Phys. defekte HD - Platter austauschen?

Der-Boon

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Ahoi!

Uns ist eine Spinpoint F1 1TB in nem externen Gehäuse runtergefallen und seither macht das Ding nur noch so klackende Geräusche beim Einschalten, denke der Lesekopf ist irgendwie verformt/verschoben :(

Um das Ding professionell retten zu lassen sind die Daten nicht wichtig genug bzw die Rettung zu teuer. Jedoch hätten wir Zugang zu einem Reinraum und 2 weitere HDs vom gleichen Typ zum "opfern".
Lohnt sich da evtl ein Versuch, einen Teil von der Kaputten HD in eine andere einzubauen?
Muss man was spezielles beachten dabei?

Danke für Eure Meinungen dazu :)
 
Denke nicht dass du da viel erfolg haben wirst, wenn die hdd rutnergefallen ist dann wird sicher der schreib/lesekopf auf der platte aufgeschlagen sein, deshalb ist nicht nur der schreib/lesekopf hinüber sonder auch die platte selber wo er aufgeschlagen ist, zudem wird wahrscheinlich durch den aufschlag mikropartikel von der platte weggeschlagen die dann noch mehr zerstörung verursachen. allerdings wenn euch keine unkosten entstehen könnt ihr es just4fun mal versuchen, rechnet euch halt nicht zuviele erfolgschancen aus.
@0w1p da sind keine Kosten gelistet bei Hardwaredeffekte! also nix was mit reinraum zu tun hätte, denn da wirds richtig teuer (kunde von uns mußte sowas machen lassen - 1200€ und das obwohl sie ein schönes backupsystem haben, tja wenn man die 5min für die datensicherung nicht investieren will...)
 
Zuletzt bearbeitet:
Dreht die Platte überhaupt noch hoch?
 
Baue einfach die Spindel mit den Scheiben in eine gute Platte um.
Aufpassen dass die Schreib/Leseköpfe nichts abbekommen.
Das sollte im Vergleich zu einer prof. Datenrettung spottbillig werden.
Bei physik. Beschädigungen mußt Du aber einem geringen Datenverlustrechnen.
 
Wenn hier auf der CB schon davor gewarnt wird, Platinen baugleicher Festplatten untereinander zu tauschen, da nicht garantiert werden kann, dass man wirklich absolut baugleiche Teile hat und hier schon das Einschalten mit einer anderen Platine dazu führen kann, dass die Daten unrettbar verloren sind, so glaube ich kaum, dass Du mit einem Reinraum und 2 anderen Platten auch nur einen Hauch einer Chance hast.

Schraub einfach mal eine alte Schrottplatte auf und schau Dir die mechanischen Strukturen an, da siehst Du dann erst einmal auf was Du dich einlässt und mir wäre so, ohne Spezialwerkzeug, keine praktikable Möglichkeit bekannt, die Schreib/Leseköpfe zu demontieren ohne das sie "zusammen schnappen".

Eine Festplatte ist einfach kein 20 Jahre altes Auto an dem man mal kurz mit Hammer und Schraubenschlüssel Hand anlegen kann um es zu reparieren. ;)

Wenn Dir deine Daten lieb sind geh zu nem Profi, wenn Du drauf verzichten kannst und Du das Geld für die Festplatten nicht scheust dann zerleg das Ding. Erfolg wirste zu 99.9% nicht haben.
 
Hallo,

Bein einem Crash verschieben sich entweder die Platten unter dem Spannring und die Tracks sind nicht mehr konzentrisch zur Motormitte. Oder die Köpfe schlagen auf und die empfindliche Aufhängung verbiegt sich, was zur Folge hat, dass die Flughöhe sich verändert und die Magnetfelder auf de Platte nicht mehr gelesen werden können.
In den selteneren Fällen ist es die Platte selbst, wenn die Spuren am äusseren Rand beschädigt wurden, die enthalten die reservierten Bereiche, die zum Starten nötig sind...ansonsten werden nur Datensektoren/spuren beschädigt.

In der Fertigung kann als Nacharbeit das entsprechende Bauteil wieder ausgebaut werden. Allerdings erfolgt das immer mit dem Löschen aller Platten und späterem Neudefinieren der Tracks auf dem Servowriter.

Die Spinpoint hat auchkein Ramp Load/Unload, deshalb kann der Actuator nicht so leicht ausgetauscht werden wie bei Hitachi/WD und den aktuellen 2.5" Drives. Beim herkömmlichen Parken auf der Platte befindet sich der Kopf am Innendurchmesser und "parkt" auf einer mit Laserbeschuss "aufgerauhten" Landezone. Ein Schieben über stehende Platte würde die Kopfaufhängung verbiegen, was den gleichen negativen Effekt hat, wie oben beschrieben.
Platten mit Köpfen, die auf der Platte landen, müssen daher bei laufender Platte entladen werden, dazu benötigt man Vorrichtungen, die eine Art Kamm zwischen die Platten führen, auf den die Suspension (der Federarm, an dem der Kopf am Ende hängt) geschoben wird, nachdem der äussere Crashstop entfernt wurde. Liegen die Suspension auf dem Kamm, wird die ganze Vorrichtung aus dem Plattenstapel geschwenkt. An andere Stelle wird dann ein ähnlicher Kamm zwischen die Suspension geschoben, so dass man den Actuator von dem ersten Kamm herunternehmen kann. Anders herum muss der neue Actuator auch so wieder eingebaut werden...

Das wäre die einzige Möglichkeit, mit "Bastlergeschick" einen Versuch zu wagen, ist aber auch nur ein Versuch. Da die Spuren ja erhalten bleiben sollen, müssen die Achsen der Köpfe noch zufällig in einer Position stehen, in der die Track Following Funktionalität erhalten bleibt, also innerhalb einer gewissen Toleranz den Servospuren folgen kann. Die Feineinstellung (Gain Control) der neuen Köpfe muss zufällig in etwa gleich sein, wie die der vorherigen...und und und...

Wenn es die PLatten verschoben hat, gibt es keine Möglichkeit für Bastelmethoden. Das Loch in der Platte ist um einige Zehntel größer als das der Motornabe....die Plattenspuren sitzen in einem Abstand von wenigen tausendstel Millimetern nebeneinander, einmal ausser Mitte oder der Spannring vom Plattenstapel entfernt und die Konzentrität ist verloren, bei mehreren Platten geht, noch schlimmer, die dreidimensionale Zylindrische Zuordnung verloren . Den ganzen Stapel mitsamt Motor kann man auch nicht austauschen, weil... man kommt nur an die Schrauben, die den Motor halten, wenn man...die Platten abnimmt. :evillol:
leider beisst sich hier die Maus in den Schwanz.


Dann viel Spass beim Basteln..

Gruss Pete
 
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