in Beitrag #1 aus. Der Zweig unten (Telefon/Anlage) fällt weg. VoIP-Geräte kannst du dann überall da anschließen, wo IP verfügbar ist, d.h. in deinem Bild ab dem Router ... also genau dort, wo du auch PCs anschließen könntest, damit sie via IP ins Internet kommen. Dafür brauchst du aber wirklich VoIP-Telefone! Das Szenario funktioniert mit jedem Router. Der Router muß von VoIP keine Ahnung haben. Er wuppt nur IP-Pakete durch die Gegend und merkt gar nicht, dass da VoIP-Zeug dabei ist. Das VoIP-Telefon verbindet sich mit dem VoIP-Server bei deinem Provider.

Variante 2:
Die "besseren" Fritzboxen, die sich "VoIP-fähig" nennen, haben eine eingebaute TK-Anlage, die nach außen VoIP spricht. Solche Fritzboxen setzen nach innen auf andere "Telefonsprachen" um. An so eine Fritzbox mit VoIP-Anlage kannst du deshalb i.d.R. lokal ein klassisches, analoges Telefon anschließen(bei manchen auch ISDN-Telefone) und DECT-Telefone anmelden. Echte VoIP-Telefone kannst du ans interne IP-Netz wie im 1. Abschnitt beschrieben anschließen, wirst sie aber anders konfigurieren: Du wirst sie mit TK-Anlage in der Fritzbox reden lassen, nicht direkt mit dem VoIP-Dienst deines Providers.

Welche Variante du nutzen kannst, hängt also von den Fähigkeiten des Routers ab. Kurzum: Um überhaupt irgendwie über VoIP telefonieren zu können, brauchst du ENTWEDER ein VoIP-Telefon ODER ein VoIP-fähige TK-Anlage(z.B. eine "bessere" Fritzbox), die anderen Telefonen Anschluß bietet.

Gerber_ schrieb:
Wie ist es aber eben, wenn ich hinter die Fritzbox (die bereits ein Router ist) ein weiteren Router hänge (dass meinte ich damit...)
Geht auch. Ob das sinnvoll ist, ist eine andere Frage.

BTW:
Statt eines VoIP-Telefons kann man auch einen PC nehmen, ans IP-Netz anschließen und eine VoIP-Software auf dem PC installieren. Der PC ist dann von der Funktionalität her identisch mit einem VoIP-Telefon, nur bischen größer. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

danke für die Antwort.

Das Klingt gut.


Kommt aber doch noch oft vor, dass ich hinter den Router z.B. einen VPN Router oder eine Firewall anschließen muss.
Bisher wurde in solchen Fällen eben ein Modem vorgeschalten und die Telefonanlage aus dem Splitter bedient.

Kann ich bei einem VOiP Anschluss immernoch ein Modem die Internetverbindung aufbauen lassen und troztdem die Telefone hinter dem Modem betreiben ?
Oder bin ich gezwungen einen Router anzuschließen der die WAN Verbindung und das VOiP aufbaut ??



Da dies nun alles z.B. über eine Fritzbox läuft fällt das Modem ja weg.

Es gibt ja z.B. Adapter wie : https://www.reichelt.de/Telefone-VoIP/CISCO-SPA112/3/index.html?ACTION=3&GROUPID=6695&ARTICLE=136473

Wo werden diese dann genau installiert ??
 
Gerber_ schrieb:
Oder bin ich gezwungen einen Router anzuschließen der die WAN Verbindung und das VOiP aufbaut ??
Nein, natürlich nicht. Ist im Consumerbereich halt so üblich, da man nur ein Gerät hat und es streng genommen technisch etwas einfacher ist (man braucht kein NAT-Traversal; zwei Stichworte dazu falls die Technik interessiert: STUN und ICE).
Es gibt aber eben auch separate VoIP-Telefonanlagen oder IP-Telefone, die direkt mit dem Provider kommunizieren können. Dies verhalten sich aus Sicht des Routers und des Modems wie jedes andere IP-Gerät auch, was auch den Vorteil von VoIP ausmacht.

VoIP-Adapter wie der Cisco werden genau wie genannte Anlagen und IP-Telefone (oder auch ein normaler PC) an einen beliebigen Netzwerkport am Router oder einem Switch angeschlossen. Dann werden die SIP-Zugangsdaten konfiguriert und das analoge Telefon anschlossen.
 
@ TheCadillacMan:

So jetzt hat es klick gemacht :D

D.h. ich könnte z.B. diese Cisco Adapter an jedem VOIP Anschluss benutzen.

Und ich könnte diese Cisco Adapter z.B. auch zusätzlich zur Fritzbox benutzen ?

Um an bestimmten Standorten Analoge Telefone / Faxgeräte per SIP direkt mit zu verbinden ?

Grüße Gerber
 
Gerber_ schrieb:
D.h. ich könnte z.B. diese Cisco Adapter an jedem VOIP Anschluss benutzen.
Im Prinzip ja. Du musst halt SIP-Zugangsdaten haben. Entweder vom Provider oder der FritzBox (siehe unten).

Gerber_ schrieb:
Und ich könnte diese Cisco Adapter z.B. auch zusätzlich zur Fritzbox benutzen ?
Ja, du kannst den Adapter an der FritzBox als "IP-Telefon" anmelden. Die FritzBox gibt der nach der Anmeldung eigene Zugangsdaten, die du am Adapter eingibst.
Dann verhält sich das angeschlossene Telefon genau so, wie ein direkt an die FritzBox angeschlossenes (ink. interne Nebenstellen, Weiterleitung etc.).
Alternativ könntest du auch die Zugangsdaten deines Providers eintragen (sofern dieser die raus gibt). Dann stellt die FritzBox nur die Internetverbindung zu Verfügung.

Gerber_ schrieb:
Um an bestimmten Standorten Analoge Telefone / Faxgeräte per SIP direkt mit zu verbinden ?
Solange eine Internetverbindung zum SIP-Provider bzw. Verbindung zur FritzBox besteht ja. Das kann auch ein VPN sein.

Faxe über SIP können problematisch sein. Die beste Lösung ist T.38 (das z. B. von der Telekom leider nicht unterstütz wird). Ohne T.38 ist Übertragung sehr anfällig für Fehler (z. B. auf der DSL-Leitung). Da hilft nur ausprobieren. Falls es Probleme gibt, entweder Fax2Mail und Mail2Fax des Providers nutzen (sofern verfügbar) oder Faxe über einen Anbieter mit T.38-Support (z. B. easybell) abwickeln.
 
@ TheCadillacMan:_

Danke für die Antwort.

Dann weis ich jetzt bescheid.

Auch falls irgendwo keine Telefonleitung liegt, dass man das ganze über einen Cisco Adapter per IP abdecken kann.

Jap die Faxprobleme über VOIp bekommt man leider nicht in den Griff.
Entweder es funzt oder es funzt eben nicht :o

Grüße Philipp
 
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