News Larrabees Erben: Acht Intel Xeon Phi werden offiziell abgekündigt

Volker

Ost 1
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#1
Dass Xeon Phi als das Erbe von Intels letztem großen, fehlgeschlagenen Projekt zur Entwicklung einer diskreten Grafikkarte erst einmal keine Zukunft hat, ist bereits seit einiger Zeit klar. Jetzt wurden acht der noch verbliebenen Modelle, die Xeon Phi 7210, 7210F, 7230, 7230F, 7250, 7250F, 7290 und 7290F, eingestellt.

Zur News: Larrabees Erben: Acht Intel Xeon Phi werden offiziell abgekündigt
 
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donend

Gast
#4
Wäre verständnishalber "einstellen" in der Überschrift nicht das bessere Verb, wenn man im Berichttext Einstellung-einstellen schreibt, "abkündigen"?

Es sind ja Nachfolger geplant, wenn man das richtig liest. Das heißt, es wird weder vollständig abgesagt noch beendet. Abkündigung wäre dann einer Nichtverwendung gleichzusetzen, die können aber noch bestellt werden.
 
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760_Torr

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#5
Im Allgemeinen traut man wohl zukünftigen RISC-V-Beschleunigern eine Menge zu. Auch Intel ist auf den Zug aufgesprungen - über SiFive.

Übrigens, abkündigen ist richtig verwendet worden, vgl. Wörterbücher von Adelung 1793 bis Wiktionary 2018. ;)
 

Simon

Fleet Admiral
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#6
Sollte nicht Ice Lake H mit 2x 22 Kernen über EMIB und HMC/HBM der Nachfolger werden?
 
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#7
Ich sage ja normalerweise nichts gegen kleinere Fehler in Meldungen, dennoch hier bitte nochmal nacharbeiten/korrigieren:
Bei den acht Xeon Phis um die es in dieser Meldung geht, handelt es sich bei keiner einzigen um eine "Beschleunigerkarte". Alle Xeon Phis der x200 Generation ("KNL") sind übliche gesockelte CPUs.
Auch die noch verfügbaren x205 ("KNM") sind keine Beschleunigerkarten.

Die letzten (offiziell verfügbaren) Xeon Phi Beschleunigerkarten sind die x100 Familie ("KNC"), diese wurden schon vor geraumer Zeit eingestellt.
Die Nachfolgerkarten für dieses Produkt auf KNL Basis wurden bereits vor der offiziellen Markteinführung, vmtl. wegen geringer Nachfrage (Stichwort US Embargo gg. China), eingestellt.
 

Hopsekäse

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#8
Die Nachricht hier legt tatsächlich viel zu viel Gewicht auf den Vergleich zu GPUs.
Die Xeon Phi, auch wenn sie ursprünglich mal aus einem fehlgeschlagenen GPU-Ansatz kamen, waren von Anfang an etwas Anderes. Auch die Varianten in PCIe-Form waren effektiv eigene Systeme, die nur über PCIe an einem anderen System hingen. Das spricht auch ganz andere Programmiermodelle an als die übliche GPU-Beschleunigung.

Hat dann aber auch gewisse Implikationen, die gerade im HPC-Bereich auch nicht zu vernachlässigen sind.
Die Teile haben dann quasi wie eigene Compute-Knoten funktioniert, haben sich aber ggf. zu mehreren das PCIe-System und meist auch die Netzwerk-Hardware eines Host-Systems geteilt, das man eigentlich gar nicht wirklich brauchte. Außerdem ist auf Steckkarten der verfügbare Speicher stets begrenzt. Für Speicherzugriffe auf den größeren RAM des Hosts zuzugreifen ist aber lahm, sodass man alles, was nicht in den lokalen Speicher passt eigentlich nicht rechnen will und sich dann für ordentliche Performance genauer um seine Daten kümmern muss.

Was liegt also nahe, wenn man eine "Beschleunigerkarte" hat, die eigentlich eigenständig ist, aber einige Nachteile mitbringt, die u.A. auch die Programmierung erschweren?
Man macht das Ding richtig eigenständig. Ein Knoten, der vorher vielleicht eine quasi-nutzlose CPU und 2 Phi beherbergt hat, wird dann halt zu zwei Knoten. Man hat dann natürlich Mainboards und Netzwerk-Hardware doppelt und RAM unter Umständen danach auch mehr als vorher, aber man spart sich die quasi ungenutzte CPU und hat dann auch eine viel homogenere Umgebung für die Programmierung. Selbst wenn man die dann mit normalen CPU vernetzt, dann haben die unterschiedlichen Knoten vielleicht andere Performance-Charakteristika, aber aber den ganzen Mist wer wo wie angebunden ist und wie viel Speicher er zur Verfügung hat etc. braucht man nicht mehr zu berücksichtigen.

Dann ist man statt bei Beschleunigerkarten bei klassischen Knoten mit anderer Architektur. Die Architektur war geeignet für viel Performance bei stark parallel Workloads. War für diese Tasks was Performance/Watt angeht nicht ganz so stark wie GPUs, aber deutlich mehr als normale CPUs und lässt sich aber programmieren wie eine CPU. Außerdem halt ohne das zusätzliche Host-System, das die GPUs definitiv brauchen, welches für GPUs auch durchaus benötigt und genutzt wird, aber idR auch da nicht zur Compute-Leistung dazuzählt. Vergleichsweise also auch quasi tote Watt, die man bei den GPUs dazuzählen muss.
So ganz nutzlos und fail, wie manch einer hier sagt, ist das Ganze nicht. Die Dinger stecken ja auch in den Top 9 + 10 Systemen der aktuellen Top500 drin.
Hat aber auch hier natürlich Nachteile. Z.B. ist ein einzelner Kern teilweise so langsam, dass Netzwerk-Kommunikation, für die sonst ein Thread/Kern reicht, da eben nicht reicht. Da kann dann teilweise ein Kern das Netzwerk nicht saturieren und für quasi einen "Task" mehrere Kommunikationsthreads zu benutzen ist auch nicht trivial und hat oft leider auch Nebenwirkungen.

Der Grund warum die Nachfolger sich jetzt in eine andere Richtung entwickeln, bzw eingestellt werden, liegt woanders.
@Simon liegt da schon richtig. Bei der alten MIC-Architektur hat man so viele schwache Kerne auf ein Die gefeuert, wie man es gerade hinbekommen hat. Mit EMIB ist man jetzt nichtmehr auf ein Die limitiert. Sprich man baut einfach CPUs mit deutlich mehr starken Kernen zusammen. Das passiert bereits mit Cascade-Lake.
Solche CPUs sollen angeblich noch diesen Herbst in ersten Systemen verbaut werden.
Daher gehe ich nicht davon aus, dass mit dem Nachfolger EMIB-CPUs gemeint sind. Vielleicht sind ja dann damit doch tatsächlich GPUs gemeint.
 

CCIBS

Lieutenant
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#9
War das Hauptziel wirklich mal der Gamerbereich? Für mich war das schon immer für den Professionalen Bereich und das Gaming nur ein "Wenn es klappt, wieso auch nicht.", welches die Werbekampagne damals etwas zu großspurig angekündig hatte. Aber das Intel wirklich mit dem Ansatz an das Ding ist um bei den Gamings mitzumischen kann ich mir nicht richtig vorstellen.

Ansonsten fand ich die Idee des Xeon Phi immer sehr interessant und hätte ihm eigentlich mehr zugetraut.
 

Mega-Bryte

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#10

nebulus

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#11
Massive x86 arrays haben keine Chance gegen 4000 Grafikkartenkerne... Das eine stammt aus den Anfängen der Computertechnik, den 70er Jahren, das andere wurde von Profis in der Neuzeit entwickelt...
 

Mega-Bryte

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#12
4000 Grafikkartenkerne haben keine Chance gegen massive x86 Arrays! ... und beide Aussagen stimmen.

Man muß jeweils das Einsatzgebiet bzw. die der Darstellung zugrunde liegende Technik berücksichtigen. Intel hatte diese x86 Arrays verwenden wollen, um 3d per Rendering a la Blender o.ä. darzustellen. Weiterhin kann die Berechnung schnell variiert werden bei x86-Code, bei CUDA sehe ich das schon schwieriger.
 
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