Mit 30 noch Ausbildung zum IT- Sysgtemkaufmann möglich?

M.T.Nut

Cadet 4th Year
Registriert
Juni 2012
Beiträge
125
Hallo Forum,
Ich habe folgendes Problem:
Ich gehe nun mit großen schritten auf die 30 zu und muss leider feststellen, dass ich beruflich nichts erreicht habe.
Nach 3 gescheiterten Studiengängen habe ich außer einem Abitur und diversen Aushilfsjobs leider nichts vorzuweisen.
So langsam bekomme ich das Gefühl dass wenn ich nicht bald etwas erreiche, der Zug für mich endgültig abgefahren sein wird. Ich will mich nicht ewig mit Nebenjobs durchschlagen müssen und am Existenzminimum kratzen.
Nun habe ich mich einmal etwas erkundigt und interessiere mich nun für eine Ausbildung zum IT- Systemkaufmann.
Ich Interessiere und beschäftige mich schon seit Langemem mit Computern.
Ich schraube selber, kenne mich recht gut mit windows xp,7 und 8(.1) aus und habe bereits etwas Erfahrung mit Linux.
(Ich selber nutze neben Windows 8 und 7 auch Linux Mint 16 kde)
Ich verfolge auch mit großem Intersse die Entwicklungen auf dem Hardware und Software Markt und habe durch meine derzeitige Arbeit als verkäufer in einem kleinen Computergeschäft auch einen guten überblick über Hardware und software Preise.

Nun stellt sich mir die Frage, ob ich mit meinen 29 1/2 Jahren und dem Problematischen Lebenslauf überhaupt eine reelle Chance habe, in einem so Komplexen Berufsfeld wie der IT eine Ausbildungsstelle zu bekommen.
Seid Ihr der Meinung, dass meine Vorkenntnisse genügen, um einen Potenziellen Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass es das Risiko wert ist, jemanden einzustellen, der fast 10 jahre Lang nichts erreicht hat?

Habt ihr vielleicht ein paar Tipps, wie ich mich in der Bewerbung präsentieren kann, um meine Chancen zu verbessern?
Welche Alternativen habe ich noch, falls ich keine Ausbildungsstelle mehr bekomme?
Ein Beratungsgespräch bei der Arbeitsagentur habe ich natürlich auch schon beantragt aber das findet erst in 2 Wochen statt.


Ich wäre euch für jede noch so kleine Hilfe Dankbar

Grüße M.T.Nut
 
Naja das erste was du machen solltest ist einfach mal Bewerbungen schreiben und gucken was du so für Antworten erhaltest. Ich hatte mich auch für Ausbildungen und da war teilweise bei 20/21 Jahren die Alterhöchstgrenze.

Trotzdem gibt es immer Chancen, wenn du nur genug gute Bewerbungen schreibst. Was hattest du denn vorher alles schon studiert und woran ist es dann vermutlich gescheitert?

Wenn du nicht mehr studieren möchtest, gibt es es außer einer Ausbildung kaum eine Möglichkeit. Ich kenne zumindest keine gute Alternative.

Das erste wonach gefragt wird, ist sicherlich warum du 3 verschiedene Studiengänge angefangen und dann abgebrochen hast. Darauf bräcuhtest du dann schon ne ziemlich gute Begründung.
 
Ich hab 2006 mit Maschinenbau angefangen.
Ich war damals recht unmotiviert und als ich keine Erfolge hatte und die Mathe Prüfung versiebt hab, habe ich abgebrochen.
Dann hab ich gesagt ich will etwas ohne Mathe Machen und hab mit Englisch und Geschichte angefangen, weil ich da gut in der Schule war.
Leider war das Studium inhaltlich so uninteressant, dass ich auch dort schnell nicht mehr mitgekommen bin. Deshalb hab ich kein BAFÖG mehr bekommen und binn dann jahrelang nur noch Arbeiten gegangen.
Zum schluss hab ich gesagt, ich versuche es nochmal in Machinenbau, weil ich damals einfach falsch an die sache herangegangen bin, aber das hat sich auch als dumme Idee herausgestellt, weil ich auch hier eigentlich nur zur arbeit gegangen bin und für das studium nicht genug Zeit hatte.
Das Dumme ist dass ich an meiner jetzigen Situation selbst schuld bin und ich weiß einfach nicht, wie ich das anstellen kann, dass ein potenzieller Arbeitgeber in mir keine Null sieht.
 
Du hast offensichtlich ein Problem mit deinen Prioritäten (arbeiten statt studieren) und deiner Motivation.

Was interessiert dich denn überhaupt für ein Beruf? Damit meine ich nicht, worin du gut bist oder dich damit beschäftigst, sondern wo echtes Interesse und Spaß an der Sache da ist. Immerhin wirst du dann knapp 40 Jahre darin arbeiten müssen.

Ein IT-Systemkaufmann ist in erster Linie ein Kaufmann. Hast du denn überhaupt Interesse an BWL & Co.?
 
@e-Laurin
Ich habe interesse an Computern im Allgemeinen. Ausserdem macht es mir Spaß, Kunden bezüglich der passenden Hard- und Software zu beraten.
Dabei versuche ich auf die bedürfnisse der Kunden einzugehen und eine Lösung zu finden, die sowohl den Kunden als auch meinen Chef zufriedenstellt. Das ist in etwa was ich zur Zeit in meinem Job mache.
Natürlich ist mir bewusst, dass man als IT- Systemkaufmann wesentlich komplexere Problemstellungen hat, als zu entscheiden, ob es sich noch lohnt, auf einem alten PC noch windows 7 zu installieren oder ob es wirtschaftlicher ist, einen neuen Rechner zu kaufen, als dem alten PC noch einen Riegel Arbeitsspeicher zu spendieren.
Aber es gibt eben viele Elemente in dem Beruf, die mir zusagen.
-Zum Einen ist da der Kontakt zum Kunden, der ja anständig beraten werden will.
-Der Bertuf ist abwechslungsreich, weil eben jeder Kunde andere Anforderungen an seine IT hat.
-Man arbeitet mit anderen Menschen zusammen
-Es gibt die Möglichlkeit sich selbständig zu machen

Ich bin nicht mehr so naiv zu galuben dass es Jobs gibt, die immer nur Spass machen.
Auch muss ich zugeben, dass ich noch wenig erfahrungen mit Netzwerken habe und dass ich mich mit BWL und Buchhaltung nie wirklich beschäftigt habe.
Ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, ob ich das schaffen kann.
Bisher war alles was ich gemacht hab ein Reinfall aber irgendwas muss ich schließlich machen, denn so wie jetzt geht es einfach nicht weiter.
Ein Studium ist nichts für mich, das hab ich endlich begriffen aber einen Monotonen idiotenjob an einer Lauten Maschine mit immer den gleichen Abläufen will ich auch nicht mehr.
Das hatte ich 3 Jahre lang und es hat mir wirklich nicht gutgetan.
Ich weiß nicht was in meiner Situation das Beste ist, aber ohne Ausbildung ist es definitiv am schlechtesten.
Ich könnte mir gut vorstellen, eine Tätigkeit auszuüben, die mit Handel, Marketing und Vertrieb zu tun hat.
Da ich viel Erfahrung mit Computern habe, ist mein Blick eben auf die Ausbildung zum IT- Systemkaufmann gefallen.
Aber mir dämmert es schon, dass ich selbst bei einer Deutschlandweiten Bewerbung keine guten Karten haben werde.
 
Deiner Beschreibung nach klingt IT-Systemkaufmann schon ganz passend. Aber stelle dich darauf ein, dass du manchmal nur stundenlang Zahlen in Excel wälzen wirst.
Als Alternative wäre eventuell noch der Fachinformatiker für Systemintegration etwas für dich. Da geht es dann weniger um BWL und mehr um Computer.


Bisher war alles was ich gemacht hab ein Reinfall aber irgendwas muss ich schließlich machen, denn so wie jetzt geht es einfach nicht weiter.
Dass du das erkannt hast, ist schon die halbe Miete. :)


Aber mir dämmert es schon, dass ich selbst bei einer Deutschlandweiten Bewerbung keine guten Karten haben werde.
Nicht gleich aufgeben! Es ist ja nicht so, dass du in einem Alter bist, in dem du die nächste Woche vielleicht schon tot umfällst. Wenn du das deinem zukünftigen Chef verklickern kannst, dann hast du beinah schon einen Job.

Btw, du hast geschrieben, dass du diverse Aushilfsjobs angenommen hast. Kannst du denn nicht da mal mit einem der Leute reden, ob sie dich vielleicht in eine Ausbildung nehmen und falls das glatt geht, hinterher auch Vollzeit einstellen? Ich meine, du kennst sie und sie kennen dich.
 
@e-Laurin
Danke nochmal für die aufbauenden Worte.
Ich glaube dass die bishereigen Jobs, die ich hatte, mir nicht sonderlich viel weiterhelfen werden.
Das Waren immer nur körperliche Arbeiten.
Zuerst nur in Zeitarbeitsfirmen (Umzüge, Malerarbeiten, Ladenbau, Müllabfuhr)
Danach dann für 3 Jahre Akkordarbeit in einer Produktionsfirma für Seile.
Mit Computern arbeite ich eigentlich erst seit 2 Monaten beruflich.
Allerdings darf mein Chef nur einen Azubi haben und der lernt auf IT-System- Elektroniker und muss noch ein Jahr machen.
Er hat auch nur die Möglichkeit mich in Teilzeit zu beschäftigen, denn ausser mir gibt es noch 4 andere Studenten.
Unser Focus liegt auch mehr auf Reparaturen und Wartungsarbeiten.
Ob mein Chef irgendwelche Kontakte hat, wo er mir eventuell mal einen Praktikumsplatz oder ein Gespräch mit einem Entscheidungsträger besorgen könnte, weiß ich allerdings nicht.
Ich werde ihn aber einmal darauf ansprechen.
Wenn ich so darüber nachdenke, sehe ich in einer Praktikumsstelle die größten Möglichkeiten, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, weil ich dort die Möglichkeit hätte, meine Fähigkeiten und meine Motivation unter Beweis zu stellen und eventuelle Bedenken wegen meiner bisherigen "Leistungen" aus dem Weg zu räumen.
Ich werde mich wohl für beides bewerben.
Ausserdem bin ich mal gespannt, was mir das Arbeitsamt noch für Möglihckeiten aufzeigt.
Auch wenn ich meine Erwartungen wohl lieber nicht zu hoch Schrauben sollte.
 
Es gibt die Möglichkeit Umschulungen (das geht auch ohne zuvor einen Beruf gehabt zu haben) über die Arbeitsagentur zu machen, entweder bei einem Bildungsträger oder ganz normal bei einem Betrieb mit Umschulungsvertrag.

Aber da kann die Agentur weiterhelfen.

Ansonsten steht es einem natürlich offen sich ganz normal zu bewerben, eine Altersgrenze gibt es offiziel nicht. Ob einen dann die Ausbildungsvergütung reicht is eine andere Sache..
 
Wäre so eine Umschulung denn gleichwertig mit einer Berufsausbildung?
Was die Ausbildungsvergütung angeht so kann man ja Notfalls noch Ausbildungsbeihilfe beantragen.
Ausserdem sind Lernjahre ja bekanntlich keine Herrenjahre.
Ich denke je nach Wohnort sollten 550-700 € zum Überleben reichen.
Wenn ich für die Arbeit ein Auto brauche, dann wird es natürlich etwas mehr.
Ich denke aber dass ich recht anspruchslos bin und wenn das Geld knapp ist, muss man eben etwas sparsamer leben.
Daran sollte es bei mir nicht scheitern.
 
Das Alter selbst dürfte für viele Firmen kein Problem sein. Ich habe meine Ausbildung zum FIAE nach erfolglosem Studium auch erst recht spät angefangen (war 26) und in meiner Berufsschulklasse saßen eine ganze Menge abgebrochener Studenten. Der Klassenälteste war 33.

Bei mir in der Firma haben wir für weitere FIAE Azubis sogar recht gern nach älteren Bewerbern geschaut weil diese einerseits etwas mehr Lebenserfahrung haben und andererseits eher nicht mehr auf die Idee kommen nach der Ausbildung noch studieren zu wollen, man sie also recht sicher übernehmen kann.

Was ich nur auf jeden Fall vermeiden würde ist eine rein schulische Ausbildung/Umschulung. Ausbildungen ohne betrieblichen Teil sind nicht sonderlich hoch angesehen. Bewirb dich einfach bei passenden Betrieben, mit Abitur ist es normalerweise auch kein Problem die Ausbildung zu verkürzen (habe selbst nur 2,5 Jahre anstatt der vollen 3 Jahre gemacht).
 
M.T.Nut schrieb:
Aber mir dämmert es schon, dass ich selbst bei einer Deutschlandweiten Bewerbung keine guten Karten haben werde.
Moin moin... Also ich habe IT-Sk gelernt und hatte in meiner Klasse eine "junge Dame" die 33 Jahre jung war, als sie ihre Ausbildung angefangen hatte. Dazu kommt, dass sie diese nicht einfach in irgend einem kleine IT Unternehmen begonnen hatte, sondern im öffentlichen Dienst. Wo genau, kann ich jetzt allerdings nicht mehr sagen. Könnte Gemeinde, Kirche oder so etwas gewesen sein.

Mittlerweile ist sie immer noch in der IT Tätig und kann sich nicht beschweren.

Also würde ich jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, nur weil schon die 30 erreicht wurde. Ich bin auch 30 und bin nun an einem Punkt angelangt, wo ich mich Frage, wie ich mich am besten weiter bilde. Studium (dürfte aber für mich finanziell zu schwierig werden) oder Zertifikate etc. aber dafür werde ich für mich dann auch noch mal ein Thema erstellen.

Schreib also einfach mal ein paar Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz und schau was dabei herauskommt :)
Gruß, Domi
 
Wäre so eine Umschulung denn gleichwertig mit einer Berufsausbildung?

Das kommt drauf an ob bei einem Bildungsträger (mit Praktika) oder bei einem Betrieb mit Umschulungsvertrag.

Was aber für eine normale Ausbildung und einen Umschulung im Betrieb gilt:

Je nach Beruf und Region ist es eine ganz ähm spezielle Erfahrung in der Berufsschule zu sein. Ich war bei meiner zweiten Ausbildung 25 und eigentlich alle waren 9 bis 10 Jahre jünger. Hat einiges an Nerven gekostet und die Lehrer wußten oft auch nicht wie sie mit so alten Schülern umgehen sollten.
Lustig waren dann im 3. Jahr Referendare die jünger als ich waren und ein Lehrer für den praktischen Teil der über die Meisterebene Fachlehrer geworden ist, mit dem ich selbst noch auf der Realschule war.

Aber da du Abitur hast, hast du den Vorteil das die nervigen Fächer, wie Deutsch, Sport und Religion abwählen kannst.



Und das mit dem Geld würde ich nicht unterschätzen. Ich hatte nicht die Möglichkeit was zu beantragen.
 
Möglichkeiten gibt es immer, ich fühle mich ehrlich gesagt auch zu alt für eine Ausbildung.
Ich habe mit einem fast 4er Real Durchschnitt eine Ausbildungsstelle im Hafen erhalten.
Der Personaler hat mich gefragt warum ich solche Noten erreicht habe, ich habe alles auf die Lehrer geschoben. Am Ende hatte ich den Ausbildungsplatz trotzdem.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja nach den gefühlten 10 Berufen die du schon machen wolltest oder konntest oder nicht konntest weil der weg zu weit war oder es keine Esspausen gab usw.

Das kann man wohl kaum mit dem TE vergleichen.
 
Ein Mitschlüer von mir war zu Beginn der Ausbildung (in seinem Falle Umschulung) 36 Jahre alt. Dank seinem Abitur konnte er die Ausbildung verkürzen und seine "Umschulungsvergütung" war um einiges höher als die durchschnittlichen Ausbildungsvergütungen in der Klasse, da sein Chef, zu seiner vom Amt bezahlten Vergütung, noch zusätzlich etwas beigesteuert hat.

Also wenn du diesen Termin beim Amt hast solltest du wohl wohl das Thema Umschulung besonders hervorheben.

Viel Erfolg!!!

Gruß
 
Zurück
Oben