NAS vs Custom

DrBench

Newbie
Registriert
Okt. 2018
Beiträge
1
Hallo Leute,

ich möchte einen NAS für private Backups kaufen und in ein neues Netzwerk einbinden. Für Backups ist RAID 5/6 eigentlich Pflicht, alles andere ist aus meiner Sicht grob fahrlässig.

Schaue ich mir die vorhanden NAS (ohne HDD) an, so sind Preis von 400 bis 600 Euro bei QNAP oder anderen im Einstiegsbereich marktüblich.

Baue ich mir meine eigene Lösung, habe ich mit ca. 550-650€ zu rechnen, aber dafür besitze ich die neuste Hardware sowie keine der bekannten Sicherheitslücken (ARM war meines Wissens betroffen).

Beispiel:
_____
AMD Ryzen 200GE - 55€
Mainboard - 110 €
4GB RAM - 35 €
Case + Netzteil: 90 €
4 x HDD a 70€: 280€
optional: 10G Netzwerkkarte für ca. 100 bis 150 €
-----
Gesamt ohne HDD: 290 €
Gesamt mit HDDs: 570 €
-----
Da Linuxdistros kein Geld kosten und ich den NAS nur 2-3 Mal pro Woche benötigen werde, fehlt mir irgendwie die Einsicht, wieso ich ein NAS brauchen könnte.

Mache ich einen Denkfehler? Kann ein NAS etwas, was ein Selbstbau-PC nicht kann?
 
DrBench schrieb:
Mache ich einen Denkfehler? Kann ein NAS etwas, was ein Selbstbau-PC nicht kann?

Sie kosten deutlich weniger Arbeits und Lebenszeit. Und ein Raid ist kein Backup, ersetzt kein Backup usw. Eine Backupstrategie brauchst Du zudem auch noch, zwingend.
 
@BlubbsDE Ich lese das so, dass das NAS in seinem Fall nur Backup-Target ist und nicht zentrale Datenablage. Ist dann zwar vermutlich immer noch nicht räumlich vernünftig getrennt aber das muss der TE entscheiden ob er das Risiko eingeht.

@DrBench Wenn du dich mit Linux und dort mit den Themen Raid als auch Dateifreigabe (NFS oder SMB) auskennst und das Teil nur Backupziel spielen soll, spielt nichts bis wenig gegen Selbstbau. Du musst halt selbst dich um Updates etc kümmern und für 90€ werden Gehäuse + Netzteil nicht die leisesten sein aber wer weiß wo du es hin stellen willst. Aber: Wirklich Geld sparst du damit nicht.. Eine Synology DS418J gibt es ohne Disks ab 280-290 € und es ist "fertig" inkl. OS. Disks rein, starten, Einrichtung durch klicken, fertig. Weniger initialer Aufwand und weniger Stromverbrauch im Betrieb.
 
Zuletzt bearbeitet:
DrBench schrieb:
ich möchte einen NAS für private Backups kaufen und in ein neues Netzwerk einbinden. Für Backups ist RAID 5/6 eigentlich Pflicht, alles andere ist aus meiner Sicht grob fahrlässig.
Grob fahrlässig ist es, seine Backups auf einem Gerät lagern zu wollen, dass jederzeit von Überspannungsschäden, HW-Ausfall bedroht ist - zudem nur in 1maliger Form vorliegt. Und RAID ist KEIN Backup u. macht derartige Backups auch kein bischen "sicherer".

Der Denkfehler ist, m.E., dass Du einen Server möchtest, aber deine Daten grundsätzlich "streust", den Server selbst als reine Backuplösung integrieren willst. Halte ich für wenig zielführend.

Zentralisiere deine Daten auf einem NAS/Eigenbau u. starte dort mit deiner Backup-Strategie - somit vereinfachst Du die Datenkonsistenz u. auch das Backupprozedere selbst. Natürlich kann eine Clientsicherung zusätzlich auf dem NAS gelagert u. mitgesichert werden.

Ob Kauf oder Eigenbau - es kommt auf die Prämisse an.
Kauf-NAS serviert quasi speisefertig mit geringem Zeitaufwand Lösungen - die Serviceleistung in SW-Pflege u. den Komfort zahlst du bei Anschaffung mit.

Eigenbau liefert wesentlich mehr Leistung u. Möglichkeiten zum gleichen oder geringügig niedrigeren Preis - dafür muss man halt selbst Hand anlegen, unterliegt aber nicht den Einschränkungen eines Fertig-NAS.

Bezüglich der angeblich "sparsameren" Kauf-NAS - das trifft idR nur bei den "lahmen" Einsteigerversionen zu; leistungsfähigere Kauf-NAS (Intel-CPUs) liegen hier schon in einem Bereich, den man auch mit DIY-Lösung erreichen kann. Nicht zu vergessen - die Platten brauch hier oder dort gleich viel Strom u. jede Platte mehr erhöht den Verbrauch.
 
Hat man Schwierigkeiten, einen Eigenbau zu rechtfertigen, ist die Antwort klar: Fertig-NAS

Man muss sich also selbst die Frage beantworten können was der Eigenbau denn nu mehr oder besser können soll als zB ein Synology.

Ein Selbstbau-NAS kommt eigentlich nur dann in Frage, wenn man explizite Anforderungen an das NAS hat, die ein Gerät von der Stange nicht erfüllen kann bzw. nur von den semiprofessionellen Topmodellen zu einem zT beachtlichen Preis erfüllt werden. Sei es ganz banal die Anzahl der Plattenslots oder aber rohe CPU-Leistung, um zB ein aufwändiges VM-Setup zu fahren oder oder oder.

Ich behaupte einfach mal, dass 2/3 der Leute hier im Forum ihren Eigenbau nur haben, "weil sie es können" - inkl meiner Wenigkeit. Das letzte Drittel hat hingegen tatsächlich handfeste Gründe, die sie sich aber nicht erst von anderen Forennutzern aufzählen lassen müssen, sondern sich von selbst aus den individuellen Anforderungen ergeben ;)

An deiner Stelle würde ich meine persönlichen Anforderungen auf einen Zettel schreiben. Mach 3 Kategorien: Muss, Nice to have und NoGo.. Das könnte zB 4 Platten (muss), 10 Gbit/s (nice to have) und ARM (nogo) sein. Das vergleichst du anschließend mit einigen Fertig-Modellen. Wenn die Pflichtpunkte erfüllt werden, schaust du inwiefern du bei Nice to have Kompromisse machen kannst/musst. Findet sich kein passendes Modell, musst du deinen Eigenbau am Ende selbst rechtfertigen können - oder eben nicht.

Im übrigen gibt es auch gute NAS-Betriebssysteme, die der Bedienung eines Fertig-NAS paroli bieten können. Nur der Initialaufwand, die Zusammenstellung, der Bau, die OS-Auswahl sowie die Installation unterscheiden sich. Im laufenden Betrieb lassen sich Eigenbau- und Fertig-NAS vergleichbar bedienen. Im worst case wird man den Eigenbau aber gleich mehrmals neuinstallieren, weil es ja soviele Betriebssysteme gibt :)
Kleiner Tip: Vorher die Systeme als VMs testen, weil man dann auch mehr oder weniger direkt vergleichen kann. Ist handlicher als das NAS 5x komplett neu zu installieren, um am Ende doch wieder beim 1. OS zu landen :lol:
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben