@Winterr
Solche Threads tauchen hier im Forum glücklicherweise nur sporadisch, in den letzten Monaten aber dennoch zu häufig auf. Ein IT-Wettrüsten zwischen einem Elternteil und einem Kind ist aber der gänzlich falsche Weg. Es ist eine Frage der Erziehung, sich mit Kindern über das Internet und eben auch ungeeignete Inhalte auseinanderzusetzen. Überwachung ist der vollkommen falsche Ansatz.
Nur mal so nebenbei: Die "Gegenseite" meldet sich hier auch regelmäßig und diese Threads verlaufen ganz ähnlich, weil wir auch keinem Kind zeigen wollen, wie man Maßnahmen der Eltern umgeht. Das ist eine Frage der Seriösität. Aber auch in diesen Threads wird stets erwähnt, dass man nur lösungsbezogene Antworten wünscht und keine Moralapostel. So sehr du dir kritische Stimmen verbittest und nur Lösungen erwartest, solltest du daran denken wie der Thread dann verlaufen würde, wenn sich
dein Kind hier meldet. Sollen wir dann ebenso kommentarlos helfen, deine Überwachungsmaßnahmen auszuhebeln, wie du es hier von uns forderst? Ich denke nicht... Man sollte immer beide Seiten der Medaille betrachten...
Zwar empfinde ich die Kommentare hier, die teilweise davon sprechen, dass man heute jeden Kontakt mit den Eltern abbräche, wenn diese sowas getan hätten, als unpassend und deutlich überzogen, aber die Grundhaltung zieht sich durch den gesamten Thread: Sowas stellt einen Vertrauensbruch dar und hat rein gar nichts mit Kindererziehung zu tun. Das ist gleichbedeutend damit, dass man ein Kind physisch verfolgt, wenn es sich mit einem Kumpel bei Media Markt - die beiden könnten ja was klauen und da muss der Papa natürlich ein Regal weiter stehen und den Sohnemann beobachten.. Machst du doch auch nicht, oder? Hoffe ich zumindest....
Allein die Tatsache, dass du das offensichtlich auch
geheim tun willst, spricht Bände. Hier sollte ein klärendes Gespräch mit deutlichen Worten wesentlich sinnvoller sein als verdeckte Maßnahmen, die zudem mit Schulhofwissen zu umgehen sind. Beispiel? VPNs sind heutzutage in aller Munde, auch bei der Jugend. Man kann ein Dutzend Proxies bauen, aber sobald Töchterchen/Sohnemann ein VPN nutzt, kann man maximal erkennen, dass es sich eben um ein VPN handelt, von den Inhalten sieht man rein gar nichts, weil die separat verschlüsselt sind. Klar, man kann jetzt auch noch mittels DPI VPNs erkennen und diese in der Firewall blocken, aber dann nimmt man eben das Handy als Hotspot und los geht's.
Sprich mit deinem Kind, auf Augenhöhe, und stelle in deutlichen Worten klar, dass es Dinge gibt, die toleriert werden und solche, die es nicht werden. Erkläre dem Kind, dass es im Internet Inhalte gibt, die nicht für dessen Augen bestimmt sind. Ich habe mit meinem Neffen (11) vor kurzem ein ähnliches Gespräch geführt, weil auf dem Schulhof Videos kursiert sind, die nicht für Kinder geeignet waren. Im Gegensatz zu dir
vertraue ich meinem Neffen, dass er nach diesem Gespräch erkennt ob das Video, das er eventuell mal von seinem Kumpel per Whatsapp bekommt "gut oder böse" ist und entsprechend handelt.
Es steht dir natürlich frei, dir woanders Hilfe zu suchen, in einem anderen Forum oder auch durch eigene Recherche. Ich hoffe aber inständig, dass du deinen eingeschlagenen Weg nochmal überdenkst und es dir zu Herzen nimmst, dass dir hier soviel Entrüstung entgegenkommt. Es wäre in der Tat schade und käme purer moralischer Resignation deinerseits gleich, wenn du deinen Plan in die Tat umsetzt.