Lesertest zum Shioo Doro C300 Pro V2

Liebes Forum,

ich hatte die Gelegenheit, im Rahmen einer ComputerBase Aktion, den Sihoo Doro C300 Pro V2 testen zu dürfen (allerdings ohne die optionale Fußstütze), und würde euch gerne von meinen Erfahrungen berichten.

Zur Einordnung: ich bin 178 cm groß und wiege 85 kg. Der Stuhl trägt nach Herstellerangaben Personen bis 150 kg. Bisher habe ich einen „noblechairs EPIC Gaming Stuhl - SK Gaming“ benutzt, den ich 2017 gekauft habe. Das Kunstleder löst sich bereits in seine Einzelteile auf, so dass eine Neuanschaffung ohnehin anstand. Da kam dieser Lesertest genau zur richtigen Zeit.

Offenlegung:
Für den Testbericht gab es nur diese Vorgaben:

  • Der Test muss mindestens 800 Wörter umfassen
  • Der Test muss vollständig selbst formuliert werden (KI darf nur als Hilfsmittel eingesetzt werden)
  • Der Test muss mindestens sechs selbst erstellte Fotos enthalten (darunter auch der Stuhl an seinem Einsatzort)


Der Stuhl darf nach dem Test behalten werden.

1. Ergonomie und Anpassbarkeit

Der Stuhl ist sehr bequem. Das liegt zum einen an dem elastischen Mesh-Stoff, aus dem die Sitz- und Rückenfläche besteht und der sich dem Körper sehr gut anpasst und zum anderen an den wahnsinnig vielen Einstellmöglichkeiten, die geboten werden. Leider macht das den Stuhl gleichzeitig zu einem echten Sensibelchen, denn wenn man ihn bewegt, verstellt man ihn sehr leicht. Besonders die Armlehnen sollte man nicht berühren, wenn man den Stuhl mal zur Seite schieben möchte.

Diese bestehen aus glattem Kunststoff und haben eine gewölbte, abgerundete Oberfläche. Sie lassen sich in der Höhe einstellen, nach vorne und hinten schieben, nach rechts und links sowie nach oben drehen. Allerdings verändert man die Einstellung schon mit sehr leichtem Druck und es gibt keine Möglichkeit, die Armlehnen in einer festen Position zu arretieren. Das führt dazu, dass man häufig ungewollt etwas verstellt, wenn man z.B. mit dem Arm an der falschen Stelle etwas zu viel Druck ausübt. Der hintere Teil der Armlehne lässt sich noch einmal gesondert anwinkeln.
Der maximale Abstand zwischen den Armlehnen beträgt 49 cm.
Ich habe versucht, alle möglichen Bewegungsrichtungen auf diesem Foto zu verdeutlichen:

Foto 1 - Armlehnen.jpg
[Die Armlehnen lassen sich sehr flexibel einstellen, aber zu leicht verstellen.]

Die niedrigste einstellbare Höhe der Armlehnen empfinde ich als etwas zu hoch. Idealerweise soll die Armlehne auf der gleichen Höhe wie die Tischplatte sein, und das ist bei mir auch der Fall. Allerdings kann man dann mit dem Stuhl nur so dicht an den Tisch rollen, bis er mit den Armlehnen anstößt. Ich hätte sie daher gerne etwas niedriger stehen, so dass sie unter den Tisch passen und man näher am Tisch sitzen kann. Das geht bei mir aber leider nicht.

Der Stuhl hat eine Lordosenstütze, was wohl die größte Neuerung im Vergleich zu meinem Gaming-Stuhl ist, den ich bislang benutzt habe. Sie lässt sich in 3 Stufen einstellen. Das ist gewöhnungsbedürftig, weil es ein ganz anderes Sitzgefühl ist, aber inzwischen finde ich das sehr angenehm. Es hilft enorm dabei, eine aufrechte Sitzhaltung zu bewahren.

Die Rückenlehne lässt sich in der Höhe verstellen und ein Schalter bestimmt, ob sie sich zurücklehnen lässt oder einen festen Halt bietet. Bei vielen Stühlen mit Rücklehnfunktion kann man den Widerstand mit einem Drehrad unter dem Stuhl einstellen. Beim Sihoo Doro C300 Pro V2 wird jedoch der beiliegende Sechskant-Schlüssel benötigt und das Ändern der Einstellung erfordert sehr viel Kraft. Die Beschriftung ist schlecht zu lesen: im Uhrzeigersinn drehen erhöht die Spannung.
Einmal richtig eingestellt fühlt man sich in diesem Stuhl aber richtig wohl.

Ein Schalter an der Rückenlehne wechselt zwischen einer festen Arretierung, bei der sich die Rückenlehne als eine Einheit bewegt und einer dynamischen Anpassung beim Zurücklehnen, bei der sich Rückenlehne, Lordosenstütze und Sitzfläche aufeinander abgestimmt bewegen. Der Hersteller nennt das System DynaCore.

Über der Rückenlehne ist eine Kopfstütze angebracht, die sich komfortabel einstellen lässt. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, wenn man sie benutzt, um den Stuhl zu verschieben, denn auch sie verstellt sich schon bei leichtem Druck.

Die Sitzfläche lässt sich einigen Zentimeter vor oder zurück schieben und der ganze Stuhl natürlich über eine Gasdruckfeder in der Höhe verstellen. Der Abstand der Sitzfläche zum Boden lässt sich zwischen ca. 44 cm und ca. 50 cm einstellen.

Aufgrund einer alten OP im Steißbereich habe ich Probleme, längere Zeit auf harten Stühlen oder Bänken zu sitzen und habe daher bisher ein spezielles Sitzkissen auf dem recht harten Kunstledersitz meines bisherigen Stuhls genutzt, welches diesen Körperbereich entlastet. Beim Test des Sihoo Doro C300 Pro V2 habe ich auf diese Sitzhilfe verzichten können. Durch das flexible Mesh-Gewebe wird der Druck gleichmäßig verteilt und auch nach stundenlangem Sitzen habe ich keine Beschwerden. Das allein macht den Stuhl für mich zu einem wohltuenden und wunderbaren Upgrade.
Außerdem freue ich mich darauf, die Vorteile des Mesh-Gewebes im nächsten Sommer zu erleben, denn ein Kunstledersitz ist nicht für seine überragende Atmungsaktivität bekannt, während ich vom Sihoo Doro C300 Pro V2 ein luftigeres und weitaus trockeneres Sitzerlebnis erwarte, sobald die Zimmertemperatur steigt.

2. Verarbeitung und Material

Sihoo hat sich beim Fußkreuz für einen Chromeffekt entschieden. Das ist nicht mein Geschmack, aber am Ende muss das natürlich jeder für sich selbst entscheiden und ist kein Kritikpunkt. Die Verarbeitungsqualität finde ich für den Preis okay. Ich muss allerdings einräumen, dass ich da wenig Vergleiche habe. Beim Fußkreuz gibt es unschöne Schweißstellen, die aber nach der Montage nicht mehr sichtbar sind.

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[Fusskreuz mit Chrome-Effekt]

Größter Kritikpunkt an dieser Stelle sind die Kunststoffrollen. Ich nutze den Stuhl auf einem Laminatboden und dort wären Gummirollen sehr viel besser. Daher sollte man nochmal rund 20 € in dieses Upgrade investieren und sich beim Händler seines Vertrauens welche besorgen. Ihr braucht die mit 11 mm Stift-Durchmesser.
Über das Mesh-Material, aus dem Sitzfläche, Rücken- und Kopflehne sowie die Lordosenstütze bestehen, hatte ich ja bereits geschrieben. Das ist ein hervorragendes und sehr angenehmes Material.

3. Aufbau und Montage

Der Stuhl wird in zwei Kartons mit einem Gewicht von jeweils 15kg+ geliefert.

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[2x 15 kg+ Verpackung]

Die Verpackung ist solide und alle Teile sind im Karton ausreichend gepolstert.

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[Die Teile sind beim Transport gut geschützt]

Die Aufbauanleitung passt auf ein einziges DIN-A3 Blatt, ist sprachneutral, simpel und gut zu verstehen. Ein wenig umständlich ist die Tatsache, dass in der Anleitung z.B. Schraube Q verwendet wird, aber auf dem beiliegenden Blister mit den Schrauben keine entsprechenden Buchstaben stehen, sondern nur Bezeichnungen wie M6x30mm. Um das richtige Bauteil zu finden, muss man den Buchstaben des Bauteils erst mit Hilfe einer Legende, die ebenfalls auf der Anleitung abgedruckt ist, in die Bezeichnung auf dem Blister übersetzen. Das hätte man sicher einfacher lösen können.

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[Die Aufbauanleitung ist gut zu verstehen]

Was dringend verbessert werden müsste, ist die Gebrauchsanleitung auf der anderen Seite des Blattes. Dort gibt es einen kurzen Text auf Deutsch zum Gebrauch der verschiedenen Funktionen wie Sitzhöhenverstellung, Lendenstütze, Rückenlehne usw.
Es heißt z.B. für die Rückenlehne: „Schalter nach unten stellen, um die adaptive Gleitfunktion zu aktivieren.“ Es wird aber nicht gezeigt oder erklärt, wo der entsprechende Schalter zu finden ist. Man muss also selbst auf die Suche nach allen Hebeln und Schalter gehen, um sie zu finden. Besonders ungewohnt ist der Schalter für die Höhenverstellung der Gasdruckfeder. Er lässt sich nämlich nicht nur hoch ziehen, sondern auch drehen und entriegelt damit die Rückenlehne bzw. bei Drehung in die andere Richtung, die Sitzfläche, die sich dann nach vorne und hinten schieben lässt.
Der Pflegehinweis ist nur in englischer Sprache abgedruckt.

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[Gebrauchsanweisung]

Der Aufbau hat rund 45 Minuten gedauert. Ich habe die beiden großen Kartons dabei als Montagetisch benutzt. Das war praktisch.

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[Kartons als Aufbauhilfe]

Es empfiehlt sich auch, einen Akkuschrauber zu verwenden, wenn man nicht alle 28 Schrauben mit der Hand festdrehen möchte. Der passende Sechskant-Schlüssel liegt aber bei. Für jede Schraubenart und Unterlegscheibe gibt es noch eine als Ersatz, falls mal was verloren geht.
Für das Aufsetzen des Oberteils auf die Gasdruckfeder empfehle ich, das mit zwei Leuten zu machen, da das Oberteil recht schwer ist.
Eine Herausforderung beim Aufbau ist die Montage der Rollen unter dem Fußkreuz. Es erfordert eine enorme Kraft, sie wie vorgesehen anzubringen. Bauartbedingt lässt sich die Druckkraft auf die Rollen nur sehr schwer in senkrechter Richtung übertragen. Eine leicht kreisende Bewegung hat mir geholfen, aber die letzten paar Millimeter mussten sich bei der Benutzung setzen. Die separat gekauften Gummirollen hingegen, ließen sich recht einfach montieren.

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[Die Montage der Rollen ist schwierig]

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[Nach vollständiger Montage]

4. Preis-Leistungs-Verhältnis

Der Stuhl ist im Moment beim Hersteller zum Aktionspreis von rund 430 € zu bekommen. Bei meiner schnellen Recherche konnte ich nirgendwo anders einen günstigeren Preis finden. Regulär ruft Shioo im Onlineshop rund 470 € auf. Mein bisheriger Stuhl hat damals, im Jahr 2017, rund 350 € gekostet. Heute liegt der Preis für ein ähnliches Modell bei 380 €. In diesem Vergleich ist der Shioo Doro C300 Pro V2 sein Geld wert, denn der höhere Sitzkomfort ist deutlich spürbar.
Shioo bietet eine 30 Tage Rückgabegarantie, sowie eine Gewährleistung von 3 Jahren.

5. Der Stuhl im Alltag

Ich sitze viel vor dem Computer. Zum einen gibt es 2 Home-Office-Tage pro Woche und zum anderen nutze ich den PC auch viel im Alltag und zum Spielen, so dass der Stuhl jeden Tag mindestens 3 Stunden und an Home-Office-Tagen bis zu 12 Stunden lang benutzt wird.
Auch nach sehr langem Sitzen fühle ich mich sehr wohl. Der Stuhl ist so gemütlich, dass man manchmal aufpassen muss, nicht einzuschlafen, wenn man sich zurücklehnt und kurz die Augen schließt. Ich bin nur nicht sicher, ob ich mich mit dem ständigen Neujustieren der Armlehnen arrangieren werde. Das ist schon etwas nervig.

Ich hatte mich damals für einen Gaming-Stuhl entschieden. Hauptsächlich – so ehrlich muss man sein – weil er cool aussah. Heute weiß ich, dass das vielleicht nicht das Hauptkriterium bei einer Kaufentscheidung sein solle und gerade im Vergleich mit diesem bequemen Bürostuhl, bereue ich die Entscheidung. Der Sitzkomfort mit dem Sihoo Doro C300 Pro V2 ist deutlich höher und je länger man sitzt, desto mehr macht sich das bemerkbar, ganz gleich, ob man spielt oder arbeitet.

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[Der Sihoo Doro C300 Pro V2 am Einsatzort]

6. Fazit

Falls der Preis im Bereich dessen liegt, was ihr für einen Bürostuhl bereit seid zu bezahlen, dann ist der Sihoo Doro C300 Pro V2 auf jeden Fall einen Blick wert und durch die 30 Tage Rückgabefrist lässt er sich unverbindlich testen, wobei man ehrlicherweise dazuschreiben muss, dass es ein ziemlicher Aufwand ist, den Stuhl wieder zu demontieren, zu verpacken und zu versenden. Vielleicht findet ihr auch ein Geschäft in der Nähe, bei dem man mal probesitzen kann.

Einen herzlichen Dank an Sihoo und das Computerbase-Team für die Bereitstellung des Stuhls und die Gelegenheit ihn testen und bewerten zu dürfen.

Habt ihr Fragen? Hinterlasst gerne einen Kommentar.

Viele Grüße aus Viersen
Mick
 
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Mesh als Lehne ist eine feine Sache - als Sitzfläche wäre es für mich vermutlich zu weich, da ich harte Sitze bevorzuge.
 
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