spiro schrieb:
Und, dass der von Dir so herausgestellte Rechtsanspruch auf Gleichberechtigung gegeben ist, wird nicht bezweifelt. Nur, was nutzt ein faktisch/juristisch definierter Anspruch, wenn dieser in der Realität zur Theorie verkümmert? Und das nur, weil unsere überwiegend männlichen Wirtschaftsführer aufgrund einer antiquierten Denkweise ihrer weiblichen Konkurrenz die Kompetenz absprechen und lieber unter ihresgleichen verbleiben.
Antiquiert deshalb, weil es Beispiele gibt, dass Frauen durchaus befähigt sind, große Konzerne zu leiten (z.B. Carly Fiorina/HP).
Genau das meine ich ja ... es gibt Gründe für die, die Vorstände berufen sich für oder gegen eine bestimmte Person zu entscheiden.
Dabei ist es der jeweiligen Person vollkommen frei gestellt, wie sie Urteilt. Wenn ein Unternehmer, aus welchen Gründen auch immer, nur Männer in in die Geschäftsführung seines Unternehmens berufen will, dann steht ihm dies durchaus frei!
Es ist eben die Freiheit jedes einzelnen eigene Maßstäbe festzulegen.
Und wenn der Unternehmer subjektiv denkt, dass er mit einer Frau in der Geschäftsführung schlechter beraten ist als mit einem Mann, dann soll er so denken.
Wer jetzt aber fordert, dem einzelnen diese Denkweise per Gesetz zu verbieten, der betreibt Gleichmacherei, was nichts mit dem Erlangen von Gleichberechtigung zu tun hat.
Man kann keine objektiven Maßstäbe zur Beurteilung der Befähigung eines Einzelnen für einen bestimmten Job festlegen. Jeder Personalleiter, etc. wird da eigene subjektive Entscheidungskriterien haben.
Anstatt Dir entsprechende Studien rauszusuchen, empfehle ich Dir einen Besuch der nächstgelegenen Buchhandlung. Dort wirst Du sicher genügend einschlägige Literatur finden, welche Dir die Vorteile paritätisch gestalteter Erziehung näher bringt.
Ich hatte bereits Studien angefügt, die keinesfalls leugnen, dass es für das Kind gut ist, wenn beide Elternteile an der Erziehung teil haben.
Diese Studien belegten lediglich, dass die Rolle der Mutter bei der Erziehung des Kindes, gerade in den ersten 3 Jahren, eine wichtigere ist als die des Vaters. Nicht mehr und nicht weniger.
Dies soll verdeutlichen, dass die "alte" Rollenverteilung, nämlich eben die, dass die Frau sich die meiste Zeit um die Kinder kümmert, nicht unbedingt die schlechteste Wahl ist.
Es geht schlussendlich auch nicht um die Frage, welches Elternteil welche Rolle in der Erziehung annimmt.
Es geht um die Frage wie man in Deutschland Erziehung so gestaltet, dass der Elternteil der die Erziehungsaufgaben übernimmt, hinterher wieder gute Chancen hat in den Beruf zu kommen. Kinderkrippen sind da der falsche Ansatz.
Ferner ist es, und das ist nun einmal Resultat der Emanzipationsbewegung, ja mittlerweile für eine Frau schon fast eine Schande, wenn sie den Großteil ihres Arbeitsfähigen Alters als Hausfrau verbringt. Ich selbst bin in einer solchen Familie groß geworden. Meine Mutter war während meiner Kindheit durchgehend Hausfrau und bei meinen Geschwistern ebenso.
Wenn ich heute sowas erzähle, dann muss ich mir oft genug anhören, dass dies ja eigentlich nicht so toll sei.
Und diese Entwicklung nimmt noch immer zu. Die Emanzipation und alles was damit zusammenhängt führt doch wirklich dazu, dass sich die Hausfrau von heute täglich aufs neue rechtfertigen muss, selbst wenn diese Rolle ihre freie Entscheidung war und sie damit glücklich ist.
Dies führt dann natürlich auch dazu, dass der "Wert" dieser Rolle erheblich gemindert wird.
Zudem bin ich der Überzeugung, dass Frauen sehr wohl ihre eigenen physischen Grenzen einschätzen können und schon deshalb eher nicht in die genannten Berufe eintreten würden.
Du siehst also, dass es noch immer "Männerberufe" und "Frauenberufe" gibt.
Und da ich der Ansicht bin, dass gerade die bei Männer wenig ausgeprägte soziale Kompetenz für so manche Fehlentwicklungen in Politik und Wirtschaft verantwortlich ist, folgere ich daraus, dass ein Zuwachs an weiblichen Entscheidungsträgern helfen könnte, diesen Missstand zu reduzieren.
Du gibst mir somit ja im Grunde recht.
Sicher wäre es schön, wenn so manche Unternehmensleitung eine "sozialere Ader" bekommen würde. Aber hier sind wir dann bei der Ideologie angelangt und "Ideologie" können sich nun einmal nur die wenigsten Unternehmen wirklich leisten. Da geht es um Zahlen und die Frage wie man in dem gegenwärtigen System die besten Ergebnisse liefern kann.
Und in unserem heutigen System ist eine "soziale" Unternehmensführung, so leid es mir tut, nun mal leider nicht unbedingt die beste Wahl.
Wenn also, wie du ja selbst eingestehst, Frauen eine ausgeprägte soziale Kompetenz haben, der Aktionär aber diese soziale Kompetenz als Hindernis für die Gewinnmaximierung sieht, dann ist auf einmal die Frage, warum der Aktionär lieber einen Mann im Führungsgremium seines Unternehmens sieht beantwortet.
Wie gesagt: Subjektive Eindrücke die bei der Wahl eines Vorstandes durchaus ihre Daseinsberechtigung haben.
Ich jedenfalls freue mich schon auf Hillary...
Ich auch.
Allerdings ist es in der Politik auch eine etwas andere Sache ... da ist Ideologie kein Hindernis.
Weiterhin sind Frauen deutlich unterrepräsentiert in den Entscheidungsgremien der Legislative ( Bundestagsquote ca. 32%; Bundesrat/Ministerpräsidenten:0), der Judikative [BVG, 1. + 2. Senat (13:3)] und auch in der Exekutive (2 oder 3 Polizeipräsidentinnen) - etc.pp.
Natürlich sind das Zahlen die auf den ersten Blick den Eindruck erwecken könnten, dass es ein Problem mit der Gleichberechtigung gäbe.
Allerdings wäre dies wohl ein Schnellschuss.
Um in diese Führungsebenen zu gelangen, darf man sich während der Karriere kaum eine Auszeit gönnen. Wer da mal eben n halbes Jahr nicht zur Arbeit geht, der kann die Karriere oft schon vergessen.
Fallen also schon mal alle die Frauen weg, die ein oder mehrere Kinder bekommen.
Nicht wegen der Erziehungszeit, sondern wegen dem Mutterschutz.
Auf einmal sind dann 32% effektiv vielleicht sogar eine recht hohe Zahl ...
Jetzt kann man natürlich unseren Schöpfer (wen auch immer man dafür hält) ausbuhen, weil er die Gleichberechtigung der Frau durch die böse Entscheidung, dass die Frau das Kind austragen soll von vorn herein nahezu unmöglich gemacht hat.
