Neuer Job - Lektüre gesucht

el.com

Lieutenant
🎅Rätsel-Elite ’25
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Okt. 2008
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792
Hallo Volk :)

nächsten Monat werde ich einen neuen Job antreten. Tätigkeitsgebiet wird Serveradministration sein - allerdings in Bereichen mit denen ich bisher noch nicht gearbeitet habe. Eigentlich habe ich immer nur mit Windows-Systemen zu tun gehabt und mache mit Schwerpunkt auf diesem Gebiet (aber nicht ausschließlich) seit einigen Jahren 1st-Level-Support.

Ich mache das Thema hier auf, da es überwiegend um die Administration von Oracle Solaris und RedHat Servern geht, sowie Firewall und NetApp.

Meine Unix-Kenntnisse sind bisher als bescheiden anzusehen, d.h. ich habe hier und da mal einige virtuelle Clients mit verschiedenen Linux-Derivaten aufgesetzt und damit rumgebastelt. Die Grundkenntnisse sind also da.

Jetzt wollte ich mich natürlich schon mal vorab etwas darüber informieren. Natürlich wird mich mein neuer Arbeitsgeber intensiv einarbeiten und mich vermutlich auch auf einige Schulungen schicken müssen, aber ich würde mich auch gerne so schon mal etwas vorbereiten.

Welche Lektüre könnt ihr für sowas empfehlen? Freie Lektüre im Internet wird natürlich bevorzugt, sofern sie qualitativ ausreichend ist. Auch englischsprachige Lektüre stellt kein Problem dar.

Gruß,
el.com
 
installier dir ein unix/linux OS und les dir zu jedem programm in /usr/bin das manual durch :D
zb. "man vi"
wenn du nicht schon meister der konsole bist, wirst du das später noch oft brauchen.
über grafische oberflächen lässt sich bei unix/linux nämlich kaum was machen bzw. setzen nur beschränkt die möglichkeiten der konsole um.

ist schon das krasse gegenteil zu windows-servern, wo man sich die ganzen einstellungen zusammenklickert und die tastatur kaum braucht.
 
Nur so aus Interesse: Wie kommt es, das die dich für so was einstellen, wenn schon vorher bekannt ist, das Du davon wenig bis gar keine Ahnung hast bisher?

Interessiert mich deswegen, da ich bisher davon ausging, das sich das bewerben da eh nicht lohnt wenn man sich damit nicht auskennt oder nur rudimentär.
 
Mydgard schrieb:
Nur so aus Interesse: Wie kommt es, das die dich für so was einstellen, wenn schon vorher bekannt ist, das Du davon wenig bis gar keine Ahnung hast bisher?

Interessiert mich deswegen, da ich bisher davon ausging, das sich das bewerben da eh nicht lohnt wenn man sich damit nicht auskennt oder nur rudimentär.

Genau das selbe frage ich mich auch grad aben...?
 
DonnyDepp schrieb:
ist schon das krasse gegenteil zu windows-servern, wo man sich die ganzen einstellungen zusammenklickert und die tastatur kaum braucht.

Windows Server gehen ganz klar in dieselbe Richtung wie Unix. Microsoft muss mehr mit der Commandozeile machen, um eine größere Masse in Rechenzentren besser bedienen zu können. Stichwort Cloud und System on Demand.

Der erste Schritt von MS hierzu ist die Powershell. Mit dieser hast du Zugriff auf klassische COM/DCOM, aufs .Net Framework, auf WMI und die ganzen Powershell Commandlets. Das alles ist sehr mächtig.

Der zweite Schritt von MS ist die Server Core Variante. Da gibts schon keine GUI mehr.

Der dritte Schritt von MS ist den Exchange Server nur mit eingeschränkter GUI auszuliefern, so daß man bei MS erstmalig von der Powershell Command Line aus mehr machen kann, als über die GUI.


Du siehst MS geht ebenfalls bei Servern in Richtung Commandline.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Vorteil von Unix ist der Nachteil von Unix... die Anpassungsfähigkeit... wenn die da wirklich mit Unix-Servern arbeiten, heißt das nicht, dass die sich an die Standards von anderen halten... ich würde mich vor allem mit den Eigenheiten der unterschiedlichen Shells (bash, csh, ksh und Co) beschäftigen, dem Kompilieren und der grundsätzlichen Struktur, damit du dich wenigstens halbwegs gezielt durch die Verzeichnisse bewegen kannst... der Rest wird wohl Learning by Doing... :)
 
Deine Firma muss mutig sein wenn sie dich an UNIX-Systeme ranhockt, wenn du noch nie damit gearbeitet hast. Diese Dinger sind nicht wie Windows, wo man mit bisschen rumprobieren was erreicht. Bei UNIX sollte man wirklich wissen was man tut. Das lernt man nicht in paar Wochen.
Ergänzung ()

Rome1981 schrieb:
Der Vorteil von Unix ist der Nachteil von Unix... die Anpassungsfähigkeit... wenn die da wirklich mit Unix-Servern arbeiten, heißt das nicht, dass die sich an die Standards von anderen halten... ich würde mich vor allem mit den Eigenheiten der unterschiedlichen Shells (bash, csh, ksh und Co) beschäftigen, dem Kompilieren und der grundsätzlichen Struktur, damit du dich wenigstens halbwegs gezielt durch die Verzeichnisse bewegen kannst... der Rest wird wohl Learning by Doing... :)

Also ich arbeite schon viele Jahre intensiv mit UNIX-Systemen. Es reicht vollkommen aus sich mit bash auszukennen. Mit csh und ksh habe ich in diesem Zusammenhang noch nie etwas zu tun gehabt. Die werden seeehr selten eingesetzt.

Kompilieren etc brauchst du eigentlich nur wenn du das System manuell modifizieren willst. Für die meisten Programme gibts zum Glück fertige Pakete, die man auch nutzen sollten. Das mit dem selbst Kompilieren ist so ne Sache.. zum einen kann man viel falsch machen, zum anderen muss man sich selbst um Sicherheitspatches etc kümmern, was bei der Unübersichtlichkeit der Opensource-Welt kaum machbar ist.
 
Mydgard schrieb:
Nur so aus Interesse: Wie kommt es, das die dich für so was einstellen, wenn schon vorher bekannt ist, das Du davon wenig bis gar keine Ahnung hast bisher?

Interessiert mich deswegen, da ich bisher davon ausging, das sich das bewerben da eh nicht lohnt wenn man sich damit nicht auskennt oder nur rudimentär.

Sehr berechtigte Frage natürlich ;)
Die wissen darüber grundsätzlich Bescheid. Es ist also nicht so, dass ich denen im Vorstellungsgespräch das blaue vom Himmel vorgelogen habe. Hintergrund ist, dass die Stelle zeitnah besetzt werden musste und auch einer der Admins eine "Empfehlung" für mich ausgesprochen hat. Selbst wenn du dir für sowas einen studierten Informatiker suchst ist das keine Garantie dafür, dass der das alles kann. Laut Aussage des Admins hat er das in den letzten Jahrzehnten mit seinem Kollegen hochgezogen und man wird wahrscheinlich auf dem Arbeitsmarkt nicht so leicht jemanden finden, der die Kombination aus den dort eingesetzten Systemen stabil beherrscht. Es müsste also ohnehin erst mal jemand eingearbeitet werden. Man hat sich also für mich entschieden, da ich aufgrund fehlender Vorkenntnisse natürlich auch günstiger als sagen wir mal ein Diplom-Informatiker bin.

Dass Unix nicht wie Windows ist, ist mir sehr wohl bewusst. Daher frage ich ja auch nach passender Lektüre. Mit meinen zarten 22 Jahren bin ich ja noch lernfähig ;)
 
In vielen Firmen gibts auch Einstellungsstops, so daß freie Positionen nur mit internen Mitarbeitern besetzt werden. Da kommt kaum frisches Blut rein und wenn im Unix Bereich was frei ist, dann nimmt man halt jemanden dem man zutraut sich einzuarbeiten.

Mit mutig sein hat das mal nichts zu tun, bevor nicht die Schulungen gelaufen sind, wird er wahrscheinlich keine Root Rechte bekommen.

Zum Thema shells. Mag sein dass meistens bash genutzt wird, in meiner Firma mit hauptsächlich AIX Servern ist jedoch kornshell standard. Muss man halt von Firma zu Firma schauen.


Meine Empfehlung: In größeren Firmen wirst du um den vi Editor nicht umherkommen. Er ist halt ne gemeinsame Basis, auf die man baut wenn man sicherstellen dass der Editor überall verfügbar ist. vi ist schnell und mächtig. Das wäre ein prima Einstieg.
 
Versuchs mit "Learning by Doing". Im Gegensatz zu Windows wird bei Solaris und Linux Dokumentation mitgeliefert. Man steht somit nie nackig da, wenn man mit der Dokumentation umgehen kann. Das wichtigste ist zu lernen, wo man Doku zu seinem jeweiligen Problem was findet. :)

Ich rate als Einstieg paar FAQs zu lesen (sowas) und evtl. einige Mailinglisten zum Thema mitzulesen, um aktuelle Dinge mitzubekommen.

Kümmere dich erstmal darum, deine Unix-Basiskenntnisse zu verbessern, also den Umgang mit Standardtools wie shell, vi, ssh, skripten usw. Dieses Handwerkszeug hilft dir auf allen Systemen weiter. Bei der eigentlichen Administration der Systeme wirst du zwischen Solaris und Linuxen deutliche Unterschiede sehen. Die Konzepte sind ähnlich, die Umsetzung (was steht wo, Diensteverwaltung, Paketverwaltung, Patches, Plattenaufteilung, ...) unterscheiden sich oft deutlich. Du wirst also oft 2 Varianten erlernen müssen.
 
Ich werde da ja zumindest nicht auf mich allein gestellt sein, denn der Admin, der das seit etlichen Jahren macht ist auch derjenige, der mir den ganzen Kram beibringen wird. Die werden mich schlecht dahin setzen können und sagen: "So, mach mal!"
Aber etwas Vorbereitung ist ja trotzdem nicht schlecht.
 
Erfahrung kann man nicht erlesen, leider.
Man kann Theoretisch so viel machen aber Praxis bleibt Praxis.
Galileo Computing hatte ganz nette Debian "Handbücher".. Generell ist der Rat zu den kleinen O Reilly Büchern aber immer gut!
 
bei den Themen sollte learning-by-doing möglich sein, wird jedoch eine Weile dauern. Etwas ähnliches habe ich als Nebenjob während meines Studiums gemacht. Zu Beginn hatte ich auch keine Ahnung, aber das Risiko für den Arbeitgeber war aufgrund meiner geringen Kosten eher minimal. Außerdem habe ich mich nicht zu dumm angestellt, auch noch irgendwas kaputt zu machen.

Inzwischen merke ich, wie schnell und leicht man doch nicht genutztes (und nicht unbedingt alltagstaugliches) Wissen wieder vergisst. Bin nun Softwareentwickler und muss kaum noch ein Release machen und mich so um die Maschinen kümmern (dafür gibts Operations und die Admins) Gängig Frage: "Wo war denn noch die Konfiguration für X unter Y Linux zu finden?"

(Aber das geht mir unter Windows auch nicht anders - wenn ich beim Kollegen mit Win7 was einstellen darf, wenn er es nicht findet - das ist ja auf der shell einfacher....)
 
Es ist halt die Frage wie ernst die Firma Unix und Linux betreibt. Und ob er an seiner Position bereits Last Level ist, oder im Background noch Systemprogrammierer oder gar Field Engineers der Hersteller im Rücken hat.

Unix und Linux muss man auch getrennt betrachten, gerade wenns um managen von Farmen, Clustern, virtuelle Maschinen geht.
 
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