Lohnt sich überhaupt Atmos & Co?

Mirlo schrieb:
Ich verstehe die Diskussion nicht. Ich kenne (von füher) Dolby Surround (5.1). Das hat mir nie wirklich gefallen. Bin dann irgendwann auf reines Stereo ohne Subwoofer umgestiegen. Dann gab es 7.1 und so weiter. Ich habe nie verstanden, was noch mehr Lautsprecher bringen sollen? Das es da piept und hier piept? Vollkommen übertrieben. Wenn dann bräuchte jeder Speaker einen eigenen Verstärker, wenn es schon eine eigene Tonspur für jeden gibt, aber sowas hat es nie gegeben, außer wenn aktive Speaker verwendet werden. Alles andere ist nur Frequenzsplitting. Es gab mal professionelle CD-Player, die pro Kanal einen Verstärker hatten. Die waren auch entsprechend schwer. Ich hatte mal so einen.

Man fasst das also so zusammen: Du bist auf dem Stand des analogen Dolby Surround stehen geblieben und hast jegliche Entwicklung zu digitalen Tonformaten verpennt. Dolby Surround war ja nur ein auf das Stereosignal aufmoduliertes analoges Surroundsignal, da war die Qualität echt bescheiden. Aber seit rund 30 Jahren gibt es Dolby Digital usw., das ermöglicht ganz andere Qualität der Effekte.

Ein AVR bedient natürlich auch jeden angeschlossenen Lautsprecher mit einer eigenen Verstärkerendstufe, so wie in einem Stereo-Verstärker auch nur entsprechend mehr davon… Teilweise auch mit zusätzlichen Anschlüssen für weitere externe Endstufen.
Mein Denon X3800h im Wohnzimmer versorgt zwei Front-LS, Center, zwei Surround Dipole und die vorderen Höhen-LS. Hinten gibt’s die erst beim nächsten renovieren. Und zusätzlich könnte ich noch zwei weitere Lautsprecher über externe Endstufen anbinden. Daneben können bis zu vier aktive Subwoofer unabhängig voneinander angesteuert werden.

Mirlo schrieb:
Was mich fasziniert hat war dieser neuartige 3D Sound - Spatial Sound. Auch, weil der einen viel räumlicheren Klang erzeugt als jegliches Soundsystem mit unendlich vielen Lautsprechern.

https://hifi.de/news/spatial-audio-was-ist-das-und-wie-kannst-du-es-ausprobieren-181737

Hast du den Artikel auch gelesen? Da wird doch erläutert was immersive Audio ist: Surround mit zusätzlichen Hohenkanälen, also Dolby Atmos, Auro3D und Co. Also die Verwendung zusätzlicher Lautsprecher zum vorhandenen Surround-Set…

Das ergibt dann z.B. 5.2.4 - 5 Lautsprecher in der Ebene, 2 Subwoofer, 4 Höhenlautsprecher. Eine gängige Heimkino-Aufstellung. Damit lässt sich eine umfassende Darstellung aller Klänge um und über dem Hörer darstellen mit sich virtuell bewegenden Soundobjekten.
 
Am Ende ist das wie so oft eine höchst individuelle Entscheidung. Das Ganze hängt abgesehen von der persönlichen Einstellung von so vielen Faktoren ab. Fängt ja schon beim Film selbst an. Bei Harry & Sally brauche ich keine Atmos-Spur. Dagegen habe ich gestern den letzten Mission Impossible Teil mit deutscher Atmos Spur bestellt und bin gespannt. Anscheinend kommt ein Flugzeug drin vor... :) Aber da muss es dann schon die 4k Version des Filmes sein, auf der normalen Blu-ray gibt es die deutsche Atmos Spur nicht.
Je mehr deine räumlichen Gegebenheiten und technische Ausstattung optimiert sind desto eher wirst du einen positiven Effekt haben. Von den technischen Tricksereien wie upfiring (also über die Reflexion der Decke) halte ich persönlich nichts. Entweder ich bin in der Lage Atmos Speaker an die Decke zu hängen, wenn nicht, lasse ich es lieber bleiben. Aber ich kann verstehen wenn das Setup fürs Wohnzimmer eher weniger geeignet ist.

Ich habe einen extra Raum zum Filme schauen mit abgehängter Decke und ein 7.1.2 Setup. Die Atmos Effekte sind aber i.d.R. eher ein netter Aha Effekt und vermutlich würde ich sie nicht vermissen wenn sie nicht da wären.
 
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Ich möchte eben nicht ins Kino gehen, um Surround-Sound zu haben. Ich hab ihn bei mir.
Na klar gibt es Filme, wo es überhaupt nicht auf Effekte ankommt, Harry & Sally ist ja schon genannt, da brauche ich das nicht.
Top Gun: Maverick, Gemini Man oder Hans Zimmer: Live in Prag lassen den Surround-Sound lebhaft werden.
Eine Soundbar kann so etwas natürlich nicht rüberbringen.
 
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SonyFriend schrieb:
Ich möchte eben nicht ins Kino gehen, um Surround-Sound zu haben.
Dann wohnst du hoffentlich nicht zur Miete...

Das ist nämlich auch noch so ein Aspekt - Kinosound mit allem Pipapo und der Nachbar/die Nachbarn fallen vom Sessel.
 
Ja, die UHD von Maverick ist bei mir auch immer gut zur Demo. Wenn die Superhornet vom Träger startet, das kommt richtig gut 👍🏼
 
@Madcat69 Das ist aber auch eins Symptom der Problems, jeder mit einer schicken Surround-Anlage kann so eine handvoll Filme nennen, die richtig geil klingen.
Denn so viele gibt es leider nicht.

btw. Die Serie Raised by Wolves, 2. Staffel hat mich vom Sound überrascht, fand ich gut gemacht.
 
Ja Surround gibt’s viele gute, aber will man Atmos muss man bereit sein die originale Tonspur zu hören.
 
Zur Ausgangsfrage: Ich finde kaum. Bzw. in den aller wenigsten Fällen ist es überhaupt realisierbar.
Wenn man diese Hürde überwunden hat, stellt man vielleicht auch fest, wie selten man das maximum wirklich rausholen und genießen kann.
Den meisten wäre es nicht einmal möglich 3.0 wirklich sinnvoll zu realisieren.
Von einer sinnvollen Aufstellung der Subwoofer, Rears oder Höhenkanäle fange ich vielleicht besser gar nicht erst an.
Aber wer den Raum, Kohle und die passenden Medien dazu hat, warum nicht...
 
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