Die Schließung von Bluepoint Games seitens PlayStation & der Führungswechsel bei Xbox sind aus meiner Sicht doch eindeutige Anzeichen einer Identitätskrise der Big Player in der Gaming-Branche.
Anstatt auf solides Fundament zu bauen, wie technisch einwandfreie Neuninterpretationen bewährter Konzepte, der die Core Spielerschaft anspricht (Bluepoint), oder kreativen Output zu ermutigen (Hi-Fi Rush von Tango Gameworks) setzen die großen Stakeholder auf
- die Lotterie-Tickets in Form von Live Service Games (die dann bei nicht sofort eintretenden Erfolg auch sofort heruntergefahren werden)
- das Verfolgen von Corporate-Trends, die sich in Board-Rooms gut anhören, mit möglichst vielen Schlagwörtern, wie KI, Kundenbindung, Abo-Services, usw.
Sobald der kurzfristige Erfolg nicht eintritt, werden Studios geschlossen, Personal abgebaut, etablierte Marken zu Grabe geführt.
AAA Releases werden in der Produktion zu teuer & der manuelle, kreative Prozess wird zu aufwendig, um rentabel zu sein.
Kaum einer kann es sich leisten, ruhig und wirtschaftlich verantworltich auf solide 8 von 10 zu setzen, die knapp rentabel sind. Jeder will das 10 von 10 Ticket ziehen, das dich einen Schritt näher zum neuen Fortnite oder Roblox, oder von mir aus im kleinen Rahmen Helldivers bringt.
Die Alternativen für die Spielerschaft, die sich abseits der Massenphänomen für Games interessiert, muss sich öfter am Indie-Markt umschauen, um leidenschaftliche Projekte finden zu können.
Manche alteingesessenen (vor allem japinische) Publisher wie Capcom oder Bandai Namco schaffen den finanziellen & kreativen Spagat anscheinend ein wenig besser, als der First Party Output von Microsoft/Sony.
Dann gibt es natürlich noch Nintendo, das sich größtenteils treu bleibt & die eigene Suppe kocht. Mit allen Vor- & Nachteilen.
Insgesamt wirkt die Branche ein wenig am Scheideweg. Einen großen Crash muss man nicht unbedingt fürchten, aber es kann gut sein, dass sich manche großen Namen neu erfinden werden müssen.
Für Spieler, die abseits von überteuerten Risiko-Projekten aber dennoch genug Spielspaß finden, gibt es aus meiner Sicht insgesamt aber keinen großen Grund zur Sorge.