Politische Mitwirkung in Deutschland erhöhen

Partizan

Commander
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Hallo,

habe mir einige Gedanken bzgl. den politischen Mitbestimmungen in Deutschland gemacht. Mir fiel auf, dass im Grunde bis auf die Bundestagswahlen wenig wirkliche Mitbestimmung herrscht. Oder gibt es sonst noch Dinge wo sich die Bürger einbringen dürfen? zB der Volksentscheid über Stuttgart 21, der nicht richtig durchgezogen wird?

Was meint ihr: Sollte sich Deutschland bspw. die Schweiz zum Vorbild nehmen und eine direktere Demokratie forcieren? Wo lägen die Vor- und Nachteile? Gibt es überhaupt Nachteile?

Ein Vergleich zwischen repräsentativer und direkter Demokratie wäre in diesem Falle auch sehr interessant.

Deutschlands beschnittene Demokratie, so nenne ich das mal, ist ja wie das Grundgesetz eine Folge des zweiten Weltkriegs ... noch einmal wollte man dem Volk nicht die Macht geben, so etwas zu wiederholen. Oder gibts da noch mehr Gründe?

Ist das nicht längst überfällig in euren Augen?

Die Schweizerische Demokratie hat sich meiner Meinung nach nämlich eindeutig bewährt.

Also fasse ich meine ganze Ausführung mal zusammen:

Sollte man die Teilnahmemöglichkeiten nicht vergrößern? Das Volk mehr entscheiden lassen?
 
Ob "beschnittene" oder "unbeschnittene" Demokratie, es wird immer Leute geben, die, wenn sie Macht verliehen bekommen, einfach nur noch Mist zusammenreimen. Nehmen wir uns mal Herrn Westerwelle und seine tolle Partei zum Beispiel. Die haben soooo große Versprechungen gemacht vor den Wahlen; und haben nichts geschafft.
Das Problem müssen wir in Deutschland erstmal überwinden!
 
Genau sowas könnte man mit der direkten Demokratie zumindest teilweise einschränken!
 
Man muss die Sache halt wirklich differenzieren, wenn du dir mal gewisse Standpunkte aus der deutschen Mittelschicht zu Gemüte führst, gibt es nunmal Bereiche die über eine direkte Volksabstimmung nicht zu regeln sind, weil unpopulär aber nötig, wie damals die Agenda 2010 (gogoFlame).

Ich denke das es durchaus Gesichtspunkte gibt in denen das Volk mehr Recht haben sollte was Mitbestimmung angeht, wie zB die AKW Laufzeiten, Jugendschutzgesetzt and so on.

Was die Sache halt wirklich interessant machen würde, gerade in Zeiten wie diesen wäre die Möglichkeit nach X Kommunal- bzw Landtagswahlen die wirklich einen gegenseitigen Trend zur derzeitigen Regierung zeigen, vonseiten des Volkes eine Neuwahl anzuregen.

Das Schweizer System halte ich aber für zu umständlich und in Deutschland so nicht durchführbar aufgrund des Charakters der Deutschen.

MfG Mr.PeGGle
 
Nachteile:
Es beginnen Leute Dinge zu entscheiden, ohne sich darüber zu informieren oder auch nur ansatzweise Ahnung davon zu haben.
Bestes Beispiel Kernkraft. Das war ja indirekt politische Mitwirkung über Demos.
Das war Quasi Mode oder einfach nur Hysterie, die da entschieden hat und nicht die Vernunft.
Wenn das die Art wird, Dinge zu entscheiden, sehe ich schwarz.
Aber genau das würde wohl passieren, so schön natürlich Mitspracherecht wäre.

Agenda 2010 ist auch ein gutes Beispiel, stimmt.
 
ok ... fangne wir mal an ... schau dir mal die wahlbeteiligung der "Schweizerische Demokratie " an ... wenn du jedne verdammten sonntag was wählen gehen müsstest hättest du irgednwann auch keine lust mehr ...

Dazu haben die rechten Parteien zB gerade in der Schweiz viel zuspruch und können durch die oft anstehenden wahlen immer wieder punkten.

Das problem liegt meiner Meinung nach nicht in der Entscheidung , sondern viel mehr im Interesse bzw im desinteresse das viele Deutschen an der aktuellen Politik haben.

Es gibt immer weniger Menschen die sich politisch engagieren, also RICHTIG engagieren nicht allehalber ma auf ne Demo sondern zB in eine Partei bzw dessen Jugendorga mitarbeiten.

Ich zB mit Mitglied der Ju und CDU und kann durch die Positionen , die ich inne habe sehr wohl die Politik mitbestimmten.

Jetzt werden einige sagen : JA du bestimmt die Politik mit, die dir deine PArtei vorschreibt..

Ja vll ABER wenn mehr leute sich zB auch bei dne Grünen Linken oder sonst wo engagierne würden , gleicht sich das ja wieder aus.

Es lesen heute vll 1 von 10 jugendlichen zwichen 16- und hmh 25 wirklich noch eine Tageszeitung und ich mein da net die Bild oder sonst was sondern Kaliber wie die ZEIT zB.

Was bringt es einen haufen direkter Abstimmungen über bestimmte Themen zu haben , wenn 1. Sich keiner dafür interessiert und 2. Noch weniger Leute Ahnung davon haben.
 
Sehe es genau so wie Lar337. Leute die keine Ahnung haben sollten auch nicht direkt entscheiden und das sind nunmal zu viele Bürger hier in Deutschland. Die Grünen haben ncith so viele Stimmen, weil sie gute Politik machen. Der einzige Grund ist, dass sie gerade die Stimmung der Leute treffen.
 
Das größte Problem ist doch nicht die fehlende Mitbestimmung, sondern einfach das Desinterresse der Regierenden am Volk, bzw dass unsere Wahlen alle 4 Jahre das Meinungsbild der Zeit der Wahl wiederspiegeln mehr aber auch nicht.

Bestes Beispiel ist doch die FDP, 1 Thema das gefällt 14% bei der Bundestagswahl und heute sind sie wieder da wo sie hingehören.
 
Ich sag immer der Fehler der Demokratie is , das gewählt werden muss.
 
Für mich ist die BRD keine Demokratie, denn die Regierungsmacht geht nicht vom Volk aus, ganz einfach. Es bestimmen nur Abgeordnete, die ihre eigene Meinung bzgl. Themen haben und nicht (oder oft) im Sinne des Volkes (des Pöbels :rolleyes:) handeln.
 
Was bringt es einen haufen direkter Abstimmungen über bestimmte Themen zu haben , wenn 1. Sich keiner dafür interessiert und 2. Noch weniger Leute Ahnung davon haben.

Richtig und ich finde auch, dass sich zu viele Leute zu schnell von den Medien lenken lassen und nicht tiefgründiger sich mit der Sachlage beschäftigen. So kann es schnell zu unüberlegten Entscheidungen kommen, die man im Endeffekt nicht haben wollte.

Aber ich stimme auch denjenigen zu, die behaupten, dass in der Politik leider zu viel versprochen und zu wenig verwirklicht wird. Aber eines sei gewiss, auch die Parteien sind besorgt darüber, dass das politische Interesse zu gering ist.
 
"Beschnittene Demokratie": Tja, und wie war das mit dem Frauenstimmrecht? Schweizer Wahlrecht ist Populärdemokratie. Man läuft Gefahr, das Leute bestimmen, die sich mit einem Thema überhaupt nicht auseinandergesetzt haben.

Da bin ich eher dafür, das bevor man seine Stimme abgeben darf, einen Wal-O-Mat durchlaufen muß.
 
Für mich ist die BRD keine Demokratie,

Das is Falsch, wir sind halt nunmal eine repräsentative Demokratie und verantwortlich für die Richtung in welche unser Land sich entwickeln soll, durch die Wahl einer Partei die nach Möglichkeit ihr Parteiprogramm durchsetzt. Wenn die Leute sich mehr mit den Parteien beschäftigen würden wäre unser ganzes System vielleicht ein wenig ersichtlicher.

Und es gibt einfach Entscheidungen die gegen den Willen des Volkes getroffen werden müssen, weil es nötig ist.
 
Habe auch schon mal mit solchen Gedanken gespielt. Vielleicht fehlt es auch an einer vierten Gewalt, welche die Politik mehrheitlich überwacht bzw. diese verbessert. Das Internet hat alles modernisiert, ausser der Aufbau von Staaten nicht. Das Volk wäre heute viel aufgeklärter als damals, als man jemanden gewählt hatte, der dann die Meinung auf dem "Lande" vertritt und alles.

Twig schrieb:
ok ... fangne wir mal an ... schau dir mal die wahlbeteiligung der "Schweizerische Demokratie " an ... wenn du jedne verdammten sonntag was wählen gehen müsstest hättest du irgednwann auch keine lust mehr ...

Dennoch ist das Schweizer System erfolgreicher...

miac schrieb:
"Beschnittene Demokratie": Tja, und wie war das mit dem Frauenstimmrecht? Schweizer Wahlrecht ist Populärdemokratie. Man läuft Gefahr, das Leute bestimmen, die sich mit einem Thema überhaupt nicht auseinandergesetzt haben.

Da bin ich eher dafür, das bevor man seine Stimme abgeben darf, einen Wal-O-Mat durchlaufen muß.

Mit so einem Wal-O-Mat führst du das Schweizer System wieder ad-absurdum. Es basiert auf dem gesunden Menschenverstand und der Intelligenz der Gemeinschaft. Okay, in Deutschland vielleicht auch nicht so vorhanden. Darüber lässt sich streiten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da hast du recht , brandt zB oder Schmidt .. die hatten noch Rückgrad .. die haben entscheidungne getroffen die sich erst 10 oder 15 jahre später ausgezahlt haben und haben nicht direkt an die wiederwahl gedacht.
 
Am besten wäre es, wenn es keine fixen Parteien gebe, sondern zu jeder Wahl immer selbstständig neue Gruppierungen zusammenschließen. Diese Gruppierungen, haben immer ein Wahlprogramm, bestimmte Probleme die gelöst werden sollen und sollen sich Aufstellen. Sobald bestimmte Gruppen gewählt sind, sollen sie für die Mehrheit der Wähler, die Probleme lösen, anstatt anderen irwas vorzuwerfen.
Es bringt keinen etwas, wenn es Parteien mit einem König gibt, der im Endeffekt dann wieder Feudal herrscht.
Man kann vllt da noch viel ausreifen, ist aber so ca ein gutes Konzept.

Das Problem an Österreich oder Deutschland ist, dass vor der Demokratie die Menschen einen Kaiser oder König gewöhnt waren. Das setzt sich eben fest in den Köpfen.
Das nächste Problem der Politik ist die daraus enstehende Stammwähler, die egal was passiert immer das gleiche Wählen.
Da viele in eine gewisse Ohnmacht fallen, ist es oft einfach, seine Stimme einen anderen zu geben, um eine Orientierung zu bekommen.
 
Ach mei, da kann man jetzt endlos diskutieren - just my 2 cents...

...das mit der Schweiz kannst imho kaum vergleichen. Die Schweiz ist winzig(dazu noch viel Hochgebirge ohne nennenswerte Besiedelung). Bei 80Mio Deutschen kannst nicht mal eben per Handzeichen abstimmen.

...mein zweiter Punkt. Wir dürfen nichtmal unsere bekackte Exekutive wählen...Kanzler wählen, das wäre nun wirklich nicht zuviel verlangt.
Für das Parlament auch nur von einer Liste, die die jeweiligen Parteien vorher ausgekungelt haben bzw. einen Direktkandidaten der sich häufig mehr oder weniger hochgeschlafen hat, um an einen Wahlkreis zu kommen.
Das Grundgesetz stink in dieser Hinsicht. Zwar historisch begründet, aber 1949 is schon ne Weile her. Daran wird sich aber nix ändern. Die Chance wurde 1990 ganz bewusst vertan.
 
Zuletzt bearbeitet:
unique28 schrieb:
Habe auch schon mal mit solchen Gedanken gespielt. Vielleicht fehlt es auch an einer vierten Gewalt, welche die Politik mehrheitlich überwacht bzw. diese verbessert..

Naja, das ist dann aber wieder jemand der Entscheidet oder ?
Das ist ja das Problem. Man bringt solche Lösungen, die im Endeffekt ein System erweitern, aber nicht wirklich Verbessert.
Eigentlich sollte die Presse diese Gewalt sein, aber das Problem ist, dass den meisten Medien das Geld wichtiger ist, als die Politik.
 

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