Nvidia 12VHPWR - Ein Erlebnis aus der Praxis

JogDive

Ensign
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12VHPWR - Wer kennt sie nicht, die gebetsmühlenartigen Hinweise diesen Stecker bis zum Klick-Geräusch in die Grafikkarte zu stecken, um potentielle Gefahren zu entgehen. Wer glaubt, dass es damit getan ist, irrt. "To avoid user error" heißt es nicht selten in der Beschreibung in der Umgangsweise mit diesem Steckertyp. So einfach ist das nicht!

Stellen wir den heißen Brei mal zur Seite und kommen zu meiner Beobachtung. Ich hatte eine kleine Mainboard-Umtausch Odyssee hinter mir aufgrund diverser Ungereimtheiten von Fehlerszenarien und Error-Codes. Natürlich wurde auch entsprechend oft das 12VHPWR Kabel gezogen und gesteckt, ein Mainboard-Tausch mit gesteckter Graka ist etwas umständlich .... Die Systembasis läuft mittlerweile so wie ich mir das vorstelle und nun war noch ein äußerst nerviges low budget custom Design einer 4080 Super ein Dorn im Auge. Vergangene Woche entdeckte ich im Netz ein Angebot, wo ich nicht mehr nein sagen konnte - eine ROG Astral 5080 OC im Black Friday Sale. Ich weiß um den geringen Mehrwert wenn man die Basistaktgeschichten miteinander vergleicht, allerdings hat Asus diese Karte mittlerweile für 450W TDP freigegeben und sie ist ein Taktmonster sondergleichen. Aber darum geht es nicht.

Die mir zugesandte Astral-Karte hatte ein Problem mit den Speicherchip-Temps, diese waren abnormal hoch und ein Blick mit der Taschenlampe verriet - im Werk falsch montiert. Allerdings waren die Sensorwerte des 12HPWR-Anschlusses hier völlig OK. Die Astral Karten liefern werksseitig Überwachungsdaten des 12VHPWR-Anschlusses. Ich habe diese Karte direkt umgetauscht bekommen und nun lief alles wie erwartet, mit einem großen ABER.... Während des Auslotens minCoreV zu MaxClocks fiel mir im Monitoring die Werte der Strompins auf. Egal ob Last oder Idle, 2 der 6 Pins wichen erheblich von den anderen Pins ab. Während 4 Pins sehr konstant 4-5A unter Last zogen, dümpelten die 2 übrigen Pins bei 0,8-1,2A herum. Ich habe durch meine Tätigkeiten im RC-Modellbau auch ein bisschen Hintergrund was das bedeutet. Bei diesen filigranen Steckverbindungen ist die thermische Mehrbelastung bei solchen Drifts noch nicht extrem kritisch, aber sie zeigen in welche Richtung das ganze geht. Ab einem gewissen Punkt geht es dann relativ schnell und die Verbindung fängt an zu schmoren. Die 5080 bietet bereits ein solides Potential dafür wenn man in Richtung max. TDP geht. Die erste Karte zeigte hier noch Normwerte, was ist jetzt schon wieder los?!

Ich hatte kürzlich für mein Corsair HX1000i Netzteil ein Premium-Kabelset gekauft und den 12VHPWR-Anschluss nun auf dieses Kabelset umgebaut. Siehe da, alle 6 Pins weichen nur noch in der Nachkommastelle etwas ab! So wie es die erste Astral nur einen Steckzyklus zuvor am alten Kabel auch tat!!!

Was lernt man daraus? Nicht alleinig die Tatsache des richtigen Sitzes dieser Steckverbindung ist maßgeblich, es kommt auch ganz entscheidend darauf an wie oft der Stecker umgesteckt wurde. Mit der Zeit merkte ich hier bereits, dass das alte Kabel viel einfacher auf- und abzustecken war verglichen zu dem neuen Kabel aus dem Corsair-Set. Ich würde sogar mittlerweile sagen, dass dieses Kabel ab einem gewissen Steckzyklus schlicht und ergreifend verschlissen ist. Vermutlich ist es für Eigner solcher Karten ohne diese Sensorik keine schlechte Idee ab einem gewissen Steckzyklus, ich werfe einfach mal die Zahl 10 in den Raum, dieses Kabel auszutauschen. Etwas sicherer wäre vermutlich auch der Wire-Guard von @der8auer zu verwenden. Alles ist günstiger als das Fiasko was daraus entstehen kann.
 
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Ich meine mich zu erinnern, dass der Bauer oder Igor am Anfang als die Probleme aufkamen mal erwähnt hat, dass die Stecker ohnehin nur für ~20 Steckvorgänge ausgelegt sind.

Also der Verschleis ist bekannt und "akzeptiert".

//edit: Via Google was dazu gefunden:
1763379913536.png

(Quelle: https://www.ofzenandcomputing.com/12vhpwr-explained-expert-guide/)
 
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Das wusste ich garnicht. Danke für die Info
 
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Zu dem Thema gab es doch auch schon massig Videos oder?

Also wie stark sich die Werte ändern wenn der Stecker oft verwendet wird. ich glaub Jay, GN...
 
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Dieses Gebilde vom Bauer hat dann aber das gleiche Problem. Nach 20x kann man das dann entsorgen, oder? Ganz davon abgesehen, dass es nicht bei allen Karten verwendbar ist (45° Ausführungen, Nitro+ Varianten usw.).
 
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Eine Sache habe ich ganz vergessen zu erwähnen. Corsair legt den High Power Kabel eine Packung "Contact Grease" bei, eine Art Kontakt Paste für diesen Anschluss. Aber ich hab das Zeug nicht drauf geschmiert, eine kurze Suche ergab auch keinen Treffer wie das sinnvoll zu verwenden wäre.

Ich habe mir bis Dato nie großartige Gedanken um dieses Thema gemacht. Hätte ich nicht zufällig nun eine Karte mit dieser Sensorik, wäre das alte Kabel noch vermutlich ewig verbaut geblieben. Klar kann man nun auch sagen "warum verbaut man so einen Steckertyp?", aber so wich ich hört schließt nun AMD an und wir werden dieses Thema so schnell nicht mehr los.
 
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JogDive schrieb:
Ich würde sogar mittlerweile sagen, dass dieses Kabel ab einem gewissen Steckzyklus schlicht und ergreifend verschlissen ist.
Azghul0815 schrieb:
War es nicht so, manche Stecker auch besser funktionierten nachdem sie Mehrfach gesteckt wurden?

Hier war es sogar das 12VHPWR-Kabel von Corsair.
 
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Wer schon mehrere Karten mit dem selben Kabel gesteckt hat weiß, wie groß die Toleranzen sein müssen. Habe mit dem Kabel was beim FSP mit dabei war drei verschiedene Karten gesteckt. Bei einer war es recht locker, bei einer hat es sich perfekt angefühlt und bei der dritten brauchte man ganz viel Kraft das Ding reinzubekommen. Da "klickt" dann auch nix mehr ^^
 
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Asghan schrieb:
Ich meine mich zu erinnern, dass der Bauer oder Igor am Anfang als die Probleme aufkamen mal erwähnt hat, dass die Stecker ohnehin nur für ~20 Steckvorgänge ausgelegt sind.
Und ich meine mich zu erinnern, dass Igor in einem seiner letzten Artikel / Videos (aus den letzten 2 Monaten) mal erwähnt hat, dass bestimmte Stecker auch "zu gut" im Sinne von zu verwindungssteifen Kontakten sein können und dann ggf. keinen guten Kontakt herstellen.
 
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Warum wird nur auf einen korrekten Sitz hingewiesen, aber nicht auf die Begrenzung der Steckzyklen dieses Kabel-Typs? Ich sehe hier das größere Problempotential. Ich schaue viele HW-News und belese mich gerne, aber diese Info ist völlig an mir vorbei gegangen.
 
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Naja - der PCIe-8-PIN (und der 6-PIN wahrscheinlich genauso) hat in der Spec auch "nur" 30 Zyklen. Klar - der hat idR mehr Sicherheit nach oben - aber das Prinzip ist halt gleich: Die Dinger sind nicht für dauerndes Umstecken gedacht. Ob das jetzt so sein sollte oder nicht ... keine Ahnung. Aber es ist eben so.
 
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JogDive schrieb:
Ich sehe hier das größere Problempotential.
Wie oft steckst du das Kabel neu? Wie oft steckt Otto-Normal das Kabel neu? Und wie "Problematisch" ist das in der Realität. Spezifikationen sind halt das eine - die Realität das andere.

Im Grunde ist das halt nur eine Absicherung für den Hersteller.
 
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djducky schrieb:
dass bestimmte Stecker auch "zu gut" im Sinne von zu verwindungssteifen Kontakten sein können und dann ggf. keinen guten Kontakt herstellen.
Ja, das kann durchaus noch dazukommen.
 
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Child schrieb:
Die Dinger sind nicht für dauerndes Umstecken gedacht. Ob das jetzt so sein sollte oder nicht ... keine Ahnung. Aber es ist eben so.
Kommt häufiger vor als man denkt - die (nicht so) guten alten Stromverbinderstecker für 3,5"- IDE-Festplatten und für optische Laufwerke sind auch nur auf 15-20 Steckvorgänge spezifiziert...
 
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@Araska: Hast Du da mal ein Datenblatt zu? Bei Molex selbst kenne ich keine Spezifikation der Anzahl der Steckzyklen beim klassischen Molex 4Pin.
 
JogDive schrieb:
Bei diesen filigranen Steckverbindungen ist die thermische Mehrbelastung bei solchen Drifts noch nicht extrem kritisch, aber sie zeigen in welche Richtung das ganze geht.
Da bist du noch recht weit vom kritischen Bereich entfernt. Hättest du das Kabel an einer 5090 genutzt, dann hätte es potentiell zu einem Schmelzfall führen können. Die Frage ist, ob das Kabel schon von Anfang an diese Ungleichmäßigkeit in den Widerständen aufgewiesen hat oder ob ein weiteres Neu-Einstecken das wieder korrigiert hätte. Staub, Plastikteile, irgendwelcher Abrieb etc. können da schon mal zwischenliegen.
JogDive schrieb:
Ich hatte kürzlich für mein Corsair HX1000i Netzteil ein Premium-Kabelset gekauft und den 12VHPWR-Anschluss nun auf dieses Kabelset umgebaut.
Warum baut man einen 12VHPWR Anschluss um? Oder redest du vom 12V2x6?
JogDive schrieb:
Siehe da, alle 6 Pins weichen nur noch in der Nachkommastelle etwas ab! So wie es die erste Astral nur einen Steckzyklus zuvor am alten Kabel auch tat!!!
Das hat nur bedingt was mit den Steckzyklen zu tun. Man kann auch 100x oder 1000x aus und einstecken, das hat nicht unbedingt viel zu bedeuten, aber je öfter desto schlechter kann man irgendwo schon annehmen.
JogDive schrieb:
Mit der Zeit merkte ich hier bereits, dass das alte Kabel viel einfacher auf- und abzustecken war verglichen zu dem neuen Kabel aus dem Corsair-Set.
Ja, ist ja auch das 12V2x6, die sind einfach besser kontaktiert.
JogDive schrieb:
Vermutlich ist es für Eigner solcher Karten ohne diese Sensorik keine schlechte Idee ab einem gewissen Steckzyklus, ich werfe einfach mal die Zahl 10 in den Raum, dieses Kabel auszutauschen.
Ich würde mal die Zahl 200 in den Raum werfen.
 
Quidproquo77 schrieb:
Die Frage ist, ob das Kabel schon von Anfang an diese Ungleichmäßigkeit in den Widerständen aufgewiesen hat
Nein. Bei der ersten Astral waren die Messwerte ok - bei der zweiten nicht mehr. Spekulation: Da es mit einem frischen Kabel dann iO war, hätte wohl aus-&einstecken zumindest einen Unterschied gemacht.
 
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