Tomislav2007 schrieb:
Das ist Unsinn, Erbschaftssteuer kann nur gezahlt werden wenn Erbschaften vorhanden sind und eine höhere Erbschaftssteuer würde die Erbschaften nur etwas verringen.
Das schöne am Reich sein ist, dass die Möglichkeiten Steuern zu vermeiden und Geld zu sparen mit dem wachsenden Vermögen steigen. Sie finden auch bei einer höherer Erbschaftssteuer eine Möglichkeit diese zu vermeiden.
Wahrscheinlich zahlst du prozentual sogar mehr Steuern als so mancher Reicher. Stichwort: Elon Musk - der hat z. B. 2018 keine Einkommenssteuer gezahlt.
Die Vorzieheffekte und hohe Unternehmensübertragungen an Minderjährige machen das Dilemma der Firmenprivilegien bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer deutlich. In erheblichem Umfang werden Personen begünstigt, die sich nicht aktiv im Unternehmen engagieren und keine besonderen unternehmerischen Risiken tragen, sondern reine Anteilseigner sind. In vielen Fällen großer Familienunternehmen werden hohe Steuervorteile gewährt, ohne dass die Existenz dieser Firmen unmittelbar bedroht wäre. Diese Vergünstigungen stellen Belastungskonzeption und Legitimation der Erbschaftsteuer deutlich Frage.
Quelle
Fakt ist: Leistungsloses Erben verschärft die absolute Vermögensungleichheit und befeuert somit soziale Ungerechtigkeiten.
In den Jahren 2011-2014 wurden Unternehmen im Wert von 37 Milliarden Euro steuerfrei an Minderjährige übertragen. Und das ganz sicher nicht, weil diese Kinder so fleißig waren. Davon erhielten 90 Kinder im Alter von unter 14 Jahren 29,4 Milliarden Euro, denen jeweils Vermögen von mindestens 20 Millionen Euro übertragen wurden – im Durchschnitt also 327 Millionen Euro pro Kind.
Das ist natürlich ein Problem dem man auf Stammtischniveau mit dem Vorwurf von "Neid" und "Missgunst" begegnen kann.
Stichhaltiger wäre, dass dieses Vermögen in Unternehmen steckt, entsprechend investiert wird und somit Arbeitsplätze sichert oder sogar schafft.
Nun ist es aber so, dass trotz Senkung der Unternehmenssteuer die Investitionsquote niedrig blieb. Was bedeutet das? Das zusätzliche Geld wurde also eben nicht in neue Arbeitsplätze sondern in die Börse und in Immobilien gesteckt.
Und jetzt kommt der Kicker: Die Anlage des (vererbten) Kapitals an der Börse und am Immobilienmarkt sorgt eben nicht für deinen romantischen Gedanken, dass reiche Menschen fleißig und hart für ihr Vermögen arbeiten. Das Kapital wächst dort ziemlich leistungslos weiter an, bleibt in der Familie und hat somit keinen Mehrwert für unsere Gesellschaft.