NDR Bericht über Speichermedien und den Verfall unserer Gesellschaft

Mr.Zweig

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moin!

hat einer den bericht gesehen? der lief so vor zwei wochen abends auf ndr! es ging
darum, dass wir unser leben auf datenrägern speichern die in 20 jahren nicht mehr lesbar sein werden. das wir in einer wichtigen zeit leben, die sehr schnelllebig ist und
wir garnicht begreifen wie wichtig es ist persönliche daten und dokumente richtig zu
archivieren. wir vertrauen also unser leben maschienen an die wir in 20 jahren gar nicht mehr nutzen. unsere geschichte zerfällt also in den analen unserer platten...
oder wer hat alles noch ein 5.1/4 zoll dikettenlaufwerk?

denkt mal darüber nach und schreibt eure meinung...
 
Erstmal vertraue ich der Maschine PC zZt. nicht mein Leben an.
Wer Seine Geschichte in den Annalen (wie Du es geschrieben hast, hat es im wahrsten Sinne des Wortes einen anrüchigen Charakter) einer Festplatte sieht, ist einfach bescheuert.

Ansonsten sieht man hier die Kurzlebigkeit unserer Zeit.:D

Gruß

Elessar
 
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@Elessar
ich denke du hast die sendung überhaupt nicht gesehen... :rolleyes:

das ganze ist nach wie vor ein wichtiges problem. es gibt jetzt schon bücher die nur noch in elektronischer form erhältlich sind. immer mehr werden auch filme und photos auf digitalen medien oder zumindest (opto-) magnetische medien gespeichert. das alles wird man in spätestens 200 jahren nicht mehr lesen können. aber in der sendung wurde ja auch die ultimative speichermaschine vorgestellt, die daten reversibel in unterschiedlichen strukturbreiten auf keramik-scheiben "meißeln" kann. ob das die lösung ist!?

es ist ja jetzt schon nicht mehr möglich computerspiele von vor 20 jahren authentisch wiederzubeleben, weil die hardware nicht mehr verfügbar ist, und wenn wird diese in weiteren 20 jahren auch nicht mehr funktionieren.
 
hier sollte man auch unterscheiden zwischen programmen und daten. und wenn man will, dann kann man die einsen und nullen in neue digitale speichermedien übertragen. wenn man dazu noch speichert, wie man diese daten dekodiert, kann man dann sogar später noch etwas damit anfangen.

wenn man also will und sich kümmert, dann geht das alles. wenn nicht, pech gehabt.
 
aber das problembewusstsein dafür gibts noch fast gar nicht. unterschiede zwischen programmen und daten gibts auch nicht wirklich.
 
Du hattest Recht, ich habe die Sendung nicht gesehen, sorry.

Doch das optische oder magnetische Speichermedien nur eine begrenzte Haltbarkeit haben, ist ein alter Hut.

Ich sehe das ähnlich wie weird:
Wirklich wichtige Daten werden dann wohl vorher auf neuen Medien gespeichert .
Mit E-Books kenne ich mich nicht aus und werde mir soetwas auch nicht kaufen.

Mit dem Nichtvorhandensein des Problembewußtseins im privatem und wohl auch im geschäftlichen Bereich liegst Du bestimmt in großen Teilen richtig.

Selbst ich hab es gerade noch geschafft, mein HochzeitsVHSvideo auf DVD zu bannen.

Danach auf Blue ray, wer weiß...

Gruß

Elessar
 
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um noch mal auf den unterschied zwischen daten und programmen zurückzukommen, ein beispiel dafür hast du ja selbst geliefert, mit den spielen von vor 20 jahren. ein problem ist es nämlich genau dann, wenn teile von software in hardware realisiert (schaltwerke, schaltnetze usw) sind, die nirgendwo mehr dokumentiert auffindbar ist. denn dann weiß man nicht mehr, was die hardware mit den einsen und nullen des programms gemacht hat, sodass diese nur noch datenmüll sind (= nicht mehr verwertbar).
programme sind leider nun mal mehr hardware-abhängig als reine (zu verarbeitende) daten. wenn du zb ein programm für eine bestimmte systemarchitektur/umgebung kompiliert hast, aber niemand weiß mehr etwas über diese umgebung, dann kannst du die exe prinzipiell auch in die tonne treten.
 
das schon, aber ob in 100 jahren noch jemand weiß wie man en jpg dekomprimiert, oder ein mp3!? da hast du dann das selbe problem.
bei den programmen meinte ich auch eher dass heute die passenden spielautomaten nicht mehr vorhanden sind. die heutigen monitore sind ja wesentlich schärfer vom bild her, und da hat man dann das problem dass die grobe auflösung nicht so schön verschwommen rüber kommt wie auf den alten röhren in den automaten. die alten spiele gibts ja fast auch alle als pc-version. aber es ist einfach nicht das selbe...
 
für solche offenen standards gibt es dokumentationen, die wahrscheinlich auch dann noch existieren werden. bei etablierten formaten, wie die von dir angeführten, wird wohl eh nicht so das problem sein. zb ist ascii auch schon relativ alt, trotzdem noch gebräuchlich...aber dazu hab ich schon was geschrieben.

kümmern muss man sich schon, sonst geht es nicht. wenn keiner mehr mit englisch etwas anfangen könnte, dann wäre es mit allen englischen büchern genauso, wie in dem beschriebenen szenario. im prinzip ist das ein reines kommunikationsproblem.
 
auf der einen seite ein kommunikationsproblem, aber eben auch noch das informations-verfalls problem der magnetischen speicher...
wenn man mal in größeren zeitdekaden denkt wird das ganze immer heftiger. bücher von vor 1000 jahren kann man heute noch lesen, aber welches aktuelle medium kann man nach so einer langen zeit noch lesen? bei fast allen ist doch nach spätestens 20 jahren nix mehr von den infos übrig. selbst wenn die daten noch lesbar wären, hätten wir das interpretation-problem. es ist aber schon unwahrscheinlich genug dass die daten an sich überhaupt noch wiederherstellbar sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Original erstellt von Green Mamba
aber das problembewusstsein dafür gibts noch fast gar nicht.

Das Problem wird sicherlich schon erkannt. Ich mache mir bsw. auch so meine Gedanken darüber, was ich mit all den Daten machen soll, die meine Firma 10 - 30 Jahre aufheben MUSS. Eine Microfilmstation ist mir leider zu teuer. Auch weiß ich nicht, ob in 10 Jahren die Computer noch mein Warenwirtschaftsprogramm lesen können. Was nutzt es mir da die Daten noch zu haben, aber die Computer die auch damit umgehen können existieren nur noch im Siemens-Nixdorf Museum. CD/DVD-Medien bieten zu wenig Sicherheit zum Speichern von Daten die man 20-30 Jahre braucht. Was nun Herr Eichel?
 
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