Russisches Kaspersky weiterhin benutzen?

Arcturus128 schrieb:
Der einzige Wert der hier fast bedingungslos verfolgt wird ist Kapitalismus (mit all seinen Schwächen).
Das stimmt ganz und gar nicht, nur innerhalb einer sehr angenehmen West-Bubble. Aber sicherlich muss man differenzieren, z.B. zwischen USA und Europa. USA sind deutlich kapitalistischer als Deutschland.
Sicherlich ist der Westen weltweit eingeklinkt in Ausbeutung, aber die ist nicht ursächlich vom Westen verursacht, die gäbe es ansonsten auch. Es ist nur einfach grundsätzlich so, dass außerhalb von Europa Schwächere Menschen/Gruppen viel viel mehr ausgebeutet oder unterdrückt werden oder benachteiligt sind.

Aber darum geht es hier im übrigen gar nicht, Russland ist eine Atommacht und Aggressor innerhalb in Europa und führt einen Angriffskrieg in Europa. Was diesen Konflikt angeht ist die russische Regierung eindeutig in der Schuld.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: finley
BeBur schrieb:
Aber darum geht es hier im übrigen gar nicht, Russland ist eine Atommacht und Aggressor innerhalb in Europa und führt einen Angriffskrieg in Europa. Was diesen Konflikt angeht ist die russische Regierung eindeutig in der Schuld.
Da stimme ich absolut zu. Lassen wir den Rest, sonst artet das hier in einem ganz anderen Thema aus.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: BeBur
finley schrieb:
Wir sind nicht perfekt. Aber Russland ist eindeutig Böse.
Du bist viel zu oberflächlich und voreingenommen. In Russland gibt es nicht nur die Bösen, nein dort gibt es auch Menschen, die gegen den Ukraine sind und den nicht gut finden. Der Böse ist meinen Augen Putin und seine anhängerschaft in der Politik, im Militär und auch in der Bevölkerung die den Krieg gegen die Ukraine unterstützen und das für richtig halten. Also sag bitte nicht das Russland generell schlecht sei.
 
purzelbär schrieb:
Du bist viel zu oberflächlich und voreingenommen. In Russland gibt es nicht nur die Bösen, nein dort gibt es auch Menschen, die gegen den Ukraine sind und den nicht gut finden. Der Böse ist meinen Augen Putin und seine anhängerschaft in der Politik, im Militär und auch in der Bevölkerung die den Krieg gegen die Ukraine unterstützen und das für richtig halten. Also sag bitte nicht das Russland generell schlecht sei.
Ihr versucht das alles auf eine Metaebene zu ziehen. Mir geht es um den aktuellen Konflikt mit der Ukraine. Und 70% der Russen unterstützen den aktuellen Kurs. Selbst Bekannte in Deutschland wo man denken könnte dass sie bessere Informationen bekommen. Wie kann man für Krieg gegen ein "Brudervolk" sein? Das bewusste töten unschuldiger Menschen!

Aber kommen wir wieder zurück zum Thema.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: KitKat::new()
Ich nutze dennoch auch Kaspersky bei mir weiter in Firma.
BeBur schrieb:
Gehört für dich denn dazu, Artikel wie den von Kaspersky zu hinterfragen?
Ja, ich hinterfrage alles. Ich erschieße auch nicht erst Leute und denke später über ihre Unschuld nach.
Deine Links sind gut, wusste ich nicht. Danke dafür.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: BeBur
Ich habe Kasperky bei mir Deinstaliert, eben weil das BSI davor gewarnt haben. Kasperky hat in der Nahen Vergangeheit gesagt das er nicht mit dem Russischen Regime zu tun habe. Aber Öffendlich hat Karsperky sich weder vom Geheimdienst noch von Putin distanziert. Eine Kraftvolle und für mich nach voll ziehbare Aussage wäre es gewesen wenn dieser Chef gesagt hätte was viele Europäer(auch Deutsche) über Putin Denken. Er ist ein Diktator und Schlächter und nichts anderes. Kaspersky hätte seine Fillialien in Russland schließen können und den Europäischen sowie den US Markt dann bedienen. Ich habe nichts gegen Russen da Laufen sicherlich ein paar Ars....er rum aber die haben wir auch. Ein jeder der mit Freundlichkeit auf mich zu kommt ist auch willkommen andere eben nicht. Wenn Kaspersky sich von Putin distanziert, werde ich die Software wohl wieder drauf spielen
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Unlängst habe ich einen interessanten Artikel über Kaspersky gelesen, da ging der Schreiber davon aus, dass Kaspersky den Teufel tun wird, sich mit russischen Geheimdiensten zu vereinigen, da er sich damit selbst ruinieren würde und sein Geschäftsmodell tot wäre.
 
Interessante Neuigkeit zu dem Thema.
Hintergrund war der Eilantrag des Unternehmens Kaspersky Deutschland auf einstweilige Verfügung in Bezug auf die öffentliche Warnung des BSI, die Software des Unternehmens nicht zu benutzen.

Kurze Fassung:
Die Klage vor dem VG Köln wurde abgewiesen.
Die offizielle Urteilsbegründung steht zwar noch aus, aber da braucht man nicht sehr viel Fantasie, um sich den Inhalt vor Augen führen zu können.

Hier die Links zu dem Sachverhalt:

Heise:
https://www.heise.de/news/Verwaltun...irenschutzsoftware-von-Kaspersky-6661115.html

"Günni":
https://www.borncity.com/blog/2022/...dem-einsatz-von-kaspersky-virenschutz-warnen/

Hier eine Passage aus dem Heise-Artikel als Zitat:

Mangelnder Schutz gegen eine staatliche Einflussnahme​

Das Unternehmen habe seinen Hauptsitz in Moskau und beschäftige dort zahlreiche Mitarbeiter, führten die Richter aus. Angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, der auch als "Cyberkrieg" geführt werde, sei nicht hinreichend sicher auszuschließen, dass russische Entwickler "aus eigenem Antrieb oder unter dem Druck anderer russischer Akteure die technischen Möglichkeiten der Virenschutzsoftware für Cyberangriffe auch auf deutsche Ziele ausnutzen". Die von Kaspersky genannten Sicherheitsmaßnahmen böten keinen ausreichenden Schutz gegen eine staatliche Einflussnahme.

Es könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass in Russland ansässige Programmierer auf die in Rechenzentren in der Schweiz gespeicherten Daten europäischer Nutzer zugreifen können, heißt es in dem Beschluss.
Eine permanente Überwachung des Quellcodes und von Updates erscheine demgegenüber wegen der Datenmengen, der Komplexität der Programmcodes und der notwendigen Häufigkeit von Updates praktisch unmöglich.
 
Wobei die Begründung des Verwaltungsgerichts Köln für mich zwar nachvollziehbar ist, aber ob sie rechtlich schlüssig und Bestand hat, wage ich zu bezweifeln. Da wird schon viel hineinkonstruiert.
 
Antivirussoftware hat immer grundsätzliche Probleme, unabhängig vom Hersteller:
  • Sie läuft mit sehr weitreichenden Systemrechten
  • Sie ist meistens unsauber programmiert und öffnet neue Sicherheitslücken im System, einfach nur dadurch dass sie im Hintergrund laufen und Dateien scannen. Windows Defender ist in dem Punkt deutlich besser, aber auch der bietet Angriffsfläche die manchmal exploited werden kann durch Malware.
  • Der Nutzen ist generell sehr fraglich, insb. je kompetenter der User ist, desto unnützer werden Virenscanner. Virenscanner schützen eigentlich nur vor weitläufig bekannten Viren die bereits einige Zeit alt sind und dann sowieso außer "der User führt die nicht vertrauenswürdige .exe aus" kein wirkliches Einfallstor mehr haben weil die alle sehr wahrscheinlich schon durch Updates gefixt wurden. Dagegen braucht man aber keine mega-invasive Systemsoftware die oft auch noch Spyware an Bord hat.
  • Malware-Autoren testen ihre Malware sowieso gegen mehrere Virenscanner, und setzen sie erst in die Welt, wenn kein Virenscanner sie erkennt. Virenscanner sind auch mit Heuristik trotzdem sehr einfach zu überlisten durch minimale Anpassungen im Quellcode. Kein Virenscanner hilft gegen Malware die von halbwegs kompetenten Entwicklern geschrieben wurde.
  • Oftmals ist es auch Spyware. Das ist heutzutage leider ziemlich normal geworden bei kommerzieller Software und die meisten User haben kein Problem damit ("ich hab ja nix zu verbergen") solange die Spyware nur "nützlich" genug ist (z.B. Spyware mit Betriebssystem = Windows, Mainstream-Android/iOS, ...), aber bei Antivirussoftware ist es natürlich besonders ironisch, wenn sie vor Spyware schützen sollte, aber im Hintergrund unsichtbar Daten an den Hersteller abfließen.
  • Man kann lokal nur einen Virenscanner installiert/laufen haben, da sie sich gegenseitig behindern
(Wer mehr zu dem Thema wissen will, sollte sich die Analysen von z.B. Google Project Zero zu kommerziellen Virenscannern anschauen. Ein Wort: gruselig)

Zählt man alles zusammen, ergibt sich durch einen Virenscanner ein hohes Risiko, mit einem Virenscanner verwundbarer zu sein als ohne.
Für Windows User ist der Windows Defender von Microsoft ausreichend und noch eins der geringsten Risiken, und Microsoft vertraut ihr ja eh schon implizit wenn ihr Windows installiert habt.
Bei anderen kommerziellen Virenscannern erhöht sich das Risiko sehr stark, dass der Virenscanner mehr Probleme und Schwachstellen einführt als er beheben soll.

Die ganze Antivirus-Industrie lebt eigentlich nur noch von dem Irrglauben bei vielen Usern, es sei irgendwie besser, einen zu haben, als keinen zu haben. Dem ist aber nicht so.
Bei IT-Sicherheit ist eine der wichtigsten Grundsätze immer: je mehr Software du am Laufen hast, und je weitreichendere Zugriffe diese hat, desto verwundbarer bist du.
Die Abwägung ist also: ist es das wert, mir durch die Installation eines Virenscanners ein großes Sicherheitsloch aufzureißen, und mich noch mehr Spionage auszusetzen, wofür ich im Gegenzug nur
mit etwas Glück Schutz vor trivialer oder veralteter Malware erhalte.
Antwort: nein, ist es nicht. Die Malware, vor der man sich schützen will und muss, lacht über Virenscanner.
Zur Not gibt es auch noch virustotal.com usw., um einzelne Files von mehreren(!) Engines zu checken. Ganz ohne sich lokal Sicherheitslücken aufzureißen. Und ja, es gab schon Malware, die als einziges Einfallstor hatte, dass der User einen verwundbaren VIrenscanner installiert hatte, der im Hintergrund automatisch eine präparierte Datei gescannt hatte und dadurch wurde die Virenscanner-Engine exploited und der Schadcode ausgeführt. Ohne dass der User irgendwas gemacht hätte. Und das können auch eigentlich harmlose Dateien (z.B. Bilder) sein in solchen Fällen.

Die einzige Personengruppe, die potenziell noch einen Mehrwert durch einen Virenscanner haben könnte (aber auch nicht in allen Fällen), ist diejenige, die ungeprüft jede .exe aus jedem Mailanhang oder von jeder unvertrauenswürdigen Website ausführt, und die auch kein virustotal.com oder ähnliches verwendet.
Ich vermute aber, dass das in einem IT-Forum auf niemanden zutrifft. :)

Um jetzt noch den Bogen zu schlagen zu Kaspersky:

Bei Kaspersky im Speziellen kommt jetzt aufgrund der Situation noch das Zusatz-Risiko obendrauf, dass der russische Geheimdienst im Auftrag von Putin Kaspersky dazu zwingen könnte,
ein (sehr) bösartiges Update zu pushen an alle Kaspersky-Clients. Und diese Wahrscheinlichkeit ist nicht 0.
[Bedenkt bei der Thematik immer: jede Software mit Auto-Update-Funktionalität ist immer auch eine Backdoor für den Hersteller]
Da wird sich Kaspersky auch nicht gegen wehren können, wenn die Regierung eine solche Sabotageaktion umgesetzt haben will, vor allem da Putin sowieso sehr weitreichende Macht hat.
Ein solches Risiko gibt es natürlich auch in der Theorie bei US-basierten Firmen, da die Behörden mit den 3 Buchstaben auch sehr viel Druck ausüben können auf US-basierte Firmen um zu bekommen was sie wollen (meistens Daten), aber im Fall von Russland in der aktuellen Situation ist natürlich noch weniger Vertrauen angebracht, und die USA beschränkt sich meistens auf Spionage und nicht Sabotage.
 
jenzen schrieb:
Für Windows User ist der Windows Defender von Microsoft ausreichend und noch eins der geringsten Risiken
Nö, eben nicht.
Hier nur zwei Beispiele aus dem letzten Monat:
https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Warnmeldungen/DE/TW/2022/03/warnmeldung_tw-t22-0054.html
https://www.golem.de/news/antivirus...osoft-office-als-malware-ein-2203-163966.html

Unterm Strich steht der Defender nicht besser da als andere AV-Produkte.
Deine aufgelisteten Probleme treffen auf den Defender genauso zu.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: waldi2005 und Arcturus128
Zurück
Oben