Laptop passiv kühlen? Verrückte Idee?

Mondgesang

Lt. Commander
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Liebe Freunde,

bei PCs bin ich schon SEHR lange auf rein passiver Kühlung unterwegs. Auch wenn moderne CPU Lüfter praktisch lautlos sind, ist eine rein passive Kühlung für mich völlig ausreichend. Klar, so ein PC-Gehäuse bietet auch den Platz dafür.

Nun aber etwas Waghalsiges. Kann man ein Notebook ebenfalls passiv kühlen? Also...klar kann man schon. Frage ist nur wie lange das gut geht, bis man ein Spiegelei drauf braten kann vermutlich. Besonders bei den heutigen top-modernen Notebooks mit wenigen Millimetern Dicke ist Kühlung ja Thema.

Nun ja, ich habe hier von meinem Vater ein uraltes TOSHIBA X200 Notebook. Ein echt dicker Brocken mit ordentlich Gehäuse. Und ich frage mich, ob man solche alten Klötze, die noch gut was an Gehäuse mit sich bringen irgendwie passiv gekühlt bekommt.

https://www.reddit.com/r/Fedora/comments/1olruud/my_8_year_old_laptop_running_very_nicely_with/ Hier in diesem Thread hat ein Benutzer es wohl geschafft, einen Thinkpad X1 komplett passiv zu kühlen.

Ich merke dazu an, dass ich dieses Notebook einfach aus Spaß für banale Aktivitäten wie Email, Office und Bildbetrachtung benutzen würde. Ich muss da jetzt nicht 8k Videos drauf Rendern oder Unreal Enginge 5 spielen.

Ist das wohl machbar? Ich erinnere mich an so kleine Aluminiumrippen für den Raspberry Pi, die man auf die CPU setzte statt des Ventilators. Einfach möglichst viele Rippen. Denn leider vermute ich, dass diese alten Lüfter nur zwei Stufen kennen, Aus und Flugzeugturbine. Oder kann man da auch etwas tinkern?

Zum Einsatz käme bei mir dann wohl ein leichtes Linux drauf, welches ohnehin nicht powerhungrig sein sollte.

Was kann ich aus dem Laptop rausquetschen um ihn möglichst leise zu machen und evtl sogar komplett passiv zu kühlen?
 
Kauf dir ein MacBook Air und du hast ne passive Kühlung direkt ab Werk.
 
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"Zum Einsatz käme bei mir dann wohl ein leichtes Linux drauf, welches ohnehin nicht powerhungrig sein sollte."

Das einigermaßen egal, wenn es die CPU anspricht oder Threats abgearbeitet werden müssen, taktet die CPU hoch und es wird mehr Abwärme produziert. Je nach Gerät und dessen UEFI-Einstellungen müsste man halt die die MB/CPU/RAM Einstellungen anpassen, CPU runtertakten, maximalen Takt vorgeben, undervolten usw.
Wenn die CPU nur bis 1400MHz hochtaktet, wirds auch nicht warm.

Aber das habe ich bisher bei noch keinem Notebook gesehen.....
 
Ein BIOS wirds aber wohl schon haben. Bei einem 20 Jahre alten Gerät halte ich das Vorhaben aber für fragwürdig, abseits von Stillen des Basteldrangs. Ich bezweifle, dass da was brauchbares draus wird. Nimm den Boden ab und pappe einen grossen Kühlkörper auf die CPU. Wenn die CPU immer noch drosselt, ist der Kühlkörper zu klein. 🤷‍♂️
 
Mondgesang schrieb:
Zum Einsatz käme bei mir dann wohl ein leichtes Linux drauf, welches ohnehin nicht powerhungrig sein sollte.
Auch ein "leichtes" Linux fordert die alte CPU, und spätestens die erste Anwendung, ob LibreOffice, FireFox oder Thunderbird werden die uralte CPU an den Anschlag bringen.
Die Dinger waren damals nicht umsonst so dick und schwer, die Prozessoren hatten noch kein gutes Powermanagement. Ein heutiger Intel N100 schafft mit 5W mehr als der alte Core Duo mit 30W.

Laut Test bei Notebook Check hat dieser Laptop mit einem 68Wh Akku unter 2 Stunden Laufzeit gehabt.
D.h. er hat im Mittel 30W aufgenommen, das bekommst Du nicht passiv aus dem Gehäuse.

Im Vergleich: Ein Macbook Air braucht komplett (also mit Display) im "Desktop" (d.h. ohne große Last) Betrieb zwischen 4-6W. Die CPU ist davon weniger als ein Watt:

1762514453178.png

(Den Screenshot des Apple Powermetrics tools habe ich eben gemacht, während mein Macbook an einer Dockingstation hängt, zwei Bildschrime aktiv sind und viele Anwendungen auf sind, ich habe auch schon unter 500mW gesehen).

Das Macbook Air kann auch mal 35W aufnehmen, aber das schafft es nur 1 Minute.

Mit dem großen 17 Zoll Gehäuse würdest Du vielleicht eine mittlere Leistung von 10W passiv gekühlt bekommen, aber davon ist das System weit entfernt.
 
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Passive Kühlung muss ein vollumfängliches Konzept sein, damit es entsprechend funktioniert.
Sprich: ein auf Luftkühlung ausgelegtes Laptop-Gehäuse auf passive Kühlung umzustellen, wird dank Thermal Throttling funktionieren, aber ineffizient.
Laptops, die passiv gekühlt werden, inkludieren das gesamte Gehäuse in das Konzept. Die Heatpipes stehen thermisch mit dem Gehäusemetall in Kontakt. Dafür können diese Geräte gerne auch mal warm bis heiß werden.
 
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Wenig Abwärme, große Oberfläche, großes Temperaturdelta und genügend (Luft)Volumen für die Konvektion
Aber das weißt du sicher
 
Er bremst das X1 mächtig ein.
Von 25w Peak auf 15w bzw 15 auf 10W dauerhaft
Dann drosselt er schon bei 60 Grad statt 75.
 
Mondgesang schrieb:
Dafür ist der alte Toshiba aber die falsche Basis. Das kann man eher mit Einsteiger Notebooks mit irgendwelchen Atom Celerons (also Celeron J oder N) probieren. Da gibt es manchmal Modelle die im gleichen Gehäuse wie leistungsstärkere Modelle des gleichen Herstellers sind.

Vor einiger Zeit hatte hier im Forum mal jemand ein Foto von so einem geöffneten Billig Laptop gepostet, da hatte nicht mal die übliche Heatpipe mit abgesetztem Lamellenkühler+Radiallüfter sondern einen flachen Rippenkühlkörper der dann einfach seitlich vom Lüfter angeblasen wurde. Der Hersteller hatte die sparsame CPU nicht dafür genutzt, das Gerät leiser zu machen, sondern einfach nur so billig wie möglich.

Da hätte man eventuell eine Chance, wenn anstatt der Plastikrückwand eine vollflächige Aluplatte nehmen würde, die man dann z.B. per Kupferblock mit dem CPU Chip verbinden würde.

proserpinus schrieb:
Die Heatpipes stehen thermisch mit dem Gehäusemetall in Kontakt. Dafür können diese Geräte gerne auch mal warm bis heiß werden.
Ein Macbook Air hat nicht mal eine Heatpipe:
https://de.ifixit.com/News/62925/m2-macbook-air-teardown-hat-apple-den-kuehlkoerper-vergessen

Das ist der SoC einfach wie bei einem Smartphone oder Tablet thermisch per Graphitband an die Gehäuserückwannd gekoppelt.

Soweit ich weiß gibt es im Intel/AMD Bereich kein wirklich passiv gekühltes Notebook, auch die ganzen Lunar Lake Geräte haben dann doch einen Lüfter - und das obwohl der Luna Lake ja vom ganzen Konzept als Antwort auf die M-Chips zu sehen ist (z.B. LPDDR5 RAM on Package, usw.). Auch bei den Qualcomm Notebooks gibt es glaube auch kein Passives.
 
TomH22 schrieb:
Soweit ich weiß gibt es im Intel/AMD Bereich kein wirklich passiv gekühltes Notebook [...]

Du hast Recht, zumindest keins mit annähernd der Leistung eines Macbooks.

Es gibt einige Geräte mit Intel N CPUs die passiv gekühlt sind. Die reichen durchaus für Office und Webanwendungen aus (und damit für die meisten Anwender). Ein Freund hat seit ein paar Jahren eins im Einsatz und ist zufrieden.
Aber ich würde mich nicht so sehr einschränken wollen.
 
Ein ASUS F705-Laptop mit N4200 CPU (4-6W) hat als Kühler nur ein 2mm dickes 25x25mm großes Alublech. Im Gehäuse wäre aber noch genug Platz für einen ca. 7-8mm hohen Lamellenkühler mit einer 3-4 mal so großen Fläche.
 
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@Stovi : Nur nützt ein Lamellenkühler in einem flachen Notebook Gehäuse, was naturgemäß oben geschlossen ist (Tastatur, Touchpad, usw.) ohne aktiven Lüfter nichts. Die Ingenieure, die Notebooks konstruieren, sind ja nicht alles Trottel…
 
TomH22 schrieb:
Vor einiger Zeit hatte hier im Forum mal jemand ein Foto von so einem geöffneten Billig Laptop gepostet, da hatte nicht mal die übliche Heatpipe mit abgesetztem Lamellenkühler+Radiallüfter sondern einen flachen Rippenkühlkörper der dann einfach seitlich vom Lüfter angeblasen wurde.
Ich kann mich erinnern. Gesucht und gefunden, mit Video:
https://www.computerbase.de/forum/threads/laptop-moechte-nichtmehr.2181381/post-29067979
Ergänzung ()

snakesh1t schrieb:
CPU runtertakten, maximalen Takt vorgeben, undervolten usw.
Wenn die CPU nur bis 1400MHz hochtaktet, wirds auch nicht warm.

Aber das habe ich bisher bei noch keinem Notebook gesehen.....
Ohne undervolten habe ich bei einem Intel i5 der 4. Generation mal mittels TuxedoOS (mit dessen TuxedoControlCenter geht das OOTB) die Zweikerner-CPU auf das Minimum runtergeschraubt:

Nur noch einen einzigen von vier möglichen Threads laufen lassen, und diesen gar nur noch mit den minimalst verfügbaren 800MHz. Und ohne Eingriff in eine Lüftersteuerung.

Fazit: Beim Surfen wie hier im Forum bleibt die CPU durchaus in kühleren Gefilden und der Lüfter blieb aus. Falls man aber auch unter diesen Einschränkungen die dabei mögliche Last in Anspruch nimmt, war ich dann dennoch auch mal über die Einschalttemperatur des Lüftungssystems gekommen.
Insofern kann man sich mittels Runterschrauben der CPU zumindest Richtung "Semi-Passiv" bewegen.
 
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TomH22 schrieb:
hätte man eventuell eine Chance, wenn anstatt der Plastikrückwand eine vollflächige Aluplatte nehmen würde, die man dann z.B. per Kupferblock mit dem CPU Chip verbinden würde.

Bei temporären Last-Szenarien könnten vielleicht auch mal "zwischengeschaltete" PCM-Heatsinks als Wärmepuffer in einem Kühlsystem interessant sein:

https://www.1-act.com/thermal-solutions/passive/pcm/heat-sinks/

https://www.1-act.com/thermal-solutions/passive/pcm/heat-sinks/#jumpTo__h2-pcm-comparison-table
 
Zuletzt bearbeitet:
Espero schrieb:
mittels TuxedoOS (mit dessen TuxedoControlCenter geht das OOTB)
Das geht so mal eben? Ich dachte dafür müssten Motherboard und CPU auch grundsätzlich diese Funktion mitbringen. Beim PC Bau achte ich meist genau darauf.
 
Mondgesang schrieb:
Das geht so mal eben?
Bislang hat es bei allen Laptops, bei denen ich es probiert habe, geklappt. Ganz ohne irgendwelche extra BIOS-Einstellungen, sondern alleine mittels des im TuxedoOS out-of-the-box enthaltenen TuxedoControlCenter.

Im angehängten ersten Screenshot siehst du rechts unten unter "Hardware", dass nur 1 Thread der CPU i5-4300u "läuft". Die "abgeschalteten" anderen 3 Threads sind als "3 x Unbekannter Typ" gelistet.

Links im Systemmonitor taucht ebenfalls nur 1 logischer "Kern 1" (in diesem Fall also ein Thread gemeint) auf.

Im TuxedoControlCenter sieht man, ich habe mir zwei Profile ("aktuell verwendete Pofile") hinterlegt, jeweils im Namen verklausuliert:

Profil 1:
4 Threads bis 1,8GHz limitiert mit 10% Bildschirmhelligkeit bei Profilaufruf und automatischer Start des Profils wenn "N"=Netzteil angeschlossen.

Profil 2:
1 Thread auf das Minimum von 0,8GHz limitiert mit 10Prozent Bildschirmhelligkeit bei Profilaufruf und automatischer Start des Profils wenn "A"=Akkubetrieb.


Im zweiten Screenshot sieht man die Einstellmöglichkeiten der Profile.
 

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Gibt es für andere Linux Distros ebenfalls das TuxedoControlCenter? Oder kann man es sich IN andere Distros reinpacken?

Unter Windows gibt es ja soweit ich weiß CPU-Z (aber glaube ich nur für Intel).
 
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