HappyMutant schrieb:
... Aber laß dir gesagt sein, das es für mich eben keinen Grund gibt diese Regierung besser zu finden als die davor.
Darum gehts auch gar nicht, weder FDP- noch Linksparteiwähler können diese Regierung wirklich besser finden, das ist mir schon klar und das ist deren gutes Recht, aber deswegen hast du dennoch zu akzeptieren, dass Leute diese Regierung auch gut finden dürfen.
HappyMutant schrieb:
... Komisch nur, daß das Ende von Schröder massiv durch Medienkritik begleitet wurde, die Fortsetzung dieser Politik aber angeblich wohlwollend von Bürgern und Medien aufgenommen wird.
Das Ende von Schröder wurde nicht so sehr wegen seiner Politik, sondern wegen seinem Verhalten und dem Verhalten der SPD so schlammig beendet. Seit der Wahl von Merkel zur Parteivorsitzenden wurde von der SPD immer wieder aquf die unterste Schublade zugegriffen und Merkel war sowieso schon seit dem legendären Interview, das Camino 1997 oder so für den Spiegel führte, für die Komödianten (neudeutsch "Comedians") zum Abschuss freigegeben. Nach dem Zustandekommen der großen Koalition musste sich das etwas ändern, weil nun deutlich wude, dass sie sich verändert hatte. Aber wie gesagt, die Polemik des RTL-Nachtjournals gegen jedwede Steuerherhöhung unterscheidet sich eben nicht im geringsten zur Zeit vor ein paar Jahren und die besonnenheit der Tagesthemen unterscheidet sich imho auch keinen Deut zu der Situation vor ein paar Jahren, vor Comedians ist Merkel noch nicht sicher, siehe Freitag Nacht News, aber da nun erheblich viele Bürger mitbekommen haben, dass sie (seit ihrem Friseurwechsel vor drei Jahren oder so) eben nicht mehr so aussieht, wie sie karrikiert wird, kommen diese Karrikaturen auch weniger gut an - das hat nichts mit Regierungsliebe zu tun, sondern schlichtweg mit der Registrierung ihres Wandels. Und das verstärkt sich jetzt immer mehr, wie die beim WM-Spiel gegen Polen im Publikum mitgegangen ist war fantastisch und passt eben nicht mehr zu ihrem früheren Bild.
Schröders Verhalten war seit seiner Arbeitslosenhetze bei einer Kundgebung in ich glaube es war Schwerin immer wieder durch Probleme begleitet, und gerade in der Schlussphase, in der Wahleuphorie der SPD, die von ganz unten kam und insbesondere Schröder regelrecht abrichtete, wurde es extrem, da ist es nicht verwunderlich, dass die Gegenseite auch anfing zu schlammen und die Medien haben eben über die Schlammschlacht berichtet - nixcht nur über den Schlamm gegen die nRegierung, sondern auch über den Schlamm gegen Merkel und den "Professor aus Heidelberg" - dass letztere zu schlecht ankam lag eben an der Schubladem, aus der sie stammte.
Nach Umfragen war schon eine Woche vor der Wahl zu sehen, dass, ich glaube es waren 42% des Volkes mit einer großen Koalition zufrieden wären - eine Woche vorher wurde übrigens auch sehr wohl schon klar, dass Schwarz-Gelb möglicherweise ins Wackeln geraten könnte, auch wenn das die Politiker nicht registrieren wollten, die CDU brach ein und SPD legte plötzlich zzu, auch wenn es bei der Umfrage noch f+ür Schwarz-Gelb reichte. Dann wurde die Frage einer großen Koalition wegen dieses Umfrageergebnisses in dieser Woche heiß diskutiert. Die Freude über eine große Koalition wurde also nicht verordnet, sie war schon vor der Wahl da. Warscheinlich weil doch vielen Leuten bewusst geworden war, dass die Politik der letzten Jahre einerseits bereits große Koalition war (durch die CDU-Mehrheit im Bundesrat), andererseits aber auch von extremer Behinderung geprägt war, da die CDU einen Erfolg nicht zulassen wollte, solange sie nicht ganz offiziell und für den Bürger klar ersichtlich an der Regierung beteiligt wäre. (deswegen wurden einige Reformen mit paradoxen Bedingungen versehen, wie etwa die zehn Euro Praxisgebühr pro Quartal, die Seehofer in den verhandlungen zur gesundheitsreform damals forderte, sonst hätte die Unio die Reform abgelehnt - das Kalkül ging auch voll auf, denn die gebühr wird der damaligen offiziellen Regierung angelastet und wahlkämpferisch ist das alles, was zählt) Viele Bürger wünschten sich offenbar diesen machtkamopf zu beenden und die Poltik, auf die sich die Parteien einigen können, wenn sie nicht gezwungen sind, den anderen ultramadig aussehen zu lassen - das erforderte die große Koalition.
HappyMutant schrieb:
...Und das der Spiegel politisch in den letzten 5 Jahren sich anders positioniert hat ist aber auch zu beobachten.
Also die Artikel zur BND-Affäre hätten imho Rudolf Augstein immernoch gefallen.
HappyMutant schrieb:
... Und wenn du der Meinung bist das es im Internet vor dir und deinesgleichen(?) niemanden gegeben hat der vernünftige politische Argumente vorbringen kann, und scheinbar der Meinung bist, daß außer deiner Meinung keine andere plausibel sein kann, ....
Wie kommst du auf sowas? Wenn jemand eine andere Meinung hat ist das OK, dass ich dann auch mal diskutiere ist auch OK, aber wenn jemand zetert, das sei hier viel zu teuer, wobei die Produktionskosten eben verglichen mit anderen Produktionen in keinster Weise überteuert sind, dann ist dass billiges Antistaatsgezeter, billige Polemik und eben keine respektable Meinung, sondern eine Meinung die aus schlichter Unkenntnis der Verhältnismäßigkeit dieser Kosten gründet und dann wird es jawohl erlaubt sein, demjenigen, der seine Meinung auf solcher Unkentnis gründet, deutlich klar zu machen, wie sehr er mit seiner Einschätzung daneben liegt.
HappyMutant schrieb:
... wenn ein Wolfgang Stock, ehemaliger Redakteur u.a. des Focus, der FAZ und der Welt und zudem Merkel-Biographie Schreiber, sich rein zufällig auch noch als Chefredakteur und Partner der ausführenden Agentur um Merkels Personality Format kümmert, dann sehe ich da schon eine nicht ganz zufällige Entwicklung dahinter.
So läuft Politik schon seit 80 Jahren - der Personality Trainer hieß damals möglicherweise noch Psychologe und Lokopäde, die Funktion war aber die gleiche. Ein Journalist muss kein privat unpolitischer Zombie sein, soetwas hat es faktisch noch nie gegeben, weil nunmal jeder Mensch, Journalisten eingeschlossen eine Meinung hat. Ein Journalist muss nur Sachverhalte mit Einbezug von Gegenargumenten berichten können, egal ob ihm diese Gegenargumente schmecken oder nicht. Eine völlig unpolitische Zeitung hat es in Deutschland übrigens nie gegeben, bspw. die Zeit war schon immer liberal und die TAZ schon immer sozial.
Dass Lothar Späth, ehemaliger CDU-Ministerpräsident Baden-Würthembergs, eine politische Talkshow im Free-TV machen darf ist kein Kind einer neuen Ära, das gabs früher auch schon. Der Dieter, der Thomas, der Heck war auch schon seit frühen Jahren in der Union und Michel Friedmann ist auch schon seit Ewigkeiten in der CDU - ist Friedmann deshalb gegen CDU-Mitglieder weniger scharf gewesen? Nein, er hat auch seine Parteikameraden festgenagelt und darauf kommt es an.
HappyMutant schrieb:
...Aber das sparen von sachlicher(!) Kritik
Habe ich jawohl auch nicht gefordert, siehe meinen Beitrag von gestern 12:42, letzter Absatz.
HappyMutant schrieb:
... ein Merkel-Podcast ...
Darf gerne kritisiert werden, siehe eben gestern 12:42 letzter Absatz, aber die Produktionskosten als zu teuer hinzustellen, während sie in Relation zu anderen Produktionen nicht teuer sind, ist trotzdem schlichtweg Blödsinn.