Open WebUI: Installscript, Langzeitgedächtnis, Personalisierung und lokale Modelle

speefak

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Moin zusammen,

das Thema lokale KI interessiert mich sehr. Deshalb habe ich mir einen eigenen Ollama-Server aufgesetzt.

Der Ollama-Server selbst ist meiner Meinung nach relativ sicher, da die Informationsverarbeitung im LLM selbst erfolgt und die Interaktion mit dem Betriebssystem über Tool Calls des jeweiligen KI-Agenten oder einer Weboberfläche wie Open WebUI stattfindet.

KI-Agenten und fortschrittliche Web-UIs, die Befehle auf dem System ausführen können, auf dem sie installiert sind, sollte man meiner Meinung nach wie ein Kleinkind mit dem Wissen der gesamten Menschheit behandeln: Sie können extrem viel, verstehen aber nicht automatisch die Konsequenzen ihrer Handlungen.

Daher sollten solche KI-Systeme meiner Meinung nach nur in stark gesicherten Umgebungen betrieben werden, beispielsweise in virtuellen Maschinen.

Aufgrund der Möglichkeiten und der Geschwindigkeit von KI-Agenten in Kombination mit leistungsfähigen LLMs halte ich Docker für diesen Anwendungsfall nicht für die optimale Lösung. Leider begegnet einem Docker mittlerweile überall.

Docker ist im Vergleich zu einer vollständig virtualisierten VM aus meiner Sicht für KI-Agenten potenziell deutlich gefährlicher, da Container – je nach Konfiguration – direkten Zugriff auf Ressourcen des Hosts erhalten können. Auch wenn Docker grundsätzlich eine Art isolierte Umgebung bereitstellt, ist es eben keine vollständige Virtualisierung. Bei einem KI-Agenten, der eigenständig Befehle ausführen kann, ist das meiner Meinung nach ein wichtiger Unterschied.

Die Standardinstallation von Open WebUI ist als Standalone-Installation konzipiert, also für den Betrieb auf einem System, auf dem auch die KI-Funktionen lokal ausgeführt werden. Deshalb werden unter anderem Ollama, PyTorch und verschiedene CUDA-Bibliotheken installiert.

Möchte man Open WebUI hingegen lediglich als „Client“ mit einem externen Ollama-Server betreiben, ist man aktuell praktisch auf Docker angewiesen, wenn man Open WebUI ohne die nativen KI-Funktionen wie CUDA und PyTorch installieren möchte.

Ich wollte Open WebUI jedoch in einer eigenen VM betreiben und die eigentliche LLM-Inferenz über einen externen Ollama-Server durchführen. Deshalb habe ich ein Installationsskript erstellt, mit dem Open WebUI ohne PyTorch und ohne CUDA installiert werden kann.

Statt rund 13 GB benötigt die Installation dadurch nur etwa 6 GB Speicherplatz.

Das Installationsskript habe ich auf GitHub veröffentlicht:

https://github.com/AIScriptHub/Installer_-_Debian-13_OpenWebUI/blob/main/README.md

Das war allerdings der einfache Teil. ;)

Bei der eigentlichen Konfiguration von Open WebUI habe ich noch einige Unklarheiten und Fragen, insbesondere bezüglich Erinnerungen, der Vorkonfiguration von Prompts und der Personalisierung.

Meine erste Frage wäre daher:

Welches lokale Modell ist in der Lage, in Verbindung mit Open WebUI Erinnerungen zu verwalten, Informationen über den Benutzer zu sammeln und diese nach und nach zu nutzen, um die Antworten besser an die persönlichen Anforderungen des Benutzers anzupassen?

Also ähnlich wie bei ChatGPT, Grok, Claude und vergleichbaren Systemen.

Die genannten KI-Systeme nutze ich bereits seit einiger Zeit. Je länger ich sie nutze, desto weniger muss ich bei neuen Anfragen erklären, worum es mir geht. Die Modelle berücksichtigen zunehmend meine Präferenzen – beispielsweise beim Programmieren oder bei der Aufbereitung von Informationen – und können meine Fragen besser in Relation zu meinem vorhandenen Wissen einordnen.

Dadurch wird das „Team Bio-Hirn/KI-Hirn“ mit der Zeit immer effektiver.

Vieles, was mich anfangs genervt hat, weil ich es in jeder neuen Unterhaltung wieder erklären musste, hat sich mittlerweile erledigt.

Open WebUI hat dagegen meiner Meinung nach teilweise „Demenz im Endstadium“. ;)

Eine Erhöhung der Context Tokens bringt nur bedingt etwas, da sich der zusätzliche Kontext im Wesentlichen auf die aktuelle Sitzung beschränkt. Bei einer neuen Sitzung beginnt vieles wieder von vorne.

Grundlegende Optionen wie Sprache, Stil usw. kann man natürlich in den Standard-Prompts festlegen. Ich würde Open WebUI aber gerne so konfigurieren, dass es sich – ähnlich wie die großen kommerziellen Modelle – mit der Zeit immer besser auf meine persönlichen Anforderungen einstellt.

Idealerweise sollte das automatisch funktionieren, ohne dass ich jede Präferenz ständig manuell in den System-Prompt schreiben muss.

Ich vermute, dass es dabei auch stark auf das verwendete Modell ankommt. Oder liege ich damit falsch?

Bezüglich der Modelle wäre vermutlich ein eigener Thread sinnvoll, zum Beispiel:

„Welches Modell ist aktuell für welche Agenten und Aufgaben am effektivsten?“

Mich würde daher zunächst interessieren, wie ihr Open WebUI hinsichtlich Erinnerungen und langfristiger Personalisierung konfiguriert habt und welche lokalen Modelle dafür besonders gut geeignet sind.
 
Also ich habe Open WebUI jetzt schon Produktiv betrieben für hunderte Mitarbeiter.
Ganz ehrlich pack es in ein docker compose file und gut ist. Installiere nicht die Komponenten einzeln in eine VM. Es kostet nur unnötig Zeit und ist fehleranfällig beim updaten.

Die Funktion gibt es, musst halt sauber konfigurieren.
https://open-webui.com/open-webui-adaptive-memory/
 
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Tornhoof schrieb:
Das größte Modell was du selber hosten kannst.
Das ist mir schon klar 😉 Auf meinem Proxmox-Server kann ich dem Ollama-Server 100 GB RAM geben. Noch habe ich aktuell dort eine P2000 mit 5 GB VRAM verbaut, und das macht wirklich keinen Spaß. Mein Desktop-Ollama ist dagegen schon ein Quantensprung (Server: ML110 Gen 9, DDR4 2400, Xeon 2690 18C/36T vs. i7-12700, 32 GB DDR5-7200 MT/s RAM). Die Performance ist erstmal sekundär (es wird wohl eine RTX 2000 Ada mit 16 GB in den Server kommen), sondern primär geht es mir um die Konfiguration und den Zusammenhang, wie ich Open WebUIs "Demenz" Einhalt gebieten kann.
 
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konkretor schrieb:
Also ich habe Open WebUI jetzt schon Produktiv betrieben für hunderte Mitarbeiter.
Ganz ehrlich pack es in ein docker compose file und gut ist. Installiere nicht die Komponenten einzeln in eine VM. Es kostet nur unnötig Zeit und ist fehleranfällig beim updaten.

Die Funktion gibt es, musst halt sauber konfigurieren.
https://open-webui.com/open-webui-adaptive-memory/
Wie war/ist dein HW Sizing für die Anzahl an Mitarbeitern?
 
konkretor schrieb:
Also ich habe Open WebUI jetzt schon Produktiv betrieben für hunderte Mitarbeiter.
Ganz ehrlich pack es in ein docker compose file und gut ist. Installiere nicht die Komponenten einzeln in eine VM. Es kostet nur unnötig Zeit und ist fehleranfällig beim updaten.

Die Funktion gibt es, musst halt sauber konfigurieren.
https://open-webui.com/open-webui-adaptive-memory/
Danke für die Info des Adaptive Memory, da werde ich mal schauen. Docker kommt für mich nicht infrage, da ich KI Agenten niemals ohne dedizierte VM betreiben werde. Einzig Docker innerhalb der VM wäre eine Option. Das könnte man mal testen. Aufgrund der Backups halte ich die VMs immer so klein wie möglich, da sich jedes zusätzliche GB exponentiell auf die Größe des Backupsordners auswirkt.
 
speefak schrieb:
Open WebUI aber gerne so konfigurieren, dass es sich – ähnlich wie die großen kommerziellen Modelle – mit der Zeit immer besser auf meine persönlichen Anforderungen einstellt.
Du könntest dir ein kleines KI-Tool bauen (bzw. mit KI bauen lassen), welches in regelmäßigen Intervallen die vorhandenen Chats nach bestimmten Kriterien durchsucht und anhand derer deine Präferenzen daraus ableiten soll. Mit hilfe dieser kannst du anschließend deinen Systemprompt aktualisieren lassen, der bei jedem Start eines neuen Chats geladen wird und entsprechende Vorgaben setzt.
 
speefak schrieb:
Welches lokale Modell ist in der Lage, in Verbindung mit Open WebUI Erinnerungen zu verwalten, Informationen über den Benutzer zu sammeln und diese nach und nach zu nutzen, um die Antworten besser an die persönlichen Anforderungen des Benutzers anzupassen?
dein stichwort ist RAG

speefak schrieb:
Dadurch wird das „Team Bio-Hirn/KI-Hirn“ mit der Zeit immer effektiver.
das hat gemini so formuliert, oder?

speefak schrieb:
Bezüglich der Modelle wäre vermutlich ein eigener Thread sinnvoll, zum Beispiel:

„Welches Modell ist aktuell für welche Agenten und Aufgaben am effektivsten?“
ich denke, dass doe OpenClaw Doku dazu einiges an Infos hat :)
 
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Die Infos ändern sich ja schon fast stündlich, und man wird von den Infos aktuell erschlagen. Bei KI kommt man durch try and error zu den realistischsten Ergebnissen. Nur kostet eben das try and error-Testen viel Zeit, Nerven und Strom.

RAG ist mir ein Begriff, aber ich frage mich gerade, ob es Modelle mit integriertem RAG gibt oder Modelle, die rein auf RAG optimiert sind, und ob es sich dann lohnt, ein reines RAG-LLM für die Recherche zu nutzen – und welche LLMs lokal betrieben dann sinnvoll sind.

"Dadurch wird das ‚Team Bio-Hirn/KI-Hirn‘ mit der Zeit immer effektiver."

Das ist zu 100 % mit meiner BI (Biologische Intelligenz) entstanden ;)
Aktuell lasse ich KI nur die Rechtschreibung korrigieren, sonst keine Änderungen – weder im Stil noch im Ausdruck etc. – eine einfache Rechtschreib- und Satzbaukorrektur ;)
 
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speefak schrieb:
RAG ist mir ein Begriff, aber ich frage mich gerade, ob es Modelle mit integriertem RAG gibt oder Modelle, die rein auf RAG optimiert sind, und ob es sich dann lohnt, ein reines RAG-LLM für die Recherche zu nutzen – und welche LLMs lokal betrieben dann sinnvoll sind.
ne, das ist vor allem die Datenhalten und wie du sie abfragst. Ich habs mir um Postgres mit PGVector und PGAI gebaut
Ergänzung ()

lies dich mal da durch
https://medium.com/@nitinprodduturi...g-retrieval-augmented-generation-c62cfebd9560
 
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RAG hat erstmal per-se nichts mit deinem Model zu tun. Es gibt auch kein "RAG-LLM", das ist technisch schon inkorrekt.

Bei RAG hast du "ausserhalb" / datenbank etc Daten, die dein Model zusaetzlich abfragen kann, um die Generation zu unterstuetzen (im weiteren Sinne).
 
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speefak schrieb:
Docker ist im Vergleich zu einer vollständig virtualisierten VM aus meiner Sicht für KI-Agenten potenziell deutlich gefährlicher, da Container – je nach Konfiguration – direkten Zugriff auf Ressourcen des Hosts erhalten können.
Docker ist ja auch nicht als ausbruchssichere Umgebung gedacht. Docker ist kein Isolationstool, sondern ein Deployment-Tool.
Möglicherweise ist aber eine strikte Isolation auch gar nicht unbedingt notwendig.
Denn ein LLM welches Tools aufrufen kann, kann man ja dort gezielt begrenzen. Ein Schutzzaun wie man sie um eine potentielle Malware ziehen müsste, ist da ja gar nicht unbedingt notwendig.
Insofern halte ich sowohl Docker als auch eine virtuelle Maschine für ungeeignet, was das angeht.

Im Prinzip reicht es fürs erste schon einen User-Account anzulegen und den entsprechend mit Restriktionen zu belegen und darunter sein LLM auszuführen.

Was das Thema Memory angeht ist eigentlich gar nicht so die Schwierigkeit dem einfach ein Gedächtnis zu geben. Die Schwierigkeit besteht eher darin, das sich gezielt Dinge gemerkt werden sollen und eben nicht stumpf alles.

Wenn es rein um das Verhalten geht, ist vermutlich effektiver sich einen passenden Start-Prompt zu basteln und den nach und nach weiter anzupassen, bis er die Bedürfnisse gut erfüllt.
Das ist oft zielführender als sich auf irgendeine Automagie zu verlassen. Vor allem, wenn man je nach Themengebiet was man bearbeitet ein unterschiedliches Verhalten haben will.
 
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