Abe81 schrieb:
Das war ein argumentatives Eigentor. Der Song, den die unerträglichen Hosen von Funny Van Dannen gecovert haben, soll eigentlich darstellen, dass Menschen individuell zum kotzen sein können und nicht, weil sie angehörige eines bestimmten Kollektivs sind...
Was mir durchaus klar war.
In deinem rassistischem Beispiel also: Die 'Türken-Bengel' waren nicht zum kotzen, weil sie 'Türken-Bengel' waren, sondern weil sie Arschlöcher waren.
Tja, und HIER greift, was in Deutschland so elementar falsch läuft.
Sagst du einem weißen Arschloch, dass es ein Arschloch ist, dann wird applaudiert. Sagst du einem dunkelhäutigen Arschloch dasselbe, dann wird die Rassistenkeule geschwungen. Schon deine Wortwahl "rassistisches Beispiel" lässt tief blicken. Du hast es selbst nicht begriffen. Du differenzierst an der falschen Stelle. Du akzeptierst Kritik nur, wenn sie in dein kleines dünnes Weltbild passt. Sobald Kritik an dunkelhäutigen Einzelfällen, deutscher/europäischer Asylpolitik oder an israelischer Siedlungspolitik aufkommt, schreist du Zeter und Mordio, bzw. schwingst die Rassisten-Keule.
Aber auch in diesem Beispiel ist ihr 'Benehmen' noch immer zu verteidigen gegen das rassistische Standardargumente, doch bitte in 'sein Land' zurückzukehren. Denn, hier wurde ja immer wieder von den wackeren Kämpfern des Deutschtums das GG oder der Rechtsstaat in Anschlag gebracht: Der verbürgt einem, auch solche Kritik an seinem Staat üben zu dürfen.
Das Grundgesetz verbietet nicht, solchen Nörglern eine nahe liegende Lösungen anzubieten. Ihnen passt nicht, wie etwas in Deutschland läuft? Sie weigern sich aber, aktiv am politischen Geschehen teilzunehmen? Dann heißt die Lösung: Geh dahin, wo du am politischen Geschehen aktiv teil nehmen willst & darfst.
...obschon sie vermutlich einen deutschen Pass hatten, also ebenso deutsch waren, wie die Rassisten in der Bäckerei.
Spekulation. Es gibt allerhand in Türken 2. Generation, die trotzdem keinen deutschen Pass haben... nicht, weil sie nicht können, sondern weil sie nicht wollen.
c137 schrieb:
Du verkennst das "-ist" bzw. "-ismus".
Nein. Christ, Buddhist, Hindu(ist), Shintoist... da zeichnet sich ein sprachliches Muster ab, oder? Der ...ist ist derjenige, der einer bestimmten Religion folgt.
Aber die Gleichsetzung Moslem mit Islamist (im herkömmlichen Sinne) ist einfach so nicht richtig.
Sprachlich ist sie vollkommen richtig, sogar auch nach muslimischer Lehrmeinung. Hotzenplotz hat dir ja eine Quellenangabe geliefert.
Ist übrigens auch so eine Taktik vom rechten Rand, gleich alles was nach Gegner aussieht in der allerlinkesten Ecke zu vermuten.
Wenn du rechts außen bist, dann kann rechts von dir kein Gegner sein... von daher....
Was heterosexuellen weißen männlichen Sportlern noch lange nicht das Recht gibt, genauso ätzend oder ätzender zu sein.
Nein, aber es sollte der Bevölkerung die Augen öffnen. Es sollte den Nazi-Beißreflex mal eindämmen. Wenn eine lesbische, schwarze Behinderte sich ätzend benimmt, dann muss man es ihr auch so direkt sagen dürfen, ohne vom Umfeld gleich die Nazi-Keule zu bekommen.
Aber egal, wie viele Probleme beim Differenzieren Deutschland so hat, HIER wird ganz schnell differenziert: War das Ziel der (berechtigten) Kritik Ausländer, Minderheit, Moslem oder Jude? Dann ist die Kritik Nazi-Zeug und darf so nicht existieren...