News Quick Charge 5: Qualcomm lädt Smartphones mit 100 Watt und mehr

Luthredon schrieb:
Das ist schon klar, aber das ist außerhalb der Specs und deshalb weißt du nicht, wie gut die Ladelogik bei zu niedrigerer Spannung überhaupt den Ladevorgang kontrolliert.
Jetzt muss ich auch nochmal meinen Senf dazu geben, schließlich habe ich das mit den 4,5V ja ursprünglich geschrieben ;).
Normale (nicht Schnelllade-) Netzteile werden eigentlich immer mit 5V und 2A angegeben, aber kaum eines hält sich auch wirklich daran. Das Originalladegerät von meinem Mi A2 lite liefert 5,25V, das von einem Kumpel (selbes Gerät) 5,15V. Ein anderes älteres Netzteil das ich hier noch rumliegen habe 4,7V. Die wären ja somit auch alle außerhalb der Spezifikationen. Und auch ein längeres Kabel sorgt, wie Vindoriel schon geschrieben hat, für einen Spannungsabfall.

Die Ladeelektronik in einem Smartphone muss mit all dem umgehen können und das tut sie auch. Ich habe mein erstes Handy, HTC One, über fünf Jahre so geladen und mein jetziges Mi A2 lite gut zwei Jahre, alles ohne Probleme (iPhone 7 von einem Kumpel funktionierte auch). Und wenn die Ladeelektronik nicht damit umgehen kann, dann schaut sie auch nicht einfach weg und lässt das Handy explodieren sondern macht das was sie soll nämlich abschalten :D. So ists bei meinem Fire HD 10, das einzige Gerät das ich kenne das die Ladung verweigert.

Sind natürlich nur meine Erfahrungen aus den letzten Jahren. Aber ganz im Ernst, was soll passieren? Man läd mit deutlich geringen Strömen als üblich, bei einer geringeren Spannung, die nicht ausreicht das Handy voll zu laden, weil die Spannungsdifferenz einfach zu gering wird. Ich mache das ja gerade deshalb, damit der Handyakku keine hohen Spannungen erreicht, die die Lebensdauer verkürzen. Und zwar egal wie lange das Handy angesteckt ist.
 
Fazertron schrieb:
Jetzt muss ich auch nochmal meinen Senf dazu geben, schließlich habe ich das mit den 4,5V ja ursprünglich geschrieben ;).
Oh sorry, ich dachte ich hätte dir die Antwort gegeben. Na wie auch immer ...

Normale (nicht Schnelllade-) Netzteile werden eigentlich immer mit 5V und 2A angegeben, aber kaum eines hält sich auch wirklich daran. Das Originalladegerät von meinem Mi A2 lite liefert 5,25V ...
Das stimmt und das ist hauptsächlich der schlechten Kabelqualität vieler microUSB-Kabeln geschuldet. Die Kabellänge ist dabei meist nicht das Problem, sondern die hohen Übergangswiderstände der unteririschen Kontaktierung mit den Steckern. Da wird ja nix mehr gelötet, sondern nur noch gecrimpt, meist durch die Isolation hindurch. Dann den ganze Stecker verschweißen und nach uns die Sintflut :). Solche Kabel verändern sogar den Stromfluss, wenn man sie biegt und an ihnen wackelt - ein Albtraum für die Elektronik.

Die Ladeelektronik in einem Smartphone muss mit all dem umgehen können und das tut sie auch.
Stimmt, DAMIT kann sie umgehen, weil sie überhaupt GUT versorgt ist und arbeitet. Der Ladeelektronik ist es sozusagen egal, ob noch 5,25V, oder nur nur 5,15V, oder auch 4,95V ankommen. Regeln muss sie sowieso. Aber bei 4,5V ist halt nicht mehr sichergestellt, dass sie das kann. Ich weiß nicht wie ich das noch ausdrücken soll, damit das verständlich wird. Deine Logik klingt wie "Ich kann meinen Monitor nicht dunkel genug stellen. Jetzt schließe ich ihn an 170V statt 230V, dann wird er automatisch dunkler." Nein, er wird gar nicht funktionieren.

Und wenn die Ladeelektronik nicht damit umgehen kann, dann schaut sie auch nicht einfach weg und lässt das Handy explodieren sondern macht das was sie soll nämlich abschalten :D.
Das macht nicht die Ladeelektronik, sondern eine zusätzliche Sicherung gegen Unter- und Überspannung, die gesetztlich vorgeschrieben sogar oft mit dem Akkupack verbaut ist. Eben weil man einer 'selbsttickenden Logik' nicht 100% vertraut - weil sie z.B. wegen Unterspannung versagt :D - gibt es eine einfache, analoge, diskrete, 'dumme' Schaltung aus zwei MOSFETs, die diese letzte Sicherung übernimmt. Nochmal: eine 4,2V-LiIon-Zelle explodiert auch, wenn sie dauerhaft 4,5V ausgesetzt wird.

Sind natürlich nur meine Erfahrungen aus den letzten Jahren. Aber ganz im Ernst, was soll passieren?
Es wird dir niemand sagen können, was passieren kann, wenn du ein Gerät außerhalb der Specs betreibst. Ich will auch hier nicht den Teufel an die Wand malen, wahrscheinlich geht deine 'Methode' meist gut. Aber es ist eben keine nachahmenswerte Weise, den Akku zu schonen. Betreibt man den Lader im Handy mit seinen nominalen 5V, sorgt der für bestes Akkuhandling. Wie gesagt, bei 5V wird der Akku selten 'schnellgeladen' und die Devise 'je langsamer, desto besser', ist einfach falsch. Und ich will jetzt nicht auch noch damit anfangen, dass es sogar ZU geringe Ströme gibt, die das Laden wieder schädlicher machen, als mit höheren (u.U. Bildung von kristalinen Strukturen an den Elektroden).
 
Luthredon schrieb:
Der Ladeelektronik ist es sozusagen egal, ob noch 5,25V, oder nur nur 5,15V, oder auch 4,95V ankommen. Regeln muss sie sowieso. Aber bei 4,5V ist halt nicht mehr sichergestellt, dass sie das kann.
Da kann man sich natürlich die Frage stellen, bis zu welcher Grenze bzw. in welchem Bereich es tatsächlich sichergestellt ist. 4,8V, 4,7V oder vielleicht doch 4,5V? Wirklich wissen kann man das ja anscheinend nicht. Da habe ich dann doch ausreichend Vertrauen in die Hersteller, dass sie für genug Puffer nach unten wie oben gesorgt haben. Mit einem "spannungsschwachen" Netzteil in Kombi mit einem billigen langen Kabel sollten sich 4,5V ja auch problemlos erreichen lassen. Bei Milliarden Handynutzern wird der Fall sicher schon ein paar Mal eingetreten sein :D.
Luthredon schrieb:
Das macht nicht die Ladeelektronik, sondern eine zusätzliche Sicherung gegen Unter- und Überspannung, die gesetztlich vorgeschrieben sogar oft mit dem Akkupack verbaut ist.
Danke für die Erklärung, das wusste ich nicht :).
Luthredon schrieb:
Und ich will jetzt nicht auch noch damit anfangen, dass es sogar ZU geringe Ströme gibt, die das Laden wieder schädlicher machen, als mit höheren
Sorry, da muss ich jetzt doch nochmal einhacken. Mir ist klar, dass "Schnellladen" ein sehr schwammiger Begriff ist und moderne Akkus problemlos hohe Ladeströme aushalten, wenn man die Verlustleistung in den Griff bekommt. Aber das langsames Laden sogar schädlicher sein kann als schnelleres Laden habe ich noch nirgendwo gelesen oder gehört. Auch zur "Bildung von kristallinen Strukturen" beim langsamen Laden habe ich auf die Schnelle nichts gefunden. Erbitte also Aufklärung :D Muss ja keine lange Erklärung sein, aber eine Quelle / Artikel dazu wäre nett.
 
Fazertron schrieb:
Da kann man sich natürlich die Frage stellen, bis zu welcher Grenze bzw. in welchem Bereich es tatsächlich sichergestellt ist. 4,8V, 4,7V oder vielleicht doch 4,5V? Wirklich wissen kann man das ja anscheinend nicht.
Naja, man kann aber davon ausgehen, dass man außerhalb der Specs nichts erwarten kann. Mit deiner Argumentation kannst du jedes Handy nassspritzen, auch wenn es nicht als wasserdicht gilt und sagen "jaaa, aber ob jeder Spritzer gleich einen Schaden verursacht ...". Wie gesagt, es muss nicht schiefgehen, es muss aber auch nicht gutgehen. Letzteres ist aber eigentlich das, was mich interessiert. Warum soll ich ein sinnloses Risiko eingehen? Ich bin allerdings auch Elektronikentwickler :). Meine Kunden würden sich mit einem "kann scho gutgehen" eher nicht zufrieden geben :D.

Aber das langsames Laden sogar schädlicher sein kann als schnelleres Laden habe ich noch nirgendwo gelesen oder gehört. Auch zur "Bildung von kristallinen Strukturen" beim langsamen Laden habe ich auf die Schnelle nichts gefunden. Erbitte also Aufklärung :D Muss ja keine lange Erklärung sein, aber eine Quelle / Artikel dazu wäre nett.
Auf die Schnelle finde ich jetzt auch nichts, aber die 'Entwicklung' der Akkuladerei bei LiIon war so, dass man früher den Akku eigentlich permanent an seiner Nennspannung angeschlossen lassen konnte. Der Strom ging ja quasi auf Null. Das wird aber von den Herstellern nicht mehr empfohlen. Stattdessen haben alle einigermaßen modernen Ladelogiken gleich 2 Abschaltmechanismen eingebaut. D.h. schon mal, dass der Akku tatsächlich komplett von der Quelle getrennt wird. Einmal passiert das, auch aus Sicherheitsgründen, wenn der Ladevorgang zu lange dauert und vorher wird aber schon abgeschaltet, wenn der Ladestrom unter einen gewissen Wert sinkt (hängt natürlich vom Akku und Gerät ab). Man kann das selbst mit so einen USB-Meter ganz gut nachvollziehen, im einfachsten Fall mit einer Powerbank (eignet sich gut, weil sie quasi nur die Ladeelektronik enthält). Die zieht anfänglich z.B. 1.5-1.8A (mehr geht bei 5V meist nicht). Dann, wenn der Akku ca. 80-90% erreicht hat, sinkt der Strom kontinuierlich bis vielleicht nur noch 50-100mA fließen. Irgendwann dann aber, immer vorausgesetzt das Ding taugt und die Ladeschaltung ist nicht total veraltet, geht der Strom tatsächlich auf 0. Das ist der Moment, wenn der Akku quasi vom Lader getrennt wird, um eben diesen 'Trickle-Strom' dauernd fließen zu lassen. Wie gesagt, mit der Chemie der Akkus kenne ich mich als Elektroniker auch nur soweit aus, als ich es in den Datenblättern oder Artikeln dazu ab und zu mitbekomme, aber diese niedrigen Dauerströme sind definitiv nicht mehr 'gewünscht'. Wenn ich noch was dazu finde, reiche ichs nach :).

Jedenfalls läufst du bei 4.5V und langen Ladezeiten Gefahr, dass obiges eben gar nicht funktioniert. Wenn man z.B. eine Powerbank (also 'meine', die ich dafür hergenommen habe) langsam auf 4,5V hochfährt, fangen irgendwann ein paar mA zu fließen an und das dauerhaft. Gerade ausprobiert.
 
Fazertron schrieb:
Aber das langsames Laden sogar schädlicher sein kann als schnelleres Laden habe ich noch nirgendwo gelesen oder gehört. Auch zur "Bildung von kristallinen Strukturen" beim langsamen Laden habe ich auf die Schnelle nichts gefunden. Erbitte also Aufklärung :D Muss ja keine lange Erklärung sein, aber eine Quelle / Artikel dazu wäre nett.
Soweit ich mich recht erinnere, ist es bei NiMH-Akkus so. Bei zu langsamem Laden kann es sein, dass die Ladeschlusserkennung (Delta-U) nicht richtig funktioniert, weil der Spannungseinbruch zu wenig ist. Nur meine ich eher z.B. 150 mA Ladestrom an Eneloops (2 Ah Mignon).
 
Luthredon schrieb:
Wie gesagt, mit der Chemie der Akkus kenne ich mich als Elektroniker auch nur soweit aus, als ich es in den Datenblättern oder Artikeln dazu ab und zu mitbekomme, aber diese niedrigen Dauerströme sind definitiv nicht mehr 'gewünscht'. Wenn ich noch was dazu finde, reiche ichs nach :).
Danke für die ausführliche Erklärung. Es stimmt, eine komplette Abschaltung findet bei den 4,5V nie statt, ab ca. 80% liegen noch 20-50mA an. Das Handy lädt dann halt noch unglaublich langsam weiter, ich habe es einmal zu Hause vergessen und am Abend bei 88 oder 89% abgesteckt. Ich weiß also wirklich nicht, wie sich das Gerät verhalten würde, falls man tatsächlich irgendwie 100% erreicht.

Wie dem auch sei, niedrige Ladeströme liegen definitiv über einen längeren Zeitraum an. Ich weiß noch nicht ob ich weiterhin so laden werde, auch wenn ich wie gesagt bislang gute Erfahrungen damit gemacht habe (okay, anders ausgedrückt bislang nix passiert ist :D).

Vielleicht probiere ich stattdessen mal die App "Battery Charge Limit" aus, mit der lässt sich anscheinend das Ladelimit frei einstellen (z.B. 80%) und die Stromzufuhr wird dann auch tatsächlich unterbrochen. Müsste mein Handy davor allerdings rooten.
 
Fazertron schrieb:
Ich weiß also wirklich nicht, wie sich das Gerät verhalten würde, falls man tatsächlich irgendwie 100% erreicht.
Das kann man ohne direkte Messung im Gerät wohl auch nicht klären. Grundsätzlich gibt es 2 Szenarien.
1) Die 20-25mA gehen in der Elektronik 'verloren' und am Akku kommen mit externen 4.5V nie mehr als 4.2V an. Die 0.3V oder mehr fallen Halbleiterübergängen zum Opfer (Dropout). Dann wärs egal.
2) Der Dropout über die Regelstrecke beträgt z.B. nur 0.1V, dann liegen permanent 4.4V am Akku und zumindest Teile der 20mA fließen in ihn. Das wäre schädlich für ihn, wenngleich ich nicht glaube, dass es ihn deshalb gleich zerreißt :).

Wie dem auch sei, niedrige Ladeströme liegen definitiv über einen längeren Zeitraum an. Ich weiß noch nicht ob ich weiterhin so laden werde, auch wenn ich wie gesagt bislang gute Erfahrungen damit gemacht habe (okay, anders ausgedrückt bislang nix passiert ist :D).
Mittlerweile komme ich mir mit meinen Bedenken ganz schlecht vor :D. Wenn du gute Erfahrungen mit deiner Methode gemacht hast, dann mach das! Wir reden hier ja von eher akademischen Effekten und prinzipiellen Wirkweisen. Man kann sich ja schon ausrechnen, wie lange ein paar mA bei einem 3000mAh Akku fließen müssen, um ihn zu überladen. So lange wird dein Handy wohl kaum unbenutzt rumliegen.

Mein Punkt war letztlich ja auch nur, dass man heutzutage (moderne Ladeelektronik + -logik eingebaut) mit 5V nichts verkehrt macht. Über Schnellladen lässt sich diskutieren, aber mit 5V, 1A max. oder so, behandelt man den Akku schon ziemlich optimal. Ich würde mir da einfach keinen Kopf mehr machen.

Vielleicht probiere ich stattdessen mal die App "Battery Charge Limit" aus, mit der lässt sich anscheinend das Ladelimit frei einstellen (z.B. 80%) und die Stromzufuhr wird dann auch tatsächlich unterbrochen. Müsste mein Handy davor allerdings rooten.
Das kann wohl durchaus sinnvoll sein, da auch immer mehr Hersteller dazu übergehen, so ein 80%-Management zu implementieren. Ich persönlich habe damit kaum Erfahrung. Allerdings habe ich relativ viele Geräte, die ich zwangläufig permanent auf 100% geladen lasse, weil sie halt 'dranstecken'. Aus der Praxis kann ich eigentlich nichts Schlechtes berichten. Selbst ältere Laptops, die ich für Messaufgaben o.ä. verwende und die quasi immer 'am Strom' hängen, zeigen jetzt keine 'Akkuvernichtung' dadurch. Im Gegenteil: wehe man vergisst so ein Teil mal 3 Monate und der Akku wird tiefentladen - dann ist er wirklich häufig sofort kaputt, oder die Ladelogik weigert sich schlicht, die Zellen wieder 'hochzubringen'. Letztlich ist es eine Frage der Praktikabilität.
 
Mal kurzen Gedankengang: Bei meinem Akkuschrauber wird der Akku (Li-Ion, 18 V, 5 Ah) mit nichtmal 2C geladen, ist (auch auf die Kapazität bzw. Wh bezogen) erheblich größer (Maße) als ein Smartphoneakku und wird dabei sogar aktiv gekühlt (Luft durchgeblasen).
Und dann soll der Smartphoneakku eine wesentlich höhere Laderate ohne Kühlung schaffen? Ok, schafft er, aber kann dann auch nur schnell kaputt gehen.

So frei nach dem Motto "6 x größer, 1,6 fache Ladeleistung, aktiv gekühlt" gegen ungekühlten Miniakku...

Edit: Auf dem Typenschild vom Ladegerät steht "Sek. 18 V, 9 A".
 
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Luthredon schrieb:
Wir reden hier ja von eher akademischen Effekten und prinzipiellen Wirkweisen.
Genau das ist es, was Batterietechnologie für mich auch interessant macht. Es spielen einfach so viele Faktoren zusammen. Hab jedenfalls wieder was dazugelernt :).

Luthredon schrieb:
Aus der Praxis kann ich eigentlich nichts Schlechtes berichten. Selbst ältere Laptops, die ich für Messaufgaben o.ä. verwende und die quasi immer 'am Strom' hängen, zeigen jetzt keine 'Akkuvernichtung' dadurch.
Entscheidend ist die Ladeschlussspannung. Wenn die vom Hersteller nicht zu hoch angesetzt wird, hält ein Akku auch lange wenn er vollgeladen wird. Hier ein interessanter Artikel dazu:
https://accubattery.zendesk.com/hc/en-us/articles/210224725-Charging-research-and-methodology
Die zitierten Papers sind zwar schon etwas älter und gerade in Bezug auf Ladegeschwindigkeit wurden große Fortschritte gemacht, aber die grundlegenden Erkenntnisse gelten immer noch. Sieht man ziemlich am Ende, da wird ein Moto G mit einem LG G4 verglichen (4,25V vs. 4,4V Ladeschlussspannung). Nach einem Jahr und derselben Zyklenzahl hat das Moto G noch 97% Restkapazität, das G4 nur noch 76%. Das ist halt schon ein heftiger Unterschied. Aber Hauptsache, das Handy hat ganz am Anfang ein paar hundert mAh mehr, mit denen man werben kann.

Durch die Elektromobilität wird das Thema in Zukunft auch noch deutlich präsenter werden. VW versucht den ID.3-Kunden durch ihre "drei goldenen Regeln" schonmal einzubläuen, wie mit so einem Akku umzugehen ist :D:
https://www.volkswagen.de/de/e-mobi...-technologie/batteriegarantie-und-pflege.html

Vindoriel schrieb:
Und dann soll der Smartphoneakku eine wesentlich höhere Laderate ohne Kühlung schaffen? Ok, schafft er, aber kann dann auch nur schnell kaputt gehen.
Ja, die Frage ist eigentlich nicht ob er schneller kaputt geht, sondern wie viel schneller. Wenn die das wirklich ohne übermäßige Degradation hinbekommen haben, dann Hut ab. Ich kann's aber auch kaum glauben.
 
Fazertron schrieb:
Entscheidend ist die Ladeschlussspannung. Wenn die vom Hersteller nicht zu hoch angesetzt wird, hält ein Akku auch lange wenn er vollgeladen wird.
Naja, eigentlich gibt es für 'voll geladen' nur eine Endspannung. Bei den allermeisten LiIon Zellen sind das 4,20V. Also zumindest stehts so in den Datenblättern für den Elektroniker. Wenn natürlich die Zelle eigentlich 4,40V 'aushält' und nur bis 4,20V geladen wird, ist sie ja 'chemisch' nie wirklich voll. Aber dann nutzt man aber auch nicht 100% der möglichen Kapazität. Sozusagen werden 90% oder was auch immer, als 100% definiert.

Wobei am Ende der 'Energie-Verlauf' auch nicht mehr linear ist. Also von 4,1 auf 4,2V passt nicht mehr soviel Energie rein, wie zwischen 3,9 und 4,0. Umgekehrt genauso. Beim Entladen sinkt die Spannung relativ schnell von 4,2V auf 4,1 oder 4,0, die meiste Energie gibts dann so zwischen 4,0 und 3,6, danach wirds dann auch wieder 'steil' bei der Entladekurve. Wie gesagt, ich bin nicht mit der Zellenchemie beschäftigt und was da genau möglich ist, als wirklich maximale oder minimale Spannungen weiß ich nicht.

Übrigens sind die 0% beim Entladen auch so definiert, dass man für die Lebensdauer offenbar nicht an die 'chemischen Grenzen' geht. Ein LiIon Akku gilt als leer, wenn er unter 3,6 - 3,4V hat. Spätestens bei 3,4 schalten alle Controllertypen ab. Der Akku könnte aber noch bis 2,4V entladen werden (gibt dabei nicht mehr viel Energie her), ohne sofort dauerhaft geschädigt zu werden. Mit vorsichtigem 'Hochpäppeln' (bis 3,2V nur 1/50C, bis 3,6V ca. 1/10, erste danach Nomalströme) lässt sich so eine Zelle wieder voll aufladen. Aber der Verschleiß ist dann schon sehr hoch, d.h. die möglichen Ladezyklen nehmen drastisch ab.

Ich denke jetzt, wo es teils recht teure Akkupacks gibt (e-bike, e-Auto etc.) werden diese Grenzen immer weiter in Richtung 'Schonung' verschoben. Ich meine, wenn ein Akku nur zwischen 3,7 und 4,1V 'cycled', bekommt man vielleicht nur 80% der möglichen Kapazität, aber eine x-fache Lebensdauer. Wenn man dafür einen Akku mit 20% mehr Kapazität nimmt, kostet halt Geld, bekommt man wieder die gleiche Leistung, aber viel längere Lebensdauer. Und was '100%' auf der Ladeanzeige ist, bestimmt ja eh nur die Software. Bei e-Autos ist es wohl sowieso normal, dass es eine 'Brutto-Kapazität' gibt und eben ein nutzbare 'Netto-Kapazität'. Überkapazitäten werden dort auch für fehlerhafte Zellen vorgehalten.

Ach genug, das führt zuweit weg :). Es geht eigentlich nur um relativ kleine, einzelne Zellen in Handys, da ist der Aufwand nicht wirklich gerechtfertigt.

Durch die Elektromobilität wird das Thema in Zukunft auch noch deutlich präsenter werden. VW versucht den ID.3-Kunden durch ihre "drei goldenen Regeln" schonmal einzubläuen, wie mit so einem Akku umzugehen ist :D:
https://www.volkswagen.de/de/e-mobi...-technologie/batteriegarantie-und-pflege.html
Haha, interessant, kannte ich nicht. Aber ehrlich, diese '3 goldene Regeln' sind fast schon eine Frechheit! Ein Wunder, dass man den Akku nicht auch täglich mit irgendeiner Wunderpaste polieren muss :D. Ehrlich jetzt ... nee, ich denke das wird sich noch ändern. Da muss einfach noch mehr Intelligenz rein, die das Handling weniger aufwändig macht. Gibts sowas bei Tesla eigentlich auch?

Wie gesagt, bei Handys reg ich mich nicht ganz so auf. Ich bin eh kein Poweruser und wenn der Akku mal schwächelt, wechsle ich ihn halt oder lasse ihn auch wechseln. Das ist bezahlbar. ABER: ich werde demnächst auch ein e-bike besitzen und der Akku hat gute 500Wh und wird als Ersatz dementsprechend teurer sein, als ein Handyakku. DA werde ich mir die Betriebsbedingungen genau ansehen und schauen, wie man den möglichst lange am (vollen) Leben erhält :). Mal sehen wie das gelingen wird ...
Ergänzung ()

Vindoriel schrieb:
Mal kurzen Gedankengang: Bei meinem Akkuschrauber wird der Akku (Li-Ion, 18 V, 5 Ah) mit nichtmal 2C geladen ... Auf dem Typenschild vom Ladegerät steht "Sek. 18 V, 9 A".
Das passt eigentlich nicht. Ein 5-Zellen LiIon mit eben 18V (5x 3,6V, die Elektrowerkzeuge rechnen oft mit 3,6V Zellenspannung, statt 3,7) muss mindestens 5x 4,2V Ladespannung haben, also 21V. Die 9A sind plausibel, läuft so auf 45-60 min. Ladezeit hinaus. Bist du dir sicher mit den Spannungen?

So frei nach dem Motto "6 x größer, 1,6 fache Ladeleistung, aktiv gekühlt" gegen ungekühlten Miniakku...
So einfach ist es nicht. Die Verlustleistung geht ja als absolute Größe für 'ungesunde' Erwärmung ein. Sagen wir, beide Akkus erhöhen beim Schnellladen die Verlustleistung um 10%. Deiner wird mit ca. 180 Watt 'beackert'. D.h. er setzt 18W in Wärme um, was auf engem Raum schon kritische Erwärmungen hervorruft. Hinzu kommt übrigens, dass Elektrowerkzeugakkus häufig schon durchs Arbeiten warm geworden sind (werden ja häufig auch schnell entladen), wenn sie in den Lader gesteckt werden. Deshalb die Kühlung.

Der Handyakku wiederum bekommt beim Schnellladen vielleicht 15-20 Watt statt 5W angeboten, setzt also 1,5-2 Watt mehr in Wärme um. Das macht das Handy zwar warm, aber aktive Kühlung ist da nicht nötig. Selbst bei 30W sinds nur 3 Watt 'Wärme'. Außerdem ist schon klar, dass es dem Hersteller vermutlich egal ist, wenn der Akku am Ende 50-60 Grad hat und 'leidet'. Der User will es ja so. Schnellladen ist ja kein Muss :).
 
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Luthredon schrieb:
Haha, interessant, kannte ich nicht. Aber ehrlich, diese '3 goldene Regeln' sind fast schon eine Frechheit! Ein Wunder, dass man den Akku nicht auch täglich mit irgendeiner Wunderpaste polieren muss :D.
Finde ich auch, vor allem die untere Ladegrenze von 40% auf Langstrecke ist total bescheuert. Gerade in der "unteren Hälfte" läd die Batterie ja besonders schnell, was auf Langstrecke wichtig ist, ab 50% wird meist schon deutlich runtergeregelt. Der ID3 schafft seine max. Ladeleistung von 100 KW z.B. nur bis 35%.

Luthredon schrieb:
Da muss einfach noch mehr Intelligenz rein, die das Handling weniger aufwändig macht. Gibts sowas bei Tesla eigentlich auch?
Obs so eine richtige Website zu dem Thema gibt, weiß ich nicht. Man kann jedenfalls bei Tesla auch Ladegrenzen einstellen, ich glaube 80 oder 90% werden da für tägliche Trips (nicht Langstrecke) empfohlen.
 
Luthredon schrieb:
Das passt eigentlich nicht. Ein 5-Zellen LiIon mit eben 18V (5x 3,6V, die Elektrowerkzeuge rechnen oft mit 3,6V Zellenspannung, statt 3,7) muss mindestens 5x 4,2V Ladespannung haben, also 21V. Die 9A sind plausibel, läuft so auf 45-60 min. Ladezeit hinaus. Bist du dir sicher mit den Spannungen?
Wird dann die Nennspannung sein. Ist dieses Ladegerät: https://www.makita.de/product/195584-2.html

Luthredon schrieb:
Der Handyakku wiederum bekommt beim Schnellladen vielleicht 15-20 Watt statt 5W angeboten, setzt also 1,5-2 Watt mehr in Wärme um. Das macht das Handy zwar warm, aber aktive Kühlung ist da nicht nötig. Selbst bei 30W sinds nur 3 Watt 'Wärme'.
Wir reden aber über 100 W, siehe Bericht.
 
Vindoriel schrieb:
Wird dann die Nennspannung sein. Ist dieses Ladegerät: https://www.makita.de/product/195584-2.html
Ach witzig, das 'gleiche' hab ich als Doppellader, für 2 18V Akkus (Rasenmäher und Motorsense). Gar nicht mehr drangedacht. Ich glaube Makita gibt da wirklich einfach die Akku-Nennspannungen an. Aber ein '18V-Akku' lässt sich einfach mit 18V nicht laden. Bei mir steht aber auch 18V / 9A (x2) drauf. Da steht aber auch 460W max. Leistungsaufnahme, was dann schwer möglich wäre, wenn nicht 100W schon im Lader flöten gehen, was ich nicht glaube :). Na egal, ist halt deren Deklaration.

Wir reden aber über 100 W, siehe Bericht.
Echt? Das hab ich in der ganzen Diskussion offenbar vergessen, sorry. Aber 100W für einen Handyakku klingen sowieso unsinnig. Ich will jetzt nicht noch mal nachlesen, aber selbst wenn man 4000mAh Kapazität annimmt, sind das ca. 15W bei einer 'Normalladung' mit 1C (3,75V beim höchsten Strom). Dann wären 100 Watt fast 7C, oder 8 Min. Ladezeit in der Spitze? Das klingt wie gesagt unsinnig. Vielleicht ist das einfach eine Spitzenleistung, die halt mal 5 Min. anliegt.

Aber wie es auch genau sein mag, ich wollte nur darauf hinweisen, dass die Verlustleistung proportional zur Gesamtleistung des Akkus steigt. Klingt irgendwie banal, bedingt aber, dass so ein fetter 160 Wh Akku beim Schnellladen eben Kühlung braucht, ein 15Wh Handyakku evtl. noch nicht.
Ergänzung ()

@Fazertron:
Die ganze Akkuthematik ist bei e-Autos dermaßen unausgereift, dass mich alleine das schon abschreckt. Ich fahre schon 'einige Jahre' Auto und früher war so ein Auto wie eine fahrende Burg :). Ein 'Castle', mit dem man unterwegs war, auf das man sich (bei einigermaßenen Pflege) verlassen konnte und das einen alles evtl. Wichtige mitführen ließ. Proviant, Klamotten und zur Not eben auch ein paar Liter 'Reserve-Saft'. Wenn ich in meinem Auto unterwegs war, und wenn es von München nach Norwegen war, hatte ich eine zuverlässige Maschine dabei, auf die ich mich verließ. Wie ist das nun heute?

Ich zumindest hab das Gefühl, gaaaaanz anders :). Was ist bei einem Problem? Selbstmachen ist ja auch nicht mehr. Es blinkt, piepst und 'autonomisiert' an allen Ecken und Enden. Und ehrlich, DAS wäre nicht das Problem. Aber die Unausgereiftheit halt schon. Beim Handy mach ich halt ab und zu einen Reset, aber beim Auto wirkt das eher lächerlich (wenns überhaupt ginge). Naja und jetzt noch diese 'mimosenhafte' Akkutechnik. Von Stopzeiten beim 'Nachtanken' gar nicht zu reden. Ich hab irgendwie auf all das keinen Bock, auch wenn mich der e-Antrieb prinzipiell total begeistert!

Es gab vor einigen Jahren mal die Diskussionen, ob man quasi e-Tankstellen baut, an denen man den ganzen Akku in 1-2 Min. tauscht. Irgendso eine 'Akkuplatte', die von unten automatisch entnommen und mit einer vollen ersetzt wird. Klang total gut, man ahnte aber schon, dass alleine die nötige Kooperation der verschiedenen Marken so ein Konzept heutzutage verunmöglicht. Solange aber keine Akku erfunden ist, der mindestens die 2-3 fache Reichweite (ECHTE!) ermöglicht und WIRKLICH in 10-15 Min. längstens VOLL ist (nicht 80%, wovon man dann wieder nur 50% nutzen kann), seh ich für mich kein e-Auto.

Oh, oh, jetzt wirds aber gewaltig OT ... :rolleyes:
 
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Luthredon schrieb:
Die ganze Akkuthematik ist bei e-Autos dermaßen unausgereift, dass mich alleine das schon abschreckt.
Ganz interessanter Bericht / Versuch vom HR, da es 4 Teile sind, das Ganze in Spoiler:
Zum Vergleich: Mitte 80er, Urlaub in Jugoslawien (Zadar) bzw. mittlerweile Kroatien, 1400 km, 60 PS Golf 1 mit Koffern auf Dachgepäckträger (kein aerodynamischer Dachsarg): Am Abend los, nächsten Nachmittag da (Mama und Papa wechselten sich mit dem Fahren ab). Inklusive 18 % Steigung über den Wurzenpass, den Tunnel gab es damals noch nicht. ;)
 
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