Managed WordPress und nicht "managed"

Ich kann versuchen es so wenig technisch wie möglich zu erklären.

Domains gibt es eigentlich nur weil es Menschen gibt. Computer können mit Domains relativ wenig anfangen. Wenn du www.superfood.de in deinem Browser eingibst, hat dein Browser keine Ahnung zu welchem Server er verbinden muss. Dafür braucht er nämlich eine IP Adresse.

Da Menschen schlecht lange Zahlen merken können und niemand "193.254.184.62" (als Beispiel) in seinem Browser eingeben will gibt es Domains.

Damit Domains funktionieren gibt es das DNS (Domain Name System). DNS ist einfach gesagt eine riesige dezentrale Datenbank in der Hinterlegt ist das alle Anfragen an www.superfood.de an die IP 193.254.184.62 weitergeleitet werden sollen.

Allerdings kann man DNS viel flexibler einrichten. Man kann z.B. wie oben sagen alle http/https Anfragen (das wäre dann die vom @Autokiller677 erwähnten A-Records) auf die IP 193.254.184.62 weitergleitet werden sollen. Alle Mail Anfragen aber an die IP: XYZ, etc

Dadurch kann man verschiedene Dienste auf verschiedenen Server und verschiedenen Anbieter mit der selben Domain verwenden. Viele Firmen nutzen z.B. für Ihre E-Mail die Google Business Dienste. Dann werden Mail Anfragen entsprechend an Google weitergeleitet - während die Webseite weiterhin auf dem eigenen Webhosting läuft.

Das ganze ist noch viel komplexer und man kann mit DNS viele lustige Dinge machen (wenn man weiss was man tut ;-)) aber ich hoffe das war einigermassen Verständlich und nicht zu viel Technikblabla.

BTW: Wenn du eine Domain kaufst - dauert es immer ein paar Stunden bis sie einsetzbar ist. Hier ist ebenfalls DNS Schuld, weil es einfach ein paar Stunden dauert bis alle DNS Server weltweit die neuen Domain hinterlegt haben.
 
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@kim88
Wow echt stark. Auch wenn es keine leichte Kost ist, danke dass Du Dir die Arbeit machst, mir dieses interessante Wissen quasi kostenlos auf den Bildschirm zu liefern. Da mache ich mir auch gerne die Mühe, es auch zu verstehen, interessiert mich sehr.

Damit Domains funktionieren gibt es das DNS (Domain Name System). DNS ist einfach gesagt eine riesige dezentrale Datenbank in der Hinterlegt ist das alle Anfragen an www.superfood.de an die IP 193.254.184.62 weitergeleitet werden sollen.

Und der erste Mensch, der eine neue Domain in dem dezentralen DNS registriert, veranlasst, dass mit genau diesem Domainnamen für immer eine bestimmte IP verknüpft wird?

Und welche Rechner sind Teil des DNS Netzes und wie wird ein Rechner oder macht man ihn zum Teil dieses Netzes?

Allerdings kann man DNS viel flexibler einrichten. Man kann z.B. wie oben sagen alle http/https Anfragen (das wäre dann die vom @Autokiller677 erwähnten A-Records) auf die IP 193.254.184.62 weitergleitet werden sollen. Alle Mail Anfragen aber an die IP: XYZ, etc

Und wie legitimiert "man" sich, die Ersteinstellung der Weiterleitung zu verändern?

Das ganze ist noch viel komplexer und man kann mit DNS viele lustige Dinge machen

Ja mir fällt jetzt spontan ein, das DNS-Netz lahmlegen. Nach meinem bescheidenen Verständnis gäbe es dann doch einen weltweiten IT-Supergau? ;-)
 
Früher wurde die DNS Liste Zentral auf Papier verwaltet. Hört sich komisch an war aber wirklich so - es gab damals auch weniger Domains. Die Netzwerkadministratoren, haben dann angerufen und neue Einträge abgefragt und diese in ihr Netzwerk gespeist.

Mehr Infos dazu findet man hier: https://www.cyon.ch/blog/Internet-Pionierin-Elizabeth-Feinler

Die Dinger sind "nicht für immer verknüpft" bei allen "professionellen" Domain Hostern - also z.B. dort wo du eine Domain kennst gibt es einen "DNS - Editor" wo du die Einträge anpassen kannst - wie bei neu Registrierungen dauert es aber wieder ein paar Stunden bis die Änderungen überall aktualisiert wurden. Ich hab ein Bild von einem DNS-Editor angehängt - hierbei handelt es sich um meine eigene Domain.

Ändern kann grundsätzlich nur der Domain Inhaber.

Das DNS-System ist tatsächlich ein zentraler Nervenpunkt unseres Internets. Wenn das Weg ist geht so gut wie beinahe nichts mehr. Deswegen ist das System auch dezentral - es gibt nicht einen einzigen Anbieter sondern viele. Die meisten Menschen nutzen den DNS Server den ihnen von Ihrem Internetprovider zur Verfügung gestellt wird.

Hast du Internet über die Telekom wirst du auch die DNS Server von der Telekom nutzen. Es gibt aber auch unabhängige DNS Anbieter (z.b. Cloudflare oder Google) - das heisst du kannst dein Netzwerk deine Rechner so konfigurieren das sie einen anderen DNS Anbieter nutzen.

Beispiel Google DNS: https://developers.google.com/speed/public-dns/

DNS wird in der Regel auch für Zensur genutzt. Also Länder die Internetseiten sperren machen das in der Regel immer über DNS. Regierung sagt z.B. die Telekom das Seite XYZ.de nicht mehr verfügbar sein darf.

Übrigens kannst jede Person einen eigenen DNS Server betreiben. Solange man die Fachkenntnisse hat den einzurichten. Dann veröffentlichst du die IP deines DNS - und andere können den nutzen. Hier zum Beispiel eine Anleitung wie man das mit einem Raspberry PI selber machen kann: https://www.ionos.de/digitalguide/s...en-sie-aus-dem-raspberry-pi-einen-dns-server/

Kürzlich gab es eine "heiseshow" (darf ich die hier verlinken?) zum Thema DNS - wo auch einzelne Punkte und Funktionen nochmal ziemlich gut erklärt wurden:

https://www.heise.de/newsticker/mel...nschutz-Was-passiert-mit-dem-DNS-4370032.html
 

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Danke. Muss die infos erstmal verarbeiten. Da spare ich mir durch cb-account echt das informatikstudium :) :)
 
Hallo, hat der ein oder andere hier eventuell schon gute Erfahrungen mit bestimmten "managed" hostern gemacht? Ich hatte jetzt 1&1 Ionos im Blick, ist immerhin ein großer Name und für das "normale" Webhostig haben die im ct-Test gut abgeschnitten. Fragt sich zum einen, ob das gute Ergebnis auf das "managed Wordpress hosting" übertragbar ist, und zum anderen, ob die preislich nicht etwas überzogen sind (108 EUR ab dem 2. Jahr). Außerdem frage ich mich, was wir speichermäßig brauchen. Unsere derzeitige Website ist gerademal 4 GB groß, inkl. Datenbank. 1&1 hat im kleinsten "managed"-Paket 25 GB Webspace und 2x1GB Datenbank, dass sollte doch dann locker ausreichen?
 
Ich glaube, Du haust da immer noch was durcheinander. Welches Produkt hast Du Dir bei IONOS angeschaut? Ich denke, das falsche. Selbst bei dem günstigsten Webhosting Produkt hast Du bei IONOS eine managed WordPress Installation. Wenn Du WordPress via dem Control Center installierst und es nicht selbst machst.
 
@BlubbsDE
"normales" webhosting: https://www.ionos.de/hosting/webhosting#packages
"managed wordpress hosting": https://www.ionos.de/hosting/wordpress-hosting#packages
Das erste wurde von ct getestet und für gut befunden, ist aber nicht "managed". Das zweite ist "managed wordpress" mit den Spezifikationen wie oben von mir genannt und kostet ab den 2. Jahr 108 EUR.


1&1 trennt da (finde ich) schon gut erkennbar die Produkte, bei anderen Anbietern musste ich schon nachfragen, ob das jetzt bloß normales webhosting mit der möglichkeit einer wordpress-5 Minuten-Installation ist, oder ob es auch update-und-patch-service und Datenbankbetreuung etc. dazu gibt.

Daher meine Frage, ob jemand noch andere gute Anbieter kennt, die explizit "managed" wordpress Packete im Angebot haben.
Ergänzung ()

BlubbsDE schrieb:
Selbst bei dem günstigsten Webhosting Produkt hast Du bei IONOS eine managed WordPress Installation. Wenn Du WordPress via dem Control Center installierst und es nicht selbst machst.

Moment mal, ich dachte bei "managed wordpress" geht es nicht nur um die Installation, sondern auch und gerade um Wartung, updates, patches, MySQL-Pflege... siehe #7, #8, #2
 
Zuletzt bearbeitet:
Nachtrag: Also mein Eindruck ist, dass "managed Wordpress hosting" im Sinne von "Verwaltung, Sicherheit, updates, patches, mysql etc. geht vollautomatisch" (eben das, was mir hier im thread empfohlen wurde) kein feststehender Begriff ist, sondern dass jeder Anbieter einem das angeblich verkaufen will, dann aber doch nicht bieten kann laut der Beschreibungen der Angebote. Naja, ich suche mal weiter. :-)
 
Danke ich habe jetzt genug angebote gefunden..
 
Dann mache ich jetzt mit meiner "Forbildung Netzwerktechnik für Anfänger" weiter...

Also, ich habe verstanden: Die Domain (Buchstabenfolge) verweist auf die maschinenlesbare IP (Zahlenfolge), nur diese zeigt den Weg, wo im Netz das Ziel liegt. Die Zuordnung von Domains zu IPs ist im DNS hinterlegt.

Zwischenfrage, wenn ich "Inhaber einer Domain" bin, dann bedeutet das, dass ich der erste war, der sich eine bestimmte "Buchstabenfolge" angemeldet/registriertert hat? Und weil Domain und IP nicht ewig aneinander gebunden sind/sein müssen, bin ich vermutlich NUR Inhaber einer Domain und NICHT Inhaber einer IP?

Ich setze jetzt mal der Einfachheit halber die Identität von Domaininhaber und Hoster voraus. Welche Rechte muss ich als Inhaber also haben?
-Ich muss im DNS die IP für html-Inhalte zuweisen können.
-Ich muss im DNS die IP für email zuweisen können
Das sind die "Records", richtig?
Diese Zuweisung erfolgt mit einer Software namens "DNS-Editor".

Bitte bestätigen, ob man das alles so sagen kann oder etwas falsch ist :-)

Wenn prinzipiell jederman, der ausreichend Technik und Khow-How hat, einen DNS-Server betreiben kann, dann kann es ja sein, dass manche Betreiber der Server bei der Zuordnung (aus welchen Gründen auch immer) darauf pfeifen, was die Domaininhaber via DNS-Editor an Zuordnungen mitteilen. Sie könnten von den Domaininhabern nicht gewünschte IP-Verknüpfungen eintragen oder bestimmt Domains ins Leere laufen lassen?
 
Ja können sie. Wie bereits erwähnt wird dies oft (auch in Deutschland) staatlich angeordnet und damit Webseiten gesperrt.

Der Punkt ist das DNS ist relativ alt und unsicher ist. Du als Nutzer hast keine Kontrolle darüber, ob dir wirklich die richtige Seite angezeigt wird wenn du computerbase.de eingibst oder jemand die Einträge bei deinem verwendeten DNS Server manipuliert hat.

Es gibt da bereits Lösungansätze (DNSsec, bzw. DNS über TLS) die sind aber noch nicht flächendeckend verfügbar.

Inhaber einer Domain bist du wenn du sie registrierst. Registrieren kannst di sie nur - wenn sie noch frei ist (also niemand anders die Domain hat) in der Regel registriert man für ein Jahr mit automatischer Verlängerung.

Wenn du aber Domain kündest - kann sie danach wieder jemand anderes registrieren und ist dann der Inhaber.

DNS Editor brauchst du nur bei einem komplexen Setup.

Wenn du Domain, Hosting und Mails alles beim selben Anbieter hast wird der bestimmt automatisch die richtigen DNS einstellungen setzen.
 
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Okay verstanden :-)

Eine Nachfrage noch:

kim88 schrieb:
Wenn du Domain, Hosting und Mails alles beim selben Anbieter hast wird der bestimmt automatisch die richtigen DNS einstellungen setzen.

1) "Hosting":
Ich sage also dem Anbieter: "Dies ist meine Domain. Stelle der entsprechenden IP bitte Webspace zur Verfügung und installiere Wordpress für mich." (Oder: "stelle mir ftp-Zugang zum Webspace zur Verfügung, damit ich meine selbsterstellte website hochladen kann").

2) "Mails" genauso: Ich sage dem Anbieter: "dies ist meine Domain. Stelle der entprechenden IP Speicher zum Empfang und Versenden von Emails zur Verfügung und konfiguriere die MX Records entsprechend.

3) "Domain": Was hat der Anbieter damit zu tun? Gut, er nimmt mir die Arbeit ab, die Domain zu registrieren, aber das könnte ich vermutlich(?) auch selbst erledigen. Ansonsten ist die Domain doch eine Geschichte nur zwischen mir, der Registrierungsstelle und dem DNS. Wo kommt der Hoster ins Spiel?
 
Ich meine wenn du die Domain auch gleich beim Hoster bestellst. Was man heute beinahe beim jedem Hoster machen kann, das es ein lukratives Nebengeschäft ist. Also eben wenn wirklich alles beim selben Anbieter ist.

Wenn das Zeug aufgesplittet ist musst du die Settings manuell machen.

Ich hab es eben gerne übersichtlich und schaue oft darauf das ich alles was ich brauche beim selben Anbieter habe. Also Domains, Hosting, etc
 
okay. Ich möchte nur die "Aufgabenbereiche" bzw. "Dienstleistungen" voneinander abgrenzen: Webhostig ist: website online stellen. Mailhosting ist: emails für mich entgegennehmen und versenden. Domainhostig ist: was?
 
Domainhosting ist der Anbieter bei dem du die Domain kaufst und DNS Einstellungen machen kannst. Also quasi der der die Rechnung für die Domain schickt.

Ich hab sehr wenig Ahnung wie die Situation in Deutschland ist. Aber in der Schweiz war es lange Zeit so, dass die *.ch Domain nur von einem einzigen Anbieter verkauft werden durfte - wurde vor ein paar Jahren aber aufgehoben - seither vermischen sich diese Dienstleitungen aber alle etwas.

Was früher ein reiner Webhoster war kann heute auch ein Domainhoster sein, usw.
 
Naja danke. Aber ganz klar ist mir das doch nicht. Wer ist denn legitimiert, eine domain zu "verkaufen", doch wohl kaum der hoster oder? Die domain "gehoert" ihm ja nicht, vielmehr ist es eine einmalige Dienstleistung wenn er meine domain fuer mich bei der dafuer vorgesehenen (?) Institution registriert. (?) Also etwas komplett anderes als webhosting oder mailhosting, was ja ressourceneinsatz des hosters erfordert.
Ich gebe zu es mag alles etwas veworre sein, vielleich muesste ich mich erstmalirgendwo einlesen... ;-)
 
Für .de Domains kann dies die DENIC bzw. dessen Mitglieder. Will ich ein Unternehmen gründen und .de Domains verkaufen, muss/sollte(?) ich Mitglied bei der DENIC sein. Details etc kannst auf der Seite der DENIC nachlesen.

Auch "DNS-Hosting" erfordert Ressourcen des Hosters. Dieser muss ja DNS-Server betreiben wo die von dir konfigurierten DNS-Records gespeichert und abrufbar sind. Jede Domain hat mindestens einen oder zwecks höherer Verfügbarkeit mehrere autoritative DNS-Server.
 
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Achso, der Hoster betreibt auch DNS-Server, das war mir nicht klar!
Und das weltweite DNS-Server-Netz finanziert sich über die Zahlungen der Domaininhaber?

Aber ich könnte mir ja theoretisch einen eigenen DNS-Server aufsetzen, meine Domain verbreiten bis das gesamt DNS bescheid weiß, und dann den DNS-Server wider abschalten. Schon hätte ich eine Domain ohne Kosten für Domain-Hosting... ;-)
 
Nein.

1. Die Einträge Domain > IP haben eine Lebenszeit, Stichwort TTL.
2. "im DNS verbreitet" werden idR nur die Infos, welche DNS-Server für welche Zone zuständig sind und da auch nicht alle. Die einzelnen DNS-Einträge für deine Zone (sprich deine Domain und alle Subdomains) werden nur nach erstmaligem Abruf im Cache eines anderen DNS-Servers vorgehalten und auch nur, wenn der andere DNS-Server überhaupt einen Cache nutzt, in diesem Cache Platz frei ist und die TTL nicht abgelaufen ist.
 
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