Microsoft größte Flops/Erfolge - Betriebssysteme

exoplanet

Lieutenant
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Hallo,

ich wollte mal fragen, welche Betriebssysteme (bzw. grafische Benutzeroberflächen) von
Microsoft aus rein technischer Sicht gesehen die größten Flops waren.
Unabhängig der Verkaufszahlen!

Soll heißen im Bezug auf: Stabilität, Kompatibilität, Schnelligkeit usw...

Kann man das so stehen lassen, die Platzierung?

Die größten Flops von Microsoft - Betriebssysteme (grafische Benutzeroberfächen)

Platz 1: Windows 95 a/b/c
Platz 2: Windows 98 I/II
Platz 3: Windows Vista


Die größten Erfolge (rein technisch gesehen, ohne Verkaufszahlen)

Platz 1: MS-DOS
Platz 2: Windows XP
Platz 3: Windows 7
 
> Kann man das so stehen lassen, die Platzierung?
Nö. :p

Mir fehlt vor allem die Begründung für diese Platzierungen.
Ich würde das Ganze so sortieren:


Flops
Platz 1: Windows 95a
Das war so buggy, dass man noch zwei weitere Versionen herausbringen musste. Und der 16-/32-Bit-Kern war eine einzige Katastrophe. Aufgrund dessen würde ich dem OS Schizophrenie bescheinigen; es wusste selbst nicht, was es war.
Platz 2: Windows Vista
Die Entwicklung dauerte zu lange, ergo kam es zu spät auf den Markt und war technisch zu weit von XP entfernt. Das resultierte darin, dass es lange Zeit nur wenig voll kompatible Software für das OS gab. Das machte es in der Anfangszeit schwer, es auf seinem Rechner zu verwenden.
Platz 3: MS-DOS
Das Betriebssystem kann man damit umschreiben, dass man die ganze Zeit nur dabei war, mehr Speicher freizuräumen. Das Speichermodell war vielleicht zu Anfang noch modern, aber im Laufe der Zeit entwickelte es sich immer mehr zu einer Last.
"640 kB sind genug für jeden." - Denkste.


Tops
Platz 1: Windows Server 2003
Das Lasttier vieler Server war technisch weit genug, um die Jahre in dem stark wachsenden Computermarkt zu überleben. Was soll man dazu sagen? Gut gemacht!
Platz 2: Windows 7
Manche sehen es als das bessere Windows XP an, obwohl es im Prinzip nur ein Vista-Update war. Aber gerade Vista hat dieses OS den Weg bereitet. Bei der Einführung konnte man quasi alles von Vista übernehmen. Zudem brachte es den XP-Modus mit, bei dem ein Windows XP in einer virtuellen Maschine ausgeführt wird. Standardmäßige vorhandene Virtualisierungsfähigkeiten - das war damals im Consumerbereich völlig neu.
Platz 3: Windows 8
Jetzt werden einige große Augen machen, aber ich sehe Win8 an dieser Stelle richtig. Endlich wurde die im Prinzip 20 Jahre alte Benutzeroberfläche überarbeitet und zum zweiten wurde mit der Einführung von Metro Techniken bereitgestellt, die die uralte Win32-API ablösen soll. Das war lange überfällig. Windows krankt nämlich an zu viel Kompatibilität zu alter Software. Das macht es schwierig, es zu warten und weiterzuentwickeln.
 
e-Laurin schrieb:


MS-DOS ist bei dir bei den Flops, bei mir an Nummer 1 bei den Tops.
Daher muss man dazu was sagen.
Die Nachteile die du beschrieben hast sind natürlich richtig. Dieses Speicherproblem (640K) wurde mit dem damaligen
QEMM behoben. Um mehr wie 640K anzusprechen gab es da noch den EMS und XMS-Speicher.
Das MS-DOS war das stabilste Betriebssystem das ich von Microsoft kenne. Ich erinnere mich nicht, dass es überhaupt mal abstürzte, im Gegensatz dazu ist das hin und wieder mal bei dem damaligen Windows 3.11 passiert.

Was ich aber mit Sicherheit weiß ist, dass dieses damalige MS-DOS (Version 6.22) in puncto Stabilität, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit dem Windows 95 und 98 haushoch überlegen war.
Ich habe bewußt Win95 und Win98 übersprungen. In der Zeit blieb ich beim MS-DOS (mit dem Aufsatz Win 3.11 bis 2002).
Was durfte ich mir damals anhören von Freunden und Bekannten wie schlimm Win95 und später Win98 ist.
Die hatten sich das damals gekauft und waren sehr enttäuscht.
Das schreckte mich sehr ab.
 
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Ohne Dir zu nahe zu treten, aber wenn man bis 2002 Dos 6.22 genutzt hat, dann ist die Qualifizierung für die Einschätzung der Stabilität und Userbility von MS Betriebssystemen doch sehr anzuzweifeln.

Und was das Thema angeht. Da wird jeder seine individuelle Meinung zu haben und einen großen Nährwert hat das Ergebnis nicht. Man könnte sagen, bis auf Win ME hatten alle MS OSes seine Daseinsberechtigung und auch ihren Wert.

Und ME fehlt in Deiner Flop Liste. Win 98 ist aber drinnen...
 
BlubbsDE schrieb:


Win 98 war noch ein größerer Flop als ME.

Ich habe bis 2002 MS-DOS 6.22 (und Win 3.11) zum Arbeiten und Spielen verwendet weil es bis dato von Microsoft keine sinnvolle Alternative (für mich) gab.

Mir geht es um Expertenmeinungen, Informatiker die vom Fach sind und aus technischer Sicht das objektiver Einschätzen können als ich.
 
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Win98SE war zwar alles andere als perfekt, aber deutlich besser als 95 und ME.

Und übrigens... Als Informatiker vom Fach sag ich dir: 2002 gab es keinen Grund, MS-DOS zu verwenden. So alte Spiele, dass sie unter 3.11 noch liefen, waren auf Hardware von ~2000 gar nicht mehr lauffähig, weil oftmals Animationen und Zeitabläufe direkt an den Prozessortakt gekoppelt waren. Es macht durchaus einen Unterschied, ob es nun 66MHz oder n knappes GHz ist....

Was konnten DOS & 3.11 alles NICHT:
- vollständiges Multitasking
- DirectX
- 32Bit-Anwendungen

Sorry, ich kann ja verstehen, dass man mit Win9x/ME nicht warm geworden ist, aber dann hätte man bis dahin problemlos auf Win2k wechseln können, das quasi ultimative Windows. Win2k musstest du mit ner Schrotflinte beschießen, damit es abstürzt...

Und wenn man eben gar nix mit Win haben wollte? 2002 gab es bereits halbwegs einsteiger-taugliche Linux-Distributionen...
 
Daaron schrieb:


Hm ok.
Ich bin eben damals in den 90-er mit MS-DOS gut ausgekommen. Alles was ich brauchte lief dort schnörkellos und sehr stabil. Es gab keinen triftigen Grund wechseln zu müssen.
Nur die MS-DOS Spiele wurden immer weniger. Ganz ausgestorben waren diese aber erst um 1997/98 rum.
Ein WIN 95 oder 98 kamen mir damals nicht auf die Festplatte.

Ein Suse Linux hatte ich testhalber damals installiert. Mit NT hatte ich auch geliebäugelt es aber dann sein lassen.

Von Microsoft fand ich das MS-DOS richtig toll. Man hätte das ja weiterentwickeln können.

Mit meinem Windows XP war ich sehr zufrieden, VISTA hatte ich ausgelassen und bin gleich auf Windows 7 damals 2010 umgestiegen, das auch sehr gut läuft.
WIN 8 lasse ich wieder aus.
 
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Du bist mit DOS gut ausgekommen, weil du nix anderes kanntest. Wenn du nie von "Automobilen" gehört hättest, du würdest mit nem Pferdefuhrwerk wunderbar auskommen.

Fakt ist, DOS konnte (anders als gleichzeitig verfügbare UNIX'oide) nur einen Task auf einmal ausführen. Fakt ist auch, dass DOS ein extrem brutales und frickeliges Memory Limit hatte. Es gab keine Plug&Play-Treiber. Die maximale Auflösung war auf Klötzchen begrenzt.
Viele von diesen Kritikpunkten wurden bereits mit Win95 beseitigt. Plötzlich konnte man mehrere Anwendungsfenster gleichzeitig öffnen. Man saß nicht mehr 2 Stunden an der himem.sys, um das neue Spiel endlich zum Laufen zu bringen. Auch die autoexec.bat war nicht mehr tagtäglichen Optimierungen unterworfen, nur damit die "Soundblaster Compatible" tatsächlich auch Ton von sich gibt. Endlich musste man nicht mehr Port, IRQ & Co jeglicher Komponenten im Kopf oder auf einem Zettel haben, nur damit der Joystick keinen Konflikt mit der Soundkarte auslöst.
 
Daaron schrieb:


Ja, verstehe ich.
Bin mit der Kommandozeile gut zurechtgekommen.
Die Probleme die du aufzählst hatte ich nicht.
An der Autoexec.bat und Config.sys bissl herumdoktorn war auch kein Problem.
Denke mal für die Masse war das nichts. Die wollen das alles läuft ohne sich den Kopf zu zerbrechen und sich mit dem Hintergrund zu beschäftigen.
Ein Betriebssystem mit schwarzem Hintergrund und Kommandozeile ist wohl für die meisten schon zu kompliziert. Dabei waren es nur ein paar Befehle die man können musste.
 
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Pft, die DOS-Commandline war doch damals schon rückständig. Jede Unix-Shell war 100x mächtiger, eben inklusive Multitasking.
 
Jepp.

Alle nachfolgenden OS von Microsoft waren im Punkt Speichermanagement deutlich überlegen. Statt selber an den Einstellungen drehen zu müssen, haben sich die Betriebssysteme selbstständig an die Anforderungen angepasst. Das halte ich für einen bemerkenswerten Fortschritt, da es extrem unterschiedliche Use Cases gibt und mit so ziemlich jedem kommt das System klar.

In den letzten Jahren von DOS hat man deutlich gemerkt, dass das Betriebssystem noch aus einer anderen Zeit stammt sowie für andere Computer und für andere Anwendungszwecke konzipiert war. An dem Ding ist fast nichts dran, es kann quasi nichts. Dafür war das Programmieren von DOS-Anwendungen recht übersichtlich. Man musste eigentlich nur aufpassen, nicht über den eigenen Speicherbereich hinaus zu schreiben, denn einen Speicherschutz gab es ja nicht.

Eigentlich ist es unfair, DOS und Windows miteinander zu vergleichen. Ein Vergleich von Dreirad und Hyperschalljet ist ja auch nicht fair.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin auch mit der "Dose" groß geworden, habe allerdings die mit dem Dr. bevorzugt.
Ja, es war eine Aufbruchstimmung, Gründerzeit, Entdeckung neuer Welten und Spezies.
Festplatten(5MB) mußten vor der Installation des BS noch Low Level formatiert werden.
Derjenige, der die config.sys und autoexec.bat freihändig editieren konnte wurde gefeiert.
Selbst das gute WIN3.11 hat noch davon profitiert.

Aber als einer der ersten WIN95 Beta Tester in Europa, war ich froh über diese Entwicklung.
Vielleicht noch nicht richtig ausgereift, aber mit WIN NT 4.0 hat MS gezeigt was möglich ist.
 
Meine Tops:

DOS 6.22
Windows ME - war bei mir zumindest weitaus stabiler als Win98
Windows XP
Windows 7

Meine Flops:

Windows Vista & Windows 8
 
Ich weiß nicht, wieso Vista immer als Flop gelistet wird. Tatsächlich waren nach ein paar Service Packs die Unterschiede zwischen Vista und 7 ziemlich gering... Ja, man hätte Vista besser machen können. Es war, im Auslieferungszustand, echt ne Beleidigung. Aber später? Geht doch.
 
Daaron, das ist ja der Punkt. Erst später konnte man es gut verwenden. Zu Anfang sah das aber anders aus.
MS hätte hier echt ein Paar Jahre früher ein OS herausbringen sollen, das dann natürlich nur einen Teil der Vista-Neuerungen gehabt hätte. Dann wäre die Transition und Migration auf ein neueres mMn besser verlaufen. Stattdessen haben wir heute viele Leute, die im Prinzip nichts anderes als XP kennen, weil es zu lange auf dem Markt war bzw. ist. Und diese Leute scheuen sich nach dieser langen Zeit, auf was moderneres zu wechseln.
 
Na ja, aber verglichen mit Win9x, dass egal nach wie vielen Patches immer gleich BSOD-lastig blieb,....
 
phil. schrieb:
Aber als einer der ersten WIN95 Beta Tester in Europa, war ich froh über diese Entwicklung.
Vielleicht noch nicht richtig ausgereift, aber mit WIN NT 4.0 hat MS gezeigt was möglich ist.

Dann würdest du sagen Windows 95 und 98 waren schlechter als MS-DOS?
WIN NT 4.0 kam ja glaube ich erst 2000 raus.

Danke für die vielen Beiträge und Meinungen zu diesem Thema. :)
 
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