Pegida - Meinungen und Ursachen

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Mal abgesehen davon, dass solche 'Argumente' schon im Kindergarten gerügt werden ("aber der Uli hat mich auch geschlagen..."), stimmt das nicht. Was du eigentlich meinst ist, dass 'Linke' behaupten, es geben keinen Unterschied zwischen staatlicher Gewalt und der von Nazis, d.h. sie versuchen nicht, etwas in die 'allerrechteste Ecke' zu schieben, sondern zu behaupten, es gebe keine Ecken, sondern nur eine große Masse aus Rassisten. Das zeigt sich exemplarisch an dem beliebten Demospruch:
Nazis morden, der Staat schiebt ab - das ist das gleiche Rassistenpack!

get your facts straight.
 
@Abe81 Klar kann damit aufhören aus den Koran zu Zitieren. Doch viele Menschen fragen sich was hat der Terrorismus mit dem Islam zu tun? Ich zeige euch bloß die Gründe aber wenn ihr diese nicht verstehen wollt.
Beweise Außerhalb des Korans habe ich euch auch geliefert, nämlich das Leben Mohammeds.

Viele Muslime lesen den Koran nicht aus Spaß, warum kann ich den Koran nicht als Quelle des Hasses heranziehen?
Da steht doch schwarz auf weiß was Allah von den gläubigen Moslems erwartet.

Um den Islam zu verstehen reicht es nicht aus mit einen Moslem zu reden man muss auch den Koran lesen.
Und dort kann man nun wirklich nichts interpretieren.

Bitte sagt mir nicht als nächstes der Islam hat nichts mit dem Islam zu tun.

Warum man die meisten 10 Gebote auf eins Reduzieren kann? Wenn du deinen nächsten wie dich selbst liebst, würdest du diesen töten, bestehlen, falsch Zeugnis ablegen oder die Frau eines anderen begehren? Das steht so in der Bibel als jemand Jesus nach den vornehmsten Gebot gefragt hat.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Beitrag wiederhergestellt)
mustermen, guck mal, nochmal gaaanz einfach erklärt: Wenn jemand behauptet, die Gründe für islamistischen Terrorismus sind hinreichend mit der Lektüre des Korans oder den Verweis auf Mohammed als Vorbild zu erklären, reicht zur Widerlegung entweder a) Moslems, die auch den Koran lesen, aber zu anderen Schlüssen kommen oder b) anderen Religionen, die eine ähnliche Form der Theologie hatten - wörtliches Auslegen wie in der lutherschen Orthodoxie - aber sich nicht so verhielten, wie es ihnen ihre heilige Schrift wortwörtlich vorschrieb oder c) auf eine Sure zu verweisen, die ganz liebe Sachen sagt; d.h. selbst auf dem Terrain der Surenrezitation wirst du ins Schwimmen kommen, weil der Text nicht als System in sich kohärent ist, sondern ziemlich viele wirre und widersprüchliche Vorschriften aneinanderreiht. Auf diesem Terrain wirst du, mit deinem Internet- und Youtube-Wissen um islamische Theologie, ziemlich alt aussehen, wenn z.B. ein liberaler Imam mit dir diskutieren würde.

Was dir also abgeht, ist die Vermittlung, zu erklären, wie es von diesen Worten zu Taten kommt. Und da ist es eben nicht damit getan, einfach hinzurotzen: "Guck mal, steht doch in diesem Buch so geschrieben und der bärtige Typ hat sich so und so verhalten!"

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Mit den zehn Geboten sieht es ähnlich karg aus. Kein Christ würde das unterschreiben, was du hier behauptest. Du änderst auch deine ursprünglichen Argumente so, dass es deiner Argumentation zupass kommt. Erst wolltest du noch den Dekalog als solchen verteidigen, im nächsten Schritt - als das nicht mehr so richtig funktionierte - mit dem Hinweis auf das NT für nichtig erklären. D.h. du hast deine Argumentation einfach so umgewurschtelt. Das ist nicht wirklich ernst zu nehmen.
 
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c137 schrieb:
Erfinde eins und etabliere es ;)
Du verkennst das "-ist" bzw. "-ismus". Du kannst meinetwegen auch Radikale/Fundamentalisten und "normale" Moslems differenzieren. Du kannst Adjektive gebrauchen um zu differenzieren - oder dich einfach der vorhandenen Begriffe bedienen. Aber die Gleichsetzung Moslem mit Islamist (im herkömmlichen Sinne) ist einfach so nicht richtig.
Der berühmte islamische Theologe Abu l-Hasan al-Asch´ariyy (geb. 260 = 873/874 in Basra, gest. 324 = 935 in Baghdâd) hat seinem Hauptwerk über islamische Sekten den Titel „Maqâlât al-Islâmiyyîn“ gegeben, was man im Deutschen mit „Die Meinungen der Islamisten“ wiedergeben könnte
Danach ist ein „Islamist“ jemand, der sich dem Islam zugehörig erachtet, selbst wenn er per definitionem nicht dazu zu rechnen ist, wenn seine Glaubenslehre nicht mit der islamischen vereinbar ist, wie z.B. die „Ahmadiyya“ (genauer: „Qâdiyâniyy“) heute. Damit ist jeder Muslim ein Islamist – außer wenn er selbst sich nicht als Muslim betrachtet, obwohl er einer ist –, aber nicht jeder Islamist ein Muslim. Aufgrund der Unkenntnis ihrer eigenen Literatur bei den meisten heutigen Muslimen und der überheblichen Dominanz des Abendlandes, ist den Muslimen, bzw. „Islamisten“ oder „Islamiten“ nun eine ganz andere, ja nicht einmal wirklich fest umrissene Definition aufgedrückt worden, und diese haben sie in ihrer Torheit einfach so von ihren Feinden übernommen und fühlen sich angegriffen, wenn man sie als „Islamisten“ bezeichnet und versuchen stets eifrig, sich davon zu distanzieren, „Islamisten“ zu sein, was ihnen letztlich wohl aber nur dann gelingen wird, wenn sie selbst ihr Bekenntnis zum Islam aufgeben, solange sie es ihren Feinden überlassen, die Begriffe zu definieren, unter denen sie von ihnen ausgegrenzt oder angenommen werden.

http://www.tauhid.net/islamist.html

aber das Thema hatten wir beide schon, nicht war
 
hotzenplot, das halte ich für Sophisterei, weil es hier vorgibt, Etymologie oder Semantik sage schon etwas über die Realität aus (eine Schildkröte ist ja auch keine Kröte, ein Zitronenfalter faltet ja auch keine Zitronen). Die moderne Unterscheidung von Moslem und Islamist ist ja eine, die darauf zielt, dass mit ersterem nur die Religionszugehörigkeit gemeint ist, mit letzterem jemand, der versucht, den Islam als politisches System zu etablieren. Dass das auch irgendwie vermittelt ist, der konservative Alltagsislam und der Islamismus in der Realität nicht so fein säuberlich zu trennen sind, wie es der bunte Aufstand der Anständigen uns weiß machen will, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Aber analytisch muss man das schon erstmal trennen.
 
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ersetze moderne Unterscheidung mit " westliche unterscheidung" und wir kommen überein ;)

das hatte ich hier schon einmal, diese sogenannte Haarspalterei, wie du sie nennst , ist eine reine westliche Erfindung und keine islamische
 
Abe81 schrieb:
Das war ein argumentatives Eigentor. Der Song, den die unerträglichen Hosen von Funny Van Dannen gecovert haben, soll eigentlich darstellen, dass Menschen individuell zum kotzen sein können und nicht, weil sie angehörige eines bestimmten Kollektivs sind...
Was mir durchaus klar war.

In deinem rassistischem Beispiel also: Die 'Türken-Bengel' waren nicht zum kotzen, weil sie 'Türken-Bengel' waren, sondern weil sie Arschlöcher waren.
Tja, und HIER greift, was in Deutschland so elementar falsch läuft.
Sagst du einem weißen Arschloch, dass es ein Arschloch ist, dann wird applaudiert. Sagst du einem dunkelhäutigen Arschloch dasselbe, dann wird die Rassistenkeule geschwungen. Schon deine Wortwahl "rassistisches Beispiel" lässt tief blicken. Du hast es selbst nicht begriffen. Du differenzierst an der falschen Stelle. Du akzeptierst Kritik nur, wenn sie in dein kleines dünnes Weltbild passt. Sobald Kritik an dunkelhäutigen Einzelfällen, deutscher/europäischer Asylpolitik oder an israelischer Siedlungspolitik aufkommt, schreist du Zeter und Mordio, bzw. schwingst die Rassisten-Keule.


Aber auch in diesem Beispiel ist ihr 'Benehmen' noch immer zu verteidigen gegen das rassistische Standardargumente, doch bitte in 'sein Land' zurückzukehren. Denn, hier wurde ja immer wieder von den wackeren Kämpfern des Deutschtums das GG oder der Rechtsstaat in Anschlag gebracht: Der verbürgt einem, auch solche Kritik an seinem Staat üben zu dürfen.
Das Grundgesetz verbietet nicht, solchen Nörglern eine nahe liegende Lösungen anzubieten. Ihnen passt nicht, wie etwas in Deutschland läuft? Sie weigern sich aber, aktiv am politischen Geschehen teilzunehmen? Dann heißt die Lösung: Geh dahin, wo du am politischen Geschehen aktiv teil nehmen willst & darfst.

...obschon sie vermutlich einen deutschen Pass hatten, also ebenso deutsch waren, wie die Rassisten in der Bäckerei.
Spekulation. Es gibt allerhand in Türken 2. Generation, die trotzdem keinen deutschen Pass haben... nicht, weil sie nicht können, sondern weil sie nicht wollen.

c137 schrieb:
Du verkennst das "-ist" bzw. "-ismus".
Nein. Christ, Buddhist, Hindu(ist), Shintoist... da zeichnet sich ein sprachliches Muster ab, oder? Der ...ist ist derjenige, der einer bestimmten Religion folgt.

Aber die Gleichsetzung Moslem mit Islamist (im herkömmlichen Sinne) ist einfach so nicht richtig.
Sprachlich ist sie vollkommen richtig, sogar auch nach muslimischer Lehrmeinung. Hotzenplotz hat dir ja eine Quellenangabe geliefert.

Ist übrigens auch so eine Taktik vom rechten Rand, gleich alles was nach Gegner aussieht in der allerlinkesten Ecke zu vermuten.
Wenn du rechts außen bist, dann kann rechts von dir kein Gegner sein... von daher....

Was heterosexuellen weißen männlichen Sportlern noch lange nicht das Recht gibt, genauso ätzend oder ätzender zu sein.
Nein, aber es sollte der Bevölkerung die Augen öffnen. Es sollte den Nazi-Beißreflex mal eindämmen. Wenn eine lesbische, schwarze Behinderte sich ätzend benimmt, dann muss man es ihr auch so direkt sagen dürfen, ohne vom Umfeld gleich die Nazi-Keule zu bekommen.
Aber egal, wie viele Probleme beim Differenzieren Deutschland so hat, HIER wird ganz schnell differenziert: War das Ziel der (berechtigten) Kritik Ausländer, Minderheit, Moslem oder Jude? Dann ist die Kritik Nazi-Zeug und darf so nicht existieren...
 
@hotzenplot:
Zum einen ist ja auch die 'westliche Unterscheidung' relevant, weil es nicht wenig 'westliche Muslime' gibt, die das ebenso sehen würden, zum anderen geht man damit der islamistischen Zuschreibung auf dem Leim und fällt eben jenen Moslems in den Rücken, die diese nicht für sich gelten lassen wollen. Die Identifikation von Migranten mit ihrer Kultur und/oder Religion ist etwas, was sowohl die modernen Rassisten wie auch Islamisten betreiben. Da kann die 'Erfindung' noch so islamisch sein - das ist ja hier keine theologische Diskussionsrunde.

@Daaron, sorry, deine Bemerkungen werden immer wirrer und unzusammenhängender. Da lässt sich wirklich nichts mehr erwidern, was nicht bereits geschrieben wurde. Deine post-hoc-Rechtfertigungen sind nur allzu leicht als solche durchschaubar - würde man sie als Argumente an sich versuchen zu begreifen, ist das nur noch Sprachbrei.
 
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Abe81 schrieb:
zum anderen geht man damit der islamistischen Zuschreibung auf dem Leim und fällt eben jenen Moslems in den Rücken, die diese nicht für sich gelten lassen wollen.

nur zu blöd das Abu l-Hasan al-Asch´ariyy und seine Theologie von den Sunniten sehr geschätzt wird. und wenn man mal auf die Weltkarte schaut sieht man , das die Sunniten den grössten Anteil der islamischen Glaubensrichtung ausmacht
 
Ich 'schätze' auch Bagel zum Frühstück, das macht mich nicht zum 'Bagelisten'. Wenn du schon so argumentieren willst, dann bemühe dich doch wenigstens um sprachliche Genauigkeit - d.h. du lässt hier eine Erläuterung missen, was das nun zu bedeuten habe, dass er 'geschätzt' wird. Eine Mehrzahl der Katholiken schätzen den Papst auch sehr, benutzen aber dennoch Kontrazeptiva. D.h. du machst einen ähnlichen Fehler, wie auch der Laientheologe weiter oben, der den Dekalog mal so eben aus der christlichen Lehre streichen wollte: Hier fehlt die Vermittlung von der Theologie zur sozialen Praxis. Diese Argumentation erinnert sehr an Staatsableitungsdebatten des orthodoxen Marxismus: Eine simple Erkenntnisfolie, in der man die ganze Mannigfaltigkeit der Realität zu begreifen sucht, wird auf ein paar schematische Gesetze heruntergebrochen. Ich gehe ja konform damit, dass es eine konservative, religiöse Alltagspraxis gibt, die eng mit dem Islamismus verbunden ist, ich gehe nicht damit konform, wie deterministisch hier der Zusammenhang sein soll, weil das mal ein 'geschätzter Gelehrter' vor ein paar hundert Jahren gesagt hat. Dazu muss man erstmal eine Analyse der Subjektkonstitution des sunnitischen Muslims hinlegen, die erklären kann, warum das angeblich von Nordafrika über den mittleren Osten bis nach Südostsasien identisch sein soll. Wenn man das macht, dann kann man anfangen darüber zu sprechen, was das innere Band ist, über das man den Terroristen mit dem konservativen Moslem vergleichen kann. Ich sperre mich also nicht dagegen, da einen Zusammenhang erkennen zu wollen, sondern nur gegen diese unterkomplexen Zwei-Satz-Erklärungen, die sind nämlich dann nicht mehr allzu weit entfernt vom dem Gestammel über "Türken-Bengel".

Was mir daran nämlich so übel aufstößt, ist, das in einer Debatte über Pegida so einfach zu behaupten. In dieser Debatte geht es nämlich zentral auch um Migration und Asyl. Und nicht wenige 'Moslems' sind vor eben jenen repressiven Vergemeinschaftungsformen und dem ihnen entspringenden Tugendterror geflohen. Und denen wird nun indirekt unterstellt, sie seien geistige Kinder des 'geschätzten Abu l-Hasan al-Asch´ariyy'. Diese Migranten werden nun zerrieben zwischen den autoritären Phantasien der Pegida auf der einen Seite und dem forcierten, religiös begründeten Alleinvertretungsanspruch von Vertretern islamischer Interessengemeinschaften auf der anderen. Beide benutzen dafür die gleiche Folie des behaupteten deterministischen Zusammenhangs zwischen dem Individuum und der diesem unterstellten Kultur und Religion.
 
Zuletzt bearbeitet:
Daaron schrieb:
Nein. Christ, Buddhist, Hindu(ist), Shintoist... da zeichnet sich ein sprachliches Muster ab, oder? Der ...ist ist derjenige, der einer bestimmten Religion folgt.
Da ist ja die Fehlinterpretation.
Wie dem auch sei, du kannst auch jedes Mal "islamistisch Radikaler" schreiben, wenn dir das genauer oder besser vorkommt. Das tut dem ganzen im Kern keinen Abbruch. Im herkömmlichen, zur Zeit hierzulande gebrauchten Sinn (warum eigentlich auf einmal keine Vorherrschaft der 'Abendlandskultur' mehr?) wird eben zwischen "Islamist" und "Moslem" unterschieden.
Wir hatten das schon bei "Lügenpresse": wer richtig verstanden werden will, muss sich auch verständlich ausdrücken. Und wenn man das nicht macht, braucht man sich über Fehlinterpretationen - so sie denn überhaupt welche sind - nicht wundern.

Wenn du rechts außen bist, dann kann rechts von dir kein Gegner sein... von daher....
Deswegen muss der Gegner natürlich ganz links außen sein? Ist wohl eine Frage der Perspektive...
 
Daaron schrieb:
Nein, aber es sollte der Bevölkerung die Augen öffnen. Es sollte den Nazi-Beißreflex mal eindämmen. Wenn eine lesbische, schwarze Behinderte sich ätzend benimmt, dann muss man es ihr auch so direkt sagen dürfen, ohne vom Umfeld gleich die Nazi-Keule zu bekommen.
Aber egal, wie viele Probleme beim Differenzieren Deutschland so hat, HIER wird ganz schnell differenziert: War das Ziel der (berechtigten) Kritik Ausländer, Minderheit, Moslem oder Jude? Dann ist die Kritik Nazi-Zeug und darf so nicht existieren...

Bemerkenswert, wie du dieses Lied fehlinterpretierst.
Der Text jenes Songs zielt genau darauf ab, was du scheinbar nicht begreifen willst:
Du darfst auch hier im Land jeden für sein Handeln kritisieren, das gibt dir aber nicht das Recht, diese Person für ihre sexuelle Orientierung, Herkunft und/oder Behinderung zu verurteilen, bzw. ihr persönliches Verhalten als Pauschalurteil für eine gesamte Minderheit in der Gesellschaft zu benutzen.


Du kannst gerne sagen, solange es der Faktenlage (lt. Rechtssprechung/Verurteilung, nicht der Bildzeitung!, schließlich gilt auch für Diebe die Unschuldsvermutung!) entspricht: "Eine Person XY, muslimischen Glaubens (muss man nicht sagen, weil die Erwähnung überflüssig ist und in dem Fall keine Rolle spielt!), jemanden bestohlen und sein Smartphone geklaut."

Was Nazis/Rassisten aus so einem Fall basteln: "Ein Muslim hat (hier oftmals: scheinbar, weil man das Urteil noch nicht einmal abwartet) geklaut, die Muslime klauen daher alle.
 
Es ist zwar schon ein paar Seiten her, und auch streng genommen Offtipic, aber ich möchte den Fachkräftemangel noch mal aufgreifen.

Gerade im medizinischen Bereich ist er greifbar und zwar in allen Bereichen. Es stimmt, die Arztpraxen auf dem Land sind nicht gerade beliebt weil nicht lukrativ, aber der Gesetzgeber hat das schon lange erkannt und die Krankenkassen haben den Mdk in den letzten Jahren massiv verstärkt. Dort wird vorgeschrieben wie viele Arzt- und Facharztpraxen in einer Region sein dürfen.

Das Problem ist, das alle Ärzte die noch da sind erst mal die interessanten stellen besetzen und keiner mehr da ist, der Landarzt macht. Und ganz ehrlich, ich bin keinem böse der sagt das er unter diesen Bedingungen nicht arbeitet. Die Bedingungen sind aber Einsparungen geschuldet und damit indirekt auch dem Mangel an Arbeitskräften.

Da gleiche gilt für die Pflegeberufe. Es sind viel mehr alte und damit auch kranke Patienten zu versorgen. Gleichzeitig wurden aber 50000 stellen abgebaut. Die fehlen jetzt. Schon 2001 wurde in süd- und westdeutschen Städten händeringend nach Personal gesucht. Die Lage wird bald eskalieren, man sieht es ja an Vorkommnissen wir in Kiel. Mit anständigem Stellenschlüssel, gut qualifiziertem und vor allem nicht ständig "alles husch-husch machen " müssenden Personal würden sich solche Vorkommnisse nicht häufen wie in den letzten Jahren.

Es ist glaube ich schon das vierte Jahr in Folge in dem Betriebe ihre Lehrstellen nicht besetzen können.

Bei uns im Krankenhaus gehen schon Headhunter ein und aus weil Personal angeworben werden soll. In anderen Branchen ist es genau so.

Der Fachkräftemangel ist keine lüge, ich spüre in tagtäglich, auch wenn immer wieder Lobbyisten das Gegenteil behaupten. Läuft dich alles prima. Die Gewinne sprudeln, wofür mehr Personal?

Schon mal drüber nachgedacht?
 
Schrammler schrieb:
Daaron schrieb:
..., aber es sollte der Bevölkerung die Augen öffnen.
Bemerkenswert, wie du dieses Lied fehlinterpretierst.

Wie ich ja bereits oben schrieb, scheint mir die Verkennung objektive Gründe zu haben - das liegt nicht daran, dass er subjektiv nicht in der Lage wäre, das zu verstehen. Nicht zufällig wird sich hier auf die Toten Hosen bezogen und nicht auf Funny Van Dannen (FVD), von dem das gecovert ist.

Bei FVD ist die Triebfeder Individualismus, die Toten Hosen sind Volksbarden, der Bezug zu diesem Lied ist ein völkischer. Die Hosen liefern unfreiwillig den Sound der Pegida. Ihre Lieder sind musikalisch anspruchslose Hymnen, die gemeinschaftsstiftend wirken sollen ("Lieder wie diese"). Und eine Gegengemeinschaft ist es, was Pegida bei objektiver Ohnmacht und gesamtgesellschaftlicher Überflüssigkeit stiften will.

In ihrem verzerrten Bild vom Islam neidet Pegida der Umma eine vermeintlich stabile Wertegemeinschaft. Dagegen beschwören sie hilflos die leere Formel vom 'christlich-jüdischen Abendland' - eine Gemeinschaft ohne reale Substanz. Dazu passt auch das gemeinsam inszenierte Weihnachtsliedersingen, das eine ebenso hilflose Reaktion auf die beneidete Gemeinschaft der Muslime ist.

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Btw. stimme ich Zedar zu (auch wenn man Ärzte gemeinhin nicht als Fachkraft bezeichnet): Es wäre viel zur Lösung des Problems Migration getan, würde man jedem Asylanten nicht nur einen Sprachkurs anbieten, sondern auch die komplette Ausbildung zum Mediziner finanzieren (es gibt ja bereits Finanzierungsmodelle, die als Klausel beinhalten, dass man sich nach der Ausbildung für n Jahre in einer ländlichen oder strukturschwachen Region niederlassen muss).

Das scheint mir allemal realistischer, als der abstrakt-hilflose Appell von Gevatter Tod weiter oben, der nur irgendwie, so ganz allgemein für mehr Bildung sorgen will. Es ist ja nicht so, dass ein beträchtlicher Anteil der Pegida-Teilnehmer nicht bereits gebildet genug wäre. Es liegt also kaum an mangelnder Bildung, die dazu führt, dass man sich als Rassisten zusammentut, obschon es einem angeblich nur irgendwie um eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Politik gehe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schrammler schrieb:
Bemerkenswert, wie du dieses Lied fehlinterpretierst.
Der Text jenes Songs zielt genau darauf ab, was du scheinbar nicht begreifen willst:
Du darfst auch hier im Land jeden für sein Handeln kritisieren...
Dann hast du eine deutlich gestörte Wahrnehmung. Du darfst zwar laut Gesetz diese Kritik äußern, wirst dafür aber von der breiten Öffentlichkeit direkt mit der Nazi-Keule gekloppt. Es ist eben im täglichen Umgang nicht so, dass man jeden kritisieren darf. Das beweist schon die Reaktion auf jegliche Kritik an Israel (z.B. der Fall mit den Karikaturen vor ein paar Jahren).
 
@zedar: mit anderen Worten wenn die Arbeitsbedingungen halt scheise sind und keiner hat Bock drauf gibt es einen Mangel ? Damit macht man es sich zu einfach. Wenn der Job des Landarztes lukrativ genug ist oder der des Pflegers wird es auch genug Leute geben. Das wirkliche Problem ist eher da sollen überall Leute arbeiten aber bezahlen will sie niemand.
 
so siehts aus, gerade was den sogenannten fachkraftmangel im pflegeberuf angeht. die meisten scheinen zu vergessen oder zu verschweigen, das diese Branche im niedriglohnsektor angesiedelt ist ^^
 
Daaron schrieb:
Rassisten-Keule
[...]
Nazi-Keule

Daaron schrieb:



Da das mit dem Thema 'Moslem vs. Islamist' ja nun ausreichend geklärt ist, ein paar Worte zum Instrument der Keule: Die schwingt man ja, weil es viele Leute zu treffen gilt. Wozu ein Rapier oder Florett nutzen? Das wäre ja unnötig feine Arbeit, wenn es doch ums Grobe geht. Aus der Sicht des "Ich bin kein Rassist, aber Türken-Bengel hier ... Ausländer dort ... und so weiter und so fort"-Sagers mag das furchtbar unfair sein. Aber schon mal versucht, einen Baum mit einer Laubsäge zu fällen? Die Politik der kleinen Nadelstiche ist doch unangebracht, wenn es darum geht, erstmal das Gröbste zu verhindern.

Im Fall von Pegida wäre das Gröbste, zu verhindern dass tausende von Menschen durch die Strasse marschieren und wieder ein Volk sein wollen. Da bin ich trotz aller Kritik auf der Seite der vielgescholtenen Political Correctness, die die Grenzen des Sagbaren absteckt. Wie schon Woody Allen anmerkte, dass er im Zweifel dem Antisemitismus lieber mit einem Baseballschläger begene, als mit einer Satire (klick).
 
Zuletzt bearbeitet:
Es geht darum:
Person A ist kein Migrant. Person B ist Migrant.
Wenn ich zu Person A sage: Hau ab!, dann ist das normal und nicht schlimm.
Wenn ich das identische(!) zu Person B sage, dann wird quasi eine Nanosekunde danach die Nazikeule geschwungen.

Das war gemeint - zumindest habe ich ihn so verstanden.

Political Correctness, die die Grenzen des Sagbaren absteckt
Die PC ist (wie "Moral"), wenn es "hart auf hart kommt" komplett irrelevant. Abstecken tut sie (relevant) auch garnichts (sie steckt klar etwas ab, aber daran MUSS man sich sowas von nicht halten).
Das tun die Gesetze und im Zweifelsfall eben die Gerichtsinstanzen.
 
Es geht darum:...

Nee, SaarL, darum geht es nun wirklich nicht - da hast du was mißverstanden.

Das nennt man auch Ideologie: Ein Partikularinteresse als Allgemeininteresse ausgeben.

Das vorgegebene Allgemeininteresse ist, alles sagen zu dürfen, ohne dafür gerügt zu werden, das dahinter stehende Partikularinteresse ist, sich endlich mal wieder über "Türken-Bengel" auslassen zu können.
 
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