Oettinger nach Trauerrede politisch noch tragbar?

Am Freitag war eine gute Sendung dazu im Radio.
Da wurde die Rede mal auseinander genommen.
Ansich hat Oettinger nichts falsches gesagt.
Doch vom moralischen Standpunkt aus, hätte er es nicht tun sollen.

Ich glaube, er wollte damit den rechten Flügel der eigenen Partei auf seine Seite bringen.


Tja, ging wohl nach hinten los.
So kann man sich auch sein politisches Grab schaufeln.


Inzwischen hat er sich entschuldigt, so glaube ich.
Er meinte auch, dass er diese Rede jetzt nicht mehr so halten würde.


In meinen Augen sollte er zurücktreten.
Andere Politiker sind schon wegen weniger gegangen (worden).
 
Das was Öttinger da gemacht hat, ist einfach nur dumm. Mehr kann man eigentlich zu seinem Verhalten nicht sagen. Er ist kein Nazi und weder rechtsextrem noch sonstwas. Er wurde nur bei seiner Rede schlecht beraten und hat die Rede wahrscheinlich nicht einmal durchdacht durchgelesen.
Es hätte ihm und Filbingers Nachkommen überhaupt nichts ausgemacht, wenn das Thema Nazizeit in der Trauerrede entweder gar nicht oder doch kritisch angesprochen worden wäre. Und statt jetzt über die Sache "Öttinger bezeichnet Filbinger als Nazi-Gegner" diskutiert wird, redet man lieber über die ganze Sache, die vor 70 Jahren ablief. Da hört man dann immer "Wir hätten damals auch nicht anders gehandelt. Man kann da gar nicht mitreden, wenn man es nicht erlebt hat. Und und und.....". Das ist ja alles richtig, aber nicht das Thema im Moment. Sondern einfach die Dummheit des Ministerpräsidenten von BW. Und vor allem seine Sturheit, ich hätte mich an seiner Stelle sofort nachdem erste Kritik aufkam öffentlich entschuldigt, dass meine Rede falsch aufgenommen wurde und inhaltlich teilweise falsch war. Und damit wäre die Sache vorbei gewesen, aber nein, der kleine Günter zieht es so durch wie ihm das wohl gefällt....

Und die Kritiker von ihm...da muß ich einigen hier recht geben. Viele springen da auf nen Zug auf und bringen sich halt auch noch ins Rampenlicht. Hauptsache "Ich will auch noch draufhauen"...

Und jeder der hier nen Rücktritt verlangt, da muß ich sagen, was ist mir lieber:
Ein Politiker, der immer politisch korrekt ist und ja nichts falsche sagt, aber ne beschissene Politik macht. Oder einer, der eine ganz gute Politik fährt, ein Land ziemlich gut führt, aber nun einmal vollkommen falsch beraten war und einen einfach dummen Fehler gemacht hat ???
 
Wie man sich mit so einem unsinnigen Thema befassen kann versteh ich nicht. Als ob wir keine relevanten Probleme hätten. Scheiss Medienhetzerei und auch noch von vielen angenommen :x. Solange er sein Aufgabengebiet ordentlich ausführt ist es mir völlig egal was die Person privat macht und denkt. (In der Politik sollte mal etwas mehr wirtschaftliches denken her)

So eine Geschichte ist doch nur ein gefundenes Fressen für unsere Medien(hauptsache sie haben irgend einen scheiss zu berichten) und sollte eigentlich keine beachtung finden :(, aber jeder denkt halt etwas anderst ;-)

Es sollte auchmal beachtet werden das es hierbei weniger um das geht was er gesagt hat sondern es ist schlichtweg ein Machtspiel. Nun ist für die Konkurrenz die Chance da den "Thron" zu besetzen. Um was anderes geht es hierbei nicht.

Manchmal komm ich mir vor wie im Steinzeitalter so wie sich unsere Politik teilweise aufführt . Machtgeil, Realitätsfremd und die Suche nach Arbeitbeschaffungsmaßnahmen sind bei uns wohl sehr im Trend (leider wird das auch noch von einem großteile unserer Bevölkerung angenommen und diskutiert)
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn sich Oettinger für seine Äusserungen nicht entschuldigt hätte, wäre er seinen
Posten als Ministerpräsidenten los gewesen, das hat der machtbewusste Politiker zumindest begriffen und deshalb gerade noch so die Kurve gekriegt. Oettinger,
der sehr hart für den Posten des "Landesvaters" kämpfen musste, wird schlussendlich
auch gemerkt haben, wie schnell man sich, bei einem solch sensiblen Thema um Kopf und
Kragen reden kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
-oSi- schrieb:
In meinen Augen sollte er zurücktreten.
Andere Politiker sind schon wegen weniger gegangen (worden).

bleibt mal auf dem Teppich, als ob Politiker immer perfekt funktionieren müssen und sich nicht den kleinsten fehler erlauben dürfen.
was wurd denn schon skandlöses gesagt - zugegeben er hat sich unklug ausgedrückt und im nachhinein hätte er sich eher entschuldigen müssen.
die herren sollen sich mal um anders kümmern - z.B das in Afgahnistan zwei deutsche hingerichtet werden, nur weil wir unbedingt den Amis kuschen müssen und unsere Bundeswehr-Trolle sich dort mitrumtreiben müssen.
 
Ich find das Ganze geht jetzt doch eindeutig zu weit. Er hat eben einen Fehler gemacht, aber deswegen den Rücktritt zu fordern ist albern.
Ich finde in Deutschland wird wegen solchen Sachen ein viel zu großes Aufheben gemacht.
Der Zentralrat der Juden ist bei solchen Dingen ja gern der erste, der die Nazi-Keule auspackt.
Auch wenn es berechtigt ist, sollten die sich da mal etwas mäßigen mit ihren Äußerungen.
Und die ganzen Politiker die da jetzt drauf einprügeln sollten sich lieber um Sachthemen kümmern, v.a. Frau Vogt von der SPD BW sollte sich lieber mal drum kümmern, wie sie bei der nächsten Wahl nicht wieder mit ~25% abgeserviert wird und hier nicht große Töne spucken.
Gleiches gilt für Herr Beck, der sollte lieber durch Sachkompetenz punkten und nicht durch so etwas.


Mich stört es allgemein, dass man bei solchen Dingen, auch wenn sie sicher gravierend waren, gleich so einen Riesen-Zirkus macht.
Inzwischen sollte es ja gut sein und man kann zu den wichtigen Themen zurückkehren.
 
Ist doch klar, dass es so einen Aufstand gibt, wie sollte die SPD sonst in BW an die Macht kommen?
Ne im Ernst, etwas überbewertet die ganze Sache. Den einzigen Vorwurf, den man ihm machen kann: er hätte seine Rede auch vorher mal lesen sollen.
 
Egal welche Partei, jeder hochrangige Politiker würde durch solche Äusserungen in
Schwierigkeiten geraten. Die Frage des Threads ist ja, ob Oettinger dadurch noch
politisch tragbar ist. Dies wird hauptsächlich davon abhängen, inwieweit ihm seine Mehrheiten die Treue halten werden. Mit dem Feuer hat er jedenfalls gezündelt und ich
denke er ist schlau genung, dass ihm solch ein Lapsus nicht mehr passieren wird.
 
ehrlich gesagt find ich es net so schlimm wenn ein landesminister solch nen schmarrn erzählt, schaut euch mal die braunen parteien an, mit was für bullshit die die leute auf sich aufmerksam machen wollen. wenn der herr oettinger es für nötig gehalten hat im braunen wasser zu angeln, dann is er jetzt halt reingefallen - alles nicht so tragisch, jeder erzählt mal was falsches.

schlimmer finde ich es, wenn man nachweislich in richtige schweinerein verstrickt war (ist?) und dann innenminister der brd wird. waffenschieber und unterstützter sind mitunter die größten versager auf diesem planeten, machen aber viel zu viel geld, welches die moralischen aspekte wohl überflügelt.

und wenn jugendliche nicht mehr wählen, dann nicht aus politik-desinteresse, sondern weil es kaum was bringt nur das kleinere übel zu wählen...
 
Da sieht man mal wieder, was für ein komplexbehaftetes Volk die Deutschen sind. Die Forderung nach Rücktritt halte ich für gänzlich überzogen und geradezu lächerlich.
Da wird tage-, wenn nicht wochenlang, über jedes kleine Wörtchen einer vielleicht nicht ganz glücklich formulierte Rede eines mittelmäßigen Politikers diskutiert und in der Öffentlichkeit breitgetreten, dass ein Außenstehender nur noch den Kopf schütteln kann.
Die deutschen Politiker sollten sich wirklich langsam mal überlegen, ob es nicht an der Zeit ist, die Vergangenheit etwas weniger verkrampft zu verarbeiten.
 
SheepShaver schrieb:
Die deutschen Politiker sollten sich wirklich langsam mal überlegen, ob es nicht an der Zeit ist, die Vergangenheit etwas weniger verkrampft zu verarbeiten.

Die Politik(er) nutzen diese Gelegenheit ausschließlich für Ihre Machtkämpfe. Der Thron kann neu besetzt neu werden und darum wird drauf eingeschlagen, obwohl es für uns die Bevölkerung nicht nachvollziehbar ist.

Es geht der Politik eigentlich gar nicht mehr ums eigentliche Thema. Das ist einfach Angriffsfläche für die verschiedenen Parteien und diese muss genutzt werden. So sehe ich das zumindest .
 
Zuletzt bearbeitet:
raceface schrieb:
bleibt mal auf dem Teppich, als ob Politiker immer perfekt funktionieren müssen und sich nicht den kleinsten fehler erlauben dürfen.
Dann ruder ich mal zurück.
Als Politiker sollte er aber wissen, was er sagen kann und was nicht.

Nur wenn die Parteischefin und Bundeskanzlerin ihn öffentlich rügt, dann sollte er sich aber Gedanken machen.
Was hinter verschlossenen Türen passiert ist, will ich gar nicht wissen.


die herren sollen sich mal um anders kümmern - z.B das in Afgahnistan zwei deutsche hingerichtet werden...
Darum kümmert sich hoffentlich das Außenministerium.
 
Nur als Vergleich:
Die ehemalige SPD Justizministerin, Herta Däubler-Gmehlin musste ihren Hut nehmen,
nachdem sie im Hörfunk George W. Bush teilweise mit Adolf Hitler verglich....
 
Naja, Oettinger hat ja nicht auf der Beerdigung von Hitler gesagt, der Adolf wäre eigentlich ein Gegner des Nationalsozialismus gewesen ... von daher passt der Vergleich hier nicht so ganz, nur weil er auch was mit NS zu tun hat. ... G.W. Bush ist ja auch kein Deutscher, von daher war das eine "diplomatische Angelegenheit" und nicht wie hier, eine deutsche.
 
Stimmt, zeigt aber wie sensibel das Thema an sich ist und wie hoch die Wellen dabei
schlagen können.
 
Ich hab gerade das hier gelesen:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,477381,00.html

Ich finde so langsam sollte man das Thema beenden. Der ZR der Juden riecht wirklich an jeder Ecke Antisemitismus. Ich denke das sollte doch langsam mal aufhören.
In der BRD bricht bei solchen Sachen immer eine Hysterie aus, die wirklich übertrieben und lächerlich ist. Ich kann SheepShaver nur zustimmen, in der Beziehung sind die Deutschen wirklich komplexbehaftet bis zum Geht-nicht-mehr.
Man könnte grad meinen dass Öttinger Adolf Hitler für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen hat...
Ich hoff, dass die deutsche Mentalität sich im Bezug auf dieses Thema normalisiert und diese zwangsneurotischen Züge ablegt.
 
göschle schrieb:
Nur als Vergleich:
Die ehemalige SPD Justizministerin, Herta Däubler-Gmehlin musste ihren Hut nehmen,
nachdem sie im Hörfunk George W. Bush teilweise mit Adolf Hitler verglich....

Und das, obwohl sie im Unterschied zu Oettinger mit diesem Vergleich näher bei der Wahrheit lag.
 
Das hat nicht unbedingt etwas mit "zwangsneurotischen Zügen" zu tun. Es geht darum, dass jemand ein Stück weit die Geschichte so darstellt, wie sie nicht war, dies mit Bedacht und Kalkül getan hat und jetzt dafür zu Recht kritisiert wird. "Normalisieren" wird sich das Thema der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit niemals, wenn die Deutschen auch nicht offensiv und mit Verantwortung angehen. Es ist ziemlich beschämend, wenn ständig und überall nur der Zentralrat der Juden in dieser Hinsicht vorangeht, denn man sollte diesen Leuten gerade nicht uneingeschränkt das Feld überlassen.
Die Äußerungen Oettingers zeigen vielmehr eine verzerrte Wahrnehmung der eigenen Geschichte, die sich in nichts von der Art und Weise unterscheidet, die in der Bundesrepublik der 50er Jahre die "Aufarbeitung" betrifft. Deshalb ist es richtig, dass man darauf hinweist. Wer sagt, er wolle davon nichts mehr hören, ist vielleicht eher "komplexbehaftet", als derjenige, der offensichtliche, geradezu penetrante Geschichtsverfälschung aufdecken möchte.

Um noch einmal ein Wort über das Thema "wer hätte sich damals anders verhalten ...?" zu verlieren: darum geht es nicht! Es geht darum, dass jemand von seiner fragwürdigen Vergangenheit reingewaschen werden soll, obwohl dazu kein Anlass besteht. Entweder man steht zur eigenen Vergangenheit, bekennt sich zu seiner Verantwortung oder man leugnet sie. So wie Filbinger diese Verantwortlichkeit bis zu seinem Tod nicht annehmen wollte, so versucht Oettinger, die dadurch entstandene historische Last glatt zu bügeln und unter den Tisch zu kehren.
 
SheepShaver schrieb:
Da sieht man mal wieder, was für ein komplexbehaftetes Volk die Deutschen sind. Die Forderung nach Rücktritt halte ich für gänzlich überzogen und geradezu lächerlich.

Richtig.

Da wird tage-, wenn nicht wochenlang, über jedes kleine Wörtchen einer vielleicht nicht ganz glücklich formulierte Rede eines mittelmäßigen Politikers diskutiert und in der Öffentlichkeit breitgetreten, dass ein Außenstehender nur noch den Kopf schütteln kann.
Die deutschen Politiker sollten sich wirklich langsam mal überlegen, ob es nicht an der Zeit ist, die Vergangenheit etwas weniger verkrampft zu verarbeiten.

Wird nicht passieren. Dazu wird zu aufmerksam weiter geschürt und gepustet, damit das Feuerchen schön brennt. Zumindest von denen die etwas davon haben oder gerade Aufmerksamkeit brauchen. Nichts praktischeres als wenn man als Politiker einen schönen "NS-SKandal" aufdeckt um wieder ins Gespräch zu kommen zum Beispiel.

Weiterhin:
Oettinger ist ein Idiot. Es müsste doch selbst ganz genau wissen das man dieses Thema hier in D als Person der öffentlichen Lebens einfach nicht anspricht. Zumindest nicht kritisch oder im Ansatz nur unverständlich.
Anderweitig hat´s Oettinger drauf BaWü am Laufen zu halten und zu verbessern. Dem Land geht´s Top mit Ö als Ministerpräsident. Also, untern Tisch mit der Äußerung, Oettinger ist mit Sicherheit kein Nazi. Die Leuts sollen aufhören zu jaulen und der ZR soll die Beine stillhalten und sich um richtige Probleme kümmern. Das ist schon wieder eine Panikmache ... :P

@Rumpel:
Ja, passt ja. Er wurde kritisiert, lauter als es vielleicht angemessen war. Aber egal. Seine Tritte hat er bekommen. Und der Filbinger, der liegt unter der Erde. Reicht das nicht?

@Bassi:
Kritiker weisen Oettingers Entschuldigung zurück

Baden-Württembergs Regierungschef Oettinger kommt mit seiner Entschuldigung über die Filbinger-Rede nicht durch. Der Zentralrat der Juden sieht in ihr nur einen "ersten Schritt" - aber der CDU-Politiker will seinen Worten nichts hinzufügen, kündigte allerdings ein Gespräch mit seinen Kritikern an.

Erste Zeilen aus deinem Link.
Das ist echt peinlich. Die tun ja so als ob Oettinger "S**g H**l" schreiend durch Berlin gerannt wäre. :rolleyes:
In meinen Augen ist das Aufmerksamkeitshascherei und Wichtigtuerei. Schön, das es jemanden gibt der ein Auge auf die Sache hat.
Aber das man es immer gleich so übertreiben muß ...
 
Zuletzt bearbeitet:
@rumpel01: Du hast natürlich recht, aber ich finde die Art und Weise, wie die Deutschen mit ihrer Geschichte umgehen einfach nicht angebracht. Ich entstamme einer Generation, die den 2. WK nur noch aus Erzählungen kennt, deswegen habe ich sicher nicht eine andere Ansicht und sehe dass auch distanzierter.
Aber dennoch denke ich, dass die Deutschen aufhören sollten sich die Büßerkutte anzuziehen.
Man sollte aus der Geschichte seine Lehren ziehen und sie als warnendes Beispiel bewahren.
Aber irgendwann muss man auch mal ein "normales" Verhältnis dazu entwickeln.

Ich finde, man sollte die Geschichte als warnendes Beispiel sehen und auch dementsprechend handeln. Aber es ist unnötig, dass einem dieser ganze Dreck, der vor 70 Jahren passiert ist, dauernd unter die Nase gerieben wird.
Ich empfinde dass als Zumutung und es trägt bei mir auch nicht dazu bei, dass ich mich bewusst damit auseinandersetzte, sondern dass es mich nur noch ankotzt.
Tut mir leid für die harten Worte, aber ich sehe mich als Teil einer Generation, der man die Schuld daran wirklich nicht aufbürden kann und sollte.
 
Zurück
Oben