Je mehr ich drüber lese und Nachdenke desto fishiger wirds. Meine Überlegungen:
- Android 15 based, und damit verzicht auf neue privacy settings die es in 16PR2 gibt. Upgrade auf AOSP16? Nicht zu sehen, nichts zu hören.
- 3 Jahre Update und 5 Jahre Security... Wärend ich bei Pixel + GrapheneOS mindestens 7 Jahre sorglos bin UND die aktuellere Software habe.
- der vewendete SoC bekommt 2-3 Jahre Support. Im Anschluss wars das, auch Treiber werden nicht mehr gefixed. Wie da 7 Jahre Securitypatches sichergestellt werden soll: Keiner weiß es.
- Anreihung von Buzzwords aus der pseudo IT-Sec Richtung, ohne auf Details einzugehen. Da werden von 2 Bereichen gesprochen und diese als Feature beworden. Jedes Android kann mind. 2 Userprofile nutzen, wo ist der Benefit?
- Punkt. möchte einen Appstore mit geprüfter Software anbieten. Als kleines Unternehmen. Wie sehen die Vorraussetzungen aus? Auf was wird geprüft? Wie wird geprüft? Keine Infos dazu.
- Sicherheit und Privacy als Focus, dann aber Mediatek Hardware verwenden. Wieso ist das relevant?
Nun (zusammenfassung mithilfe von Google Gemini):
- Das Problem: Sicherheitsforscher (u.a. von Ledger Donjon) haben eine Schwachstelle im Boot ROM des Dimensity 7300 nachgewiesen. Der Boot ROM ist der allererste Code, der beim Starten des Prozessors ausgeführt wird – er ist fest in das Silizium eingebrannt.
- Der Angriff: Durch gezielte elektromagnetische Störimpulse (Fault Injection) beim Startvorgang kann die Sicherheitsüberprüfung des Chips umgangen werden.
- Die Konsequenz: Ein Angreifer mit physischem Zugriff kann volle Kontrolle über das Gerät erlangen, noch bevor das Betriebssystem geladen ist. Er kann eigene, bösartige Software als "vertrauenswürdig" laden.
- Warum das katastrophal ist: Da der Fehler im Read-Only Memory (ROM) der Hardware liegt, kann er nicht durch ein Software-Update behoben werden. Google-Chips haben zwar auch theoretische Angriffsflächen, aber keine vergleichbar triviale, permanent offene Hintertür auf dieser Ebene.
Und nun der Catch: Punkt. verwendet für die Ablage von Keys keinen separaten Securitychip wie z.b. Titen M von Google, sondern verwendet die ARM TrustZone. Diese liegt aber integriert im SoC.
Nachteil: Wenn der Hauptprozessor (wie oben beschrieben) kompromittiert wird, fällt oft auch die Sicherheit der TrustZone.
Mein Fazit: Hier wird versucht dem Kunden Geld mit falschen Versprechungen aus der Tasche zu ziehen. Wenn ich ein Datenschutzfreundliches Gerät haben will, welches Sicher designed ist, dann ist DAS hier das letzte Gerät welches ich in erwägung ziehen würde! Das ganze Ding klingt für mich kurz vor Beschiss, da dinge Verkauft und Versprochen werden die nicht erfült werden können.
EDIT: Ich hb grade einen Heiseartikel (hnter Paywall, daher kein Link) zum Vorgängergerät gefunden. Um mal daraus zu Zitieren:
"AphyOS basiert auf Android 13 – der ältesten von Google noch unterstützten Version. Damit hängt es zwei Versionen hinter dem aktuellsten Android 15 hinterher, Android 16 soll diesen Sommer erscheinen.
Die alte Betriebssystem-Version war jüngst
Ziel einer als gefährlich eingestuften Sicherheitslücke, die von Angreifern ausgenutzt wurde, um Schadcode ohne Benutzerinteraktion auf das Gerät aufzuspielen. Das Android Open Source Project (AOSP) liefert eigentlich Sicherheitspatches aus, um Lücken wie diese zu schließen.
Sein letztes Update erhielt AphyOS allerdings im Oktober 2024, den letzten Sicherheitspatch von Android 13 sogar im April 2024 – Stand vor der Veröffentlichung des Punkt MC02. Wir haben bei Punkt nachgefragt, wann und ob ein Update geplant ist. Wann genau ein Update auf Android 14 oder neuer erfolgen soll, konnte man uns aber nicht mitteilen. Es stünde auf der Roadmap."
Oder auch:
"Über Apostrophys eigene Download-Plattform "AphyStore" lädt man weitere Open-Source-Apps herunter – zumindest theoretisch. In der Praxis sind nur zwei verfügbar: OiTube als Musik-Player und NewPipe als YouTube-App. Beide Versionen sind im AphyStore mit mehr als 13 Monaten veraltet (Stand: Anfang Mai). Der AphyStore wird offensichtlich nicht gepflegt. Auch eine Bezahlfunktion für mögliche kostenpflichtige Zusatzprogramme fehlt."
Das Ding und die Firma sind offensichtlich Kernschrott oder wenig kompetent.
EDIT 2:
Um der Firma eine Chance zu geben sich zu erklären habe ich folgende Anfrage an die Firma gestellt, mal sehen ob da was zurückkommt. Von einer auf Datenschutz setztende Firma sollte Transparenz ja ein bestandteil des Vertrauenskonzeptes sein.
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Interesse habe ich der Presse entnommen, dass Ihr Unternehmen ein neues Premium-Smartphone vorgestellt hat, dessen Fokus explizit auf Privatsphäre und Datensicherheit liegt.
Da diese Aspekte für meine Kaufentscheidung essentiell sind, habe ich die technischen Spezifikationen geprüft. Dabei haben sich mir einige kritische Fragen ergeben, insbesondere bezüglich der Hardware-Wahl. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir folgende Punkte näher erläutern könnten:
Sicherheitslücke im SoC (Boot-ROM): Das Gerät verwendet den MediaTek Dimensity 7300. Für diesen Chipsatz ist eine nicht patchbare Sicherheitslücke im Boot-ROM bekannt, die physischen Zugriff und damit potenziell Vollzugriff auf das Gerät ermöglicht. Wie mitigiert Ihr Unternehmen dieses hardwareseitige Risiko? Haben Sie zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen implementiert, um diesen Angriffsvektor zu neutralisieren?
Architektur (TrustZone vs. Secure Element): Da der Dimensity 7300 primär auf die ARM TrustZone setzt, könnte die oben genannte Boot-ROM-Lücke die gesamte Sicherheitsarchitektur kompromittieren. Planen Sie für zukünftige Revisionen oder Modelle den Wechsel auf andere SoCs oder den Einsatz eines dedizierten Sicherheitschips (Secure Element), um die Abhängigkeit von der TrustZone zu verringern?
Prüfung im App Store: Sie werben mit einem kuratierten App Store. Welche konkreten Sicherheitskriterien legen Sie hier an? Erfolgt die Prüfung der Apps ausschließlich automatisiert oder auch manuell, und wie tiefgreifend ist die Analyse des Quellcodes auf potenzielle Backdoors oder Tracker?
Langzeit-Support für Treiber (EOL-Problematik): Erfahrungsgemäß bietet MediaTek für seine Chipsätze oft nur 2 bis 3 Jahre Treiber-Support (Board Support Package). Wie stellt Ihr Unternehmen sicher, dass auch nach dem "End of Life" des SoCs seitens des Herstellers weiterhin kritische Sicherheitspatches auf Treiberebene implementiert werden können, um die Sicherheit des Geräts langfristig zu gewährleisten?
Android-Version und Update-Pfad: Nach Ihren Angaben wird das Gerät mit Android 15 ausgeliefert. Da aktuell bereits Android 16 verfügbar ist und neue Privacy-Features bietet: Ist ein zeitnahes Update auf Android 16 geplant, und gibt es bereits eine Roadmap, wann damit zu rechnen ist?
Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung meiner Fragen und die technische Einordnung.
Mit freundlichen Grüßen