oskdueh schrieb:
du hast mein ego vergessen :-)
es soll sodann der 5965WX-er werden.
der nutzt sicher auch intern octa-channel, ja ?
Streich das mit dem "internen Quad/Octa-Channel" am besten, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Es geht einfach nur darum dass die einzelnen CCDs nur eine maximale Bandbreite von ~64 GB/s zum IO-Die haben während DDR4 3200 im Octa-Channel theoretisch ~200 GB/s liefern kann. Das ist nicht nur bei Epyc/ Threadripper so sondern generell bei allen Zen Chiplet-CPUs (bei den neueren AMDs mit DDR5 sind es jetzt ~100 GB/s per CCD), bei Intel liegt die Bandbreite theoretisch etwas höher aber wird für die einzelnen Kerne dann auch wieder durch den Cache limitiert, genaue Zahlen kann ich dir da nicht nennen. Zudem hast du auch noch pro Kern weitere Limits (ich vermute vor allem durch den Cache) weswegen real die tatsächlich genutzte Bandbreite eines Threads nochmal unter dem theoretischen Maximum liegt.
Deswegen hast du bei den Xeon Scalable 1-3 gen auch "nur" 6 Memory-Channel, bei den normalen 3rd gen sowie 1+2 gen Threadrippern nur 4 Channel weil mehr einfach keinen Sinn gemacht hat und auch die "dicken" aktuellen Epycs und Xeon S können ihre 12 Channel DDR5 nur über die ganze CPU verteilt ausfahren und haben pro Kern deutlich weniger Bandbreite. Es gibt mittlerweile spezielle Epyc-CPUs deren CCDs doppelt an den Memory-Controller angebunden sind und damit >200 gb/s Bandbreite pro CCD erreichen können aber da sprechen wir von Neuwagen-Preisen (und nochmal ein zweiter Neuwagen dazu für den DDR5).
Das heißt auch konkret: wenn du keine Anwendungen hast die parallel auf >4 Cores (und auch dann nur wenn sie nicht untereinander agieren müssen weil dann wieder Daten über den Interconnect geschoben werden) maximale Bandbreite fordern (und die einzelnen Kerne bzgl. Compute mithalten) bringt es dir halt abgesehen von Bragging-Rights nichts eine entsprechend dicke CPU + schnelle Vollbestückung aller 8 Channel anzustreben. Die CPUs sind vor allem für stark parallelisierte Aufgaben gedacht.
Aus persönlicher Erfahrung: wenn dir Compute auf einer VM zugeteilt wird seitens einer Firma oder Universität hast du am Ende realistisch auch deutlich geringere Bandbreite selbst wenn die Hostsysteme iwelche Monster sind weil du dir die 6-12 Channel halt mit anderen Leuten teilst und es klappt ja trotzdem, am Ende ist meistens die reine Compute-Leistung der limitierende Faktor. Persönlich nutze ich meinen PC mit Ryzen 7900X3D (trotz 20 Kernen weniger rd. 2/3 der Leistung eines 5975WX) mit 64GB DDR5 6000 mt/s auch als Host für 2-3 (Gaming-)VMs aber auch ein paar anspruchsvollere Anwendungen (nicht für mich) und bevor Ram-Bandbreite hier zu einem Problem wird (kann durchaus sein dass in einigen Spielen da weniger Frames bei rumkommen aber das ist eher mess- als spürbar) geht der CPU oder Grafikkarte die Puste aus oder es scheitert am insg. verfügbaren Ram.
Am Ende natürlich deine Entscheidung, ich wollte es nur nochmal erläutern bzw. auch sagen dass es wahrscheinlich wenig Unterschied macht (wofür das System genutzt wird kann ich aus dem Thread nicht nachvollziehen) bevor du jetzt fast 1k€ für die CPU und nochmal 500-1k€ für Ram ausgibst.
Kleiner Tipp am Rande: wenn du dich mit teils proprietärer Hardware anfreunden kannst macht es finanziell ggf. mehr Sinn dein vorhandes Mainboard zu verkaufen und Ausschau nach einem Lenovo P620 mit Threadripper Pro deiner Wahl zu gucken, die gibt es immer wieder inkl. teils ganz guter GPU + SSD und mit ~64GB Ram für 1700-2500€ (je nach Threadripper-Generation) und nach Verkauf der nicht benötigten Teile kommt man da auf quasi unschlagbare Preise für das Gesamtsystem.
IBISXI schrieb:
Was so ein Sys im Idle aus der Dose lutscht ist Dir auch klar?
Mit ca. 300W je nach Ramtakt und Systembestückung musst Du rechnen.
Wobei das ja auch sehr abhängig vom System/ Mainboard ist, gibt durchaus Boards mit denen Epyc Milan + 8 Dimms deutlich unter 100w bleiben, ein Lenovo P620 braucht lt. Tests zB auch nur rd. 150w im Idle trotz dicker Grafikkarte