@Andy - vielen Dank für den Artikel!
Aus Sicht des Betroffenen (ich oute mich hiermit…) möchte ich noch ein paar Details ergänzen und ein paar Anmerkungen zum bisher Gesagten machen.
Wir hatten von der Verlegung der GF-Trasse durch die Stadt Schotten erfahren, da Bauarbeiten im Sicherheitsstreifen der Startbahn erfolgten sollten, welche eventuell den Flugbetrieb gestört hätten. Von der vorausgegangenen Planung wussten wir überhaupt nichts, da das zu erschließende Grundstück zum Nachbarkreis gehört.
Nein, wir hatten bis dahin ein Anbindung ans Glasfasernetz nicht mal in Erwägung gezogen, da uns die Entfernung zu den nächstgelegenen erschlossenen Ortschaften einfach zu groß schien für eine wirtschaftliche Anbindung . Ich hatte bis dahin einige Zeit mit dem Versuch verbracht, die bestehende Hybrid-Verbindung stabil zu bekommen, da das mit der zugrunde liegenden Technik (und dem gebotenen Support durch den Anbieter) aber schlicht nicht möglich war, hatte ich schon damals eine reine Mobilfunk-Lösung angepeilt, welche ich aktuell (wieder) teste. Starlink ist für mich keine Alternative, den Grund können wir bei Bedarf gerne diskutieren, aber lieber nicht hier, da OT.
An einem Freitagnachmittag kam ich zum Flugplatz, aus einer der beiden Baugruben ragten drei dicke Leerrohr-Bündel, in der zweiten baumelte ein fast durchtrenntes Kupferkabel von der Grubenwand. Der Tiefbauer hatte zielsicher unser DSL-Kabel erwischt, das auf den letzten Metern zum Gebäude die Startbahn unterquert. Ich war gerade dabei, das Kabel provisorisch zu flicken, als der Tiefbauer mit einer „amtlichen“ Muffe auftauchte und die Reparatur professionell zu Ende brachte. Es stellte sich heraus, dass er nicht nur sehr verantwortungsvoll, sondern auch sehr kompetent und gut informiert zu den Hintergründen der Verkabelungs-Maßnahme war.
Eine Muffe zum Einblasen des Kabels mit 12 Fasern., welche im Bereich des Flugplatzes sowieso vorgesehen war, setzte er aus pragmatischen Überlegungen direkt gegenüber des Vereinsgebäudes im Abstand von ca.7 Metern.
Ein Anschluss an die bestehende GF-Trasse schien mir damals also sinnvoll, zumal ich glaubte, dass dies auch im Sinne der Telekom wäre – einer von zwei denkbaren Kunden entlang der 8,5km-Trasse zusätzlich angebunden und Wegfall einer windanfälligen, wartungsintensiven 2,5km-DSL-Freileitung!
Das war sehr blauäugig. Hätte ich geahnt, was mich diese Idee in den folgenden Monaten an Zeit und Nerven kosten würde, hätte ich einfach mit der Mobilfunklösung weitergemacht und die GF-Trasse einfach vergessen...
Technisch ist eine Anbindung sicher kein Problem, der Verein würde versuchen, durch möglichst viele Eigenleistungen Kosten zu sparen. Inwieweit es für die Telekom vorteilhaft ist, keinen weiteren Kunden an die Leitung anzubinden, kann ich nicht wirklich beurteilen. Langfristig gesehen ist das wohl eher zweifelhaft.
Offen bleibt für mich allerdings, warum gesetzliche Vorgaben bei Förderung, Ausschreibung und Planung dazu führen, dass eine einzelne Liegenschaft mit sehr hohem Aufwand ans Glasfasernetz angebunden wird und dabei weitere Kunden buchstäblich auf der Strecke bleiben. Ich denke, hier besteht dringender Handlungsbedarf, deswegen habe ich versucht, das Thema öffentlich zu machen.
Ein paar Detailfragen lassen mich darüber hinaus nicht los:
Warum wurde der Hof über eine Strecke angebunden, die mehr als dreimal so lang ist wie nötig?
(eine Erklärung wäre in #203 zu finden)
Sind zur Anbindung eines Hofes drei Bündel Leerrohre nötig? Wurde das alles gefördert? Falls ja, wozu dienen die ungenutzten Leerrohre?