News Microsoft: Neues Office 2019 erscheint Ende 2018

The Ripper schrieb:
Ich versteh übrigens nicht, wieso man Latex für schöneres Aussehen benutzt. Ich finde das potthässlich, auch wenn es anscheinend hipp ist.
​Wenn ich das Aussehen brauche, kann ich genauso dafür ein Profil in Word anlegen.

Das Aussehen eines Latex Dokuments kannst du mit Word kaum nachstellen. Die Algorithmen, insbesondere beim Blocksatz, für Abstände etc. sind anders und (der Meinung vieler nach) deutlich angenehmer für die Augen. Dazu hast du "floating" Objekte für Bilder etc., so dass Latex ein im Normalfall nicht exakt genau an der Stelle im Text einfügt, wo du es hinsetzt, sondern dynamisch ein bisschen verschiebt, damit z.B. nicht die halbe Seite leer ist, weil das Bild erst auf die nächste passt. Natürlich kann man auch erzwingen, dass Bild genau an der Stelle einzublenden. Ist aber in wissenschaftlichen Texten eher unüblich, da wird im Text eben auf Bild 24 verwiesen, und wenn das erst 2 Absätze weiter kommt, ist es auch kein Problem.

Für mich hat Latex zwei große Vorteile: Es ist stabiler als Word. Und es ist besser in den Workflow integrierbar, weil a) Klartext und b) Include-Statements.

Zum Stabiler: Einerseits wird Word bei großen Dokumenten (~ab 60 Seiten mit vielen Bildern, Tabellen, Verweisen) immer noch recht träge, vor allem, wenn man weit vorne was einfügt und der dann in Echtzeit versucht, dass Layout für alle folgenden Seiten nachzuberechnen. Und selbst beim aktuellen Word erlebe ich immer wieder das klassische "Layout zerschießen" - man ändert auf Seite 30 was, und das Layout ab Seite 5 ist im Arsch. Nicht, dass man in Latex keine Probleme mit dem Layout haben kann, da muss man auch schonmal basteln. Aber wenn es einmal steht, dann ist es auch stabil.

Für meine Bachelor Arbeit habe ich das Corporate Design des Instituts in Latex nachgebaut (gab nur Vorlagen für Word). Hat mich zwar einen Tag gekostet, und die Formatierungsanweisungen waren am Ende über 300 Zeilen - dafür hatte ich aber in der ganzen Arbeit kein einziges Mal ein Problem mit dem Layout - ganz im Gegensatz zu den Kollegen, die in Word unterwegs waren - z.B., weil man zum Nummerieren von Formeln da immer noch mit unsichtbaren Tabellen basteln muss. Oder weil Word auch eine 5-zeilige Tabelle brutal über 2 Seiten splittet, egal wie scheiße das aussieht.

Zum Workflow: Es ist halt ein Klartext Format. Ich kann es in Versionsverwaltungen wie git unterbringen, ich kann mit mehreren Leuten dran arbeiten und dann per git einfach Mergen. Ich kann mein Auswertungstool die Ergebnisse direkt als Latex Tabelle abspeichern lassen & dann die Tabelle per Include im Dokument einbinden - so werden immer automatisch die neuesten Ergebnisse genutzt.

Andererseits hat Latex auch einfach eine steile Lernkurve. Office habe ich deshalb immer noch dazu aufm Rechner, für kleine Sachen ist das deutlich komfortabler. Latex hat einfach für größere Projekte viele Vorteile.
 
CrunchTheNumber schrieb:
Nebenbei: LibreOffice als kostenfreies Programm in der Schule macht schon Sinn. Abhängigmachen von der kostenpflichtigen Variante kann man die Leute immer noch, z.B. in der Firma oder im Studium.

Leider treffen da zwei Welten aufeinander, die der ewig alles muss kostenlos sein, meist Technik-Affinen und die der IT Daus, die froh sind, dass sie etwas beigebracht bekommen und eventuell auf dem Heimischen PC wiederholen können.

Letztere freuen sich dann richtig bei Ihrer Bewerbung, wenn fundierte MS Office Kenntnisse verlangt werden. Und der lokale Admin wird dich so richtig freuen, wenn er dann für jeden seine Lieblingssoftware installieren darf, was bei vielen Unternehmen nicht möglich ist.

Bei aller Liebe und Sympathie, es gibt momentan noch einige Standards im "normalen" Büroalltag. Ich sehe es genau umgekehrt, erst bitte die üblichen Verdächtigen und wer es drauf hat kann gern über denn Tellerrand schauen. Ja, das ist ein wenig ein Henne Ei Problem, denn so haben es andere Programme meist recht schwer, aber die Chance irgendwo auf einen Windows PC zu stoßen, samt MS Office Paket ist schlichtweg höher.

Ich denke bei Word ist diese Diskussion auch angebracht, aber spätesten bei Outlook (mit Exchange Strukturen) oder Excel sind wir an Stellen, bei denen eine gemischte Infrastruktur wenig Sinn macht.
 
Wie das Unternehmen auf der Ignite 2017 ankündigte, soll Office 2019 in der zweiten Jahreshälfte 2018 erscheinen und nicht an die Cloud gebunden sein.
War bei den jetzigen Office 2016 die Cloud bindung pflicht :confused_alt:

Ich habe noch das Office 2007 Home and Student und war schon am überlegen ein neues Microsoft Office Home and Business zukaufen den Cloud Kram (~ Klauen) tue ich mir nicht an.

frankkl
 
Tja, Großkunden, die sowas wie eine Entwicklungsabteilung haben oder mit vertraulichen Daten arbeiten, die arbeiten nunmal lieber offline statt online. Und wenn über mehrere Standorte, dann mit WAN, nicht über dropbox oder google docs oder weiß der Kuckuck was.

Und zugegeben. Mir als Privatmensch würde Libre Office völlig ausreichen, Beruflich muss es aber MS Office sein, dazu gibt es zu viel in Excel und Word was ich brauche. Angefangen bei Funktionen bis hin zu den Interops und den iFiltern.. Außerdem sind mir beruflich die Calc Sheets zu klein. Excel kann da mehr.. oder haben sie das verbessert? Und ja, ich brauche Matrizen von 1.000 Spalten und 1.000.000 Zeilen...
 
frankkl schrieb:
War bei den jetzigen Office 2016 die Cloud bindung pflicht :confused_alt:

Ich habe noch das Office 2007 Home and Student und war schon am überlegen ein neues Microsoft Office Home and Business zukaufen den Cloud Kram (~ Klauen) tue ich mir nicht an.

frankkl

Nö. Ich hab Office 365 über die Uni. Ich lad es runter, melde mich einmal an, der aktiviert sich, ich melde mich wieder ab - fertig ist die Wurst.

Selbst wenn man dauerhaft angemeldet ist, kann man ja trotzdem OneDrive einfach ignorieren und alles auf der lokalen Platte speichern. Keiner zwingt einen da, irgendwas in die Cloud zu laden.

Ich glaube Cloudzwang ist hier eher wg. Abozwang genannt. Office365 kostet halt monatlich / jährlich.
 
frankkl schrieb:
War bei den jetzigen Office 2016 die Cloud bindung pflicht :confused_alt:

Ich habe noch das Office 2007 Home and Student und war schon am überlegen ein neues Microsoft Office Home and Business zukaufen den Cloud Kram (~ Klauen) tue ich mir nicht an.

frankkl

Wenn du Office 365 "kaufst" (mietest), dann musst du dich online auf einer Webpage anmelden. Dort kannst du eine Offline-Installation runter laden und auch offline aktivieren. Es gibt Cloud Features, wie OneDrive oder Dokumente in der Cloud ablegen oder die Tools gleich in der Cloud nutzen, dies ist aber nicht Pflicht. Weshalb ich den Inhalt des Artikels nicht ganz folgen kann ;)

Ferner kann man das aktuelle Office auch Standalone ohne 365 kaufen.
 
The Ripper schrieb:
Ich versteh übrigens nicht, wieso man Latex für schöneres Aussehen benutzt. Ich finde das potthässlich, auch wenn es anscheinend hipp ist.
​Wenn ich das Aussehen brauche, kann ich genauso dafür ein Profil in Word anlegen.

Wenn Du Zeit dazu hast, kannst Du mir ja gerne erklären, was Du damit meinst. Gefällt Dir der Font nicht? Den kann man ändern -- mit LuaLaTeX und XeLaTeX auf jeden TrueType-Font den es gibt, mit pdfLaTeX ist die Auswahl etwas kleiner, aber immer noch ganz gut.

Gefallen Dir die Standard-Dokumentklassen nicht? Es gibt die KOMA-Klassen, die sehr flexibel sind. So gut wie alles ist anpassbar.

Gefällt Dir der voreingestellte Satzspiegel nicht? Der ist so nicht für dumme Nüsse, das ist durchaus durchdacht und fördert die Lesbarkeit des Dokuments, solange der Schreiber nicht mit "" im Fließtext rumpfuscht.

Abseits davon ist, wie schon andere im Thread erwähnt haben, der Fokus bei LaTeX eigentlich auf typographischen Gesichtspunkten wie gutem Blocksatz. Guter Blocksatz heißt an dieser Stelle zum Beispiel möglichst kleine Abweichungen bei Wortabständen in einem Absatz, Vermeidung von Eselspfaden und lauter solche Sachen. Dafür gibt es in Word keinen Ersatz.

Aber auch für das alltägliche Leben ist LaTeX gut zu gebrauchen, für Briefe, CVs und solches Zeug gibt es vorgefertigte, DIN-Norm konforme Klassen (ja, natürlich gibt es für solche Sachen in Deutschland Normen). Und sobald naturwissenschaftliche Arbeiten geschrieben werden, ist LaTeX aus gutem Grund die absolute Nummer 1. Der Formelsatz ist unerreicht gut und die Wartbarkeit von Dokumenten, die in LaTeX geschaffen wurden, ist unangetastet. Noch dazu lässen sich solche Dokumente mit entsprechend viel Übung sehr schnell erstellen, insbesondere im Vergleich zu Word-Dokumenten. Und Gimmiks wie pgf bzw. TikZ erlauben auch das Erstellen von Vektorgrafiken innerhalb von LaTeX-Dokumenten, was Konsistenzvorteile bzgl. Dokumentfont und leichtere Anpassbarkeit und Wartbarkeit mit sich bringt; ebenso hat man komplette Kontrolle über das, was in den Skizzen mathematisch genau passiert (z.B. wenn man Hyperbeln an ein Streuzentrum zeichen will oder sowas).
 
Spawn182 schrieb:
Letztere freuen sich dann richtig bei Ihrer Bewerbung, wenn fundierte MS Office Kenntnisse verlangt werden.
Es geht darum, dass die Schüler auch die Chance haben müssen, die in der Schule verwendeten Programme, auch privat zu nutzen, um ihre Kenntnisse zu vertiefen, Referate und Präsentationen vorzubereiten oder einfach nur Texte zu verfassen. Das geht aus Gründen der Chancengleichheit nur mit einem kostenlosen Programm ohne Registrierungszwang.

Und Bewerbungen setzen oft auch noch andere Dinge voraus, z.B. den Besitz eines Führerscheins. Da käme auch niemand auf die Idee zu verlangen, dass die Schulen jetzt die entsprechende Ausbildung und Prüfung anbieten...

Gruß,
CTN
 
Spawn182 schrieb:
Wenn du Office 365 "kaufst" (mietest), dann musst du dich online auf einer Webpage anmelden.
Mieten wie schrecklich sowas würde ich nie machen !

Aber sonst will ich mal mein Office 2007 Home and Student erneuern
und ganz normal aber das Office 2016 Home and Business kaufen.

frankkl
 
Bin gespannt, wie lange es dauern wird, bis der erste Crack verfügbar ist
:hammer_alt:
 
Zuletzt bearbeitet: (Beitrag wiederhergestellt)
Wenn Du Zeit dazu hast, kannst Du mir ja gerne erklären, was Du damit meinst.
Mir gefällt das Design der üblichen LaTex Dokumente nicht. Sehen alle relativ ähnlich (bescheiden) aus.
​Mir ist klar, dass ich das ändern kann. Ich habe bereits mehrere Jahre Latex benutzt. Vom Unterschied im Blocksatz, habe ich bereits öfter gelesen, so persönlich aufgefallen ist mir dieser jedoch noch nicht.

Vorerstmal werde ich, da irgendwie scheinbar für mich doch die Nachteile überwiegen, wieder mit Word arbeiten. Ich will aber jetzt keine noch tiefere Diskussion lostreten ...

​Aber eine Frage hätte ich, wenn hier schon sehr erfahrene Latexer da sind: Gibts eigentlich irgendeine gute bis sehr gute IDE für Latex (für Windows)? Und mit gut meine ich nicht "am wenigsten anstrengend". TexLive ist das beste, das ich gefunden habe bisher - von gut aber weit entfernt.
 
LaTex ist eigentlich ausschließlich für wissenschaftliche Dokumente gedacht, in denen es von mathematischen Formeln, Tabellen etc. nur so wimmelt.
Also im Bereich Maschinenbau, Elektrotechnik, Physik, Chemie etc.
 
@TheRipper: Ja und was genau?

TeXLive ist keine IDE sondern eine Distribution, aber die gibts nicht für Windows. MikTeX wäre eher das, was Du brauchst, da nimmst Du im Zweifel am besten einen Webinstaller und installierst danach MikTeX Full damit, das braucht 2-3GB auf der Platte.

Für IDE: TeXMaker ist eine, die ich ganz gut finde. Bei Windows-exklusiven hab ich mich noch nicht so sehr umgeschaut, TeXMaker ist halt Multiplattform und sieht überall gleich aus. Gegebenenfalls kann es je nach Editor Probleme mit dem Verzeichnis geben, in dem MikTeX liegt (Programme x86 vs Programme, ich gehe mal davon aus, dass Du ein x64-System hast), dann musst Du eventuell das MikTeX-Verzeichnis zu einem active directory machen. Der Rest ist dann die Wahl der richtigen Pakete für Deine Zwecke, dabei eine Präambel zu schreiben kann ich Dich, wenn gewünscht, aber sehr gerne unterstützen.

@Tuetensuppe: Nein, LaTeX ist allgemein für Textsatz (nicht Textverarbeitung, das ist ein Unterschied) gedacht. Es gibt auch einige Universitäten, die das z.B. für Abgaben in der Jura fordern, mglw. wegen der mächtigen Zitierwerkzeuge etc.
 
Kein Abo- und Cloud-Zwang

Oha! MS lernt also doch noch!
 
@waldpilzsuppe Warten wir mal ab. Bei MS kann man dem Braten nicht trauen und sollte den Tag nicht vor dem Abend loben. Denen wird schon was einfallen... vielleicht ändern sich dann dafür jährlich die Dateiformate, so dass man de facto dann doch wieder zu regelmäßigen Käufen/Updates gezwungen ist. Irgendwas ist da garantiert im Busch und es ist kein süßer kleiner Hase... :)
 
Jo, finde ich sehr gut den Ansatz von Microsoft bei Office 2019, auch ohne Abo- und Cloudzwang auszukommen als klassische Alternative zu Office 365.

Hoffentlich stellt man das Format nicht um und bleibt weiterhin bis Office 2007 hinunter kompatibel und eine bessere Implementierung der Office Touchbedienung (für Tablets, Smartphones, etc.) wäre sehr wünschenswert, natürlich wahlweise installierbar, so dass man das bei nicht-Touch-Systemen nicht mit installieren und updaten muss.

Ebenso bessere Druckoptionen von Grafiken für Posterdruck aus Einzeldrucken unter PowerPoint etwa würde ich mir wünschen (so dass keine Drittsoftware mehr zum "tiled printing" nötig ist), es sei denn diese haben bei den letzten Office Versionen schon Einzug gehalten?

Mal schauen was da kommt und wie gut die Implementierung, Übersicht und evt. neue Features gewährleistet werden ab Marktstart, interessieren/zum Kauf animieren könnte mich ein neues MS Office im alten Stil/Gewand durchaus.
 
The Ripper schrieb:
​Aber eine Frage hätte ich, wenn hier schon sehr erfahrene Latexer da sind: Gibts eigentlich irgendeine gute bis sehr gute IDE für Latex (für Windows)? Und mit gut meine ich nicht "am wenigsten anstrengend". TexLive ist das beste, das ich gefunden habe bisher - von gut aber weit entfernt.

Ich benutze immer Texmaker. Hat eigentlich alles, was man so braucht. Für Vim gibt es auch ein sehr gutes Plugin, wenn man auf Shortcuts steht.
 
Ja, ohne Cloud und Abo wird's auch für mich wieder interessant.
Allerdings frage ich mich, ob da wieder Funktionsreduzierungen kommen. Als Power-User musste ich in der Vergangenheit öfter undokumentiert auf Features verzichten, z. B. "Autozusammenfassen" oder "Versionsführung" oder auch nur "Korrekturränder nach Autor". Die Liste wurde mit den Jahren immer länger.
 
hroessler schrieb:
Kaum ein User nutzt 20% des Funktionsumfangs von Office. Daher würde ein großteil der User fehlende Funktionen oft nichtmal bemerken. Änderungen am UI sind eben für alle sofort ersichtlich.
Und genau darum is Office 2016 für mich unerlässlich.
Ohne die Suchleiste würde ich kein Office mehr anfassen wollen.^^



FAKK schrieb:
Bin gespannt, wie lange es dauern wird, bis der erste Crack verfügbar ist
:hammer_alt:
Vermutlich ne Weile. Gibts vorab nicht die Beta Versionen zum testen die eh jeder downloaden kann?
 
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