Bericht Leitung vorhanden, Anschluss nicht: Wie starre Regeln den Glasfaserausbau auf dem Land erschweren

Wooky08 schrieb:
Mein Mittelhessisches Glasfaserkabel endet seit 2 jahren im Vorgarten, das aller andern Häuser im Umkreis ebenfalls....
So viel zum Thema Ausbau....
Ich bin froh das die Telekom 2019 ausbaute oder 2018 und ich seit 2019 80 MBit habe eigentlich 100er Tarif aber von 100 MBit werden 85/35 geschafft so das ich den 50er zahle ist eine sehr gute 50er Leitung:)
Eigentlich brauche ich auch nicht wirklich mehr. Wenn sie stabil läuft.
Liebe Grüße.
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rezzler schrieb:
Klappt ja super ;)

Käme jetzt halt auch eher spät und die als Monopolist, womöglich noch staatlich, könnte man dann zuschauen, wie die Bürokratie und Preise steigen.
Das Problem ist dass leider nur das Schienennetz staatlich ist die Züge die meist daran schuld sind und ausfallen meines Wissens nach ist wieder privat.
Ergänzung ()

Surtur schrieb:
Einfache Frage: Wer ist der größte Aktionär der Telekom? Der Rest ergibt sich .
Ich las mal 20% direkt die Regierung nochmals 20 % versteckt über die KfW die restlichen 60 Prozent sind mir nicht bekannt. Liebe Grüße.
 
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wagga schrieb:
Das Problem ist dass leider nur das Schienennetz staatlich ist die Züge die meist daran schuld sind und ausfallen meines Wissens nach ist wieder privat.
Die ganze DB ist 100% staatlich. Die anderen Zugbetreiber dann nicht mehr. Aber klar, wenn das Schienennetz und dessen Betrieb schon schlecht ist können die Züge nicht besser/pünktlicher werden. </OT>
 
St3ppenWoLF schrieb:
In unserem Dörflein (72 Ortsteile mit insgesamt so 2.700 Einwohnern) wird durch einen lokalen Anbieter das "Hauptdorf" größtenteils ausgebaut, aber auch nur, wenn man sich zwei Jahre an ihn bindet.

Die Quote dürfte bei gut unter 10% liegen, weil man eben keine freie Anbieterwahl hat und die Telekom hier mit flachendeckend 250 Mbit/s plus einem kleinen FFTH-Gebiet (alles Neubauten) plus fast perfektem 4G/5G Netz vertreten ist.

Jetzt warten wir einfach darauf, dass die Firma mit magenta Logo irgendwann einen Vollausbau starten wird.
Da können (und werden) aber noch so einige Jahre ins Land ziehen ^^
Diese 2 Jahresbindung ist ja das Problem und das man keine Anbieterfreiheit hat.
 
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@wagga Es gab die 2-Jahresbindung nie. Entweder hatte/hat man keine Alternative oder man kann die Alternative (also dann sowas wie 1&1, o2, VF auf dem Telekom-FTTH-Netz) auch schon vor dem Ausbau bestellen.
 
DLMttH schrieb:
Was soll denn immer der Spam zu E.on? Die Preise über zwei Jahre liegen bei etwa 35 Euro mtl., was überhaupt nicht teuer ist. Westconnect macht ziemlich viel richtig, indem sie nach wie vor kostenlos den Hausanschluss bauen, du verunsicherst durch diese Aussagen hier nur Andere, bei denen Westconnect vielleicht auch bauen möchte.
Ich beziehe mich nur auf die Preise deren Website aber ok wenn die lügt dann ist das halt so.
 
wagga schrieb:
Das Problem ist dass leider nur das Schienennetz staatlich ist die Züge die meist daran schuld sind und ausfallen meines Wissens nach ist wieder privat.
Als jemand der im Thema tief drin ist: Du schreibst von etwas, wovon du offensichtlich gar keine Ahnung hast.
Gar keine: Die Aussage ist in allen Pukten falsch.

Das Netz ist das große Problem und die DB mit allen Tochtergesellschaften ist zwar unter "Privatrecht" AG gestellt worden, wurde aber nie vom Staat veräußert.

Davon abgesehen hat die DB InfraGo (vormals Netz) ein sog. natürliches Monopol. Wer hier nicht differenziert argumentiert unsachlich und schlecht.
Das ist nicht mit dem Ausbau "von ein paar Kabeln" zu vergleichen. Eher so als ob jemand eigene Straßen und Kanalisationen bauen würde.
 
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rezzler schrieb:
Wer zitieren kann macht es einem deutlich leichter, weil sonst hat man kaum eine Chance zu verstehen, was du willst. Siehe deinen Beitrag.

Hatte Bayern je Sozialismus? Davon ab: Wenn du nichts zum Thema beizutragen hast lass es doch bitte einfach.
https://www.br.de/themen/bayern/inhalt/geschichte/bayern-revolution-raeterepublik100.html

Soviel zum Thema Bayern 🥴
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rezzler schrieb:
Die ganze DB ist 100% staatlich. Die anderen Zugbetreiber dann nicht mehr. Aber klar, wenn das Schienennetz und dessen Betrieb schon schlecht ist können die Züge nicht besser/pünktlicher werden. </OT>
Det Rest sind meistens Tochter Unternehmen der DB. Kann man aber auch auf den Seiten der Betreiber nachlesen.
 
GIubschi schrieb:
Die Bahn ist so ziemlich das beste Beispiel für fehlgeschlagene Pseudo-Privatisierung.
Am Ende des Tages ist es egal ob sie sie "privatisiert" haben, es ändert nichts daran, dass der Staat die Finanzen bestimmt - und seit Dekaden zu wenig investiert hat.
 
@Andy - vielen Dank für den Artikel!

Aus Sicht des Betroffenen (ich oute mich hiermit…) möchte ich noch ein paar Details ergänzen und ein paar Anmerkungen zum bisher Gesagten machen.

Wir hatten von der Verlegung der GF-Trasse durch die Stadt Schotten erfahren, da Bauarbeiten im Sicherheitsstreifen der Startbahn erfolgten sollten, welche eventuell den Flugbetrieb gestört hätten. Von der vorausgegangenen Planung wussten wir überhaupt nichts, da das zu erschließende Grundstück zum Nachbarkreis gehört.

Nein, wir hatten bis dahin ein Anbindung ans Glasfasernetz nicht mal in Erwägung gezogen, da uns die Entfernung zu den nächstgelegenen erschlossenen Ortschaften einfach zu groß schien für eine wirtschaftliche Anbindung . Ich hatte bis dahin einige Zeit mit dem Versuch verbracht, die bestehende Hybrid-Verbindung stabil zu bekommen, da das mit der zugrunde liegenden Technik (und dem gebotenen Support durch den Anbieter) aber schlicht nicht möglich war, hatte ich schon damals eine reine Mobilfunk-Lösung angepeilt, welche ich aktuell (wieder) teste. Starlink ist für mich keine Alternative, den Grund können wir bei Bedarf gerne diskutieren, aber lieber nicht hier, da OT.

An einem Freitagnachmittag kam ich zum Flugplatz, aus einer der beiden Baugruben ragten drei dicke Leerrohr-Bündel, in der zweiten baumelte ein fast durchtrenntes Kupferkabel von der Grubenwand. Der Tiefbauer hatte zielsicher unser DSL-Kabel erwischt, das auf den letzten Metern zum Gebäude die Startbahn unterquert. Ich war gerade dabei, das Kabel provisorisch zu flicken, als der Tiefbauer mit einer „amtlichen“ Muffe auftauchte und die Reparatur professionell zu Ende brachte. Es stellte sich heraus, dass er nicht nur sehr verantwortungsvoll, sondern auch sehr kompetent und gut informiert zu den Hintergründen der Verkabelungs-Maßnahme war.

Eine Muffe zum Einblasen des Kabels mit 12 Fasern., welche im Bereich des Flugplatzes sowieso vorgesehen war, setzte er aus pragmatischen Überlegungen direkt gegenüber des Vereinsgebäudes im Abstand von ca.7 Metern.

Ein Anschluss an die bestehende GF-Trasse schien mir damals also sinnvoll, zumal ich glaubte, dass dies auch im Sinne der Telekom wäre – einer von zwei denkbaren Kunden entlang der 8,5km-Trasse zusätzlich angebunden und Wegfall einer windanfälligen, wartungsintensiven 2,5km-DSL-Freileitung!
Das war sehr blauäugig. Hätte ich geahnt, was mich diese Idee in den folgenden Monaten an Zeit und Nerven kosten würde, hätte ich einfach mit der Mobilfunklösung weitergemacht und die GF-Trasse einfach vergessen...

Technisch ist eine Anbindung sicher kein Problem, der Verein würde versuchen, durch möglichst viele Eigenleistungen Kosten zu sparen. Inwieweit es für die Telekom vorteilhaft ist, keinen weiteren Kunden an die Leitung anzubinden, kann ich nicht wirklich beurteilen. Langfristig gesehen ist das wohl eher zweifelhaft.

Offen bleibt für mich allerdings, warum gesetzliche Vorgaben bei Förderung, Ausschreibung und Planung dazu führen, dass eine einzelne Liegenschaft mit sehr hohem Aufwand ans Glasfasernetz angebunden wird und dabei weitere Kunden buchstäblich auf der Strecke bleiben. Ich denke, hier besteht dringender Handlungsbedarf, deswegen habe ich versucht, das Thema öffentlich zu machen.

Ein paar Detailfragen lassen mich darüber hinaus nicht los:

Warum wurde der Hof über eine Strecke angebunden, die mehr als dreimal so lang ist wie nötig?
(eine Erklärung wäre in #203 zu finden)
Sind zur Anbindung eines Hofes drei Bündel Leerrohre nötig? Wurde das alles gefördert? Falls ja, wozu dienen die ungenutzten Leerrohre?
 
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AC-Scots schrieb:
Das war sehr blauäugig. Hätte ich geahnt, was mich diese Idee in den folgenden Monaten an Zeit und Nerven kosten würde, hätte ich einfach mit der Mobilfunklösung weitergemacht und die GF-Trasse einfach vergessen...
Was sagt denn eigentlich MBfM dazu? Die würden wahrscheinlich von der Muffe aus nen eigenen NVt/KVz setzen mit dementsprechend Kosten?
AC-Scots schrieb:
Inwieweit es für die Telekom vorteilhaft ist, keinen weiteren Kunden an die Leitung anzubinden, kann ich nicht wirklich beurteilen. Langfristig gesehen ist das wohl eher zweifelhaft.
Andererseits ist der Aufwand halt auch relativ groß, und das für einen Kunden.
AC-Scots schrieb:
Offen bleibt für mich allerdings, warum gesetzliche Vorgaben bei Förderung, Ausschreibung und Planung dazu führen, dass eine einzelne Liegenschaft mit sehr hohem Aufwand ans Glasfasernetz angebunden wird und dabei weitere Kunden buchstäblich auf der Strecke bleiben. Ich denke, hier besteht dringender Handlungsbedarf, deswegen habe ich versucht, das Thema öffentlich zu machen.
Das ist auch für mich das Kernproblem, aber wie gesagt nicht nur bei euch.
AC-Scots schrieb:
Sind zur Anbindung eines Hofes drei Bündel Leerrohre nötig? Wurde das alles gefördert? Falls ja, wozu dienen die ungenutzten Leerrohre?
Interessant wäre hier, was für Bündel das waren. Bevor man ein einzelnes Leerrohr/Speedpipe legt kommt man mit einem Bündel meist besser weg.
AC-Scots schrieb:
Ein Anschluss an die bestehende GF-Trasse schien mir damals also sinnvoll, zumal ich glaubte, dass dies auch im Sinne der Telekom wäre – einer von zwei denkbaren Kunden entlang der 8,5km-Trasse zusätzlich angebunden und Wegfall einer windanfälligen, wartungsintensiven 2,5km-DSL-Freileitung!
Kenn ich hier auch, auf 3km neben einer Bundesstraße sammeln sich nun langsam die Muffen an den Masten, weil ständig geflickt werden muss... Parallel dazu übrigens eine Bahnstrecke mit Bahn-Gf-Kabel.
 
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AC-Scots schrieb:
Sind zur Anbindung eines Hofes drei Bündel Leerrohre nötig? Wurde das alles gefördert? Falls ja, wozu dienen die ungenutzten Leerrohre?
Die Anzahl und die Dimensionierung der zu verlegenden Rohrvebände sind in Fördergebieten durch das Materialkonzept des Bundes vorgegeben. Ich meine, dass wir hier bei Version 4.1 sind, wo neben den mindestens 6 Mikroröhrchen für das HK zusätzlich zwei Verbände mit jeweils 12 Mikrorohren zu verlegen sind.
Diese dienen als Reserve...wofür auch immer. Ob die für eigenfinanzierte Ausbauten genutzt werden können, weiß ich nicht.

Am Ende der Trasse wird dann ein NVt gebaut, um das einzelne Grundstück zu versorgen.
 
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rezzler schrieb:
Was sagt denn eigentlich MBfM dazu?
"MBfM" ist mir nur in Gestalt der "Breitband-Kreiskoordinatoren" des "Breitbandbüro digitales Hessen" (angesiedelt beim Hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation) begegnet. Der vom Kreis Vogelsberg hat mir Starlink empfohlen, der aus Gießen (der für die Maßnahme zuständige Kreis) hat mir regelmäßig versprochen, das Thema mit in die nächste Bausitzung zu nehmen. Rausgekommen ist dabei nichts, seitens Telekom hat sich niemals jemand zur Baumaßnahme geäußert.

Weiter als bis zu diversen Hotlines (in der Regel war es die Bauherrenhotline) bin ich bei der DTK sowieso nie vorgedrungen. Immerhin, nach einem längeren Telefonat mit "Remote-Routenführung" per Google Maps wurde offenbar die Adresse des Flugplatzes bei der Telekom richtig verortet : nun wird bei Verfügbarkeitsprüfung der passende (Hybrid-) Tarif gefunden. Immerhin! :daumen:
rezzler schrieb:
einzelnes Leerrohr/Speedpipe
GIubschi schrieb:
mindestens 6 Mikroröhrchen für das HK zusätzlich zwei Verbände mit jeweils 12 Mikrorohren
Mit diesen Begriffen sind die ca. 10 mm dünnen Hartplastik-Einzelrohre gemeint, in welche die GF eingeblasen wird? Die Fachbegriffe aus dem TK-Umfeld kenne ich leider nicht!
Dann dürfte die Vermutung 1x6 + 2x12 richtig sein, denn es waren drei Rohrbündel, zwei davon mit gleichem Durchmesser und dicker als das dritte. In Summe also 30 Leerrohre.

Man könnte also zusammenfassen: Wenn man im hessischen Niemandsland ein Gehöft mit einer vom Bund geförderten Leitung anbindet, muss man mindestens so viel Leerrohre verlegen, dass es für ein komplettes Wohngebiet reicht. Angrenzende Liegenschaften (im konkreten Fall zwei) dürfen allerdings nicht angebunden werden. Sollte die Trasse viermal so lang geplant werden als eigentlich technisch nötig, macht das nichts.

Oder habe ich da was übersehen?
 
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AC-Scots schrieb:
Angrenzende Liegenschaften (im konkreten Fall zwei) dürfen allerdings nicht angebunden werden.
Grundsätzlich geht das schon, denke ich. Im Leitfaden zur Breitbandförderung des Bundes geht es unter Punkt 12.2 sowohl um Mitverlegung beim Ausbau als auch die Mitnutzung geförderter Infrastruktur (z.B. Leerrohre) zur Erschliessung weiterer Adressen. Und zwar sowohl durch den ausbauenden Anbieter selbst, als auch durch andere Anbieter, welche ja einen Anspruch auf diskriminierungsfreien Zugang zu dieser Infrastruktur haben (inkl. z.B. Nutzung von Leerrohren).

Über die daraus resultierenden Zusatzeinnahmen (sei es von dritten aber auch "pro forma" bei Selbstnutzung) müssen die Anbieter Buch führen, zusammen mit allen anderen generierten Einnahmen. Am Ende des Zweckbindungszeitraums (typischerweise wohl 7 Jahre) ergibt sich daraus potentiell auch ein Rückzahlungsanspruch an Fördergeldern.

Das steht ja letztlich auch so im Artikel:
Grundsätzlich ist es auch bei geförderter Infrastruktur möglich, diese außerhalb der Förderprogramme zu nutzen. „Hierzu müssen jedoch Prozesse zur Gegenrechnung der geförderten Infrastruktur gestartet werden“, so die Telekom-Sprecherin.
 
Das ist alles richtig, allerdings vermisse ich da die Motivation für die Telekom, den Flugplatz eigenwirtschaftlich zu erschließen. Es werden zum einen Kosten für den Anschluss verursacht und auf der anderen Seite muss die Telekom dann befürchten, einen Teil der Förderung zu verlieren.

Man wird sich wohl damit abfinden müssen, dass der Flugplatz erst erschlossen wird, wenn der "eigene" Landkreis dies beauftragt.
 
GIubschi schrieb:
Das ist alles richtig, allerdings vermisse ich da die Motivation für die Telekom,
Mir ging es um die geäusserte Vermutung dass es daran scheitert dass anliegende Liegenschaften nicht angeboten werden dürfen. Das ist eben schon möglich nach den ganzen Leitfäden und Richtlinien.

Das die Telekom kein Interesse zeigt liegt eben an den schon mehrfach genannten anderen Gründen.
 
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