Also wenn ich hier so einige Kommentare lese …
- eine Dreistigkeit, dass die sich weigern das zurückzuzahlen
- eine Frechheit von Nokia
- dem Steuerzahler das Geld geklaut
- Nokia Konten in Deutschland sperren
- geldgeile Bonzen, die den Hals mit Geld nicht voll bekommen
Man kann die Sache doch auch mal ganz nüchtern betrachten. Nokia war auf der Suche nach einem Standort und hat sich für Bochum interessiert. Bochum und NRW wiederum haben sich für die Ansiedlung von Nokia interessiert. Nun hat man aber nicht den Marktkräften ihren freien Lauf gelassen, sondern ordentlich mit Subventionen nachgeholfen. Wenn überhaupt Steuergelder geklaut wurden, dann seitens der Landesregierung.
Nun hat man die Zahlung der Subventionen an Bedingungen geknüpft. Doch auch hier muss sich die Landesregierung fragen lassen, warum sie keine längere Standortgarantie durchgesetzt hat. Wenn man ein Unternehmen länger als z. B. fünf Jahre binden will, dann sollte man das in den Vertrag schreiben. Das Gegenteil ist geschehen. Die Frist ist abgelaufen und nun beschwert man sich öffentlich darüber, dass man selbst zu blöd war, den Vertrag restriktiver zu gestalten.
Bleibt nur noch die Frage nach den Arbeitsplätzen. Das Land ist der Meinung, es seien nicht genug Stellen geschaffen worden. Nokia ist anderer Meinung. Wenn Nokia laufend seine Zahlen vorgelegt hat, dann wundert es schon, dass sich nicht früher jemand gemeldet hat, um fehlende Stellen anzumahnen. – Vielleicht ist dieses Argument aber auch nur vorgeschoben. Wenn das Land der Meinung ist, dass Stellenzusagen nicht eingehalten worden, dann soll meinetwegen geklagt werden. Aber wenn das Land verlieren sollte, ist die Blamage perfekt.
Und jetzt schaue ich mir noch einmal die Kommentare an, die von Dreistigkeit und Frechheit sprechen, die Konten sperren und Nokia boykottieren wollen. So ein Unsinn.
Das Problem sind doch eher die unterschiedlichen steuerlichen Rahmenbedingungen innerhalb der EU, mit denen Unternehmen versuchen, Standorte gegeneinander auszuspielen. Das ist aber nicht das Problem von Nokia, sondern ein Problem der Politik.
Man kann schlecht Rumänien in die EU aufnehmen und dorthin EU-Fördergelder pumpen, aber sich gleichzeitig darüber beschweren, wenn diese Förderungen Früchte tragen und sich Firmen dort ansiedeln. Woher sollen diese Firmen denn kommen? Die schneidet man sich nicht aus den Rippen, sondern die ziehen aus anderen EU-Ländern ab, um nach Rumänien zu gehen. Und das ist sogar politisch gewollt.
Und noch etwas, ihr kritischen EU-Bürger: Ist es nicht peinlich, nur auf den eigenen Bauchnabel zu schauen und den Verlust von Arbeitsplätzen in Deutschland zu beklagen? Vielleicht denkt auch mal jemand daran, dass in Rumänien Stellen geschaffen werden, zumal dort die Arbeitslosenquote höher ist. Und wenn Nokia seine Handys dort preiswerter produzieren kann, profitieren alle Kunden davon. So funktioniert Marktwirtschaft.